Unsere Datenschutzrichtlinie wird in Kürze aktualisiert. Bitte sehen Sie sich die Vorschau an.

Sylvia Massy: unkonventionelle Musikproduktion

Die drei Typen des Produzenten

Testen Sie unsere 2017 Kurse

10 Tage kostenlos!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Laut Sylvia Massy gibt es drei verschiedene, "typische" Musikproduzenten. Hier erklärt sie, worin sich Musiker-Produzent, Tontechniker-Produzent und Fan-Produzent unterscheiden.
03:16
  Lesezeichen setzen

Transkript

Es gibt, glaube ich, drei Arten von Produzenten. Einmal ist da der Musiker-Produzent wie Pharrell Williams, jemand, der die Musik schreibt und einen Sänger engagiert, der das Stück dann singt. Diese Leute schreiben die Musik für ihr Projekt selbst. Dann gibt es für mich eine weitere Art Produzent, den Tontechniker-Produzenten. In diese Kategorie falle ich selbst, weil ich die technische Seite gelernt habe, und mit den Werkzeugen hier im Studio leiste ich meinen Beitrag zum Projekt. Das Studio ist also mein Werkzeug. Dann gibt es noch eine dritte Art Produzent, und das ist der Fan-Produzent. Das ist jemand wie Rick Rubin, der nicht unbedingt selbst an den Reglern sitzt und nicht unbedingt selbst Musik komponiert. Dafür weiß er aber, wie man Leute zusammenbringt, und wählt aus, welche Musik aufgenommen wird. Wenn er mit einer Band arbeitet, lässt er sie 300 Songs schreiben und diese 300 Songs hört er sich alle einzeln an. Dann wählt er vielleicht die besten 20 aus. Sie können sich denken, dass diese 20 von 300 Songs dann wirklich sehr, sehr gut sind. Dann wählt er das Studio, die Studiomusiker, den Tontechniker, die Abmischer und die Teilnehmer der Session, er sucht die Termine und bringt alle in einem Raum zusammen, damit die Session beginnen kann. Und sobald er den Stein ins Rollen gebracht hat, überlässt er die Dinge einfach ihrem Lauf. Später kommt er wieder und sorgt dafür, dass die Songs in die Richtung entwickelt werden, die er sich dafür vorgestellt hatte. Und diese magische Kombination bringt ihm immer wieder Erfolg. Aber seine Perspektive ist die eines Fans. Ich nehme bei meinen Projekten ebenfalls die Fanperspektive ein. Das ist mein Ausgangspunkt. Ich will an Musik arbeiten, die mir wirklich gefällt, und dann bringe ich meine Fähigkeiten als Tontechnikerin mit ein. Oder ich engagiere einen Tontechniker und sage, okay, du kennst meine Vorlieben, kümmere du dich darum. Ich konzentriere mich völlig auf den Musikprozess, der draußen im Raum abläuft. Und manchmal schreibe ich auch selbst etwas Musik. Ich schreibe Arrangements für Streicher oder Harmonien. Eine musikalische Komponente gibt es bei mir also auch, die ich mit einfließen lassen kann. Die meisten Produzenten vereinen etwas von allen diesen drei Fähigkeiten und bringen sie in die Sessions ein. Ich konzentriere mich mehr auf die technische Seite, weil ich Ausrüstung und Spielereien einfach liebe. Meist beginne ich ein Projekt also von dieser Seite, aber zuallererst muss mich natürlich die Musik begeistern.