Grafikdesign lernen: Farbe

Die Farbkontraste

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Hier erläutert der Trainer die unterschiedlichen Kontrastmodelle: Den Farbe-an-sich-Kontrast, den Hell-Dunkel-Kontrast, den Kalt-Warm-Kontrast sowie Qualitäts- und Quantitätskontrast.

Transkript

Indem man Farben geschickt kombiniert, gelingt die Farbkontraste zu erzeugen, die bestimmte Wirkungen auf dem Betrachter haben konnten. In diesem Film möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie die fünf wichtigsten Farbkontrasten herstellen und bewusst einsetzen können. Da ist zuerst der Farbe-an-sich-Kontrast. Der Farbe-an-sich-Kontrast ist der Kontrast mehrere unterschiedliche Farben zueinander. Allein durch das nebeneinander der Farben, können Sie eine spielerische Kontrastwirkung erzeugen, die dem Betrachter fröhlich stimmt. Die einzelnen Farben wirken an sich und im Zusammenklang der Umgebungsfarben. Beim Farbe-an-sich-Kontrast müssen Sie darauf achten, dass Sie Farben kombinieren, die sich möglichst deutlich voneinander trennen. Spielen Sie mit reinen Farben, am Besten mit den Grundfarben Rot, Grün, Blau und Gelb. Das macht Ihnen und dem Betrachter Spaß. Der Hell-Dunkel-Kontrast ist der Meister der Spannung. Durch den Kontrast von unterschiedlich hellen Flächen zueinander werden starke Stimmungen erzeugt. Erinnern wir uns an die spannenden Sequenzen im Kriminalfilm oder an das Genre des Film Noir, das völlig ohne Farben die Düsternis der Story nur mit Lichteffekte herbeizaubert. Oder die Bilder der Genres Malerei der 17., 18. und 19. Jahrhunderts, die mehr durch die Lichtstimmung, als durch die Farben an sich bestechen. In der Regel achten wir viel zu wenig auf die Hell-Dunkel-Kontraste, weil wir uns von den Farben viel zu leicht beeindrucken lassen. Ein gekonnte Spiel mit Hell-Dunkel-Kontrasten kann dem Betrachter augenblicklich in Angst und Schrecken versetzen, es kann aber auch auf einfacher Weise die zauberhafteste Lichtstimmungen erzeugen. Geschickt eingesetzt ist der Hell-Dunkel-Kontrast also viel mehr als ein reiner Farbkontrast. Der dritte Farbkontrast ist der Kalt-Warm-Neutral-Kontrast. Er wird durch den Einsatz der unterschiedlichen Farben des Farbspektrums erzeugt. Als warme Farben zählen alle Farben, die dem langen Wellenbereich des Farbspektrums angehören: Rot, gemischt über Orange bis Gelb. Sie stehen für Emotion, Aktivität, Kreativität, Wärme, Sonne und Licht. Die wärmste Farbe ist das reine Rot. Die kalten Farben gehören dem kurzen Wellenbereich des Farbspektrums an. Sie sind das Blau, gemischt zu Türkis oder Violett bis Purpur. Sie stehen für Kühle, Ruhe, Besonderheit, Souveränität, Vertrauen und Sicherheit. Nicht umsonst tragen Flugzeug- und Schiffskapitäne dunkelblaue Uniformen. Die kälteste Farbe ist das reine Mittelblau. Die neutralen Farben gehören dem mittleren Wellenbereich des Farbspektrums an. Sie sind als Grün in alle seinen Mischungsverhältnissen. Die unterschiedliche Grünmischungen stehen für Unabhängigkeit, Gerechtigkeit, Idealismus, Harmonie, aber eben auch für Neutralität. Geschickt eingesetzt, können alle die genannten Farbstimmungen auch im Betrachter erzeugt werden. Der Kalt-Warm-Neutral-Konstrast ist also ein echter Stimmungsmacher und wird ganz gezielt in der Lichttherapie eingesetzt. Die psychologische Wirkung von Farben findet in allen Lebensbereichen mehr und mehr Anerkennung: in der Arbeitsplatzgestaltung, in der Innenarchitektur, in allen Bereichen des Designs, so auch beim Autobau. Im meinem Auto kann ich zum Beispiel bei Dunkelheit die Farbstimmung wählen, die mir gerade am angenehmsten ist. Am liebsten fahre ich in tiefblau Atmosphäre. Liegt es an der Ruhe, Besonderheit und Souveränität, die die Farbe Blau erzeugt und die mir gerade beim Autofahren wichtig ist? Als besonders stimmungsvoll werden Motive wahrgenommen, in denen zwei oder alle drei der beschriebenen Kontraste aufeinandertreffen, also kalt, warm und neutral. Wie hier zum Beispiel der Frankfurter Westhafen Turm. Das warme goldene Sonnenlicht färbt die Glasflächen der Architektur grüner ein, als sie eigentlich sind und das gesamte Ensemble wird vom kühlen Blau des Abendhimmels umrahmt. Oder hier treffen der kalte und der warme Farbkontrast aufeinander. Die rote Erde des Flussdeltas wird von Wasserläufen durchzogen, die die kühl blaue Farbstimmung des Himmels widerspiegeln. Kommen wir jetzt zum Qualitäts- und Quantitätskontrast. Für mich sind sie mit die wichtigsten Kontraste, weil sie beweisen, wie wenig Farbe nötig ist um Abbildungen subjektiv als Farben vor erscheinen zu lassen. Viel zu oft sind Motive farblich überfrachtet, ob Fotos oder Illustrationen, Piktogramme, Grafiken oder in die gesamte Gestaltungsfläche. Im Umgang mit Farbe zählt auch hier wie so oft in der Gestaltung weniger ist mehr. Der Qualitätskontrast besteht aus dem Verhältnis unterschiedlicher Farben zueinander, wenn zum Beispiel leuchtend farbige Flächen auf vergraute Flächen treffen, wie hier in diesem Motiv. An diesem Bild ist nichts arrangiert. Ich habe es so vorgefunden und fotografiert. Man könnte sich die Mühe machen und ausrechnen, wie groß der Farbanteil des Oranges und Grün, der einzeln beiden Farben in diesem Bild zum vergraunten Umfeld, ist. Vielleicht 5 % oder noch weniger? Und trotzdem wirkt das Bild farbenfroh. Die Kunst durch kleine Farbtupfung eine große Wirkung zu erzielen beschreibt den Quantitätskontrast. Eher ist das Flächenverhältnis der Farblichkeit oder des Farbtons entgegengesetzter Farbqualitäten in selben Motiv. Durch geschickte Anwendung des Qualitäts- und Quantitätskontrastes wirken Bilder ruhiger dadurch aber auch ansprechender und aufmerksamkeitsstärker.

Grafikdesign lernen: Farbe

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1 Std. 11 min (15 Videos)
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