Photoshop CC für Profis

DRI mit Camera Raw

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Mit mehreren Entwicklungsvarianten erzeugen Sie aus einem Raw die jeweils für eine bestimmte Bildstelle optimierte Version und kombinieren diese per Masken. Dazu müssen Sie die Einzelergebnisse nicht einmal separat speichern.

Transkript

Wenn Sie in Raw fotografieren, steht Ihnen damit in der Regel schon ein relativ großer Dynamikumfang zur Verfügung, sodass Sie mitunter sogar auf Belichtungsreihen verzichten können. Und ich möchte Ihnen einmal zeigen, wie Sie eine Datei unter relativ komplizierten Lichtbedingungen dann optimieren können. Dazu nehme ich jetzt einfach einmal diese Datei hier, die auf einem Hausflur eines verlassenen Armee-Gebäudes fotografiert wurde und ich öffne das mal direkt im Camera Raw und zeige Ihnen zunächst, was in dieser Datei drin steckt. Sie sehen, wir befinden uns hier noch in der alten Prozessversion, das müsste 2010 sein, und ich aktiviere einfach mal 2012, indem ich hier auf dieses Ausrufezeichen klicke. Dann habe ich hier deutlich mehr Reserven, die ich hier rausholen kann. Ich kann die Belichtung erhöhen, da sehe ich schonmal, was in den Tiefen drin steckt, und da ist wirklich eine gute Durchzeichnung da, und wenn ich mal schaue, das war die normale Belichtung, dann sehen wir hier einen ausgefressenen Himmel. Wenn ich den mal nach links ziehe, den Belichtungsregler, dann sehen Sie, selbst da ist noch Zeichnung. Also hier ist wahrscheinlich nur eine große helle Wolke zu sehen - kann ich mir einmal anschauen im Detail, indem ich reinzoome - hier haben wir schon ausgefressene Bereiche, aber OK, das soll uns mal nicht stören, hier ist noch ein bisschen Himmel zu sehen. Also in der Datei steckt schon ein wenig was an Information. Jetzt könnten Sie natürlich versuchen, hier in Camera Raw bereits alles so einzurichten, dass Sie das Bild optimal am Ende herausbekommen und das geht auch erstaunlich gut schon. Sie könnten hier natürlich eine Art Tonemapping durchführen, zB. die Lichter einfach nach links ziehen, dann kommen die Lichter hier wieder, die Tiefen aufhellen, indem wir die Tiefen nach rechts ziehen, dann sind die Tiefen da und dann könnte ich hier die Belichtung noch ein bisschen anpassen und das Bild aufhellen, und dann mit weiß noch die Helligkeit der sehr hellen Töne bestimmen, oder diese auch sogar noch weiter zurückfahren, und mit schwarz die dunklen Bereiche, also die sehr dunklen Bereiche, die schwarzen Töne, noch weiter aufhellen. Wenn Sie dann einen HDR-Look haben möchten, dann ziehen Sie hier einfach die Klarheit nach rechts, und dann ist das im Prinzip fertig. Aber vielleicht hätten Sie gerne etwas mehr manuellen Spielraum. Und den können Sie haben und zwar ganz einfach, indem Sie eine Raw-Datei mehrfach entwickeln, und dann in Photoshop die einzelnen Teile dieser Entwicklung kombinieren. Und wie das am einfachsten geht und ohne, dass Sie aufwändig erstmal immer Bilder und Entwicklung zwischenspeichern, und die dann wieder zu Ebenen in Photoshop zusammen fügen, das möchte ich Ihnen jetzt einmal zeigen. Ich setze jetzt zunächst hier einmal alles zurück, dann bin ich auch wieder im alten Prozess, möchte ich nicht, also klicke ich da erstmal drauf. Und dann widme ich mich als Erstem den Objektivkorrekturen, und zwar fange ich hier vorne an, ich aktiviere die Objektivprofilkorrekturen, ich will keine chromatischen