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Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Praxisbeispiel Flaschenetikett

Die Schriftebene (Informationsebene)

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Das bestehende Etikett zeigt eher eine Schriftmustersammlung, als den Grundsätzen guter, zeitgemäßer Typografie zu entsprechen. Lernen Sie hier die wichtigsten fünf typografischen Regeln und "räumen" Sie die Schriftebene auf!

Transkript

Schauen wir uns nun die Schriften genauer an. Ein weiterer Grundsatz guter Gestaltung ist das klare und überschaubare Schriftbild. Das ist wichtig, denn auch die schriftliche Information muss schnell und ohne Umwege erfassbar sein. Insbesondere bei einem so kleinen Etikett. Es gibt fünf wichtige typografische Grundregeln. Erstens: Es müssen gut lesbare Schriften gewählt werden. Zweitens: Es sollen nicht mehr als drei Schriften oder Schriftschnitte pro Gestaltungsfläche verwendet werden. Schriftschnitte sind die unterschiedlichen Schriftlagen einer Schrift, wie normal, mager, fett oder kursiv. Drittens: Es sollen nur wenig unterschiedliche Schriftfarben verwendet werden. Viertens: Die Schriften müssen sich gut von der Hintergrundebene abheben. Und Fünftens: Es soll so viel wie nötig, aber so wenig, wie möglich gesagt werden. Das gilt natürlich nur für Gestaltungsflächen, die sehr schnell erfassbar werden müssen. Also nicht für Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften. Schauen wir uns unter diesen Gesichtspunkten das alte Etikett an. Sind die Schriften gut lesbar? Würde man jede Schrift einzeln betrachten, wären sie ausreichend gut lesbar. Bei der Zusammenstellung wurden jedoch viele Gestaltungsfehler gemacht, so dass das Etikett, aus meiner Sicht, eher als Schriftmustersammlung dienen könnte, als dass es ein gutes Etikett wäre. Zählen wir die einzelnen Schriften und Schriftlagen. Das Wort Apfel ist Versal gesetzt, das heißt, nur in Großbuchstaben. Öko aus der Rhön, wieder in einer ungelenken und ich behaupte unästhetischen Schreibschrift. Das Wort Essig in einer völlig veralteten Dekorschrift ebenfalls aus den 1970er Jahren. So etwas verwendet man heute eigentlich überhaupt nicht mehr. Detailinformationen zum Produkt im normalen Satz, Detailinformationen zum Produkt in Fettdruck, wahrscheinlich dachte der Gestalter, das es wichtige und weniger wichtige Detailinformationen gibt. Das macht aber keinen Sinn. Den Pflichttext und die Volumenangabe zähle ich nicht mit. Auch nicht die Topografie des Logos. Wobei der Slogan unter dem Logo wieder in einer völlig anderen Schrift gesetzt ist. Es werden also sechs unterschiedliche Schriften und Schriftlagen auf einer kleinen Fläche von nur 10 x 11 cm verwendet. Und das ist viel zu viel. Zählen wir die Schriftfarben. Das Wort Apfel ist grün gesetzt. Öko aus der Rhön, in negativem Weißsatz, ebenso die Detailinformationen, der Pflichttext und die Volumenangabe. Und dann kommt das Gold im Wort Essig, das sich auch im Logo und im Slogan wiederfindet. Drei unterschiedliche Farben wären zunächst nicht zu viel, aber insbesondere der metallische Verlauf, der sich auch im Logo wiederfindet und die Zusammenstellung der Farben auf dem Hintergrund verhindern die Lesbarkeit. Die wichtigste Information, nämlich Öko Apfelessig aus der Rhön, wird zum Suchspiel, weil sie aus drei unterschiedlichen Schriften und drei unterschiedlichen Farben auf zwei sehr kontrastreichen Hintergrundflächen nahezu weg gestaltet wurden. Schließlich wird der Lesefluss dieser sechs Wörter völlig unmöglich, weil sie auf vier Zeilenebenen positioniert sind und von zwei auch noch diagonal verlaufen. Sage so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich! Das Etikett ist voll getextet. Auf viele, der vermeintlich wichtigen Informationen, hätte verzichtet werden können oder sie hätte auf das Rückenetikett der Flasche aufgebracht werden können, auf dem sich noch weitere Pflichtangaben befinden. Im neuen Etikett, halte ich die fünf wichtigen typografischen Grundregeln ein. Es müssen gut lesbare Schriften gewählt werden. Ich habe mich für die schöne klassische Antiqua-Schrift Burkley entschieden und habe den Text ebenso klassisch, zentriert gesetzt. Es sollen möglichst nicht mehr als drei Schriften und Schriftlagen verwendet werden. Das Etikett kommt, außer der Schriften im Logo, mit nur einer einzigen Schriftlage aus, nämlich kursiv. Es sollen nur wenige Schriftfarben verwendet werden. Ich verwende nur eine einzige Schriftfarbe, ein ganz zarten Cremeton. Die Schriften müssen sich kontrastreich vom Hintergrund abheben. Durch den monochromen Hintergrund, der deutlich dunkler ist, als die Schriftfarbe, ist der Text optimal lesbar. Es soll so viel, wie nötig, aber so wenig, wie möglich, gesagt werden, um die schnelle Information sicher zu stellen. Die Hauptinformation ist das Produkt, das sich in der Flasche befindet. Die stelle ich also groß dar. Die Detailinformation habe ich reduziert und wieder in der selben Schrift typografiert. Hinzu kommen noch die Füllmenge und das neue Rhöner Bio-Siegel und fertig! Mehr braucht man nicht! So sorge ich auch bezüglich des Umgangs mit der Schrift für eine weitere Vereinfachung und Klarheit des Etiketts. Und der Effekt von Klarheit ist auch meistens, das sie wertig aussieht.

Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Praxisbeispiel Flaschenetikett

Lernen Sie das Zusammenspiel von Schriften, Farben und Bildern zu einer tollen grafischen Gesamtgestaltung schätzen!

41 min (8 Videos)
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