Panoramafotografie: Sphärische Panoramen mit PTGui

Einstellung No-Parallax-Point

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Wird die Kamera um den so genannten No-Parallax-Point gedreht, gibt es im Bild bei einer Drehung keine Verschiebung des Vordergrundes gegen den Hintergrund mehr. Erst das ermöglicht die perfekte Montage von Einzelbildern zu einem Panorama. Hier wird diese wichtige Einstellung im Detail erklärt.

Transkript

Nach der Einstellung des korrekten Querversatzes am Panoramakopf kommt nun die Einstellung, die sich um den No-Parallax-Point kümmert. Ich habe dazu ein kleines Test-Setup, beziehungsweise Einstellungs-Setup aufgebaut, wir haben hier ein kleines Leuchtenstativ, das ist so, na ja, 30, 40, 50 Zentimeter von der Kamera weg, was bei einem Weitwinkel schon ganz gut funktioniert, ich habe jetzt hier ein 24 mm Weitwinkel drauf. Und wir haben dann in einer bisschen größeren Entfernung, denn der zweite entfernte Punkt, den man für eine solche Messung braucht, der sollte im Idealfall unendlich weit weg sein, so viel Platz haben wir leider nicht, aber wir haben dafür an der Leiter, die dort steht, einen Zollstock angebracht und wir können hier mit dem Live-View durchaus noch fast die Millimeter abschätzen, das heißt, das wird relativ funktionieren. Der No-Parallax-Point der äußert sich darin, wenn man die Kamera einmal einfach irgendwie montiert, ich habe sie jetzt mal relativ weit nach vorne gerückt, und wir sehen jetzt hier, dass ein größerer Teil des Objektivs vor der Drehachse liegt und die Kamera ist schon ein Stück nach hinten, ich kann die Schiene nicht weiter nach vorne schieben, das macht uns aber hier nichts, und wenn ich jetzt einmal den Live-View einschalte und ich schaue mir an, wie sich das Leuchtenstativ gegenüber der Leiter, beziehungsweise dem Zollstock bewegt, dann kann man also hier eine ganz deutliche Bewegung feststellen, wenn jetzt das Leuchtenstativ im rechten Drittel des Bildes ist, und jetzt im linken Drittel des Bildes, dann bewegt sich das ziemlich stark gegenüber dem - gegenüber der Leiter. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass das zwei Bilder sind, die wir später im Panorama zusammenbauen wollen, dann wird das so nicht funktionieren. Weil ja an den Stellen, wo sich das Leuchtenstativ gegenüber dem Hintergrund, sprich der Leiter bewegt, wir unterschiedliche Bildinhalte haben, und unterschiedliche Bildinhalte lassen sich in einem Panoramaprogramm später nur so montieren, dass entweder der Vordergrund passt, dann gibt es im Hintergrund Geisterbilder, es verschiebt sich irgendwas, oder es ist umgekehrt, der Hintergrund passt, dann passt der Vordergrund nicht. Das heißt, auf jeden Fall eine lose-lose Situation, es kommt nichts Gescheites dabei raus, das heißt, wir müssen dafür sorgen, dass sich der Hintergrund, gegenüber dem Vordergrund absolut nicht mehr bewegt, wenn wir die Kamera schwenken, das ist ganz wichtig. Diese Geschichte gilt dann auch für beide Achsen. Wir müssen den sogenannten No-Parallax-Point, dass ist der Punkt, den wir jetzt finden müssen. das gilt für beide Achsen, der Querversatz ist ja schon korrekt eingestellt, und wenn wir die Kamera korrekt nach hinten gerückt haben, dann schneiden sich die beiden Drehachsen, genau an diesem No-Parallax-Point und ich kann die Kamera in jede beliebige Richtung schwenken, rauf, runter, rechts, links, ist egal. Die Einzelbilder, die wir dann für das spätere Panorama schießen werden immer perfekt zusammen passen. Wie gehen wir vor, wenn wir diese Einstellung machen? Es gibt mehrere Methoden, ich wandle eine übliche Methode immer ein bisschen ab, weil sie hier eigentlich genauer ist. Üblicherweise schaut man sich einfach diesen Vordergrund, diese Vordergrund-Hintergrund-Situation, dass heißt, die Position des Leuchtenstativs gegenüber der Leiter im rechten Bilddrittel, dann schwenkt man so weit, wie man von einem Einzelbild zum nächsten schwenken würde beim Panorama auch weiter, dass das im linken Drittel passiert das Ganze, und dann sieht man einfach wie sich das bewegt. Und jetzt kann man Folgendes machen, jetzt schiebt man dann die Kamera ein Stück nach hinten, und schaut dann einfach wie verhält sich das, wird der Fehler größer oder wird der Fehler kleiner. Es gibt eine Methode, die das etwas abkürzt und letztlich einfacher funktioniert, und zwar, wir betrachten nicht nur das linke und das rechte Drittel, sondern wir setzen mal unseren Punkt, den wir versuchen anzuvisieren, das ist einfach die Überschneidung zwischen dem Leuchtenstativ und dem Zollstock. Da zoome ich jetzt mal im Live-View von der Kamera so weit rein, dass ich das exakt in der Bildmitte habe. Das ist ganz wichtig, es sollte möglich exakt in der Bildmitte sein, warum erkläre ich gleich. Und jetzt - ich habe sehr stark abgeblendet, also man kann auch wirklich so weit abblenden, wie das Objektiv das zulässt, weil wir müssen jetzt nicht maximal scharf