Fotorezepte: Das perfekte Arrangement

Die Bildidee mit den richtigen Requisiten

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Am Beispiel des Arrangements mit Gemüse erläutert Eberhard Schuy hier seine Gedanken zur Umsetzung des Fotos.
09:03

Transkript

Beginnen wir mit einem ersten Arrangement. Und ich habe auch schon mal geöffnet hier auf meinem Rechner, worum es geht. Das ist aus einer Produktion, die wir vor einiger Zeit fotografiert haben. Da ging es um einen Beitrag über Sommergemüse, Obst, ja wo verschiedene Bilder erstellt wurden. Eins darunter war eben dieses Arrangement mit Tomaten, Zwiebeln, Lauch und diesen Dingen. Und ja, dann überlegt man natürlich immer, wie will man das fotografieren. Es gibt ja viele Möglichkeiten. Mein Ding ist natürlich immer das möglichst reduziert und einfach zu fotografieren. Und dann geht es wirklich los, so mit den ersten Überlegungen: ja, das man sich vorstellt, wie kann das denn aussehen. Es soll sehr hell, sehr lichtdurchflutet sein. Und dafür steht für mich eigentlich schon mal fest, dass es wahrscheinlich sehr hell, sehr weiß sein wird. Und ich weiß, es sind Tomaten im Bild, es sind Zwiebeln im Bild, eventuell noch andere kleine Zutaten: Pfefferkörner und und und... Das heißt, es gibt sehr viele kleine Bildelemente. Und die will ich nicht in Konkurrenz treten lassen zu anderen Bildelementen, die einfach nur im Bild sind, die aber nicht bildwichtig sind. Das heißt, würde ich da jetzt, mal ganz böse gesagt, eine rot karierte Tischdecke drunter legen, dann würde das für so viel Unruhe unter dem späteren Teller sorgen, dass ich da schon wieder so einen Blickfang erzeuge, den ich gar nicht erzeugen will. Das heißt, die Entscheidung bei solchen klaren sachlichen Aufnahmen, dass das sehr wahrscheinlich auf sehr hell, weiß fotografiert wird, fällt relativ schnell, zumindest bei mir. Und es ist auch relativ einfach, weil es gibt da nur die Möglichkeit: legen wir ein weißes Leintuch drunter oder lassen wir das. Und ich überlege mir, wie viel wird man später von dem Tisch sehen. Und wenn es so in meiner Idee wirklich nur irgendeine kleine Ecke, ein Rand sein wird, dann brauche ich da keine Tischdecke, weil man wird sie sowieso nicht genau erkennen. Und von daher ist meine erste Idee: weißer einfacher Hintergrund. Das sind so die Dinge, wie ich mich dem Bild nähere. So, dann kommt die Sache mit dem Teller. Ich habe Tomaten, ich habe grüne Elemente, ich habe vielleicht noch Knoblauch mit leicht farbigen Elementen drin, das weiß ich jetzt noch gar nicht ganz genau. Und ich möchte das Reukeiten und dann entscheide ich mich auch für einen weißen Teller, oder in dem Fall habe ich mich für einen weißen Teller entschieden, weil es sehr lichtdurchflutet sein sollte. Und ich weiß bei Food Aufnahmen mit solchen Dingen, wird ganz sicher ein Gegenlicht bildbestimmend sein. So, das heißt Gegenlicht, Porzellan - wir bekommen Reflexe, wir bekommen all die Dinge, kleine Spiegelungen, die das Bild nachher bestimmen, die aber auch für Unruhe im Bild sorgen. Das muss ich immer wissen. Und je mehr ich weiß: Ok, das wird ein Bild mit vielen Elementen sein, mit viel Unruhe, umso ruhiger muss mein Hintergrund sein. Ich habe runde Tomaten, ich habe runden Lauch. Alles was ich fotografiere, wird rund sein. Jetzt könnte ich sagen: Ok, dann nehme ich auch einen runden Teller. Dann überlege ich mir aber, dass ich keine Ruhe mehr ins Bild bekomme, wenn ich nur Rundungen habe. Und so ist meine Entscheidung hier bei diesem Foto sehr schnell auf einen eckigen Teller gefallen, weil ich sehr schnell vor Augen hatte, dass ich eigentlich nur mit einer oder zwei Kanten arbeiten möchte, die im Bild zu sehen sein werden. Und dann suche ich mir die Teller aus, die super auf einem weißen Untergrund sehen, auszusehen könnten. Und ja, gehe entweder bei mir in die Requisite oder fahre wirklich in einen guten Porzellanladen mit viel Auswahl, wo ich einfach ein bisschen stöbere. Und dann gab es hier drei Teller. Ich habe mal... es gab ein paar mehr. Aber ich habe mal drei mitgebracht, die so in die engere Auswahl gekommen sind. Es waren die drei hier, die ich dann einfach so mitgebracht hatte und gesagt: Also, die könnten funktionieren. Und dann... ja, wird das Bild dabei