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Systemisch führen

Der Schlüssel zum systemischen Führen: Systemisch denken

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Die Trainer grenzen hier das systemische Paradigma als Prinzip lebender, selbstorganisierter Systeme vom mechanistischen Ansatz ab.

Transkript

Um zu verstehen, was "systemisch" bedeutet, werfen wir zuerst einen Blick auf dessen Gegenteil, den mechanistischen Ansatz. Davon wurde seit Jahrhunderten das Denken unserer westlichen Kultur bestimmt. Folgende Annahmen prägen dieses Weltbild: analytisches Denken, Beobachtung der Natur, Erfassung der Welt in Zahlen; Analyse, Messbarkeit, Quantifizierung, Zerlegung von Zusammenhängen; das Ideal der "Objektivität". Die meisten Managementinstrumente folgen dieser Logik. Was nicht messbar ist, existiert nicht. Dahinter steckt also die Idee der direkten Steuerbarkeit von Teams oder von anderen Systemen. Anders ausgedrückt: Dies ist die Idee der linearen Kausalität von Ursache und Wirkung. Die Umwelt liefert einen Input und wirkt auf das System ein. Diese Umwelt können zum Beispiel Sie sein, etwa, wenn Sie in Ihrem System etwas bewirken wollen. Ein Beispiel? Sie fordern einen Mitarbeiter auf, in Zukunft pünktlich an jedem Dienstag zur Teambesprechung zu kommen. Darauf folgt die erwartete Wirkung und am Ende ein neues Verhalten. Eins zu eins wie beim Uhrwerk oder Zahnradgetriebe. Soweit die Theorie. Was aber, wenn der Systemspieler nicht die erwartete Wirkung zeigt, also nicht mitspielt bei der Idee der linearen Kausalität von Ursache und Wirkung. Dann hilft der systemische Ansatz weiter. Hier ist von vornherein klar, dass das Verhalten der Führungskraft sowohl Auslöser für als auch Reaktion auf das Verhalten von Mitarbeitern ist. Also alles andere als eine lineare Einbahnstraße. Das nennt man dann kybernetische Kommunikationsprozesse. Ein Beispiel: Ein Chef beschwert sich darüber, dass seine Mitarbeiter kaum Initiative zeigen und wenig selbstständig arbeiten. Das nervt ihn mehr und mehr. Fragt man seine Mitarbeiter, hört man Folgendes: "Wir werden immer demotivierter, weil unser Chef alles selbst machen will und für unsere Ideen nicht offen ist." Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie sehen, hier gibt es keinen linearen Ursache-Wirkung-Zusammenhang. Vielleicht haben Sie schon bemerkt, hier geht es um einen Paradigmenwechsel hin zum Denken in Wechselwirkungen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn Ihnen die Annahmen im systemischen Denken bisweilen erst einmal nur wenig vertraut vorkommen, ja Sie bisweilen irritieren. Das systemische Paradigma ist das Prinzip lebender Systeme: Sie organisieren sich selbst, unberechenbar und von außen nicht steuerbar. Das kratzt natürlich schon an der Vorstellung einer Führungskraft als großen Lenker und Denker, oder? Beim systemischen Ansatz regt die Umwelt das System an. Sie gibt einen Impuls. Und was macht das System? Es kann ganz unterschiedlich reagieren: sich neu organisieren, den Impuls abwehren oder sich gar auflösen oder auch gar nicht reagieren. Werfen wir noch einmal einen Blick auf den zu spät kommenden Mitarbeiter, nennen wir ihn Herrn Krause. Günstigstenfalls organisiert Herr Krause sich neu und schafft es künftig immer pünktlich zu kommen. Es könnte aber auch sein, dass er sich beim Betriebsrat über Ihre unverschämte Art der Kontrolle beschwert. Oder er könnte einmal pünktlich kommen, um dann sein Verhalten als Zuspätkommer beizubehalten. Sie sehen, mehr kann man in der systemischen Sichtweise nicht sagen. Gewissheit geht verloren. Es gibt eben kein reines Ursache-Wirkung-Verhältnis. Aber diese Sichtweise ist realitätsnah, besonders in unserer Komplexen Welt. So wie für das mechanistische Bild ein Zahnradgetriebe Pate steht, ist für das systemische Denken ein Mobile eine gute Metapher. Wenn man hier ein neues Teil hinzufügt, die Position eines Elements verändert oder auch das ganze Mobile anstößt, so hat dies gleichzeitig Auswirkungen sowohl auf das Mobile als System als auch auf seine einzelnen Elemente.

Systemisch führen

Lernen Sie sieben systemische Tools kennen, die Sie in der Mitarbeiterführung unterstützen.

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