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People-Fotografie: Mensch und Pferd

Die Herausforderungen der Pferdefotografie

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Worauf sie bei der Bildbeurteilung achtet, was also nach ihrem Dafürhalten "gute" oder "schlechtere" Bilder ausmacht, oder wo sie noch in der Nachbearbeitung Hand anlegen würde, das erläutert Alexandra Evang in diesem abschließenden Video anhand ausgewählter Fotos der hier durchgeführten Shootings.
09:39

Transkript

In so einem Fotoshooting entstehen immer einige Bilder, grad, wenn man mit Pferden arbeitet, ist es immer meine Devise immer lieber ein Mal zu viel auf den Auslöser drücken, als ein Mal zu wenig, denn Pferde bewegen sich natürlich dann doch immer wieder, und es passieren oft unerwartete Momente, und wenn man dann zu langsam ist, dann verpasst man vielleicht einen schönen Moment, und hat diesen dann nicht eingefangen. Das wäre doch ärgerlich, und dadurch fotografiere ich immer lieber ein Mal zu viel anstatt ein Mal zu wenig. Das heißt jetzt nicht, dass ich da die Serienaufnahme rein geschaltet hab, und total durch ballere, ich konzentriere mich schon, und arbeite fokussiert. Trotzdem entstehen natürlich doch immer einige Bilder, und jetzt möchte ich einmal mit euch besprechen, was eigentlich gut ist, und was ist weniger gut, also worauf achte ich hinterher in der Bildauswahl. Ich hab pro Shooting... Ja so ganz grob kann man sagen vielleicht so um die 600 Bilder. Die müssen natürlich alle durchgeschaut werden. Welches sind die besten Bilder, welche sind vielleicht nicht so gut, und welche sind hinterher meine Favoriten, ja und wo drauf ich da achte, das möchte ich euch jetzt einfach mal zeigen. Und zwar geht's hier los, wieder mit einem Bild von Olivia und Irma. Und hier stehen die Beiden mitten in der Sonne. Ihr seht, das hier die Seite von der Irma hier total ausgefressen ist. Das war ein sehr sehr hartes Licht, wir haben hier nachmittags fotografiert, es war sehr sehr heiß. Ja und hier seht ihr, dass es hier einfach total ausgefressen ist, man sieht hier Ausreißer, bei ihrem Gesicht und auch auf den Haaren, also das ist insgesamt sehr sehr unruhig, vom Licht her. Hier haben wir eine Schattensituation, hier ist das gesamte Licht viel sanfter und viel weicher in sich. Deswegen... Die Sonne kam nicht so gut an die dran, weil wir halt einfach hier in dieser Weide fotografiert haben. Ja dadurch ist das Ganze viel viel mehr in sich ruhend, und wirkt einfach so viel harmonischer. Hier seht ihr die beiden Bilder dann nochmal im Vergleich. Das sind übrigens alles raw Daten, das heißt, die sind wirklich so out of cam, da hab ich noch gar nichts dran bearbeitet, einfach damit ihr wirklich sieht, wie so dieser direkte Vergleich ist. Das Bild hier hab ich mit dem 85mm gemacht. Das ist ein closeup Foto, hier bin ich sehr nah dran, und ich find's hier total schön, dass das Pony, beziehungsweise das Island Pferd, in dem Moment sogar das Auge geschlossen hat. Ich finde das wirkt sehr sehr harmonisch in sich. Die Olivia ist hier schön mit dem Kopf an ihr dran. Und das Bild finde ich insgesamt sehr schön in sich ruhend, und ist eines meiner absoluten Favoriten aus diesem Shooting. Beim nächsten Bild ist es so, dass mir hier der Ausdruck im Auge nicht so gefällt, das Ohr geht nach hinten, was an sich jetzt nicht so schlimm ist, also ist kein aggressiver Ausdruck, es ist doch immer noch einigermaßen entspannt, aber sie sieht jetzt nicht so ja in sich ruhend aus wie auf diesem Bild. Hier finde ich die Gesamtkomposition des Bildes einfach viel viel harmonischer in sich. Hier wirkt ihr Kopf auch dann doch relativ lang, durch die 85mm Brennweite war ich dann doch relativ nah dran, und hier kommt sie doch sehr mit der Nase nach vorne. Ihr Gesichtsausdruck ist jetzt auch eher so ein bisschen so "Uh!". Also... Ja. Wenn ihr die Bilder im Vergleich seht, wisst ihr glaub ich auf jeden Fall wovon ich spreche. Hier ist wie gesagt die Gesamtkomposition einfach viel viel entspannter, mehr in sich ruhend. Hier haben wir die schöne Gegenlicht Situation, gut das haben wir hier auch, aber hier ist der Bildausschnitt dann auch nicht so perfekt. Also das Bild wär auf jeden Fall eins, das ich bearbeiten würde, und das hier eher weniger. Kommen wir zum Fotoshooting im Wald mit Anni und ihrem Lucky. Hier auch wieder zwei Bilder im