Aberrationen haben, das funktioniert auch sehr gut die automatische Entfernung, und ich möchte das Bild ein bisschen gerade rücken und entzerren. Da könnten Sie jetzt geneigt sein, diesen Knopf anzuklicken in der Hochkantkorrektur, das sieht dann glaube ich sehr lustig aus, Photoshop versucht dann hier die Linien horizontal zu kriegen, die Vertikalen exakt vertikal. Kann man als kreativen Effekt benutzen, klar, warum nicht? Aber ist natürlich ungeeignet, um das Foto halbwegs realistisch aussehen zu lassen. Aber probieren wir mal die erste Option aus, und die kann sich doch sehen lassen. Wenn ich jetzt einmal vergleiche, Vorher-Nachher, da haben wir die vertikalen Linien wirklich halbwegs vertikal und das Bild ist auch halbwegs gerade gerichtet. Das könnte ich jetzt im Prinzip so als Grundentwicklung lassen. Ich würde sagen, ich mache das aber noch ein bisschen dunkler und zwar fange ich einfach beim Dunkelsten an und da hole ich mir zunächst eine Entwicklungsvariante, die hier eine schöne Durchzeichnung auf der Treppe hat. Sagen wir einmal so, da fangen wir einmal an und sorgen dafür, dass hier in den hellen Bereichen eine gute Durchzeichnung ist. Dann klicke ich mit gehaltener Shift-Taste auf "Objekt öffnen" und befinde mich jetzt in Photoshop. Jetzt möchte ich das Bild gerne in verschiedenen Art und Weisen entwickeln und dazu darf ich nicht einfach das Objekt duplizieren, mit Strg bzw. mit Command+J, sondern ich muss hier einen Rechtsklick darauf machen und neues Smart-Objekt durch Kopie wählen. Dann klicke ich hier wieder doppelt drauf und mache mir eine hellere Variante. Sagen wir mal so ungefähr passt das schon. Dann klicke ich hier auf "OK" und, was ich jetzt machen kann, ist natürlich, diese auszublenden, dann hier die Hintergrundebene anzuklicken und über "Auswahl-Farbbereich" gehen, und dort nehme ich als Bereich die "Lichter". Dann habe ich die Lichter ausgewählt und was ich jetzt machen könnte ist, diese Auswahl als Maske an die darüber liegende Ebene, die wir ja aufgehellt haben, zu hängen, und was dadurch passiert ist, dass die hier in dieser Ebene bereits hellen Anteile, also die hellsten, z.B. dieses Fenster, das würde dann maskiert werden, und bei der Aufhellung darüber nicht mitberücksichtigt werden. Das klingt erstmal kompliziert, aber wenn ich hier auf "OK" klicke, die obere Ebene wieder einblende, und dort die jetzt bestehende Auswahl als Maske daran hänge, dann sehen Sie was gemeint ist und zwar, dass die Aufhellung einfach nur auf die Fenster sich beschränkt. Und das liegt daran, weil nur da die Maske weiß ist. Was muss ich also tun? Ich muss diese Maske umkehren, also Command+I und dann habe ich das, was ich möchte, schauen Sie mal, Vorher-Nachher. Wenn ich die Maske ausblende, sieht man hier, wie hier schon das Fenster ausfrisst. Was dadurch aber passiert, und das sehen Sie deutlich hier, ist, dass das Bild ein bisschen flacher wird. Also muss ich vielleicht dieses Objekt, diese Maske, etwas weich zeichnen. Und das können wir probieren mit den nicht-destruktiven Möglichkeiten im Masken-Bedienfeld. Ich werde zunächst mal diesen Arbeitsbereich zurücksetzen, damit wir das hier alles schön gleich in der Ansicht haben, und wenn ich hier einmal das nach rechts ziehe, dann wird dadurch die Maske ein bisschen weicher, der Übergang also auch entsprechend, und hier fällt das Ganze etwas hübscher aus. Also, wenn wir einmal vergleichen, vorher - und ich zoome noch mal rein - hier achten wir auf diesen Bereich, da haben wir jetzt so sehr harte Kanten durch diese sehr harte Auswahl, und wenn ich das so ein bisschen nach rechts ziehe, dann fügt sich das schon besser ein. Sie können damit sogar bestimmen, welche Details hier sichtbar sein sollen und welche nicht. Also ohne habe ich hier viele Details aus der unteren Ebene, weil die Maske hier so ziemlich strukturiert ist. Wenn ich das einmal ein bisschen nach rechts ziehe und hier wieder in das Bild klicke, dann sieht das deutlich besser aus, und ich habe dann nicht mehr dieses geriffelte Aussehen. Aber OK, gehen wir einmal einen Schritt weiter, Rechtsklick und dann neues Smart-Objekt durch Kopie. Diese Maske, die löschen wir, ziehe ich einfach auf den Papierkorb, und wähle dann hier das Smart-Objekt aus und mache einen Doppelklick drauf. Was machen wir jetzt? Wir machen das wieder ein bisschen heller. Und zwar ungefähr eine Blendenstufe, sagen wir mal so, wir können auch gleich das Ganze noch extremer gestalten, sodass wir hier Zeichnung selbst in diesem Handlauf in diesem Geländer erhalten. Dann klicke ich auf "OK" und habe jetzt hier die sehr helle Variante. Was ich jetzt brauche, ist eine Auswahl der Lichter in diesem Bereich, und was mache ich? Wieder genau das Gleiche, "Auswahl-Farbbereich-Lichter" ist noch ausgewählt, also klicke ich auf "OK", kann dann zur oberen Ebene wechseln und dort diese Maske anhängen und umkehren - Command+I - so und hier sehen Sie es jetzt ganz deutlich, diesen unschönen Effekt, den Sie haben, wenn die Maske so hart ausfällt, wie sie jetzt ausfällt, das wir hier so eine Abflachung im Bild haben. Also das ist vorher, das ist nachher, das sieht einfach unnatürlich aus, weil hier das Ergebnis irgendwie schlecht überblendet ist. Also das müssen wir hier korrigieren, und zwar wiederum mit dem "weiche Kante"-Regler. Und das ist immer nur der erste Schritt, Sie können hier mitbestimmen, wie das Ergebnis ausfällt, je höher der Radius, umso weicher gestaltet sich der Übergang. Sie sehen bei 1000 Pixeln haben wir im Prinzip nur eine minimale Maskierung, wir müssen das so abstimmen, dass hier die Konturen ganz schick aussehen. Und "weiche Kante" würde ich hier nur benutzen, um wirklich den richtigen Radius zu finden. Sie sehen, der ist hier in diesem Fall sehr gering, aber mir fällt das Ergebnis auch viel zu heftig aus. Also würde ich in diesem Fall, die Fläche ein wenig senken, bzw. ich kann auch die Deckkraft dafür nehmen, in diesem Fall sind wir am Ebenenmodus "normal", und dann kann man sogar auch die Dichte der Maske entsprechend abmildern, und damit hier die Helligkeit dieser Fensterbereiche richtig feinjustieren. Jetzt möchte ich gerne diese Einzelbelichtungen, die wir aus dem Raw erzeugt haben - Sie sehen, die werden von unten nach oben immer heller - die möchte ich gerne abstimmen und zwar indem ich selber Hand anlege, und hier in den einzelnen Masken ein wenig male. Aber, wir haben ein Problem, und zwar haben wir ja die Masken weich gezeichnet, non-destruktiv hier mit diesem "weiche Kante"-Regler im Eigenschaften-Bedienfeld und dadurch würde jeder Pinselstrich, den ich hier vornehme, auch weich gezeichnet werden in der Maske selbst. Da gibt es einen kleinen Workaround: Wenn sie jetzt diese weiche Kante hier behalten wollen und eine weitere Maske brauchen, können Sie einfach eine Gruppe erstellen, also Command+G