Mitarbeiter motivieren

Die Führungskraft als Vorbild

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Führungskräfte stehen immer im Blickpunkt ihrer Mitarbeiter. Sie können durch ihr Vorbild entscheidend zur Motivation beitragen.

Transkript

Der Fisch stinkt vom Kopf her. Das ist eine alte Weisheit, die auch für das Thema Motivation gilt. Wenn ich Teams coache, dann höre ich sehr oft das Argument, warum soll ich mich denn an Spielregeln halten? Der Chef tut das doch auch nicht. Seien Sie sich als Führungskraft dessen bewusst, dass Ihr Arbeitsumfeld so etwas wie eine Bühne ist. Sie sind der Star der oben steht. Ihre Mitarbeiter sind das Publikum, das sehr genau beobachtet, was sie sagen und tun. Ihre Mitarbeiter orientieren sich an Ihrem Vorbild im positiven genauso wie im negativen Sinne. Ihre Mitarbeiter passen ihr Verhalten an das an, was sie von Ihnen lernen. Deshalb der erste Tipp: Handeln Sie bewusst. Fragen Sie sich, welchen Einfluss hat mein Handeln auf meine Mitarbeiter? Welche Folgen haben meine Entscheidungen? Im Prinzip bedeutet das eine ständige Selbstkontrolle. Am Anfang fühlt sich das für Sie vielleicht auch noch so an. Wenn Sie es aber ernst nehmen, dann wird es Ihnen mit der Zeit in Fleisch und Blut übergehen und Sie werden sich diese Fragen ganz automatisch stellen. Aus meiner Sicht sind es vor allem fünf Bereiche, in denen sie sich Ihrer Vorbildrolle besonders bewusst sein sollten. Betrachten wir diese fünf Bereiche einen nach dem anderen. Den ersten Bereich können wir kurz und bündig unter dem Titel persönlicher Umgang zusammenfassen. Denken Sie darüber nach wie Sie mit Ihren Mitarbeitern umgehen. Behandelnde Sie sie respektvoll und auf Augenhöhe. Steht für Sie das Thema Wertschätzung ganz oben? Wenn das so ist, dann dürfen Sie darauf vertrauen, dass Ihr Team das auch so leben wird. Nicht nur untereinander, sondern auch Ihnen gegenüber. Umgekehrt, sind Sie der Typ, der gerne mal rumbrüllt und Türen zuknallt? Dann wundern Sie sich nicht, wenn in Ihrem Team ein Umgangsstil a la rau aber herzlos herrscht. Grundregel: Behandeln Sie andere Menschen so, wie sie selbst auch behandelt werden möchten. Ihre Mitarbeiter eingeschlossen. Der zweite Bereich betrifft die Kommunikation. Kommunikation ist ein vielschichtiges Thema. Als Führungskraft übernehmen Sie in diesem Bereich eine ganz entscheidende Vorbildrolle für Ihr Team. Das gilt nicht nur für Ihre bevorzugten Kommunikationsmittel Telefon, E-Mail, Messenger-System oder persönlich, sondern auch für ihre Kommunikationskultur. Sind sie ein Typ, der eher selten den Austausch sucht und vorzugsweise auch nur dann, wenn etwas schief gegangen ist? Halten Sie sich in Ihrer Kommunikation nur an die Fakten und das Arbeitsumfeld oder fragen Sie gelegentlich auch nach privaten Dingen? Ihr Team wird Ihren Kommunikationsstil übernehmen. Auch die Mitarbeiter, die persönlich einen ganz anderen Kommunikationsstil bevorzugen, werden sich an Ihr Vorbild anpassen. Dritter Punkt: Ehrlichkeit. Besonders für Führungskräfte gilt: Tricksen verboten. Ehrlichkeit und Offenheit sind entscheidende Eigenschaften, wenn es darum geht, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Wenn Ihre Mitarbeiter lernen, dass Sie selber sich an das halten, was sie gesagt haben, dann werden Ihre Mitarbeiter untereinander die gleiche Kultur entwickeln. Wer daraus ausschert, wird Konsequenzen fürchten müssen. Der vierte Bereich lässt sich mit Fehler- und Risikokultur umschreiben. Wer innovativ sein und sich ich in einer Welt mit ständigen Veränderung behaupten will, der braucht vor allem eines: Mut. Er braucht Mut, um Neues auszuprobieren und neue Wege zu gehen. Das bedeutet oft genug, Risiken einzugehen und auch Fehler zu machen. Gehen Sie mit Fehlern offen um. Betrachten Sie jeden Fehler, Ihre eigenen genauso wie die Ihrer Mitarbeiter, als Gelegenheit zum Lernen. Für Risiken gilt im Prinzip das Gleiche. Helfen Sie Ihren Mitarbeitern dabei, ein Einverständnis für Risiken zu entwickeln. Welche Risiken gehen wir ein? Wie sichern wir uns ab? Der fünfte Bereich ist die Arbeitskultur. Welche Arbeitsauffassung vertreten Sie? Erwarten Sie, dass Ihre Mitarbeiter bei Bedarf länger oder am Wochenende arbeiten? Dann müssen Sie das auch selbst tun. Oder ist es Ihnen wichtig, dass Ihre Mitarbeiter ihre Abende und Wochenenden frei und selbstbestimmt verbringen können? Dann sollten Sie ihnen zu diesen Zeiten keine E-Mail schreiben. Für diesen Bereich noch ein besonderer Hinweis. Auch hier werden die Mitarbeiter Ihrem Vorbild folgen. Seien sie aber sehr sensibel dafür, wenn Mitarbeiter aufgrund ihrer privaten Situation von Ihrem Beispiel abweichen müssen oder wollen. Ein Beispiel: Sie selbst sind morgens gern früh am Schreibtisch. Einer Ihrer Mitarbeiter bringt aber vor der Arbeit noch sein Kind in den Kindergarten und kommt deshalb morgens später. Respektieren Sie das. Denn vielleicht arbeitet er dafür abends noch E-Mails ab, wenn Sie bereits Ihren Feierabend genießen. Übrigens: Das gilt auch für Ihr Verhalten in Meetings. Sind Sie immer pünktlich da? Konzentrieren Sie sich ganz auf die Konferenz oder das Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter anstatt nebenbei auf dem Handy Mails zu lesen oder Nachrichten zu verschicken? Wenn das zutrifft, dann können Sie das selber auch von Ihren Mitarbeitern erwarten. Sie sehen, für Führungskräfte ist immer Showtime. Nutzen Sie die Bürobühne, um Ihren Mitarbeitern ein gutes Vorbild zu sein. Dann stinkt der Fisch nicht, sondern dann verströmt er einen wohlriechenden Duft. Für die Premium-Abonnenten gibt es zu diesem Video das Arbeitsblatt "Vorbild sein - mit Respekt", mit dem sie über die wichtigsten Aspekte der Führungskraft als Vorbild generell und individuell nachdenken können.

Mitarbeiter motivieren

Lernen Sie Motivationstheorien kennen und deren Anwendung auf unterschiedliche Typen – garniert mit vielen Tipps aus der beruflichen Praxis.

1 Std. 33 min (20 Videos)
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Erscheinungsdatum:25.04.2016

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