Magento Grundkurs

Die technischen Anforderungen

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Magento hat als superflexible Enterprise-Software besondere Ansprüche an die Hard- und Software des Servers, um performant zu laufen. Welche das sind, erklärt Ihnen ganz detailliert dieser Film.
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Transkript

Magento ist als Shopping Plattform extrem flexibel. Nicht nur was die Funktionalitäten angeht, die Konfigurierbarkeit, sondern auch was den Programmiercode, der eigentlich dahintersteht, anbelangt. Der Nachteil ist, mit viel Flexibilität geht auch immer schlechte Performance einher. Das heißt, die Geschwindigkeit Ihres Magento Shops, ist maßgeblich von der Leistungsfähigkeit Ihres Hosting-Paketes abhängig. In der Vergangenheit war es so, dass Shopbetreiber häufig kleinere Shopsysteme in sogenannten Shared Hosting-Umgebungen laufen ließen. Eine Shared Hosting-Umgebung bedeutet dabei nichts anderes, als Sie haben irgendwo einen Computer in einem Rechenzentrum mit einer bestimmten Leistungsfähigkeit stehen, also Prozessorgeschwindigkeit, Arbeitsspeichergröße und Speicherplatz. Diese Ressourcen von diesen Servern müssen Sie sich mit vielen anderen Kunden teilen. Das bedeutet teilweise 1000, 2000 Webseiten auf ein und derselben Maschine, die sich alle diese Ressourcen teilen müssen. Mit Magento ist diese Art von Hosting eigentlich nicht praktikabel, denn Magento hat so hohe Anforderungen an den Server und an diese Konfigurationen, dass es quasi nicht lauffähig ist. Die Seiten laden zu lange, es macht keinen Spaß im Backend zu arbeiten, manche Prozesse werden einfach abgebrochen. Wenn Sie also wirklich ernsthaft mit Magento im Internet Ihre Produkte verkaufen möchten, müssen Sie zumindest beim Hosting deutlich mehr investieren. Die Angaben, die Sie jetzt hier in diesem Video finden sind ungefähre Richtwerte. Das bedeutet, mit einem Server der ungefähr diese Konfiguration besitzt, können Sie Ihren Magentoshop schon sehr gut betreiben. Natürlich sind nach oben immer keine Grenzen gesetzt, und nach einer Maschine kommen zwei Maschinen, nach zwei Maschinen kommt vielleicht eine Cloud-Lösung, aber für einen Anfang und für zumindest ein, zwei Jahre gesundes Wachstum, sind die Kennzahlen, die Sie jetzt hier mitbekommen ausreichend. Fangen wir bei der Hardware an. Sie sollten darauf achten, dass der Server mindestens vier Kerne besitzt. Das heißt, einen Quad-Core Prozessor. Und von der Geschwindigkeit her, damit die Aufgaben, wie Bilder berechnen, Indizes für Tabellen berechnen, auch entsprechend schnell ausgeführt werden, sollte der Server mindestens pro Kern 2,7 GHz mitbringen. Arbeitsspeicher kann man nie genug haben, das gilt nicht nur für Ihren Computer zuhause oder im Geschäft, sondern auch und gerade für einen Webserver. Hier empfehle ich mindestens 32 GB RAM und der Festplattenplatz sollte aufgeteilt sein. Mittlerweile ist es so, dass normale Festplatten, also große Stahlscheiben in Gehäusen, einfach zu langsam sind. Es gibt mittlerweile sogenannte SSD Speicher. Das sind Speicherkarten, die komplett ohne bewegliche Teile auskommen und deswegen extrem schnell sind. Das heißt, eine solche SSD sollten Sie benutzen, um Ihre Datenbank abzulegen, und Sie sollten sie auch benutzen, um dort alle anderen wichtigen temporären Dateien von Magento abzulegen. Zusätzlich für Ihre Bilddateien, also wirklich große Daten, bei denen es nicht auf Geschwindigkeit ankommt, dafür haben Sie eine extra Festplatte mit entsprechend viel Speicher. Und wenn Sie bei der Konfiguration Ihres Servers ein bisschen auf diese Kennzahlen achten, ist zumindest hardwareseitig schon mal alles bestens für Magento vorbereitet. Aber wie es oft so ist, wie bei einem guten Auto, der dicke Motor alleine reicht nicht, auch das Management dieses Motors muss passen, gibt es auf der anderen Seite noch zwei weitere Komponenten. Zum einen die Software, das heißt, welche Programme laufen auf diesem Server und liefern Magento aus. Magento kann von Haus aus mit zwei verschiedenen Webservern laufen. Das ist einmal der klassische Apache, den Sie eigentlich bei so ziemlich jedem Hosting Anbieter finden, und auf der anderen Seite mit dem NGINX. Der Vorteil von NGINX gegenüber dem Apache ist, dass er weit weniger Konfigurationsoptionen bietet, und dadurch natürlich sehr viel schneller ist. Zusätzlich zum Webserver brauchen Sie auch noch eine Software, die die ganzen Programmdateien von Magento interpretieren und ausführen kann. Diese Software ist PHP. Je aktueller die PHP Version ist, ich habe jetzt hier angegeben von Version 5.4-5.6, ich empfehle Ihnen auf jeden Fall die 5.6, denn alle anderen Versionen sind mittlerweile nicht mehr gepflegt, das heißt, es gibt keine Sicherheitsupdates mehr. Also, je aktueller die PHP Version ist, um so besser ist auch die Gesamtgeschwindigkeit. Stand heute ist die aktuellste Version PHP 7 und dabei PHP 7.1. Von Haus aus, lässt sich ein Magento 1.9 nicht mit PHP 7 betreiben. Es gibt