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Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Praxisbeispiel Flaschenetikett

Die Hintergrundebene (Flächen und Farben)

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Hochformat? Querformat? Muss, sollte ein Flaschenetikett denn immer den gewohnten Standards entsprechen? Ein ungewohntes Format weckt Interesse – Sprengen Sie also den Rahmen! Hier fiel die Entscheidung auf ein extremes Format. Welche Gedanken zu welcher Lösung führten, dass verrät Frank Koschembar in diesem Video.

Transkript

In diesem Film möchte ich den Schwerpunkt der Aufmerksamkeit auf die Hintergrundebene legen. Also der Gestaltungsebene, auf der sich alles andere abspielt, die von allen anderen Gestaltungsebenen überlagert wird. Schauen wir uns also grundsätzlich erst einmal die Flächen, wieder die Farben und die Formate an. Ein Sprichwort sagt, "Symetrie ist die Kunst der kleinen Leute". Das hört sich erstmal ein bischen boshaft an, aber das Sprichwort hat einen wahren Kern, denn alles was symetrisch ist, ist ohne Spannung. Und Spannungslosigkeit wirkt schnell langweilig. Langeweile ist aber genau das, was wir nicht gebrauchen können um Aufmerksamkeit zu erzeugen. So ein kleines Etikett muss aber Aufmerksamkeit erzeugen, damit es beachtet wird. Und da stehen wir ganz am Anfang, nämlich bei der Auswahl der geeigneten Gestaltungsfläche. Hoch, quer, rund, eckig, lang, breit, alles ist zunächst möglich. Aber wofür entscheide ich mich? Ich entscheide mich für ungewöhnliche Formate, wenn es mir Produktionsprozess erlaubt. Und der Produktionsprozess eines Flaschenetiketts erlaubt große Gestaltungsspielräume. Das vorhandene Etikett ist Fomat 10x11 cm angelegt. 10x11 cm entsprechen nahezu einem Quadrat. Ein Quadrat ist aber eines der ruhigsten Formate das es gibt. Man könnte auch sagen, eines der Spannungslosesten Formate, weil es vier in diesem Fall nahezu gleichförmige Seitenstrecken aufweist. Schade für das Etikett. Und vor allem für das Produkt, das möglichst gut verkauft werden soll. In meiner Neuauflage des Etiketts habe ich mich deswegen für ein extremes Hochformat entschieden. Es tanzt aus der Reihe und erregt alleine deswegen schon Aufmerksamkeit. Ich habe das Format 55x125mm gewählt. Es ist zwar in der Gesamtfläche 30% kleiner als das alte Etikett, aber es ist aufgrund seiner aussergewöhnlichen Proportionen trotzdem aufmersamkeitsstärker, und es spart nebenbei bei Millionenauflagen gewaltige Ressourcen ein. Eine ähnlich aussergewöhnliche Hintergrundfläche habe ich schon für das Logo gewählt, damit es auffällt. Erinnern Sie sich vielleicht? Das alte Etikett wurde in nahezu drei gleichförmige Streifen mit hohem Kontrast aufgeteilt. Welche Nachteile das für die Lesbarkeit der Schrift hat, habe ich schon im letzten Film erklärt. Sie kann sich nicht ausreichend vom Hintergrund abheben, ist deswegen schlecht lesbar, und die Kernbotschaft geht verloren. Schade eigentlich. Die Aufteilung der Hintergrundebene habe ich aber Ansatzweise auch in die neue Gestaltung übernommen. Aber nur ansatzweise. Das neue Etikett sieht den harten Kontrast nur für das Logo vor, den ich vorher schon für das Logo bestimmt hatte. Ansonsten bleibt die Gestaltungsfläche zugunsten der klaren gestalterischen Struktur monochrom. Das alte Etikett sieht noch eine diagonale Banderole unten links in Grün vor. Sie bildet den Gestaltungshintergrund für das ursprüngliche Logo. Eine Banderole ist aber immer als Störer zu sehen, der eine besondere Botschaft oder Novität auszeichnet. Ein Logo wird klassischer Weise aber oben oder unten auf der Gestaltungsfläche angebracht. Und das hat seinen guten Grund. Wenn es oben oder unten gezeigt wird, steht es immer in einer exponierten Stelle und es fällt deswegen besser auf. Schauen wir uns die Hintergrundflächen das alten Etiketts nochmal genauer an, erkennent man eine Art Leinenstruktur. Das kann man machen. Wenn man sie mit einer ruhigen Gestaltung überlagert. Ist die Gestaltung aber so unruhig wie auf dem vorhandenen Etikett, wirkt die Struktur als Fehlerhaft und als zusätzlicher Störfaktor. Im neuen Etikett habe ich mich dafür entschieden, eine homogene glatte Farbfläche zu verwenden, auch das sorgt für Klarheit und Beruhigung. Ich habe mich hier für einen neutralen Grünton entschieden, weil andere Farbtöne schon den Apfel- und Birnensäften, oder anderen Produkten zugeordnet wurden. Wir sorgen also auf der Hintergrundebene für Ruhe, damit die überlagernden Informationsebenen voll zur Geltung kommen können. Bestenfalls verwenden wir punktuelle Hintergrundkontraste, aber nur wenn sie eine Funktion haben, wie hier das Logo hervorzuheben. Wir vermeiden langweilige Symetrie und wählen ungewöhnliche Formate, und Flächenaufteilungen, um Spannung und Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Praxisbeispiel Flaschenetikett

Lernen Sie das Zusammenspiel von Schriften, Farben und Bildern zu einer tollen grafischen Gesamtgestaltung schätzen!

41 min (8 Videos)
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