Vergleich: Bei dem ersten Bild seht ihr... Ja gut, ihr Gesichtsausdruck ist so ein bisschen leer in diesem Moment, und er steht hier auch wieder mit der Vorhand ganz zu mir nach vorne rein. Was ich hier auch nicht so ideal finde, ist hier dieser Baum, der genau durch seine, beziehungsweise hinter seiner Hinterhand, hier vorne sieht man's dann nochmal, genau hier durch geht. Ja gut das Bild ist jetzt auch unscharf, aber mir ging's jetzt wirklich hier auch einfach nochmal in der Gesamtkomposition. Also, wenn so ein Bild so unscharf ist, wie das, was ihr jetzt grad gesehen habt, würd ich's natürlich auch nicht auswählen, aber was ich hier wirklich jetzt primär mit euch besprechen wollte, war die Bildwirkung des Bildes. Hier hat er seinen Kopf direkt auf seinem Körper drauf, man sieht sehr sehr wenig Hals, der Bauch sieht hier wuchtiger aus als er eigentlich ist. Also das ist insgesamt dann nicht so optimal. Und hier seht ihr dann einfach noch mal den Vergleich. Hier hat er den Kopf seitlich zu der Anni hin, und das, finde ich, wirkt dann in der Gesamtkomposition viel entspannter, die Zügel hängen locker durch. Das ist auch etwas auf was ich immer achte, denn wenn sie jetzt hier an den Zügeln hängen würde, dann würde das Bild seine ganze Ruhe verlieren. Bei beiden Bildern haben wir auch hier wieder einen unscharfen Vordergrund, was das Bild in mehrere Ebenen aufteilt, was ich hier sehr sehr schön finde. Und der Baum, der ist jetzt auch nicht mehr so durch sein Po durch, also das stört im Ganzen nicht, Ich mag hier diesen Lichtreflex vom Hintergrund auch total gerne. Also das hier, finde ich, ist ein sehr sehr schönes Bild. Auch wenn er die Ohren jetzt nicht perfekt nach vorne hat, das muss gar nicht sein, finde ich, weil er ist in diesem Moment bei Anni und schmust mit ihr. Wenn er die Ohren jetzt vorne hätte, wär's natürlich auch nicht schlecht, aber dann kann's natürlich auch in der Interpretation sein, dass er mit seiner Aufmerksamkeit wieder ganz wo anders ist. Hier ist er von seiner Gesamtkörperstellung einfach in sich ruhend und ist bei seiner Besitzerin, und das Bild mag ich deswegen sehr sehr gerne. Kommen wir zu den nächsten Bildern. Hier haben wir Anni und Lucky auf der Wiese fotografiert. Und hier seht ihr einfach auch nochmal, was euer Standpunkt, also euer Standpunkt als Fotograf in dem Moment ausmacht. Hier war's nämlich so, dass ich eher gestanden hab, also das Bild ist mehr von oben fotografiert. Hier, ich spreche von diesem Bild Er hat hier relativ kurze Beine, der Körper sieht insgesamt ganz ganz anders aus, als bei diesem Bild. Wenn ihr die Beiden mal im Vergleich seht, was für eine unterschiedliche Bildwirkung das ist. Hier hab ich mit dem 70-200mm von Nikon fotografiert. Und hier habt ihr das einfach noch mal: Hier hat er viel viel gestrecktere Beine, er steht viel schöner, hat einen schönen Hals, hat die Ohren nach da vorne das Kleid weht schön im Wind, sie steht auch viel schöner mit ihrer Körperposition zum Pferd hin, sie ist viel mehr bei ihm, die Location wirkt spannender... Also auch das, legt euch ruhig mal auf die Erde, ihr habt einen ganz anderen Blick auf die Pferde, und nochmal eine ganz ganz andere Perspektive, vor allem wenn ihr so Ganzkörperbilder macht. Hier hatte sie übrigens auch noch ihre Schuhe an. Einfach auch nochmal als Sicherheitsgrund, falls dann doch irgendwas ist, dann kann sie ihn schnell halten. Wir sind hier ja in einer freien Location, und man sieht die Schuhe eh nicht durch das lange Kleid, und grad in meiner Liegeposition verschwindet das natürlich auch nochmal in der Unschärfe des Vordergrundes. Nina und Zorro hab ich hier im Morgenlicht fotografiert. Hier seht ihr nochmal zwei unterschiedliche Bilder: Das Bild finde ich eigentlich auch ganz nett, was mir hier nur nicht gefällt, ist dass er so mit dem Schweif schlägt. Man sieht das hier auch nochmal an dem Bild total gut, hier waren ganz ganz viele Mücken unterwegs, das heißt der Zorro war an dem Morgen doch ziemlich nervös, was man ihm auch wirklich nicht übel nehmen darf, weil das wirklich einfach sehr sehr anstrengend ist, wenn so so viele Mücken und Kleinviecher da sind. Deswegen war hier ein ruhiges arbeiten wirklich schwer möglich deswegen. Das gefällt mir dann nicht, dass er so mit dem Schweif schlägt, das bringt so eine Unruhe in das Bild rein. Hier war dann hinterher die Notlösung. Da