Am 14. September 2017 haben wir eine überarbeitete Fassung unserer Datenschutzrichtlinie veröffentlicht. Wenn Sie video2brain.com weiterhin nutzen, erklären Sie sich mit diesem überarbeiteten Dokument einverstanden. Bitte lesen Sie es deshalb sorgfältig durch.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Die Kamera und das Objektiv

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Die Kameraeinstellungen lassen sich dazu nutzen, um kreative Effekte zu erzielen. Das Gleiche gilt für die Wahl des Objektivs im Hinblick auf Blende und/oder Brennweite.

Transkript

Auch mit Ihrer Kameratechnik können Sie zur Gestaltung Ihrer Bilder beitragen. Durch Verändern der Blende, der Belichtungszeit, des ISO-Wertes kann man verschiedene künstlerische Effekte mit der Kamera erzielen. Man kann langzeitbelichten, einfrieren, mitziehen, oder mehrfach belichten. Man kann mit viel Tiefenschärfe oder wenig Tiefenschärfe arbeiten, mit Bildrauschen oder keinem Bildrauschen. Es ist wirklich schon während der Fotografie einiges möglich, was Sie in Betracht ziehen sollten. Nun kommen wir zum Objektiv und den Möglichkeiten, die es Ihnen bietet. Durch verschiedene Objektive und deren Brennweite sowie Blendenöffnung können Sie ganz unterschiedliche Bilder erzielen. Je weiter geöffnet die Blende, desto mehr Licht triff auf den Sensor, desto mehr Unschärfe wird aber auch im Bild erzielt. Je geschlossener die Blende, desto weniger Licht gelangt auf den Sensor, desto mehr Schärfe wird im Bild erzielt. Je größer die Brennweite, desto enger wird der Bildwinkel und somit der Bildausschnitt. In anderen Worten, mit zunehmender Brennweite nimmt auch der Vergrößerungsfaktor zu. 50mm bezeichnet man bei der Vollformatkamera als Normalbrennweite. Durch verschiedene Objektive und deren Brennweiten sowie Blendenöffnung können Sie ganz verschiedene Bilder erzielen und gestalten. Bei Porträts arbeite ich sehr gern mit offener Blende und mit Festbrennweiten, da die Raumtrennung und das Bouquet sehr schön sind. So liegt der Fokus auf dem Objekt und wir haben eine räumliche Trennung zum Hintergrund. Bei Landschaften darf es je nach Objekt auch mal schärfer sein und dafür aber weitwinklig. Das wollen wir uns nun wieder bei ein paar passenden Beispielen ansehen. Zuerst haben wir hier noch zur Kameratechnik ein Bild, was uns verdeutlicht, wie der Effekt mit Ziehen aussieht, das heißt, wenn man die Kamera mitzieht, dass nur das Objekt scharf wird und der Hintergrund mitgezogen aussieht. Hier haben wir ein eingefrorenes Beispiel, dass das Wasser eingefroren ist und somit die Tröpfchen und alles viel besser sichtbar sind. Und eine typische Langzeitbelichtung. Das mache ich zum Beispiel im Urlaub sehr gern, zur blauen Stunde, wenn die ersten Lichter in der Stadt angehen. Das wirkt wirklich großartig. Kommen wir nun zu meinem kleinen Kolibri. Dieser Kolibri ist mit dem 100mm-Objektiv fotografiert. Durch die 2,8er-Blende liegt wirklich nur er im absoluten Schärfebereich. Wenn hier auch noch der Hintergrund scharf wäre, würde der Kolibri verschmelzen und das ganze Bild würde seine komplette Wirkung verlieren. Bei der schwarzen Witwe habe ich das 35mm-Objektiv benutzt. Es ist etwas weitwinkliger und somit wirkt das Ganze schon etwas weiter und dadurch irgendwie auch epischer und majestätischer, was zur Bildaussage sehr gut passt. Das hat trotzdem eine offene