Unsere Datenschutzrichtlinie wird in Kürze aktualisiert. Bitte sehen Sie sich die Vorschau an.

Grundlagen der Videotechnik: Chromakeying

Die Umsetzung der Ziele

Testen Sie unsere 2016 Kurse

10 Tage kostenlos!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Die Abstimmung der Belichtungswerte für Vorder- und Hintergrund einer Chromakey-Aufnahme ist ein Balance-Akt. Hier sehen Sie, wie potentielle Vorgehensweisen dabei aussehen könnten.

Transkript

Willkommen auf dem Hochseil. In diesem Video werden wir genauer betrachten, was die korrekte Belichtung einer Chromakey-Aufnahme ausmacht. Und dabei ist es nicht damit getan einen bestimmten Pegel auf einem Waveform-Monitor oder auf einem anderen Messgerät als die goldene Regel auszuloben. Das Ganze ist, wenn man so will, ein Balanceakt. Steht man alleine auf den Drahtseil, kann man das Gleichgewicht sehr gut halten. Kommen aber andere Trapezkünstler mit auf das Seil, dann muss man auf deren Einfluss permanent ausgleichen. Im Grunde ist die Situation, bei der Einrichtung eines Chromakeys die gleiche. In einer normalen Aufnahme kann man den Begriff "korrekte Belichtung" genau genommen nicht eindeutig festlegen. Zwar gibt es eine technisch korrekte Belichtung, die Über- und Unterbelichtungen vermeiden und einen auch den Möglichkeiten des Sensors optimale Verteilung der Tonwerte zum Ziel hat. Daneben ist die Belichtung, aber auch ein Teil der künstlerischen Bildgestaltung. Bei der Aufnahme einer Chromakey-Szene, muss man sozusagen zwei Aufnahmen gleichzeitig korrekt belichten. Den Vordergrund und den Hintergrund, also die Chromakey-Farbe. Richte ich die Belichtungswerte nur nach dem Vordergrund aus, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Hintergrund nicht optimal abgebildet wird. Die Folge ist ein hoher Aufwand in der Nachbearbeitung. Für den Hintergrund gibt es Erfahrungswerte, die den Aufwand in der Nachbearbeitung minimieren. Entscheide ich mich für diese Werte, dann mag es sein, dass der Vordergrund nicht dem gewünschten Charakter der Szene wiedergibt. Eine Chromakey-Szene mit insgesamt nur einer oder zwei Lichtquellen auszuleuchten, ist also nicht optimal. Befinde ich mich jetzt hier in einem Dilemma und muss ich mich für einer der beiden entscheiden? Nun, das brauche ich eigentlich überhaupt nicht. Ich kann einen Blue Screen oder Green Screen Hintergrund so herrichten, dass der Vordergrund mit einer weitgehenden, kreativen Freiheit gestaltet werden kann. Wie gehen wir dabei vor? Kameraseitig entscheide ich mich zunächst einmal, wenn irgend möglich dafür mit der nativen empfindlichkeit des Sensors zu arbeiten. Die Gründe dafür habe ich bereits erläutert. Die nächste Frage, die ich mir stellen muss ist dann: Finden im Vordergrund schnelle Bewegungen statt? Zu schnellen Bewegungen zählen, in diesem Fall auch die Handbewegungen eines Menschen. Die dabei entstehende Bewegungsunschärfe im Bild ist bei normalen Filmaufnahmen durchaus erwünscht. Sie ist ein Teil der filmischen Anmutung, die wir auch in elektronischen Aufzeichnungen sehr gerne sehen wollen. Für eine Chromakey-Aufnahme hat die Bewegungsunschärfe im Bild allerdings einen nachteiligen Effekt. In den Bildbereichen, in denen Bewegungsunschärfe auftritt, hat der Keyer keine eindeutige Entscheidungsbasis dafür, was noch zum Vordergrund und was schon zum Hintergrund gehört. Das ist umso mehr der Fall, wenn ein Speicherformat mit einer hohen Kompressionsrate benutzt wird. Leider ist das gerade in Consumerkameras die Regel. Wenn auf Grund der Kompression, nicht entsprechend viel Farbinformationen zur Verfügung stehen, resultiert daraus der in Nachbearbeitung bekannte, zusätzliche Bedarf an Unterdrückung der Artefakte. Finden keine Bewegungen im Bild statt, kann ich mir die Freiheit nehmen die Belichtungszeit beim Standardwert zu belassen. Also in unseren Breiten beim fünfzigstel einer Sekunde. Mitbewegungen im Bild, wäre eine Halbierung dieser Zeit auf ein hundertstel angeraten. Wenn sogar sehr schnelle Bewegungen im Bild zu sehen sind, kommt auch eine noch kürzere Belichtungszeit in Frage. Die Verkürzung der Belichtungszeit hat aber ihre Grenzen. Denn der filmische Charakter, geht damit immer mehr verloren und die Aufnahmen gewinnen mehr und mehr die Ästhetik von Videobildern. Die Bewegungsunschärfe kann man übrigens auch in der Nachbearbeitung hinzufügen. Man ist also nicht gezwungen, sie bei der Aufnahme schon zu