Six Sigma: Green Belt

Die Arbeit mit Auswahlanalysen

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In diesem Video erfahren Sie, wie Sie mit Auswahlanalysen arbeiten. Sie lernen hierbei die kriterienbasierte Entscheidungsmatrix sowie die Konzeptauswahlanalyse nach Pugh kennen.
05:20

Transkript

Der Kauf eines Autos kann eine schwierige Entscheidung sein. Was ist Ihnen wichtig? Ist es Benzinverbrauch, Geländetauglichkeit, großer Kofferraum? Oder ist es Geschwindigkeit und Komfort wie Klimaanlage und perforierte Ledersitze? Beim Kauf eines Autos müssen Sie die Kriterien wählen, die zur besten Entscheidung führen. Was hat mehr Gewicht? Wie ist jede Alternative im Vergleich zu den anderen? Und ähnlich ist es in der Improve-Phase von Six-Sigma-Projekten, nachdem das Team Lösungsalternativen generiert und entwickelt hat. Denn dann müssen die besten Lösungsschritte für ein Problem bewertet und ausgewählt werden. Glücklicherweise gibt es Tools und Verfahren für eine solche Bewertung. Zwei davon sind besonders bekannt. Die kriterienbasierte Entscheidungsmatrix und die Konzeptauswahlanalyse nach Pugh. Beides sind qualitative Bewertungsverfahren, die auf der kollektiven Expertise und Erfahrung von Experten basieren. Es ist also wichtig, Fachleute und Management-Stakeholder in die Bewertung miteinzubeziehen. Die kriterienbasierte Entscheidungsmatrix vergleicht jede Alternative mit dem Kriteriensatz und bewertet sie auf einer Skala von 1 bis 10. Und so funktioniert es. Erstens: Stellen Sie Bewertungskriterien auf. Dazu gehören qualitätskritische Merkmale oder CTQs, Einfluss auf Y und andere Überlegungen wie Kosten und einfache Implementierung. Zweitens: Da nicht alle Kriterien gleich sind, müssen Sie sie gewichten. Wenn Sie zehn Punkte haben, können Sie diese Punkte auf die Kriterien nach ihrer relativen Wichtigkeit verteilen. Angenommen, es gibt drei Kriterien: Implementierungszeit, Implementierungskosten und Auswirkung auf die Verbesserung von Y. Und angenommen, Zeit und Kosten werden als gleich wichtig betrachtet und die Auswirkung auf die Verbesserung von Y als dreimal so wichtig. Dann weisen Sie die relative Gewichtung so zu: zwei Punkte für Kosten, zwei für Zeit und sechs für die Auswirkung auf Y. Dann setzen Sie die Lösungsalternativen über die Matrix. Und viertens: Bewerten Sie jede Alternativlösung anhand der Kriterien auf einer Skala von 1 bis 10, auf der 10 die beste Bewertung ist. Achten Sie bei Kriterien wie Kosten darauf, dass weniger Kosten mehr Punkte bedeutet. Für die Gesamtpunktzahl multiplizieren Sie für jede Alternative die Punkte mit den Kriteriengewichtungen und addieren jede Spalte. Hier ein Beispiel zur Bewertung der Alternativen für das Mittagsessen: Fast-Food-Restaurant, Pizzalieferdienst, Buffetrestaurant, Steakhaus und die Firmencafeteria. Hier sehen Sie die Punkte für jede Alternative. Die höchste Punktzahl hat der Pizzalieferdienst. Bei der kriterienbasierten Matrix gibt es im Team vielleicht Probleme bei der Punktevergabe. Einer bewertet etwas mit 7, die anderen mit 6 oder 8. Man muss sich dann irgendwie einigen. Dieses Problem wird umgangen, wenn man die Punkteskala für jedes Kriterium erläutert. Ich empfehle zum Beispiel eine Definition bei eins, drei, sechs, neun, indem man beschreibt, was drei, sechs und neun für jedes Kriterium bedeutet. Das heißt, so weiß man, für was die Punkte auf der Skala stehen. Zum Beispiel kann für die Abwesenheitszeit 1 Punkt zwei Stunden bedeuten. 3 heißt eine Stunde, 6 bedeutet 45 Minuten und 9 steht für fünf Minuten. Das zweite Auswahltool kennt das Problem mit der numerischen Bewertung nicht. Es heißt Konzeptauswahlanalyse nach Pugh. Es gibt keine numerischen Punkte, sondern jede Alternative wird mit derselben geeigneten Ausgangsbasis verglichen. Sie werden dann für jedes Kriterium als besser, gleich oder schlechter eingestuft. Ist ein Kriterium besser, wird es mit einem Pluszeichen versehen. Ist es gleich, steht ein g, und ist es schlechter, schreibt man ein Minuszeichen. Hier sehen Sie das Mittagessenbeispiel mit der Pugh-Konzeptauswahlanalyse. Die Firmencafeteria wurde als Ausgangswert gewählt. Alle Essensalternativen wurden mit dieser Ausgangsbasis verglichen. Sie wählen dann die Lösungsalternative mit den meisten Plus- und den wenigsten Minuszeichen aus. Unten in der Matrix steht das Ergebnis und man kann sehen, dass der Pizzalieferdienst zwei Plus, ein Minus und ein g hat. Wenn wir die relative Gewichtung miteinbeziehen, ist der Pizzalieferdienst immer noch die beste Option, mit sechs gewichteten Plus und nur zwei gewichtigen Minus. Wenn Sie also ein Auto kaufen oder eine Alternativlösung suchen, nutzen Sie die kriterienbasierte Matrix und die Konzeptauswahlanalyse nach Pugh. Und nutzen Sie den Input der Stakeholder. Dann wird eine Entscheidung hoffentlich nicht so schwierig sein.

Six Sigma: Green Belt

Lernen Sie das, was Sie als Green Belt brauchen: Messsystemanalyse, beschreibende Statistik, Hypothesenprüfung, statistische Versuchsplanung, statistische Prozesssteuerung usw.

1 Std. 43 min (26 Videos)
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Erscheinungsdatum:31.07.2018

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