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Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Die Drei-Stufen-Schärfung

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In drei Stufen zu schärfen, bedeutet nicht, dass Sie dreimal einen Scharfzeichnungsfilter anwenden, sondern, dass Sie das Optimum aus Ihren Bildern herausholen. Dabei kompensieren Sie etwaige Unschärfen der Aufnahme, greifen kreativ in die Bildschärfe ein und optimieren das Ergebnis für die Ausgabe am Bildschirm oder im Druck.
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Transkript

In diesem Film möchte ich Ihnen die dreistufige Schärfung etwas näher bringen. Dreistufig bedeutet nicht, dass man nur drei Schärfungen an einem Bild durchführt, sondern dass Sie an drei entscheidenden Punkten im Workflow Ihrer Bildbearbeitung eine Schärfung durchführen. Früher hieß es, man schärft erst am Schluss. Aber heute, zu Zeiten der nicht-destruktiven Vorgehensweise, verliert das an Bedeutung. Gerade wenn Sie innerhalb von Lightroom oder Camera Raw sich bewegen, da ist es eigentlich egal, wann Sie welchen Schritt durchführen, denn diese Schritte addieren sich nicht weiter auf. Das Problem haben Sie zwar in Photoshop, wenn Sie zum Beispiel eine Ebene erst sehr stark schärfen, diese Ebene duplizieren, die dann nochmal schärfen, diese Ebene nochmal duplizieren, nochmal schärfen und so weiter. Dann addieren sich natürlich die Fehler entsprechend auf. Aber das ist auch nicht gemeint mit diesem dreistufigen Schärfungsprozess. Was ist damit gemeint? Gemeint ist damit, dass Sie deutlich bessere und schärfere Ergebnisse erhalten, wenn Sie Ihr Bild angepasst schärfen. Und zwar einmal zu Beginn der Bildbearbeitung, das sogenannte Eingabeschärfen, und dann einmal zwischendurch, bei dem Sie einzelne Elemente selektiv schärfen und vielleicht auch den Lokalkontrast erhöhen, und einmal zum Schluss, wo Sie die Schärfe optimieren für das jeweilige Ausgabemedium. Also zum Beispiel für den Bildschirm, für den Druck und entsprechend der jeweiligen Papiersorte. Das möchte ich Ihnen hier zeigen an diesen vier Bildern. Das ist das Original, also jeweils ein Bildausschnitt hier nur. Das wirkt ziemlich verwaschen. Hier ist alle Schärfung ausgeschaltet, auch in Camera Raw selbst. Hier müssen einige Fehler behoben werden. Und zwar kommt es allein schon aufgrund der verbauten Tiefpassfilter, die sogenannte Moiré-Effekte verhindern sollen, zu gewissen Unschärfe bei der Aufnahme. Hinzukommen auch noch Linsen, also Objektive, die gewisse Unschärfen hinzufügen, vor allem auch in den Randbereichen. Durch diese Unschärfen erhalten Sie zwangsläufig kein scharfes Bild. Wenn Sie in JPG fotografieren, dann übernimmt die Kamera für Sie die sogenannte Schärfung, die Vorschärfung. Ich würde Ihnen aber immer raten: Setzen Sie die Schärfung an der Kamera so gering wie möglich, weil diese Algorithmen sind nicht so gut wie das, was Sie selbst in Photoshop durchführen können beziehungsweise im Raw-Converter Ihrer Wahl. Also auch für JPG sollten Sie die Schärfung möglichst runtersetzen. Das gilt vor allem auch für JPG, denn auch JPG können Sie natürlich nachbearbeiten. Wenn dann schon eine Schärfung vorhanden ist, die sehr kräftig und unpassend ist, dann ist es natürlich nicht so schön. So sieht das Ganze nach der Vorschärfung aus. Ich weiß nicht, ob Sie den Unterschied jetzt gesehen haben. Das ist vorher und das ist nachher. Das heißt, eine Vorschärfung ist nie das finale Ergebnis. Sie sollten nie die Werte so hoch setzen, dass Sie denken, jetzt ist das Bild so knackig, wie ich es gern hätte. Denn die Vorschärfung soll wirklich nur die Fehler von Kamera und Objektiv und den Aufnahmebedingungen ausgleichen. Es kann zum Beispiel auch sein, dass Sie die Kamera leicht verwackelt haben. Auch das fällt in diesen Bereich der Vorschärfung beziehungsweise der Eingabeschärfung, das sind synonym verwendbare Begriffe. Die Vorschärfung erledigen Sie wie gesagt am besten schon im Raw-Converter oder direkt nach dem Öffnen in Photoshop. Kommen wir zur Kreativschärfung. Wenn ich hier auf das nächste Bild umschalte, sehen Sie, da hat sich jetzt einiges getan. Die Felsen hinten wirken deutlich plastischer. Hier kommt es selektiv zu Kontrasterhöhung im Gesicht und im Kleid. Die sieht man an anderen Teilen des Bildes sehr deutlich. Aber diese Unterschiede, das sind natürlich keine Schärfungen im herkömmlichen Sinne, sondern das ist das Herausarbeiten von Details, die für das Bild wichtig sind, die das Bild wirken lassen. Das ist der Teil des Schärfungsprozesses, der wirklich am meisten Spaß macht. Alles andere, wie zum Beispiel die Vorschärfung oder die Ausgabeschärfung sind eigentlich nur ein nötiges Übel für den kreativen Anwender. Denn damit beheben Sie im Prinzip nur die Unzulänglichkeiten der Technik. Denn wenn wir eine Kamera hätten, die bereits perfekt scharfe Bilder machen würde, also eins zu eins so wie Sie sie vielleicht in Ihrem Sehapparat wahrgenommen haben, dann bräuchten wir