schon, wenn ich Teller sehe, wird das Bild schon so langsam gebildet. Und dann sehe ich schon so irgendwie meine Tomaten. Und das, wo ich sofort stutze, ist da wirklich dieser Teller, auch wenn ich den vor zehn Sekunden noch toll fand. Jetzt sehe ich den plötzlich so und sehe einen relativ breiten Rand. Und ich sehe eine relativ tiefe Einkerbung hier. Und wenn der Teller flach fotografiert wird, alles was hier vorne liegt, wird mir, bei kleinen Tomaten zumindest mal, fast zur Hälfte verdeckt. Und da weiß ich: Ok, dann bekomme ich wieder eine Kante rein. Ich habe eine Kante vom Rand, eine Kante hiervon und eventuell im Hintergrund auch noch mal zwei Kanten. Das könnte mir ein bisschen zu viel werden. Und wenn ich mir das dann so anschaue, dann werde ich relativ schnell unsicher. Und das kann ich überhaupt nicht gebrauchen, wenn ich mit einem Foto beginne. Und dann sage ich: Ok, er wird ja nicht weggeworfen, aber ich tue ihn erstmal weg und er bleibt mal für alle Fälle irgendwo liegen. Aber wahrscheinlich werde ich ihn nicht nehmen. So, dann bleiben nur noch zwei über. Das ist schon mal sehr entspannend. Und die schaue ich mir an und dann fällt mir eins sofort auf. Das kann ich vielleicht auch mal so zeigen. Wenn ich die Porzellansorten, -arten sehe, dann sehe ich, dass das eine sehr grau aussieht, sehr dunkel, fast schon ein bisschen schmodelig. Und das andere ist wirklich weiß, ist total clean. Und sodass der also in jedem Fall schon mal mehr Punkte bekommt wie dieser. Ja, und zum Licht hatte ich eben schon was gesagt. Gegenlicht, das baue ich mir dann erstmal auf und zwar wirklich nur als Grundlicht. Ich mache irgendein Gegenlicht, es ist vollkommen egal welches. Nur die Anmutung, die möchte ich so haben, wie es wahrscheinlich später im Foto sein wird. Und ich habe jetzt hier einfach mal eine Plexiglasplatte aufgebaut, bisschen Gegenlicht gemacht und stelle mal meinen Teller dahin. Und werde mir den mal so einstellen, wie ich mir das grob vorstellen könnte: so leicht schräg ins Bild kommend. Stelle auch mal die Schärfe ein bisschen drauf. Ok, und die Rundung nimmt also schon in der Perspektive, die ich gerne nehmen würde, ganz schön viel Platz ein. Ich gehe jetzt mal hier in mein Programm, in dem ich auch fotografieren werde, werde mal die Kamera aktivieren. So, das Licht hatte ich vorher schon gemessen. Also, wir machen mal eine erste Aufnahme. Und, na ja, Sie sehen was passiert. Wir sehen, dass ich sehr auf diese Kante schaue, dass es wirklich eine Rundung gibt und es hier einen starken Schatten gibt und ich hier in dem Bereich vor dem Teller in jedem Fall etwas tun muss. Das kann ich nicht einfach so leer lassen. Da muss später, ich sage mal, eine kleine Tomate, irgendetwas liegen, was zufällig heruntergefallen aussieht. Ob ich das weiß... ich hatte ja schon gesagt, ich will ein relativ ruhiges Bild mit vielen Elementen machen. Oder probiere ich einfach mal den anderen Teller. Und stelle ihn auch mal so grob hin, dass es ein etwa gleich aussieht, bisschen schräg. Und ich sehe schon, dass die gerade Form meiner Idee deutlich näher kommt, weil ich wirklich gerade Kanten habe und weil ich nicht mehr vergleichen muss zwischen diesem runden und diesem eckigen und mir überlegen muss, was kann ich mit den Räumen machen, die entstehen, die nicht zum Teller gehören. Und da ist dieser Teller, der jetzt da steht, deutlich besser. So, also, lange Rede - kurzer Sinn. Es wird schlicht und einfach dieser Teller sein. Das ist eine Entscheidung, die ich nicht, die ich hier relativ gut begründen kann, die ich aber nicht immer so eindeutig begründen kann. Da muss man sich auch wirklich einfach mal aufs Gefühl verlassen und sagen: Ja, mir gefällt das besser. Und es ist klarer, es ist deutlicher, es ist ruhiger und mehr brauche ich nicht. Das reicht mir, um mich für diesen Teller zu entscheiden. Und erst im nächsten Schritt werde ich mich jetzt mit den Requisiten und dem, was auf den Teller kommt, beschäftigen.

Fotorezepte: Das perfekte Arrangement

Lernen Sie, wie man Food-Aufnahmen perfekt inszeniert und fotografiert. Die scheinbare Zufälligkeit und das exakt geplante Arrangement führen zur gelungenen Aufnahme.

1 Std. 15 min (13 Videos)
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