Six Sigma: Green Belt

Die Messsystemanalyse (MSA)

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Bevor Sie vorhandene Daten auswerten oder neue Daten erheben, müssen Sie Ihr Messsystem prüfen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Daten gültig sind. In diesem Video lernen Sie hierzu die Prüferübereinstimmungsanalyse und die Gage-R&R-Analyse kennen.
05:17

Transkript

Angenommen, ein Kunde beschwert sich beim Kundenservice. John, der Servicemitarbeiter, spricht mit dem Kunden und stuft die Beschwerde als Ursachencode A ein. Wenn derselbe Kunde am nächsten Tag erneut anruft und John die Beschwerde als Ursachengrund C einstuft, dann gibt es ein sogenanntes Wiederholbarkeitsproblem. Es gibt keine Übereinstimmung beim selben Prüfer. Und wenn der Kunde noch einmal anruft, mit demselben Problem, aber dieses Mal spricht Marie mit ihm und stuft das Problem als Ursachencode B ein? Das nennen wir ein Reproduzierbarkeitsproblem. Es gibt keine Übereinstimmung zwischen verschiedenen Prüfern. Aber wer hat recht? Was passiert, wenn Sie deren Einstufungen mit der von Experten vergleichen? Wir nennen das den Abgleich der Prüfer- und Expertenübereinstimmung. Für die Lösung des Problems brauchen wir ein gültiges Messverfahren. Das Messverfahren beinhaltet das gesamte System, das zum Messen von Daten verwendet wird, einschließlich Sensoren, Instrumente, Messgeräte Verfahren, Personal und Prüfer. Die Überprüfung des Messsystems ist wichtig, bevor Sie Daten erheben und nutzen. Daten müssen gültig sein. Um dies zu gewährleisten, führen Sie zuerst eine Messsystemanalyse durch. Es gibt zwei Arten der Messsystemanalyse oder MSA: Prüferübereinstimmung – zur Messung von kategorialen und attributiven Daten wie in unserem Kundenservice – und Analyse der Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit – für dimensionale Messungen wie Durchmesser, Länge, Gewicht usw. Bei beiden werden 20 bis 25 bekannte Elemente zufällig ausgewählt und dann blind zweimal von mindestens zwei Personen gemessen. So können wir Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit auswerten. Für unser Kundenservicebeispiel verwenden wir die Prüferübereinstimmungsanalyse, um drei Berechnungen auszuwerten: prozentuale Übereinstimmung zwischen Prüfern – dies misst die Reproduzierbarkeit –, prozentuale Übereinstimmung beim selben Prüfer – dies misst die Wiederholbarkeit – und prozentuale Übereinstimmung mit dem Experten. Die Messsystemanalyse oder MSA kann folgendermaßen verlaufen: Erstens: 20 verschiedene Anrufe werden erfasst und die korrekten Ursachen für jeden Anruf von einem Experten bewertet. Zweitens: Wählen Sie mindestens zwei Prüfer für die MSA aus. Lassen Sie jeden Prüfer dieselben 20 Anrufe auswerten. Das ist Runde eins. Drittens: Führen Sie eine zweite Runde durch. Wiederholen Sie die Auswertung für jeden Prüfer mit denselben 20 Anrufen, aber in einer anderen Reihenfolge, damit es eine Blindstudie ist. Analysieren Sie die Ergebnisse der Studie. Damit das Messsystem gültig ist, sollten die Übereinstimmungen bei 90% oder höher liegen. Ist das nicht der Fall, muss das Messsystem verbessert werden, bevor Daten erhoben und verwendet werden. Sie können die operativen Definitionen verbessern. Was bedeuten in diesem Fall zum Beispiel die Ursachencodes A, B, C usw.? Oder, ein anderer Fall: Was ist ein Fehler und was ein Mangel? Es muss sicher sein, dass die Auswertungskriterien von allen Prüfern verstanden werden. Bieten Sie Schulungen an und setzen Sie Verfahren ein. Haben Sie alles getan, können Sie in einer Folgestudie die Übereinstimmung von mindestens 90% bestätigen. Für dimensionale Messungen wie Durchmesser, Länge, Gewicht oder Zeit führen Sie eine MSA für kontinuierliche Daten durch, auch bekannt als Gage R&R. Bei der MSA für kontinuierliche Daten liegt der Fokus auf der Streuung. Wie viel der beobachteten Gesamtprozessabweichung wird durch die Einzelteilabweichung verursacht und wie viel durch die Abweichung im Messsystem? Oder anders formuliert: Welcher Prozentsatz der beobachteten Abweichung wird durch einen Messsystemfehler verursacht? Und wie viel des Messsystemfehlers wird durch Vorrichtungen und Messgeräte und wie viel durch Prüfer verursacht? Die Abweichung durch das Messsystem sollte so klein wie möglich sein, am besten null. Dann ist das Beobachtete die eigentliche Abweichung. Um gültig zu sein, sollte sie weniger als 10% der Gesamtabweichung betragen. Bevor Sie also vorhandene Daten nutzen oder neue Daten erheben, prüfen Sie das Messsystem. Ansonsten könnte Ihr Six-Sigma-Projekt mit ungültigen Daten dastehen. Und wo Müll reinkommt, kommt nur Müll raus.

Six Sigma: Green Belt

Lernen Sie das, was Sie als Green Belt brauchen: Messsystemanalyse, beschreibende Statistik, Hypothesenprüfung, statistische Versuchsplanung, statistische Prozesssteuerung usw.

1 Std. 43 min (26 Videos)
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Erscheinungsdatum:31.07.2018

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