zum Beispiel die Eingabeschärfung schonmal nicht mehr. Die wäre dann perfekt. Wir könnten uns also völlig auf den kreativen Prozess konzentrieren. Und gäbe es beispielsweise auch keine Unschärfen beim Verkleinern von Bildern für das Internet oder beim Druck, oder bei verschiedenen Druckmedien keine Unterschiede, sondern man könnte das genau so drucken, wie es auf dem Bildschirm zu sehen ist, dann bräuchten wir auch keine Ausgabeschärfung. Das wäre natürlich toll, aber die Realität sieht doch anders aus. Deshalb muss es eben auch eine Ausgabeschärfung geben. Das ist diese hier. Die sieht jetzt sehr schlecht aus, weil die ist für einen Tintenstrahldrucker optimiert. Stellen Sie sich vor, das sind alles kleine Farbpünktchen. Die werden auf das Bild gesprüht sozusagen, auf das Bild gesetzt. Die verlaufen natürlich je nach Papiersorte oder Druckmedium, das Sie verwenden, immer ein wenig noch in diesem Medium beziehungsweise auf diesem Medium und vermischen sich da miteinander ein wenig. Nun nehmen wir an, wir drucken dieses Bild, das schon ziemlich matschig aussieht, und drucken das zum Beispiel auf ganz saugfähiges Löschpapier oder auf Zeitungspapier. Dann erhalten Sie ein sehr matschiges Ergebnis. Das ist dann richtig unscharf, weil die Farbe sich im Medium verteilt. Aber nun stellen wir uns vor, wir überschärfen das so extrem, dass wir hier quasi zwischen den einzelnen Details kleine weiße Abstände haben. Dann kann sich dieses Farbmaterial so verteilen, ohne dass es mit den angrenzenden Details verläuft. Im Prinzip ist das die Aufgabenstellung des Ausgabeschärfung für den Druck und natürlich auch für den Betrachtungsabstand, der hier auch eine wichtige Rolle spielt, beziehungsweise für das Entfernen der Unschärfe, die unweigerlich entsteht, wenn Sie ein Bild verkleinern. Denn im Internet laden Sie eigentlich in der Regel nicht die Originale hoch, sondern verkleinerte Versionen, sodass jeder sich auf verschiedenen Geräten das Bild mit geringen Ladezeiten sehr schnell und trotzdem scharf anschauen kann. Diese Ausgabeschärfung sollten Sie natürlich nur einmal und wirklich am Ende der Bearbeitungskette durchführen. Da gibt es verschiedene Werkzeuge. Sie können zum Beispiel einen Selektiven Scharfzeichner benutzen, oder Sie können auch Unscharf maskieren benutzen, müssen dann aber jeweils ausprobieren, welche Werte zu welchen Medien passen. Was sieht also auf dem Bildschirm gut aus? Was sieht auf den verschiedenen Papiersorten gut aus? Und weil das ziemlich viel Arbeit ist, gibt es zum Beispiel spezialisierte Plugins wie beispielsweise den Nik Sharpener Pro aus der Google Nik Collection, bei dem Sie direkt einfach die Geräte wählen können und bestimmte Schärfungs-Presets einstellen. Das nimmt Ihnen natürlich viel Arbeit ab. Also wenn Sie sehr viel selbst drucken und das auch noch auf verschiedenen Medien, und nicht die Zeit haben oder die Lust, da groß rumzuprobieren, dann würde ich Ihnen empfehlen, holen Sie sich solche spezialisierten Plugins. Also zusammenfassend nochmal: Wir haben vom Ausgangsbild ausgehend einmal die Vorschärfung, bei der Sie die Fehler von Kamera und Objektiv in erster Linie beheben, beziehungsweise der Aufnahmenbedingungen, wenn Sie etwa Ihre Kamera etwas verwackelt haben, Dann haben wir die wirklich viel Spaß machende Kreativschärfung, bei der Sie das Bild nach Ihren Vorstellungen verändern, also zum Beispiel den Lokalkontrast verändern, oder zum Beispiel auch nur mal die Augen schärfen oder bestimmte Bildteile, um diese mehr hervorzuheben. Hier könnte man natürlich auch sagen, dass es auch ein Teil des kreativen Schärfungsprozesses wäre, wenn Sie bestimmte Teile weichzeichnen. Denn damit verstärken Sie im Prinzip den Schärfeeindruck der nicht weichgezeichneten Teile. Aber das ist vielleicht ein eigenes Thema. Nach Abschluss der Kreativschärfung, wenn Sie Ihr Bild also so gebastelt haben, wie Sie es gern hätten, kommt nochmal eine technische Schärfung, und zwar die Ausgabeschärfung, mit der Sie das Bild auf das jeweilige Medium vorbereiten. Also in diesem Fall wäre es viel zu kräftig für diese Bildschirmdarstellung. Für den Tintenstrahler ist das so perfekt. Das ist der dreistufige Schärfungsprozess. Die erste Stufe kann aus ein bis zwei Schritten bestehen, dass Sie beispielsweise zuerst die Kamera- und die Objektivfehler korrigieren, dann die Verwackelung ebenfalls korrigieren. Hier bei der Kreativschärfung gibt es beliebig viele Schritte. Oder Sie können die auch ganz weglassen, wenn Ihnen das Ergebnis der Vorschärfung schon gefällt. Hier, das ist im Prinzip eine einzelne Schärfungssache. Das ist alles, was Sie über das Prinzip der dreistufigen Schärfung zuerst wissen müssen.

Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Lernen Sie, wie Sie Schärfe und Details Ihrer Bilder mit Photoshop optimieren. Schärfen Sie vor der Bearbeitung oder gezielt für die Ausgabe, und heben Sie Details kreativ hervor.

4 Std. 6 min (30 Videos)
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