Scrum-Grundlagen: Agile Softwareentwicklung

Der Product Owner

Testen Sie unsere 2009 Kurse

10 Tage kostenlos!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Nach einer Kurzvorstellung der – wenigen – Beteiligten, die ein Scrum-Projekt umfasst, lernen Sie gleich die erste Rolle im Detail kennen: Den Kundenversteher und Priorisierer.
07:12

Transkript

Lassen Sie uns beleuchten, welche Rollen wir in einem Scrum-Projekt brauchen, damit es gut funktioniert. Es sind nur 3 Rollen, es ist wirklich einfach gehalten. Wir haben verschiedene Tätigkeiten und verschiedene Rollen dafür. Die erste Tätigkeit, mit der alles anfängt ist, jemand muss definieren, was überhaupt entstehen soll. Bei Scrum heißt diese Person Product Owner. Er tritt in Verbindung mit den Kunden und schreibt auf, was eigentlich an Software entstehen soll. Dann gibt es das Team, das Scrum Team. Das tut den Löwenanteil, schafft die Arbeit vom Tisch. Es realisiert die Software, es schafft etwas Neues. Und dann gibt es noch den Scrum Master, der sorgt dafür, dass das Projekt freie Bahn hat. Er sorgt dafür, dass alle Parteien gut miteinander kommunizieren. Und das ist eigentlich alles es gibt nur diese 3 Rollen. Lassen Sie uns mal reinschauen, z.B. in die Rolle des Product Owners: Der Product Owner ist bei Scrum der Vertreter des Kunden. Die Scrum-Sprache nennt den Kunden Stakeholder. Es ist meistens nicht nur einer, sondern es sind mehrere Leute, die ein Interesse an einem Projekterfolg haben. Entweder, der Product Owner ist einer der Kunden oder ist der Kunde selber, viel öfter ist es allerdings so, dass er ein Stellvertreter des Kunden ist, z.B. ein Kollege aus meiner Software-Firma, der den Kunden, der die Software will, vertritt, der mit ihm spricht und herausfiltert, was der Kunde eigentlich braucht. Die Hauptaufgabe des Product Owners ist es, aufzuschreiben, was entstehen soll. D.h., er erstellt eine Liste mit Anforderungen. In Scrum heißt diese Liste Product Backlog – ein Backlog für das ganze Projekt. Und die wichtigste und knackigste Aufgabe dabei ist es, diese Anforderungen zu priorisieren. Scrum schreibt vor, dass niemals 2 Sachen gleich wichtig sein können. Ich habe diese zwei Sachen willst du erst das hier oder erst das hier? Und der Product Owner ist die Person, die das festlegt. Das tut er natürlich, indem er mit dem Kunden spricht, er ist ja der Vertreter des Kunden. Wenn er es aufgeschrieben und priorisiert hat, ist es seine Aufgabe, dem Team von Software-Entwicklern zu erläutern, was da entstehen soll. Es reicht nicht, nur mal einen Satz zu schreiben: "Ich will die Software ABC", sondern es sind ganz viele Detailfragen zu klären. D.h., der Product Owner muss nicht nur die Kundensprache verstehen, sondern er muss auch Entwicklersprache sprechen können. Das mag sich jetzt komisch anhören, aber manchmal sind es wirklich verschiedene Sprachen. D.h., der Product Owner ist so eine Art Übersetzer. Wenn das Team ein Teil des Projekts umgesetzt hat, kommt der Product Owner hinzu, schaut sich die Ergebnisse an, nickt entweder oder schüttelt mit dem Kopf oder macht irgendwas dazwischen. So nach dem Motto: Das passt schon; hier habe ich noch 1, 2 Wünsche, die schreibe ich mir auf; die kippe ich dann in die nächste Iteration mit dazu. Und der Product Owner ist eine Person. Sie können es vergleichen mit der klassischen Situation, die der kleine Junge hat, der etwas von den Eltern will. Wenn er es von der Mutter nicht kriegt, fragt er halt den Vater oder spielt beide gegeneinander aus. D.h., Scrum-Projekte funktionieren am besten, wenn der Product Owner eine Person ist, die für ein Product-Backlog verantwortlich ist. Bei größeren Projekten mag man dann mehrere brauchen, aber das ist jetzt die Idealvorstellung. Ich kann Ihnen ein paar Tipps an die Hand geben, was bei der Auswahl und bei der Arbeit eines Product Owners wichtig sein kann oder nach meiner Erfahrung auf jeden Fall wichtig wird. Ich habe schon angesprochen, dass der Product Owner "Kundisch" und "Entwicklerisch" sprechen muss, um es mal so zu nennen. Er muss wirklich ein Gefühl dafür haben, wie man aus einer schwammigen Kundenanforderung etwas Greifbares macht, was ein Entwicklerteam umsetzen kann. Also ein gewisses Abstraktionsvermögen und ein Vermögen, irgendwas auch konkret ausdrücken zu können. Der Product Owner muss ziemlich gut darin sein, seine Stakeholder, alle Bestandteile der Kunden-Auftraggeber-Gruppe, im Zaum zu halten. Das ist meistens so, dass die jeder verschiedene Prioritäten haben. Aber er soll ja die Features priorisieren, damit nur eine Liste an Prioritäten rauskommt. D.h., er braucht so viel Verhandlungsgeschick, um Leute, die oft aus einer Management-Riege kommen, so zu bändigen, dass die sich wirklich auf eine Liste mit Prioritäten einigen können. Ist gar nicht so einfach. Der Product Owner muss entscheidungsfähig sein, bzw. er muss willig sein, Entscheidungen treffen zu können. Um es ein bisschen salopp auszudrücken, können Sie rausfinden, wer ein guter Product Owner wäre, indem Sie alle Kandidaten zum Abendessen einladen und der, der sich am schnellsten für sein Essen entscheidet, ist offensichtlich fähig, Entscheidungen zu treffen. Wenn einer schon für sein Dessert eine halbe Stunde im Menü stochert, vielleicht ist der dann nicht so richtig entscheidungsfähig. Der Product Owner muss greifbar fürs Team sein. Es hilft nicht, wenn der zwar gut priorisieren kann, gut mit dem Kunden kann, aber nie da ist, um dem Team auch Fragen zu beantworten. D.h., er muss greifbar sein, muss auch die Zeit dafür haben. Und oft ist es so, dass der Product Owner früher mal ein Software-Entwickler war. Er weiß noch, wie es technisch funktioniert, und dieses Wissen will er natürlich auch einbringen. Ist aber jetzt nicht mehr seine Aufgabe. Er soll nur dafür sorgen, dass das Team versteht, was entstehen soll. Wie es entstehen soll, ist nicht mehr seine Baustelle. D.h., er muss hier wirklich Fingerspitzengefühl entwickeln. Und ich würde empfehlen – Scrum empfiehlt es auch –, dass der Product Owner keine Personalunion mit dem Scrum Master haben sollte. Wenn Sie nämlich diese 2 Rollen verschmelzen, dann haben Sie einen Projektleiter alter Schule und das waren ja genau die Zöpfe, die wir abschneiden wollen. Wir haben jetzt also gesehen, was die Aufgaben eines Product Owners sind und wie ein Product Owner gut ausgewählt und gut aufgestellt sein kann.

Scrum-Grundlagen: Agile Softwareentwicklung

Machen Sie sich mit der Softwareentwicklung mit Scrum vertraut und sehen Sie, wie Sie komplexe Projekte agiler, qualitativ besser, kundenorientierter und motivierter meistern.

3 Std. 34 min (49 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!