Resilienz entwickeln

Erste Säule: Akzeptanz

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Dieses Video erklärt, was "Akzeptanz" in Zusammenhang mit Resilienz bedeutet und warum das Gegenteil – Leugnen der Tatsachen – so weit verbreitet ist.
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Transkript

„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Dieser berühmte Ausspruch stammt von Heraklit von Ephesus, einem vorsokratischen Philosophen, der etwa 500 vor Christus gelebt hat. Nichts ist also so beständig wie der Wandel – nur akzeptieren die wenigsten Menschen das auf Anhieb. Menschen mit ausgeprägter Resilienz tun sich damit leichter: Sie akzeptieren die Tatsache, dass sie mit einer Krise oder ungewollten Veränderung konfrontiert sind, schneller. Und akzeptieren heißt nicht unbedingt, damit einverstanden zu sein – es heißt nur, die Tatsache, dass etwas ist, wie es ist, anzuerkennen und der Realität ins Auge zu blicken. Nur wenn eine Krise erkannt und akzeptiert wird, kann sie auch angegangen werden. Die Akzeptanz ist eine wichtige Vorstufe zur Bewältigung der Krise. Akzeptanz ist wie der Griff an der Tür, durch die man durchgehen wird. Der Griff stellt noch keine Lösung dar, bietet aber Zugang zur Lösung hinter der Tür. Akzeptanz öffnet den Raum für eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Situation. Häufig werden Krisen aber zunächst abgewehrt und geleugnet. Und warum ist das so? Auf den Punkt gebracht deshalb, weil unser Gehirn nach Wohlbefinden und Schmerzvermeidung strebt: Es richtet Entscheidungen und Handlungen danach aus, körperlichen, aber auch seelischen oder sozialen Schmerz oder Stress zu vermeiden. Veränderungen oder gar Krisen erfordern aber neue Verhaltensweisen. Und aus neurobiologischer Sicht bedeutet das die Ausprägung und Festigung neuer Erregungsmuster, die dem erforderlichen Verhalten entsprechen. Die Ausprägung neuer neuronaler Strukturen kostet aber deutlich mehr Aufwand und damit Energie, als die Nutzung bereits etablierter Netzwerke. Und das steht jeglicher Veränderung zunächst hemmend gegenüber. Das ist zu Beginn eines Anpassungs- und Veränderungsprozesses auch gar nicht ungewöhnlich: Häufig ist die erste Reaktion auf Veränderungen Schock – oder etwas milder: Verwirrung. Typische Reaktionen darauf sind Angst, Orientierungslosigkeit oder Fassungslosigkeit. Darauf folgt Ablehnung oder Leugnung: Ein typischer Ausspruch in dieser Phase ist: „Das darf doch wohl nicht wahr sein!“ Man weigert sich, die Veränderung zu akzeptieren, und versucht beharrlich, den Status quo zu erhalten. Das macht man, indem man an alten Verhaltensmustern festhält, in dem Glauben, damit die Kontrolle über die Situation zu behalten. Nach dem Motto: Was bisher geklappt hat, kann jetzt auch nicht so falsch sein. Diese Verdrängung erfüllt im ersten Moment auch ihren Zweck: Sie federt einen Schock ab. Aber je länger ein Zustand anhält, desto wichtiger ist es, sich mit dieser Realität vertraut zu machen. Was dann folgt, ist zunächst die rationale Einsicht: Man erkennt die Notwendigkeit der Veränderung – das Aufbäumen hat nichts genutzt. Gleichzeitig wachsen Zweifel an der eigenen Fähigkeit, damit umzugehen. Nach der rationalen kommt die emotionale Einsicht – und damit der Wendepunkt: Was im Kopf schon verstanden wurde, wird nun emotional akzeptiert. Das geht oft mit Frustration und Trauer um das Alte einher – liebgewonnene Gewohnheiten müssen losgelassen werden. Deshalb spricht man auch vom Tal der Tränen. In dieser Phase wächst aber auch die Bereitschaft, sich dem Neuen zuzuwenden. In der nächsten Phase wird dann ausprobiert und erkundet und gelernt – aus Versuch und Irrtum entstehen Erfolge und Misserfolge. Jetzt bilden sich langsam neue Strategien heraus und damit wächst auch wieder das Vertrauen in die eigene Kompetenz. Aus Probieren und Lernen erwächst schließlich Erkenntnis – irgendwann weiß man, wie man mit der neuen Situation umgehen kann – was funktioniert und was nicht. Und diese Erkenntnisse werden dann in den Alltag integriert – das Neue wird langsam zur vertrauten Gewohnheit. Auch Menschen mit ausgeprägter Resilienz durchlaufen diese Phasen. Sie zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie sie schneller durchlaufen. Und vielleicht beherzigen sie folgenden Grundsatz eines unbekannten Verfassers, mit dem ich dieses Kapitel schließen möchte: Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Resilienz entwickeln

Lernen Sie die sieben Säulen der seelischen Widerstandskraft kennen und erfahren Sie, wie Sie aus Krisen gestärkt hervorgehen.

1 Std. 19 min (18 Videos)
Praedikat wertvoll
Anonym

In kurzer Zeit die richtige Strategie zur persoenlichen Weiterentwicklung praesentiert. Kurz und knackig weiter so! Zum Vertiefen waere eine Transskription hilfreich.

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