aber im Internet bereits einen Patch den Sie installieren können, und damit läuft Magento auch mit PHP 7. Der Geschwindigkeitsgewinn im Vergleich zu PHP 5 ist ungefähr das Doppelte. Es rentiert sich also über eine Migration von Magento auf PHP 7 nachzudenken. Um die Geschwindigkeit von PHP weiter zu optimieren, installieren Sie am besten einen sogenannten OPCache. Der OPCache sorgt dafür, dass die PHP Textdateien in einen Binärcode umgewandelt werden, das heißt, die Aufgabe diese Textdateien umzuwandeln zu ausführbarem Code, muss nur einmal ausgeführt werden. Und dieser ausführbare Code mit dem die Maschine dann tatsächlich arbeitet, wird zwischengespeichert. Als letzte Software brauchen Sie noch eine Datenbank. Und als Datenbank kommt standardmäßig in Magento eine MySQL Datenbank zum Einsatz. Die Version, die aktuell für Magento 1.9 benötigt wird, ist hier MySQL 5.6. Sie müssen nicht unbedingt die Oracle Version von MySQL verwenden, es gibt auch hier bereits bessere Optionen, die sind jedoch nicht bei jedem Hosting Anbieter verfügbar. Möglichkeiten hier wären zum Beispiel der Percona Server oder MariaDB. Das Letzte ist die tatsächliche Anwendung, also Magento selbst. Nachdem Magento nun schon fertig programmiert ist, können wir hier, in der Performance-Optimierung nicht mehr viel machen, außer wir beginnen wirklich mit der Umprogrammierung von Magento Bestandteilen und die dortige Optimierung. Aber fangen wir vielleicht bei einem anderen Punkt an, nämlich die zusätzlichen Konfigurations-Optionen, um das System überhaupt lauffähig zu bekommen. Was Sie auf jeden Fall brauchen sind CronJobs die auf der Kommandozeile laufen, das heißt, achten Sie bei der Auswahl eines Hosting Anbieters darauf, dass Sie Shell-Skripte per CronJob am besten minütlich ausführen können. Des Weiteren sollte es möglich sein, dass Sie Ihr Hosting, also die jeweilige Webanwendung über .htaccess-Dateien, zusätzlich konfigurieren können. Für Magento ist das extrem wichtig, weil in der .htaccess-Datei verschiedene Performance-Optimierungen stattfinden, aber auch Suchmaschinenoptimierungen vorbereitet werden. Schlussendlich gehört natürlich zu einem guten Online-Shop auch ordentliches SSL-Zertifikat, was die Kommunikation zwischen Ihrem Kunden und dem Server verschlüsselt. Wenn Sie diese Hinweise bei der Auswahl Ihres Hosting Anbieters zumindest im Hinterkopf behalten, sind Sie in der Lage eine ordentliche Geschwindigkeit aus Ihrem Magento herauszuholen, obwohl Magento als solches schon sehr performance-hungrig ist. Sollten Sie einen Hosting Anbieter haben, der es Ihnen erlaubt, wahlweise mit seiner Hilfe oder auch alleine, die Konfiguration der jeweiligen Software anzupassen, dann sollten Sie zusehen, dass Sie die verschiedenen Parameter Ihrer Serversoftware zusätzlich optimieren. Häufig findet man bei Hosting Anbietern Standardkonfigurationen vor. Das bedeutet, dass die verfügbaren Ressourcen des Servers, also der viele Arbeitsspeicher oder auch der schnelle Prozessor, gar nicht wirklich nutzbar gemacht werden können. Sorgen Sie also dafür, dass MySQL zumindest 2 GB des Arbeitsspeichers zur Verfügung stehen, besser vielleicht sogar 4 GB. Auch PHP sollte mit sehr viel RAM ausgestattet werden, denn es hat zur Skriptlaufzeit sehr, sehr viele Dinge zu erledigen. Und damit diese ganzen Dinge auch nicht während der Laufzeit einfach abgebrochen werden, weil die Skriptlaufzeit eventuell auf vielleicht 30 Sekunden beschränkt ist, sorgen Sie dafür, dass Sie mindestens 90 Sekunden Skriptlaufzeit bekommen, besser sogar mehr, vielleicht 240 Sekunden. Um aus PHP wirklich das Letzte an Geschwindigkeit herauszukitzeln, sollten Sie auf jeden Fall auf ein OPCache achten, es gibt verschiedene Varianten, der aktuellste ist hier genannt, OPCache. Eine andere Optimierungsmöglichkeit ist die Art und Weise wie PHP vom Webserver gestartet wird. Dabei gibt es drei verschiedene Varianten. Es gibt einen CGI Wrapper, es gibt ein Modul oder es gibt PHP-FPM. PHP-FPM ist dabei die schnellste Variante, die Sie bekommen können, und wenn Sie auf Performance Wert legen achten Sie darauf, dass Ihr Hoster PHP als PHP-FPM anbieten kann. Die letzte Möglichkeit, um ein bisschen Geschwindigkeit aus Ihrem Webserver rauszukitzeln ist natürlich alles das, was gar nicht benötigt wird, zu deaktivieren. Standardmäßig sind im Apache ungefähr 32 Module aktiviert. Für den Betrieb mit Magento brauchen wir ungefähr 12 davon. Wenn Sie also einen Hosting Partner finden, der in der Software-Konfiguration auch noch auf Ihre Bedürfnisse eingehen kann, ist ihr Shop nachhaltig in der Lage, gute Performance im Frontend zu liefern, und Ihre Kunden und auch Sie, damit glücklich zu machen. Und nicht zuletzt, eine gute Performance wirkt sich auch immer auf die Suchmaschinenergebnisse aus.

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2 Std. 30 min (27 Videos)
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Erscheinungsdatum:22.05.2017

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