Illustrieren in Photoshop: Hintergrund

Der gepflasterte Weg

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Eine höhere Stufe der Detailausarbeitung widmen Sie dem Weg und dessen einzelnen Steinen bzw. Tafeln, deren Konturen und Struktur deutlich erkennbar sein sollten. Das gilt zumindest im Vordergrund, während nach hinten zu der Detailgrad durchaus abnehmen darf. Gleichsam behandeln Sie den umgebenden Rasen- und Moosbewuchs.
08:03

Transkript

Jetzt wollen wir uns vor unserer Pagode mal bisschen dem Weg hier zuwenden. Da hatten wir ja in der Vorzeichnung dafür gesorgt, dass wir hier einzelne Steine gut voneinander unterscheiden können, dass wir ein richtiges Pflastermuster haben, und das werden wir jetzt tatsächlich auch mal malerisch berücksichtigen. Ich nehme hier mal mit dem Pipettenwerkzeug den Schattenton, aus dem hinteren Bereiches dieses Weges, und mit dem und meinem groben Pinsel, den mache ich mir extra sogar noch ein bisschen größer, werde ich jetzt hier mal ein paar Umrisse von diesem Pflaster eintragen. Dabei geht es jetzt nicht darum akribisch diese Formen auszumalen. Das Problem ist nämlich immer, wenn man an einer Stelle im Bild zu genau wird, zu detailliert, dass man dadurch dann eine Verpflichtung eingeht, auch alle anderen Bereiche des Bildes, sehr detailliert auszuarbeiten. Und es ist tatsächlich so, dass dieses Detail in der Regel nicht benötigt wird; schon gar nicht in einem Hintergrund. Also, da sage ich mal gibt es natürlich verschiedenste Anforderungen, vor allem in dem Bereich Computerspiele wird großen Wert auf Details gelegt, da gibt es fast schon eine Detailbesessenheit, könnte man sagen, da kann es gar nicht detailliert genug sein. Ich persönlich bin davon nicht so überzeugt, ich persönlich bin der Meinung, dass Detail letztendlich den Betrachter ein bisschen die Fantasie raubt, denn es macht doch auch wirklich Spaß, sich bei einer etwas lockerer gehaltenen Illustration die allerletzten Details quasi hinzuzudenken. Und eben nicht die feinste, letzte Pore im Gesicht eines Charakters, oder den allerletzten Kieselstein in so einem Hintergrund quasi direkt sehen zu können. Man kann das auch durchaus innerhalb eines Bildes variieren. Hier z. B. gehe ich davon aus, dass je weiter ich mich vom Betrachter entferne, desto weniger muss ich wirklich hier die Linien nachempfinden, die in dieser Textur, in dieser Vorzeichnung, vorgegeben sind. Das ist nur hier ganz im Vordergrund interessant, da, wo man dann wirklich vielleicht auch einzelne Platten voneinander visual abgrenzen kann. Und je weiter man nicht hinten kommt, desto lockerer sieht man das Ganze dann, das zerfällt dann, mehr oder weniger, nur zu so einer Art Punkt- und Strichmuster. Dadurch vermittelt man auch zwischen verschiedenen Detailebenen. Also, ich könnte jetzt tatsächlich, und das werde ich auch tun, das ist auch von Anfang an mein Ziel gewesen, - also, ich werde jetzt hier grad im Vordergrund jetzt auch noch mit einer helleren Farbe dafür sorgen, dass diese Platten noch mehr Plastizität bekommen. Und dadurch wird man dann im Vordergrund wirklich diese Platten nachvollziehen können, visuell, man wird sehen können, das sind Steinplatten, die haben eine leicht geriffelte Oberfläche, vielleicht so ein Schiefergestein, die so leicht stufige Strukturen teilweise besitzt. Da werde ich auch jetzt mit ein bisschen Farbvariation arbeiten, d. h., da nehme ich mir auch mal einen leicht rötlichen Punkt, trage den mit niedriger Deckkraft... die man übrigens wunderbar über die Zahlentasten steuern kann, also wenn man, z. B. auf den Zahlenblock die fünf drückt, dann wird die Deckkraft auf 50 reduziert, beim Pinselwerkzeug, wenn man auf 0 drückt, wird sie wieder auf 100 gesetzt, und so kann man mal vorsichtig ein paar Farbaufträge machen, und gucken, wie die so wirken. Und so lassen sich