Grundlagen der Fotografie: Filter

Die richtige Stärke der ND-Verlaufsfilter

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In diesem Video erklärt Uwe Statz, was es mit den Stärkeangaben der verschiedenen Filter auf sich hat und demonstriert anhand einer Reihe von Beispielbildern, wie Sie die zur jeweils vorhandenen Lichtsituation passende Stärke ermitteln. Dabei erweist sich ein Hand-Belichtungsmesser als überaus praktisch.
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Transkript

Die Stärken der Verlaufsfilter werden durch den Neutral-Dichte Faktor angegeben. Je dichter dieser ist, desto dunkler erscheint der Filter und umso weniger Licht kann passieren. Die Stärke ist in Drittelschritten angegeben, wobei ein Schritt immer einer Blendenstufe entspricht. also eine Halbierung der Lichtmenge darstellt. Die gängigsten Stärken sind 0.3 , 0.6 , 0.9 und 1.2, mittlerweile auch bis 1.5. Ein Filter der Stärke 0.3 stellt eine Blendenstufe dar. Die Stärke 0.6 entspricht zwei Blendenstufen und so weiter. Bei einer Halbierung der Lichtmenge durch einen Filter benötigt man eine Verdopplung der Belichtungszeit. Die Filterstärke 0.3 bedeutet also eine zweifache, die Stärke 0.6 eine vierfache, die Stärke 0.9 die achtfache Belichtungszeit. Ich setze oft Stärken 0.3 , 0.6 , 0.9 ein. Die Stärke 1.2 habe ich gar nicht, besitze ich nicht. Falls ich jetzt die Stärke brauche, kann ich zum Beispiel 0.9 mit 0.3 kombinieren und erziele dasselbe Ergebnis. Der Verlaufsfilter sollte, um nicht unnatürlich im Bild zu erscheinen, natürlich auf die Lichtsituation abgestimmt sein. Dafür muss man die Motivsituation im Bezug auf das vorhandene Licht analysieren. Klingt kompliziert, aber das ist es eigentlich nicht. Ich untersuche einfach mein Motiv auf helle und dunkle Bestandteile, weil diese später für die Filterwahl sehr wichtig sind. Die Analyse kann auf unterschiedliche Art erfolgen. Das klappt beispielsweise einfach mit der Kamera. Um einzelne Bereiche des Motivs zu messen, wechselt man von der meist angewandten -- ich benutze ganz oft die Matrix-Messung -- zur Punkt oder Spot-Messung. Das kann ich jetzt kurz mal zeigen, ich schalte die Kamera mal an. Hier unter der Matrix-Messung, die jetzt eingeschaltet ist, kann ich die Spot-Messung wählen, kann sogar noch dem Spot sagen, ob er da Lichter messen soll, oder im Menü kann man da noch angeben, wie groß der Spot eigentlich sein soll. Aber wichtig ist, dass man nicht die gesamte Breite zum Analysieren herbei holt, sondern den kleinen Teil, und damit die Spotmessung. Wenn ich jetzt z. B. ein Zoomobjektiv montiert habe, wie an dieser Kamera, kann ich auf einen engen Bereich einzoomen und so den hellen oder den hellsten Bereich anmessen. Natürlich aufpassen, kein direktes Sonnenlicht dafür verwenden, ganz klar. Nun muss ich mir diesen Wert merken, zum Beispiel 5/100, was ich jetzt angemessen habe. Dann wechsle ich zu den dunkelsten Motivanteilen, messe hier genauso, und stelle vielleicht jetzt fest: ich habe 1/30 gemessen. Und zwischen diesen beiden Werten liegen genau vier Blendenstufen: 500, die Hälfte ist 250, die Hälfte ist 125, 60 und 30. Und wenn man davon ausgeht, dass bei einer natürlichen Lichtverteilung in der Regel der Himmel immer etwas heller aussieht als der Vordergrund oder der Boden, so ergibt sich daraus eine Verlaufsfilterstufe von gefühlt 0.9, also drei Blendenstufen. und ich würde jetzt den Verlaufsfilter der Stärke 0.9 einschieben, und eine Aufnahme machen. Wenn sich nun die Lichtsituation verändert, was ja oft vorkommen kann, bei ziehenden Wolken und so, muss ich jedes mal wieder neu einmessen, um zu dem korrekten Filterwert zu gelangen. Dafür müsste ich jetzt wieder die Kamera vom Stativ nehmen und dann wieder neu einmessen. Das ist natürlich ein bisschen hinderlich, und dafür kann ich zum Beispiel auch einen Hand-Belichtungsmesser nehmen. und mit dem kann ich genauso die Lichter und die dunklen Anteile anmessen im Motiv. Dafür muss ich den Hand-Belichtungsmesser anschalten und auf die Objekt-Messung stellen. Dann wird dieses hier quasi aktiviert, und mit diesem kann ich dann das Licht, was vom Motiv reflektiert wird, sozusagen anmessen. Wenn jetzt oben die Lichter sind, drücke ich da drauf und erhalten einen Wert, und kann unten die dunklen Teile, wenn das jetzt unten ist, anmessen und erhalte genauso einen Wert. Dann geht wieder das Rechenexempel los. Aber bei diesem Teil hier -- das hat nämlich den Vorteil, dass ich die Kamera nicht antasten muss, -- die Kamera kann schön auf dem Stativ bleiben. Das ist absolut angenehm, weil wenn das mal eingerichtet ist, finde es ich toll, wenn ich das nicht wieder neu einrichten muss, und ich kann mich voll nur auf mein Licht konzentrieren. Und mit diesem speziellen Teil kann ich sozusagen auch mein Motiv abscannen. Ich halte diese Taste ganz lange gedrückt, und fahre so mein Motiv, meine hellen und dunklen Teile ab, und wenn ich dann die Taste loslasse, kriege ich genau die Spreizung sozusagen, von den dunkelsten und hellsten Teil angezeigt, und dann kann ich daraus meine Schlüsse ziehen und, sozusagen, wenn das jetzt vier Blendenstufen sind, meinen Filter dementsprechend auswählen. Ich würde jetzt auch wieder erst mal den dunkleren nehmen, nicht den dunkleren, sondern den nicht nicht ganz so stark abdunkelten. den mit 0.9, das sind quasi drei Stufen und keine vier, um da erst mal zu sehen, wie natürlich sieht das aus. Wenn ich merke, ich könnte da noch was rauskitzeln, kann ich immer noch einen stärkeren nehmen. aber das wäre auf jeden Fall mein errechneter Anfangswert.

Grundlagen der Fotografie: Filter

Lernen Sie, dynamische und statische Motive mit Filtern abzubilden. ND- und Polfilter kommen zum Einsatz, um satte Farben, fließendes Wasser und ziehende Wolken festzuhalten.

3 Std. 43 min (39 Videos)
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