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Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Die Kamera-Menüs

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Die Einstellungsmenüs der verschiedenen Kamerahersteller, aber auch der unterschiedlichen Modelle eines Herstellers, sind unterschiedlich aufgebaut und variieren im Umfang der Einstellungsmöglichkeiten. Hier gibt's eine kleine Orientierungshilfe über die grundsätzlichen Einstelloptionen am Beispiel eines Nikon-Profimodells.

Transkript

Menü-Einstellung an der Kamera - ein ganz defizites Thema. Wir kennen das bei uns von sehr vielen Workshops, dass wir die verschiedensten Kameratypen dabei haben, und da ist dann immer ein bisschen tricky: Was stelle ich an der Kamera ein, was sollte ich einstellen? Und leider Gottes ist es so, dass die Menüs in der Regel immer alle anders aufgebaut sind. Ich habe jetzt gerade die Nikon, weil wir hier mit der Nikon arbeiten, also da bin ich mit der Menü sehr vertraut. Bei der Canon sieht das Menü schon wieder anders aus und wenn ihr eine Olympus habt oder eine Minolta, oder oder.. dann sieht das Menü auch wieder anders aus. Deswegen kurz vorweg: Es sind natürlich - und gerade speziell bei Profimodellen - natürlich ganz andere Menüpunkte da und die dann noch weiter ausgearbeitet, als bei den ganz normalen, etwas günstigeren Modellen. Deswegen kann ich jetzt nicht auf jedes Modell eingehen. Wir nehmen die Nikon. A, weil ich sie kenne, und B, weil ich euch jetzt ein paar Sachen zeigen möchte, auf die wir besonderen Wert legen. Ich mache das hier an und zeige einfach ein Bild, was wir geschossen haben. Wie ihr gerade seht, das ist hier eine Ringübergabe. Was interessiert mich hier ganz besonders? Das ist etwas, was bei Profifotografen eine generelle Frage ist. Es geht eigentlich nur darum, das, was ich im Fokus habe, möchte ich auch scharf haben. Das heißt, bei der Kamera ist für mich ganz wichtig: Ich möchte ganz kurz, ganz schnell, einfach die Möglichkeit haben, da drauf zu fokussieren. Da gibt es bei der Canon die Möglichkeit, da rein zu zoomen. Dieses Reinzoomen gibt es bei jeder Kamera, aber bei der Nikon eben einen ganz tollen Part. Ich habe mir auf den Knopf hier gelegt ein "100-Prozent-Einzoomen". Das heißt, wenn ich jetzt hier auf den Knopf drücke, dann zoome ich zu 100 Prozent auf meinen Fokuspunkt und sehe ganz schnell: Ich wollte den Ring fokussieren, ich habe den Ring fokussiert, der Ring ist scharf. Ich mache also keine Beurteilung daran, ob es ein tolles Bild ist oder ob das Licht sauber saß, sondern für mich einfach nur ganz wichtig: Ist das scharf? Das heißt, wenn ich die Braut fotografiere und ich möchte das Auge scharf haben, dann kann man sich dieses Feedback selber geben. Draufdrücken, gucken, ist das Bild scharf, oder bei der Canon nochmal wegen Reinzoomen, aber das sollte möglichst schnell gehen. Weil im Grunde genommen habt ihr immer wenig Zeit und wenn man dann so Stunden rund auf seinen Monitor guckt ist das nicht so toll. Kommen wir zu den allgemeinen Menüpunkten. Ich klicke mal hier auf das Menü von der Nikon und ihr seht schon: Hier oben steht der "Wiedergabe-Modus". Ich kann momentan alleine nur an der Seite runtergehen, da sieht man schon: Dann komme ich in einen "Aufnahme-Modus" mit sehr vielen Unterpunkten, dann gibt es einen "Individual-Einstellungsmodus". Da gibt es auch ganz ganz viele Punkte und dann gibt es halt eben noch das "System", was ich verändern kann. Bei uns ist es der tolle Part, hier gibt es nämlich eigentlich unten ein benutzerdefiniertes Menü. Das ist für uns immer ganz wichtig, weil wir aus diesen vielen Menüpunkten, die es gibt, einfach nur ein paar brauchen. Hier mag ich vielleicht so das Ein oder Andere, was für uns sozusagen wichtig ist, mal erklären. Hier haben wir gleich oben als allerersten Punkt die "Akku-Diagnose". Das ist für mich immer ganz wichtig, einfach zu sehen, wie viel Akku hat die Kamera noch. Das sind - wenn Momente ankommen, wie z.B. die Gratulationen. Weil ich einfach weiß, jetzt kommen sehr viele Gratulanten, es sind viele Personen auf einmal da, dann muss mein Akku durchhalten. Wenn ich hier dann sehe, da ist nur noch 11 Prozent auf dem Akku, dann tausche ich natürlich schon im Vorfeld, damit ich nachher dann nicht in dem entscheidenden Moment auf einmal eine Kamera habe, die einfach ausgeht. Deswegen: Akkudiagnose ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir sind zu zweit unterwegs, deswegen haben wir hier einen weiteren Punkt, der für uns unglaublich wichtig ist. Das ist die "Zeitzone" und das "Datum". Das heißt, das Bild, was ihr jetzt gerade seht, mit der unten eingeblendeten Uhrzeit: Für uns unglaublich wichtig, weil wir müssen im Vorfeld die Kameras synchronisieren. Wie das auch bei Profis ist, auch uns unterlaufen Fehler, dann verpasst man das einmal, dass man sie nicht synchronisiert hat, oder aber, wir sind mit zwei verschiedenen Kameras unterwegs und ich treffe vielleicht den zweiten Fotografen, der bereits beim Bräutigam war, während ich bei der Braut war, erst bei der Kirche. Dann fotografiere ich direkt dieses Bild hinten ab. Warum mache ich das? Das ist ganz einfach: Nachher, bei der Sortierung der Bilder, die über den Tag entstanden sind, möchte ich nicht eine Chronologie haben und nichts ist ekliger, als wenn man sich, wie gesagt, Bilder schon ausgesucht hat, als gut empfunden hat und 10 Minuten später auf einmal die gleiche Szenerie aus einem anderen Blickwinkel, nämlich der, des anderen Fotografen sieht. Dann weiß man nicht mehr ganz genau was: Ist das Bild jetzt das bessere vielleicht vom Ausschnitt oder war es das andere Bild gewesen, was du gewählt hast. Das heißt, hier sind wir dann später in der Nachbearbeitung immer dran, dass wir sagen, wir synchronisieren als allererstes bevor wir irgendetwas tun, die Bilder. Dass die zeitgleich ist, dass die Kameras gleich sind, dass wir dann nachher auch schneller auswählen können, welches ist dann sozusagen das gute Bild. Was lasse ich drinnen, ist es meins oder ist es ein anderes Bild. Dann haben wir hier für uns, ein ganz wichtiger Punkt - ist aber jetzt auch eine Nikon-spezifische Sache - die Karte im zweiten Fach. Ich mache mal das Fach hier auf und dann seht ihr, wir haben zwei Karten drinnen und die zweite Karte, ich klicke hier einmal drauf, die arbeitet bei uns als Sicherungskopie. Wir machen es generell so, dass wir auf der ersten Karte eigentlich die Hochzeit fotografieren und die zweite Karte, ich drücke die hier mal gerade raus - ich hoffe, jetzt tilt mir nicht gleich meine Kamera, ja die wird einfach dann ausgehen. Ich nehme die zweite Karte heraus, soll keine Werbung sein, ist einfach eine 32 GB-Karte. Das heißt für mich immer: Dort passt eine ganze Hochzeit drauf, aber sollte aus irgendeinem Grund - mir ist es schon passiert, das Speicherkarten kaputt gegangen sind - eine Karte kaputt sein, dann weiß ich: Auf der anderen Karte ist das Bild auf jeden Fall gesichert. Wir haben früher immer mit kleineren Karten gearbeitet, die hatten meistens so 1 GB, da konnte man im Schnitt immer eine Stunde drauf fotografieren. Mittlerweile sind wir hier im vorderen Bereich bei 8-16 Bb. Das heißt, wir haben den halben Tag und wenn dann so eine Karte ausfällt, dann ist natürlich der halbe Tag, der Event ist verloren in dem Bereich. Deswegen sind wir super glücklich, dass es hier diesen zweiten Kartenslot gibt, der mir automatisch ein Back-up macht. Es muss ein krasses Case sein, wenn beide ausfallen oder ich wirklich mit der Kamera in den Pool falle - mir zum Glück noch nicht passiert, aber Kollegen von uns schon passiert. Das heißt, das ist so ein Punkt wo wir immer darauf