dann hier jetzt Farbvariationen unterbringen, die vielleicht auch schon bisschen zu weit gehen; ich werde jetzt hier mit der lokalen Farbe, weil mir die Kontraste hier in diesem Weg schon ein bisschen zu stark werden, gehe ich hier noch mal mit 50 % Deckkraft über alles drüber, um diese Farbvariation auch wieder ein bisschen einzugrenzen, auch die Helligkeit. Man darf es auch nicht übertreiben. So, das ist schon okay, und zu dem Punkt hatte ich schon angesetzt, man kann halt dann zwischen den verschiedenen Detailstufen, in der Illustration, vermitteln, in dem man einfach schrittweise die Details dann zurückfährt, und hier jetzt die Striche jetzt etwas lockerer und abstrakter setzt, und so dann letztendlich verhindert, dass das stärkere Detail im Vordergrund den gleichen Detailgrad im Hintergrund fordert, weil das wollen wir unter Umständen gar nicht. So, jetzt haben wir hier den Weg schon ein bisschen definiert. Ich mach' mal die Zeichnung aus, können wir im ganz vorderen Vordergrund noch ein bisschen sauberer werden, dass wir da wirklich mal zeigen, okay, das hier ist die Art und Weise, wie unser Weg gepflastert ist. Das Schöne ist, das überträgt sich, und das ist der gleiche Punkt, wie bei den Dachpfannen, es überträgt sich einfach dann auf die ganzen übrigen Teile, und der Betrachter geht dann ganz intuitiv davon aus, dass dieses Muster sich genau so schön ordentlich fortsetzt, bis hinten zur Pagode. Was mir hier jetzt noch fehlt ist ein dunklerer Ton, um noch so ein paar dunkle Ecken zu definieren. Das ist halt der effektive Einsatz von Details. Wenn man sich an bestimmten Stellen, wo das Detail gut erkennbar ist, die Mühe macht, das Detail umzusetzen, und letztendlich diese Mühe dann auch auf die Bereiche überträgt, wo man sich letztendlich, malerisch betrachtet, nicht so viel Mühe gemacht hat. So, jetzt können wir hier, wenn wir schon am Weg sind, auch schon ein mal ein bisschen in die Vegetation gehen. Und das ist jetzt hier eigentlich ein schönes Beispiel, für den Punkt, den ich etwas früher schon einmal angesprochen hatte. Von der diffusen Version ausgehend, die man vorliegen hat, haben Sie jetzt nur noch punktuell ein paar Details zu setzen, die dann letztendlich den Eindruck vermitteln, okay hier, das ist wohl wirklich ein Rasen, in dem auch ein bisschen Unkraut wächst. Denn hier wirklich große Teile funktionieren schon, es fehlen nur hier und da so ein paar Silhouetten von Grashalmen, um letztendlich wirklich den Eindruck zu schaffen, dass hier eine richtige Wiese ist. Und auch hier gilt dann wieder, wenn man es geschickt macht, dann überträgt sich dieses Detail auch wieder auf den Hintergrund, und ab einem bestimmten Punkt kann ich dann tatsächlich aufhören, die einzelnen Grashalme zu malen, und dann überträgt sich das Detail intuitiv für den Betrachter einfach auf die gesamte Szene. Hier nehme ich mir jetzt mal direkt die hellere Schattierung, aus dem gepflasterten Weg, um hier diesem Stein noch ein bisschen mehr Kontur zu verleihen. Das Gleiche mache ich hier auch nochmal. Jetzt sieht das wirklich aus wie ein Loch, was da so eingemeißelt ist. Und die Flächen, die mehr in Richtung der Lichtquelle weisen, sind jetzt auch ein bisschen heller. Im Gegenzug kann man hier ein paar dunkle Schatten aus dem Rasen übernehmen, und damit diesen Moosbewuchs hier noch mit ein paar Schatten zu versorgen. Das Gleiche auch hier. Und schon ist das Ganze einigermaßen plastisch. Ja, das Motiv wird langsam.

Illustrieren in Photoshop: Hintergrund

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Anonym
Wieder einmal ein sehr informatives und spannendes Videotraining von Daniel Lieske. Er erklärt alle Vorgänge sehr anschaulich. Viele Inputs, die ich direkt in meine Illustrations-Arbeit übertragen kann. Vielen Dank!

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