Computerstrafrecht

Erpressung, § 253 StGB

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Erpressung funktioniert nicht nur auf dem "klassischen" Weg, sondern auch mit modernen Mitteln, wie z. B. dem Einsatz von Ransomware.

Transkript

Die Erpressung nach Paragraph 253 StGB ist ein ganz klassisches Offline-Delikt, welches aber selbstverständlich ebenso online ausgeführt werden kann. Nur eben mit anderen Mitteln. Der Gesetzestext lautet sinngemäß: Absatz 1: Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötig und dadurch dem Vermögen des genötigten Nachteil zufügt, um sich zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Liest man den Text genau, erkennt man die Nähe zum Tatbestand der Nötigung gemäß Paragraph 240. Der Unterschied ist, dass bei der Erpessung zur Drohung mit Gewalt oder einem empfindlichen Übel noch die Bereicherungsabsicht des Täters und die daraus folgende Vermögensverminderung auf seiten des Opfers hinzukommt. Man kann also grob sagen, dass eine Erpressung eine Nötigung aus finanziellen Motiven ist. Dementsprechend will Paragraph 253 auch nicht die persönliche Ehre, sondern das Vermögen schützen. Eine Form der modernen Erpressung ist beispielsweise der Einsatz von sogenannter Ransomware. Dabei handelt es sich um eine spezielle Art von Viren, also um Schadsoftware, welche auf dem Computer des Opfers dessen Daten verschlüsselt. Erst nach Zahlung der geforderten Summe sollen die Daten dann wieder freigegeben werden. Klassische Erpressung, moderne Methode. Strafandrohung ist und bleibt jedoch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

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Errlangen Sie als juristisch Interessierter einen ersten Überblick über das breitgefächerte und spannende Gebiet des "Cybercrime".

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