hab ich die beiden einfach im Schritt immer wieder auf mich zu gehen lassen. Da war er dann in Bewegung, da war's uns möglich dann viel viel harmonischere Bilder zu machen, als wenn er hier einfach nur steht. Hier fehlt mir zum Beispiel auch die Verbindung von den Beiden. Die Beiden haben eine wirklich tolle Beziehung zu einander, das kommt mir in diesem Bild viel viel zu wenig rüber. Sie hängt hier doch irgendwo in den Zügeln, er steht, ja doch irgendwo relativ gelangweilt da, sie kuckt leer in die Kamera, da fehlt mir so diese Gesamtbeziehung, die mir so wichtig ist in meinen Bildern zu zeigen. Das kommt hier nicht so ganz rüber. Was ich bei dem Bild dagegen total gerne mag, ist dass die beiden sehr sehr ausdrucksstark in die Kamera rein gucken, das heißt der Blick von den Beiden, also von meinem Team, ist genau zu mir. Und was ich hier auch total schön finde, ist dass man hier so ein bisschen sein Markenzeichen sieht. Zorro wird auch liebevoll Zorro das Schlitzohr genannt. Das ist einfach etwas, das ihm in Spanien passiert ist, das war, ja... keine schöne Geschichte aber deswegen hat er das Ohr hier so doppelt, nur falls ihr euch gerade fragt warum das denn so ist. Hier seht ihr die beiden Bilder einfach nochmal im Vergleich: Ich finde, dieses Bild ist dann in der Gesamtkomposition viel mehr in sich ruhend, als dieses Bild hier zum Beispiel. Deswegen wär das hier ein Bild, was ich auf jeden Fall aussuchen, und auch bearbeiten würde. Was man dann im Idealfall auch noch probieren könnte, wenn es denn die Situation ermöglicht, ist zum Beispiel dass sie die Zügel in dem Moment einfach los lässt. Wir waren hier auch auf einer eingezäunten Wiese, das heißt, man war hier ziemlich Safe bei dem Fotoshooting, aber wie ich eben schon ein paar mal erwähnt habe, er war wirklich doch ziemlich nervös an dem Morgen. Überhaupt stehen zu bleiben war sehr sehr schwer, wie gesagt, auf Grund dieser ganzen Mücken, die da unterwegs waren, es war auch sehr heiß, es war Futterzeit. Also es war alles so ein bisschen erschwert, bei dem diesem Shooting, und von da her ist es absolut in Ordnung, aber wenn man das denn noch perfektionieren will am Ende, fände ich es dann noch schöner, wenn sie zum Beispiel die Zügel gar nicht in der Hand hätte, aber das sind so Kleinigkeiten. Die find ich bei dem Bild jetzt auch keinen Abbruch, und ich mag das wirklich total gerne, weil der Charakter von den Beiden halt einfach auch super rüber kommt. Nina hat einen ganz ganz tollen Gesichtsausdruck hier, sieht sehr selbstbewusst, sehr stark aus, und auch er sieht sehr sehr hübsch auf dem Bild aus, finde ich. Nochmal als Vergleich: Auch das ist ein Bild, was ich nicht ganz so optimal finde, weil sie mir mit dem Gesicht zu weit hinten ist. Das ist was, worauf ich sehr sehr achte in der Art meiner Fotografie, dass Pferd und Mensch ungefähr auf einer Linie sind. Ich nenne das immer gerne Harmonielinie, das heißt, ihr kommt, wenn ihr mit einer offenen Blende fotografiert, das heißt, so einen unscharfen Hintergrund haben wollt, viel viel besser hin, als wenn da Mädel, also Nina in dem Fall, so weit hinten steht, oder hier im Widerrist stehen würde. Und hier noch einfach mal die beiden Bilder im Gehen, die ich sehr sehr schön finde. Eben durch dieses unscharfe Bouquet wieder im Vordergrund, Da wird das Bild in den Vordergrund und den Hintergrund eingeteilt, das wirkt sehr sehr spannend, das ist verträumt, auch von dem Gesamtoutfit. Ich find's total schön, wie verliebt sie ihren Zorro hier auf dem Bild anguckt. Und wie gesagt, das war die allerbeste Lösung an diesem Morgen, die beiden dann einfach mal im Schritt auf mich zu gehen zu lassen. Also fassen wir noch einmal die Bilder zusammen, die ich wirklich sehr sehr schön und harmonisch in der Gesamtkomposition finde. Und das sind diese hier. Einmal das Schatten Bild vom Olivia und Irma. Dann das kuschel Bild von Olivia und Irma. Hier im Wald mit Anni und Lucky. Auf dem [Heddock], beziehungsweise auf der Wiese mit Anni und Lucky. Und hier noch einmal das Bild von Nina und Zorro im Morgenlicht.

People-Fotografie: Mensch und Pferd

Erfahren Sie, wie Mensch und Pferd einfühlsam in Szene gesetzt und portraitiert werden – vom Equipment über die richtige Location und diverse Posen bis hin zur Nachbearbeitung.

2 Std. 33 min (35 Videos)
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