achten. Dann haben wir hier einen weiteren Punkt: Das ist die Monitorhelligkeit. Die ist für uns auch sehr entscheidend, weil wir an unterschiedlichen Locations sind und da gibt es z.B. den Klassiker, wenn wir z.B. im Gebirge bei Schnee fotografieren, so eine Schnee-Hochzeit. Es ist so gleißend hell, das heißt, auf dem Monitor hinten erkennen wir gar nichts mehr, wenn wir ihn in der Grundeinstellung lassen. Da müssten wir dann sozusagen den Monitor sehr hell einstellen, vom Kontrast verändern, damit wir überhaupt die Chance haben irgendetwas zu erkennen. Also ein Punkt, der sehr sehr wichtig ist. Hinzugekommen ist, dass mittlerweile die Bilder, die hinten auf der Kamera angezeigt werden - ich glaube der Monitor von der Nikon hat hier 930.000 Pixel - sehr brillant sind. Das ist oftmals mehr, als das, was wir nachher am Rechner haben und noch viel schlimmer: Das ist viel mehr als was wir nachher im Druck haben. Das ist ein Riesenproblem, da wir nämlich teilweise dann Bilder sehen, die sehen so fantastisch aus, da wir ja sehr starke Kontraste haben. Ich nehme jetzt das Beispiel des Bräutigams mit dem dunklen Revers in der Kirche. Ich habe am Monitor noch die Möglichkeit das Ganze so hell zu stellen, dass ich diese auch wirklich detailliert sehe, wie sich meinetwegen der Kragen abzeichnet, das Revers abzeichnet. Später im Druck ist es aber anders: Das Bild wird im Vierfarbmodus, wir sprechen hier von "CMYK", gedruckt und das führt dann dazu, dass dann Farben zusammenlaufen und gerade speziell Schwarztöne auf einmal nicht mehr ganz differenziert dargestellt werden. Wir haben immer einen Verlauf im Reverse und dann wirkt alles in Anführungsstrichen, ich sage es einmal ein bisschen uncharmant, "matschig". Das ist immer dann, was der Kunde so ein bisschen moniert. Deswegen drehen wir teilweise die Helligkeit am Monitor runter, um für uns selber so ein bisschen besser dieses Feedback zu bekommen: Wie detailreich ist das eigentlich noch? Das einmal ganz grob so ein paar Punkte, die wir ganz speziell einrichten an unseren Kameras. Wie gesagt, die Menüs der Kameras sind alle sehr unterschiedlich. Was sich aber in der Vergangenheit herauskristallisiert hat, ist eigentlich der Teil, dass man fast zu 90 Prozent nicht richtig gut mit diesen Grundeinstellungen an der Kamera arbeiten kann. Das sollte jeder für sich selber anpassen, vielleicht mag es der eine etwas kontrastreicher. Das heißt, in dem Fall stellt ihr an eurer Kamera schon einen härteren Kontrast ein, wenn das möglich ist. Oder ihr mögt das ein bisschen weicher, dann nehmt ihr natürlich die Schärfe ein bisschen raus. Wie gesagt, es empfiehlt sich, so ein bisschen mit der Kamera, mit dem Modell, was ich habe, auseinanderzusetzen. Da die verschiedenen Menüpunkte sich einmal anzuschauen, auch zu gucken, was bewirken sie, vielleicht mal etwas verstellen, ein Bild davon machen, gucken: Wie stark wirkt sich das aus? Auch das ist unterschiedlich an den Kameras, und ich denke mir es ist für einen selber einfach wesentlich leichter, wenn ich ein bisschen das Grundwissen um meine Kamera habe. Dann bin ich da nicht mehr nervös, dann weiß ich ganz genau: Die Kamera, die ist so eingestellt, damit die Bilder, die ich ganz gerne machen möchte, auch genau so von der Kamera aufgenommen werden. Dann habe ich auch wirklich die Zeit, mich nur auf das Schöne zu konzentrieren und einfach zu sagen: Ich lege nur noch den Bildausschnitt fest und das Bild, was ich dann schieße, ist auch eigentlich genau so, wie ich das dann haben möchte.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Machen Sie sich mit dem emotionalen, erlebnisorientierten Stil der Hochzeitsreportage vertraut und profitieren Sie von den Erfahrungen und Ideen zweier professionellen Fotografen.

5 Std. 51 min (52 Videos)
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