Fotografieren mit der Lochkamera

Der große Moment: ein erster Blick auf den analogen Film

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Der Film ist fertig entwickelt und fixiert, zwischendurch mehrfach gewässert: Erfahren Sie, warum das Öffnen der Dose ein ganz besonderer Moment – und nie mit digitaler Technik erreichbar ist.
04:29

Transkript

So, der große Moment ist da. Der Film ist fix und fertig entwickelt, gewässert, dazwischen auch nochmal fixiert worden. Aber erstmal wollte ich genau sagen, was wir gemacht haben. Wir haben entwickelt 11 Minuten, haben Sie gesehen, in diesen Rhythmus hier 11 Minuten lang, immer das Gleiche, damit der Film in allen Stellen gleich stark entwickelt wird. Danach leert man den Entwickler weg, nicht im Abguss, sondern besser aufheben, das bringt man zum Entsorgen später. Dann wird er zwischengewässert ungefähr 1 bis 2 Minuten in fließendem Wasser. Das Wasser sollte definitiv mehr als 10ºC haben. Wenn es weniger hat, dann wässert das nicht richtig. Also 10 ist eigentlich schon unterste Grenze. 15º gehen einigermaßen, 20º, 25º sind ok. Danach wird der Film fixiert. Das reicht bei dieser Verdünnung, die wir gewählt haben 1 zu 7, ungefähr 5 bis 6 Minuten. Auch das wieder unter genau den gleichen Bewegungen. Genau so, so fixiert man den Film. Danach wird das Fixierbad ebenfalls weggeschüttet, aber auch das nicht in den Abguss, sondern auch das in einen getrennten Behälter und danach folgt die Schlusswässerung. Die Schlusswässerung darf ruhig ein bisschen länger sein, also Sie dürfen es ruhig 8, 10, 12, 15 Minuten machen, entweder häufig das Wasser auswechseln, alle 30 Sekunden bis jede Minute, oder auch das unter fließendem Wasser, je nachdem wie Sie wollen. Genau da sind wir gerade, das haben wir jetzt gemacht, Dass heißt dieser Film ist jetzt nicht mehr lichtempfindlich. Er müsste theoretisch entwickelt sein. Er ist auch fixiert, auch das müsste funktioniert haben. Weshalb das so ein großer Moment ist, müssen Sie sich vorstellen, Sie fotografieren, das dauert ja doch ein bisschen länger mit einer analogen Kamera, bis man den Film voll hat. Dann kann man tatsächlich sehen, was man gestern, vorgestern, letzte Woche angefangen hat zu fotografieren und genau da sind wir jetzt, ich mache die Dose auf und wir schauen rein. Ich muss einfach nach oben ziehen, diesen Rand, dann kann man den Deckel abheben, so, ist noch nass, es ist auch richtig so. Jetzt schauen wir hier mal rein. Das heißt, ich nehme erstmal diesen weißen Stopper hier ab. Dann nehme ich diesen Kern raus. Sie sehen, ist alles noch nass, ist nur Wasser, es ist jetzt keine Chemie mehr und jetzt wird der Oberteil gegen den Uhrzeigersinn gedreht und ich kann meine Spirale hier quasi, meine Spule öffnen. So sieht es hier aus. Jetzt nimmt man den vorsichtig raus, weil nämlich dieser Film selbstverständlich noch sehr empfindlich, also kratzempfindlich ist. Sie wollen auf keinen Fall den jetzt auf der Schichtseite verletzen. So ich ziehe es raus. Wir können ja mal gucken, ob wir was drauf haben. Ich glaube, man sieht jetzt schon ganz gut, dass wir Belichtungsreihen gemacht haben, der Abstand ist immer so ein bisschen größer als es sein müsste, aber lieber so, als dass wir so wie hier, ist es einmal passiert, dass da zwei Negative ineinander fotografiert sind. Aber ich würde sagen, die Belichtungsreihen haben alle ganz wunderbar funktioniert. So was braucht der Film jetzt noch? Man könnte ihn so zum Trocknen aufhängen, aber je nachdem mit welcher Wasserhärte Ihre Leitungswasser gesegnet ist, bekommen Sie mehr oder weniger starke Kalkflecken. Die würde man natürlich sehen nach dem Scannen oder beim Vergrößern und damit das nicht passiert, müssen wir den Film jetzt noch mit entweder einem sogenanntes Netzmittel oder wenn Sie das nicht haben, mit handelsüblichem Spülmittel behandeln. Wie geht das? Ganz einfach. Sie nehmen den Film und fädeln ihn quasi durch das Wasser durch, in dem Sie vorher ein guter Spritzer von diesem Spülmittel reingegeben haben. Der Vorteil ist, wenn Sie die Spülmittel nehmen, der Film duftet nach Zitrone, auch das sehr schön beim Vergrößern... Nein, es ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass Sie entweder Spülmittel oder ein Netzmittel nehmen. Dann wird der Film getrocknet. Ich halte ihn mal anders, es wird anstrengend. Dann wird der Film getrocknet möglichst an einem staubfreien Ort natürlich. Dafür ist es ganz gut, Sie hängen den auf, dass er frei hängen kann, unten eine Wäscheklammer ran. Möglichst nicht draußen, schon gar nicht im Frühjahr, wenn Pollenflug ist, muss man sehr vorsichtig sein. Staubfreier Ort, Badezimmer ist eine ganz gute Idee und dann warten Sie einfach, bis der Film trocken ist, bis der ganz durchgetrocknet ist, was circa ungefähr je nach Temperaturen eine halbe Stunde bis zwei Stunden dauert. Danach kann man den schneidem, scannen, vergrößern, was auch immer.

Fotografieren mit der Lochkamera

Erfahren Sie, wie eine Lochkamera funktioniert. Von der Konstruktion über die Film-Entwicklung bis zur digitalen Nachbearbeitung erfahren Sie, wie Bilder "ohne Objektiv" entstehen.

2 Std. 17 min (26 Videos)
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Erscheinungsdatum:27.07.2016

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