erzeugen. Eine Ausnahme dazu sind Zeitlupenaufnahmen, die jedoch insgesamt, eine völlig andere Ästhetik mitbringen. Bei sehr hohen Bildfrequenzen ist die Belichtungszeit entsprechend extrem kurz, was mindestens mit höheren Beleuchtungsstärken, ausgeglichen werden muss. Nimmt man einen eingeschränkten Tonwertumfang bei der Aufnahme in Kauf, kann man auch den ISO-Wert in die Höhe treiben, um den Lichtverlust auszugleichen. Gut, somit habe ich mich für eine bestimmte Belichtungszeit entschieden. Bei einer nicht Chromakey-Aufnahme würde ich bei bewusster Gestaltung der Bildinhalte, unter Umständen darauf achten, dass die für die Aussage des Bildes unwesentlichen Bildanteile in der Unschärfe liegen. Das wäre eine bewusste Steuerung der Schärfentiefe. Hier bei einer Chromakey-Aufnahme, habe ich es vielleicht sogar ein wenig leichter. Bei ausreichendem Abstand zwischen Vordergrund und Hintergrund, der idealerweise faltenfrei sein sollte, brauche ich mich nicht allzu sehr darum zu kümmern, ob der Hintergrund ausreichend in der Unschärfe liegt. Er weist dann ohnehin keine Textur und besonderen Tonwertunterschiede auf. Ist der Abstand zum Hintergrund allerdings gering und ich will eine optische Trennung von Vordergrund und Hintergrund herbeiführen, dann werde ich die Blende am Objektiv weiter öffnen müssen oder eine längere Brennweite wählen, um die gewünschten Effekte zu erzielen. So, damit habe ich alle drei Eckwerte des Belichtungsdreiecks bewusst gesetzt. ISO auf den nativen Wert belassen, die Belichtungszeit entsprechend der gewünschten Bewegungsunschärfe gewählt und die Blendenöffnung so, dass die Schärfentiefe der angestrebten Bildgestaltung entspricht. Ist eine vorläufige Einleuchtung des Hintergrundes bereits erfolgt, kann ich als nächstes überprüfen, ob der für den Vordergrund gefundene Belichtungswert, in Bezug auf den Hintergrund einen passenden Lumapegel liefert. Liegt der zu hoch, kann ich die Leuchten entweder dimmen oder in ihrem Abstand von Hintergrund entfernen. Liegt er jedoch zu niedrig, bleibt mir nichts anderes übrig, als weitere Leuchten hinzuzufügen. Fange ich allerdings jetzt erst mit dem einleuchten des Hintergrundes an, richte ich mit im gleichen Sinne, nach den Vorgaben des Vordergrundes. Dabei ist die Daumenregel, dass der Vordergrund gegenüber dem Hintergrund, um eine oder eineinhalb Blenden höher beleuchtet sein soll, als der Hintergrund. Der Grund dafür ist, dass die Schattenpartien des Vordergrundes für den Keyer, sonst unter Umständen in Konflikt mit dem Hintergrund stehen können. Um es noch einmal zu rekapitulieren, was wir bis jetzt getan haben ist den Hintergrund, nach unseren Maßstäben einzuleuchten und dann die Ausleuchtung des Hintergrundes so anzupassen, dass seine Lumawerte, in den für das Hintergrundmaterial optimalen Belichtungskorridor fallen. Man kann es natürlich auch genau andersherum machen und manchmal ist das auch unbedingt nötig. Insbesondere bei festen Lichtinstallationen für einen Chromakey-Hintergrund. Das ist zum Beispiel bei den großen, unendlichen Hintergründen oder Cycloramas der Fall, hat man einfach nicht die Möglichkeit die Beleuchtungswerte auf dem Hintergrund beliebig anzupassen. Es bleibt dann nur den Vordergrund auf den Belichtungswert einzurichten, der durch dem Hintergrund vorgegeben ist. Die Einstellungen an der Kamera kann ich dann nicht mehr antasten, sonst würde ich auch die Werte für den Hintergrund wieder verändern. Es ist das, was auch unter Lichtsetzen zu verstehen ist, eine aktive Lichtgestaltung, mit Hilfe der Leuchten. In dem Bestreben eine möglichst reine Chromakey-Farbe zu erzeugen, werden viele Chromakey-Hintergründe viel zu hell ausgeleuchtet. Das Ergebnis sind massive Überstrahlungen an den Kanten des Vordergrundes, mit denen man dann in der Nachbearbeitung seine liebe Not hat. Außerdem hat man sich damit, nachdem Motto "viel hilft viel" einen Bärendienst erwiesen. Nun habe ich schon mehrfach über einen idealen Lumawert, beziehungsweise den Korridor gesprochen, indem die Belichtung des Vordergrundes erfolgen sollte. Was aber ist dieser Korridor und was ist ein idealer Lumawert? Im nächsten Video werden wir uns das in Premiere anschauen.

Grundlagen der Videotechnik: Chromakeying

Lernen Sie, wie Sie Greenscreen-Aufzeichnungen optimieren, sodass die Nachbearbeitung rasch von der Hand geht.

3 Std. 0 min (32 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!