bzw. Strg+G wählen und da dann eine Maske dran hängen. Jetzt kann ich hier mit dem Pinsel und mit schwarzer Farbe malen. Ich nehme einen geringen Fluss und kann jetzt hier in den Ecken zB. wieder ein bisschen abdunkeln, um den Fokus so zu lenken, wie ich ihn gerne hätte und nicht einfach so, wie die Lichterverteilung sowieso schon war. Und ich drücke mal die Taste F, um in den Vollbildmodus zu wechseln, schiebe mir die Ecke hier ein bisschen nach unten, und male jetzt hier einfach diese helle Belichtung raus. Genau das Gleiche mache ich hier in der Ecke, da kann es ruhig ein bisschen dunkler werden, OK, auch dahinten, aber ich kann natürlich auch die Bereiche stärker wirken lassen, dort wo es heller sein soll. Also würde ich z.B. dann hier in dem Feld wo ich jetzt maskiert habe, diese Bereiche könnte ich auch direkt weg malen, aber da muss ich aufpassen, wie gesagt, weil bei dieser Maske, der weiche Regler aktiv ist. Wenn wir das loswerden wollen, dann geht das ganz einfach, dann merken wir uns einfach diesen Wert "2,4", nehmen hier "weiche Kante" auf Null, wählen dann "Filter-Weichzeichnungsfilter -Gaußscher Weichzeichner", und geben da den gleichen Wert ein, also "2,4", klicken auf "OK", und jetzt kann ich auch in dieser Maske malen. Wenn ich die mal deaktiviere, dann sehe ich hier auf der Stufe kommt ein bisschen mehr Kontrast rein, also würde ich vielleicht mit dem Pinsel und mit weißer Farbe, diesen wieder etwas zurück malen, also damit er wieder da zu sehen ist. Dann könnte ich hier für die darunter liegende Ebene genau das Gleiche machen, Strg+G, und eine Maske dran hängen. Habe damit eine weitere Maske zur Verfügung und kann jetzt mal schauen, wo sich das auswirken würde. Da muss ich jetzt aufpassen, und zwar hier oben könnte ich ein bisschen etwas weg malen, und so können Sie dann Belichtung für Belichtung kombinieren, und hier das Bild so abstimmen, wie es Ihnen am besten gefällt. Also das wäre so ein DRI, eine "Dynamic Range Increase" mit Camera Raw, wo Sie mit verschiedene Smart-Objektkopien arbeiten, die Sie dann selbst im Bild abstimmen. Jetzt könnte man das Ganze noch zusammenfassen, zu einem neuen Smart-Objekt, also alle zusammen markieren, dann Rechtsklick und nochmal in ein Smart-Objekt legen. Da könnte man jetzt z.B. mit dem Filter "Camera Raw Filter" noch eine Endabstimmung vornehmen. Und das wirkt sich jetzt auf das zusammengefasste Ergebnis aus, ich könnte also das Ganze ein bisschen wärmer gestalten, ich könnte die Belichtung noch wieder etwas anpassen, vielleicht die Klarheit etwas erhöhen. Dann könnte ich eine Vignettierung hinzufügen, indem ich in die Effekte gehe, etwas mehr abdunkle in den Rändern, den Mittenwert anpasse, die Rundheit anpasse, die weiche Kante etwas weicher gestalte, und dann die Lichter aus dieser Vignette herausnehme. Also die Möglichkeiten sind hier sehr vielfältig, hier könnte man noch die Tiefen ein bisschen blauer gestalten, so ganz leicht, um hier so einen leichten Look reinzukriegen. Das wäre dann so eine Möglichkeit, aus einem einzelnen Camera Raw Bild ein DRI zu machen, und das dann sehr schnell abzustimmen, mit den Möglichkeiten, die Sie jetzt in Photoshop CC haben, also mit dem Camera Raw-Filter und den Eigenschaften-Bedienfeldern usw.

Photoshop CC für Profis

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7 Std. 40 min (73 Videos)
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