Blende. Das heißt, der Hintergrund ist nicht zu scharf. Auch hier wurde mit dem 35mm-Objektiv gearbeitet, bei der "Zeit". Ich habe leicht von oben fotografiert. Wenn man nicht aufpasst, kann der Kopf des Models etwas vergrößert wirken. Hier liegt dadurch aber auch der Fokus dann wirklich auf dem Gesicht. Und dadurch dass ich sehr offenblendig arbeite, habe ich hier wirklich wieder eine schöne Unschärfe nach unten. Bei diesem Bild von Ophelia Overdose habe ich mit dem 70-200 gearbeitet. Das heißt, es ist quasi gar kein Hintergrund mehr sichtbar. Der Fokus liegt auf den Augen. Es ist wirklich eine sehr schöne Brennweite, wenn man es lange genug tragen kann, da es ein sehr schweres Objektiv ist. Bei diesem Bild handelt es sich um ein sehr enges Porträt. Wir haben das 100mm-Objektiv genutzt auf der offensten Blende 2,8. Und dadurch liegt der Fokus wirklich nur auf dem Gesicht unseres Models. Und die Schärfe verliert sich schon in den Haaren, da es sich auch um ein Makroobjektiv handelt. Das ist gerade für einen verträumten märchenhaften Bildlook ein sehr schöner Effekt. Ein weiteres tolles Objektiv für so eine Art der People-Fotografie ist auf jeden Fall das 85mm-Objektiv. Hier haben wir nochmal das 100mm im Einsatz. Man sieht, es ist eines meiner Lieblingsobjektive. Und zwar wieder wurde ein Model fotografiert. Auch hier liegt der Fokus, dadurch dass ich sehr offenblendig arbeite, dass ich sehr nah bin, auf dem Gesicht. Tiefenschärfe ist mir sehr wichtig. Es soll immer nur das im Bild scharf sein, wo wirklich der Fokus liegt. Das ist bei diesem Bild der kleine Kolibri. Er fällt sofort auf. Wir haben ein riesiges Bild mit sehr vielen Pflanzen, schönen grünen Tönen, vielen Farben. Aber wir schauen zum Kolibri, weil hier der Fokus und die Schärfe liegt. Es wurde wieder mit dem 100mm gearbeitet. Es war auch viel Zeit und Geduld nötig, um eben dieses Bild hinzukriegen. Denn wir wissen, kleine Kolibris schlagen sehr oft den Flügeln pro Sekunde, und bis die Flügel so abgespreizt waren und der Kolibri an der Blume war, das hat schon so zwei Stündchen gedauert. Kommen wir zum letzten Bild, auf der Brücke in Costa Rica. Hier natürlich mit dem 35mm, eine tolle Fluchtpunktperspektive nach hinten. Das Bild hat sehr viel Tiefe, sehr viel Geschichte, mir bedeutet das sowieso viel, weil ich das auf der Brücke bin. Das ist wirklich ein tolles Bild, eine tolle Urlaubserinnerung, die durch das leicht weitwinklige und sehr offenblendige 35mm-Objektiv optimiert wurde. Das heißt, wir sehen hier, der Vordergrund ist sogar leicht unscharf. Der Fokus liegt auf mir. Und im Hintergrund, dort wo auch der Nebel ist, geht die Schärfe dann wieder verloren. Das heißt, wir müssen uns im Vorfeld klar sein: Welche Kameraeinstellung nutze ich? Was möchte ich machen? Möchte ich langzeitbelichten? Möchte ich ein tolles Porträt schießen, was aussagekräftig ist? Arbeite ich mit offener Blende, eine Person, sodass gerade die Augen scharf werden? Oder habe ich eine Gruppe von Menschen und muss gegebenenfalls die Blende geschlossen halten, damit alle Personen scharf werden. Das sind alles auch Dinge, die wir im Vorfeld klären müssen und die wir schon während der Fotografie beachten sollten.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 
Exklusiv für Abo-Kunden
Erscheinungsdatum:03.08.2016

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!