Mitarbeiter entwickeln

Der Personalentwicklungsprozess

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Die Mitarbeiterentwicklung folgt in der Theorie einem bestimmten Prozess. Dieser Prozess bietet eine gute Hilfestellung vor allem für denjenigen, der sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt.

Transkript

Gerade in kleineren Einheiten geschieht Personalentwicklung oftmals intuitiv. Das kann gut funktionieren. Dennoch möchte ich Ihnen ein Modell vorstellen, das zeigt, wie Personalentwicklung auf bewusster und systematisch angelegte Art und Weise funktionieren kann. Dieses Modell stammt von Manfred Becker, Professor an der Martin-Luther- Universität, Halle-Wittenberg. Es umfasst sechs Phasen. Ich möchte diese sechs Phasen im Folgenden nur sehr allgemein vorstellen und verzichte daher auf Details. Mir geht es um das Grundverständnis für den Prozess. Wenn Sie diesen Prozess in Ihrem Unternehmen anwenden möchten, werden Sie sich sicherlich ausführlicher damit beschäftigen. Die erste Phase ist die "Bedarfsanalyse". In dieser Phase wird zunächst analysiert, welche Tätigkeiten der Mitarbeiter verrichtet. Im Prinzip geht es darum, eine Stellenbeschreibung anzufertigen. Dabei schaut man, welche Aufgaben auf der betrachteten Stelle zu erfüllen sind, und was der Mitarbeiter dazu tun muss. Der nächste Schritt in dieser Phase, ist die "Anforderungsanalyse". Hier wird untersucht, welche fachlichen, sozialen, methodischen und führungsbezogenen Fähigkeiten gebraucht werden, um die der Stelle zugeordneten Aufgaben zu lösen. Schritt drei ist die "Adressatenanalyse". Hier steht die Frage im Vordergrund, welche Qualifikationen und Motive der Mitarbeiter hat und welches Potential er mitbringt. Wenn man anschließend die Ergebnisse der Adressatenanalyse mit den Anforderungen vergleicht, die für die betrachtete Stelle gelten, dann erkennt man, inwieweit der Mitarbeiter passend qualifiziert ist. Wird er im gegeben Moment anforderungsgerecht eingesetzt oder ist er über- oder unterqualifiziert? Eine ergänzende Potenzialanalyse gibt so dann Aufschluss zu der Frage, ob und inwieweit der Mitarbeiter in der Lage wäre, eine andersartige oder höherwertigere Tätigkeit auszuüben. Phase zwei lautet: "Ziele setzen". Hier wird festgelegt, wohin die Reise gehen soll. Welche Ziele werden mit dem Entwicklungsprozess angestrebt. Wichtig in dieser Phase ist, dass die Ziele im Dialog zwischen dem Unternehmen und dem Mitarbeiter erarbeitet und von beiden Seiten verstanden und akzeptiert werden. In der dritten Phase werden die "Maßnahmen" für die Personalentwicklung bestimmt. Becker nennt diese Phase "Kreatives Gestalten". Hier wird es sehr konkret. Die Verantwortlichen klären, wann, wo und wie Personalentwicklungsmaßnahmen getroffen werden sollen, wer an ihnen teilnehmen soll und welche Maßnahmen im Einzelnen ergriffen werden. Dazu gehört auch die Frage der Kosten. Phase vier ist die "Durchführungsphase". Der Name sagt schon, worum es in dieser Phase geht. Die beschlossenen Maßnahmen werden umgesetzt. Phase fünf schließlich ist die "Erfolgskontrolle". Diese Phase wiederum unterteilt sich in mehrere Abschnitte, in denen verschiedene Kontrollen durchgeführt werden. Becker nennt abschließend eine sechste Phase. Diese Phase kommt jedoch nicht immer zum Tragen. Deshalb habe ich sie in mein Schaubild nicht mitaufgenommen. Dennoch möchte ich sie nicht unerwähnt lassen. Diese Phase umschreibt Becker mit "Transfersicherung". Hier geht es darum, festzustellen, ob Probleme, die vor der Durchführung der Personal- Entwicklungsmaßnahme bestanden, dauerhaft beseitigt werden konnten. Wenn die Personalentwicklung an einem konkreten Lernobjekt und am Arbeitsplatz erfolgt, fallen das Lernfeld und das Arbeitsfeld zusammen. Das gelernte kann direkt in die Arbeit einfließen. In diesem Fall stellt sich die Transferproblematik erst gar nicht. Ich muss gestehen, dass es mir schwer fällt, die sechste Phase strikt von Phase fünf, der "Erfolgskontrolle", zu trennen. Umgekehrt kann ich mir gut vorstellen, dass im Alltag die Transferkontrolle, die Becker übrigens auch zur fünften Phase zählt, diesen Teil mit abdeckt. Doch, wie auch immer, die Prüfung, ob die Personalentwicklung langfristig gewirkt hat, ist auf jeden Fall wichtig.

Mitarbeiter entwickeln

Lernen Sie die Grundlagen, Spielregeln und Instrumente zur Entwicklung Ihrer Mitarbeiter kennen.

1 Std. 6 min (19 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
Exklusiv für Abo-Kunden
Erscheinungsdatum:17.02.2017

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!