sein, sondern wir müssen möglichst viel Vordergrund und Hintergrund gleichmäßig scharf bekommen, ist immer ein Kompromiss, und ich drehe jetzt mal ein bisschen an der Entfernung bei Blende 22, so dass ich die Zahlen auf dem Zollstock ein bisschen zumindest abschätzen kann, und vorne noch die Kante von dem Leuchtenstativ sehe, das heißt, dass jetzt hier irgendwo bei 80 Zentimeter - das kommt ganz gut hin, der Punkt wird dann irgendwo immer zwischen den Beiden liegen, Es reicht, dass man es wirklich gut abschätzen kann und feststellen kann, dass es keine Bewegung mehr gibt. So, jetzt habe ich das in der Mitte. Jetzt schwenke ich im Live-View, weil ich habe die volle Vergrößerung im Live-View jetzt schwenke ich mal zu der anderen zum Rand, zum Bildrand hin, und das heißt, ich habe zum linken Bildrand geschwenkt, und drehe die Kamera jetzt nach rechts, und jetzt sieht man, vorher war es ein Wert von knapp über zehn Zentimeter, man hat also noch die rote 10 gesehen, die 1 von der roten 10 gesehen auf dem Zollstock und jetzt sieht man noch bis 7 Komma-irgendwas im Live-View am Zollstock. Und jetzt geht es darum, diese Schraube hier oben ganz leicht zu lösen für die Schiene und jetzt schiebe ich hier mal die Schiene nach hinten, und relativ sicher wird sich jetzt -- ich setze mal hier den Kopf auch kurz mal mit der Schraube fest, dann wackelt das nicht so rum, so, und jetzt gehe ich mal ein Stück nach hinten und man sieht jetzt schon wie die Kante von dem Leuchtenstativ sich bewegt, bewegt, bewegt, bewegt und jetzt haben wir hier ungefähr die Marke mit der 10, jetzt fixiere ich das mal, und wir sind jetzt ziemlich genau bei 10, vielleicht 10,1 mm, jetzt drehe ich das Ding zurück, kontrolliere das noch mal gegen die Mitte, jetzt bin ich ungefähr in der Mitte, schwenke dorthin, dass ich die Mitte sehe, okay, es ist etwas über 10, und jetzt schwenke ich zur Kontrolle an die andere Seite, das heißt, noch weiter rüber und gucke mir das jetzt hier an, und dort sind wir jetzt auch etwa auf der 10, das heißt, wir gehen eigentlich von dem Bild aus, was wir sehen, wenn das Ding genau in der Mitte ist, dann stellen wir es so ein, dass es am Rand so ausschaut wie in der Mitte, und das Interessante ist, wenn ich dann die Gegenprobe mache, dass was man sonst so hin und her schiebt bis es passt, dass ist so ein iteratives Verfahren, das wird schlechter, dann passt es am anderen das heißt, die übliche Methode dauert länger, weil man immer hin und her schauen muss, und hier ist es so, dass man eigentlich nur die Mitte als Ausgangspunkt nimmt, dann stellt man den rechten oder linken Rand so ein, dass es ausschaut wie in der Mitte, und dann schwenkt man auf die andere Seite und das Schöne ist, der Schwenk auf die andere Seite, das sollte dann genauso ausschauen, und das Wichtige ist, wenn das nicht genauso ausschaut, dann ist das ein relativ sicheres Indiz, dass der Querversatz nicht stimmt. Daran kann man das überprüfen. Ein korrekter Querversatz lässt sich mit dieser Methode der Nodalpunktermittlung überprüfen, und jetzt haben wir das ziemlich genau, man kontrolliert es noch mal ganz präzise nach, ich schwenke noch mal in die Mitte, und gucke mir das mal an - also jetzt 10,01 ist es ungefähr, 10,01 Zentimeter, ich checke es noch mal auf die drübere Seite, so hierüber, das haut relativ gut hin und hier haben wir am Zollstock, dann auch etwa 10,6 - das heißt, das dürfte ziemlich genau passen, und diese Methode geht dann relativ schnell weil man eigentlich im Prinzip nur eine Ausgangssituation hat, dann stellt man den Rand so ein, dass es dieser Ausgangssituation entspricht, Gegenprobe auf der gegenüberliegenden Seite und es ist erledigt. Geht relativ schnell und ist relativ zuverlässig, in der Praxis, und es funktioniert besser als nur den rechten und den linken Rand zu betrachten. So, und dann kann man sich das, dann sollte man sich das merken, wo steht denn jetzt diese spezielle Schiene, also hier steht sie bei etwa 4,5 mm, diesen Wert sollte man sich merken, oder wenn man Anschläge hat, die auf diese Arca-Swiss-Schienen passen, dann sollte man dort einfach jetzt einen Anschlag draufsetzen, weiß, dass dann einfach diese Geschichte sich einfach sehr gut reproduzieren lässt, und vor allen Dingen, wenn man nur mit wenigen Objektiven arbeitet, dann kann man es meistens mit diesen Anschlägen regeln, die sind dann einfach - bleiben dann immer dran für die entsprechenden Objektive, oder man notiert sich die entsprechenden Werte für den Querversatz unten und natürlich auch für die Skala hier oben für, für die Strecke zurück, die wir für den Ausgleich des No-Parallax-Point brauchen.

Panoramafotografie: Sphärische Panoramen mit PTGui

Lernen Sie, wie Sie von einem einfachen Panorama zu einer kompletten Rundumsicht von 360 x 180° kommen. Sehen Sie die Vorbereitung, Aufnahme und Nachbearbeitung in PTGui.

5 Std. 54 min (46 Videos)
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