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Calvin Hollywood – Alone

Der fotografische Part und die Bildauswahl

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Die Ansicht der Bildserie in der Bridge zeigt die Kameraeinstellungen, die für das Beispielbild zum Einsatz kamen, und veranschaulicht die Vorauswahl, die letztlich zur Bildentscheidung führte.

Transkript

Bevor wir uns der Retusche widmen, möchte ich so ein klein wenig auch auf den photographischen Part eingehen, gerade weil ja keine Rohdatei auf diesem Training ist und ich möchte eher haben, dass ihr selbst Bild dieser Art erstellt, um das Ganze einfach mal zu testen und euch die ganzen Techniken dafür anzueignen. Ja, und der photographischer Part, der ist auch wichtig weil ich euch direkt sagen kann, es ist nicht sonderlich schwer, so ein Ausgangsmaterial zu erstellen und ich bin der Meinung, dass eigentlich auch jeder von euch in der Lage sein sollte, so ein Bild zu erstellen. Also ihr braucht eigentlich nur eine Kamera. Von Vorteil ist natürlich eine Kamera, wo ihr die Blende etwas öffnen könnt. Also ich habe hier für dieses Bild eine Blende 2.8 genutzt, dazu kommen wir gleich und das ist natürlich von Vorteil, so ein klein Mini mit Unschärfe zu bearbeiten und was ihr auch braucht, um ein Bild zu erstellen, also, deshalb wesentlicher Bestandteil von diesem Bildstil, von diesem Look ist Gegenlicht. Ja, und dieses Gegenlicht sollte auch so ein bisschen im Bild auch zu sehen sein. Das muss jetzt nicht unbedingt ein Bahnhof sein. Das kann vielleicht irgendwo draußen, auf einem Feld sein, oder in dem anderen Gebäude, auf dem Spielplatz, oder wie auch immer. Das spielt keine große Rolle, aber die Gegenlichtsituation ist eben ein großer Bestandteil von diesem Bildstil. Ihr könnt das Ganze auch mit einem Kleinkind machen, vielleicht habt ihr selbst ein Kind, oder von der guten Freundin das Kind, oder, ja im Prinzip geht es mit einer erwachsenen Person, wenn es die Story hier gibt Also Mann hätte auch einen älteren Menschen, z.B. in einem Bahnhof setzen können. Also ich glaube nicht, dass man dafür extra ein Model braucht, ganz im Gegenteil ich würde sogar empfehlen, um einfach dieses Storytelling, diese Geschichte zu unterstützen dass ihr nicht mit Modellen arbeitet, sondern mit wirklich ganz normalen Personen. Ok, wir schauen uns jetzt zuerst einmal die Rohdaten an und auch mal die Kameraeinstellungen. Also ihr seht, ich hab' mehrere Bilder gemacht. Das Lustige ist wirklich, ich bin am Abend zuvor, oder in der Nacht zuvor aufgewacht mitten im Schlaf und hatte diese Bildidee. Also, diese Bildidee ist ja nichts neues: ja also, Bahnhöfe, da kann man eher emotionale Bilder machen an Bahnhöfen ist es ja so, ich sage emotionaler Ort. Entweder gehst du hin um jemanden zu verabschieden, oder jemanden zu empfangen. Aber es sind immer viele Emotionen im Spiel und die Bildidee sei nichts neues, dass man an einem Bahnhof Bilder macht. Aber ich bin Nachts aufgewacht und hab' einfach gedacht, ich möchte ein Bild von meiner Tochter am Bahnhof machen. Mit einem Koffer, wie sie da steht und das Bild, was ich im Kopf hatte, war ungefähr dieses. Ja, so ihr sieht es hier die Rohversion Aber ich hatte so ein Querformatbild im Kopf, wie sie einfach da traurig steht, ganz allein am Bahngleis mit einem Koffer. Ich habe auch weitere fettige Bilder bearbeitet, also nicht nur dieses eine, sondern es gibt dann tatsächlich auch noch mal eine Version davon, wie sie also da hier steht und noch mal eine weitere Version hier. Also ich habe mehrere Bilder der Serie gemacht, aber am besten hat mir das gefallen, wo sie dann auf der Bank sitzt. Wir gehen nochmal in die Rohdaten hinein und schauen wir uns mal die Kameraeinstellungen an und dann erkläre ich euch ein bisschen was zum photographischen Part. Also, das hier ist ja die Rohdatei von dem Bild, was ich jetzt gleich bearbeiten werde und da seht ihr auch die Kameraeinstellungen Ich habe mit dem 1/100 photographiert, ISO 400 und Blende 2,8. Warum? Generell ist es so, dass ich eigentlich im Zeitautomatikmodus photographiere. Das bedeutet, ich gebe die Blende vor und die Kamera errechnet mir dann eine Belichtungszeit. Und so photographiere ich jetzt wirklich fast zu 100%. In der Situation war es so, war mir ja von hinten sehr viel Licht. Das bedeutet, die Kamera erkennt das und hat dann das Bild angepasst, die Belichtung angepasst mit hier entsprechende Zeit errechnet und dann war sie, also meine Tochter im Vordergrund sehr dunkel. Und wenn man im Zeitautomatikmodus photographiert kann man noch mit der Spotmesseung arbeiten, die bringt ab und zu mal schon etwas, das bedeutet dann, die Kamera weiß, aha der Bereich muss hell sein und macht dann das Bild heller. Ich bin jemand , der eher mit einer Belichtungskorrektur arbeitet und ich bin dann bei dem Bild, glaube ich ein bis zwei Blenden ins Plus gegangen, aber es war immer noch nicht hell genug. Da ich Zeit hatte, habe ich mich dann dafür entschlossen, manuell zu photographieren. Ich habe also eine Belichtungszeit von dem Hundertsten gewählt, habe mir einfach gesagt, ok bei 85 mm, also das war ja meine Linse soll ich ungefähr ja, ein 1/85 oder 1/80 an Belichtungszeit haben Ich habe mich dann an 1/100 entschlossen Blende 2,8 und ab dann die ISO noch ein bisschen angepasst, so dass das Bild schön hell war. So ich hatte schon ein paar Versuche Zeit, ihr seht sie auch. Also hier hat sie angefangen, da war ich noch ein bisschen zu dunkel Das seht ihr schon, da hatte ich ein 1/160. ISO 400. Und dann habe ich gedacht, ok, ein Hundertstel hältst du bestimmt noch und dann hatte ich so meine Kameraeinstellung. Ich empfehle nicht unbedingt im manuellen Modus zu photographieren im Alltag, aber wenn ihr halt sehr schwierige Lichtsituation habt bevor ihr die zwei Blenden ins Plus gehen musst, oder noch mehr und wenn ihr auch ein bisschen Zeit habt, weil ihr eine inszenierte Fotografie betreibt, dann kann ich euch den manuellen Modus durchaus empfehlen. Den Fokus habe ich aufs Gesicht genommen und, ja, also das Bild ist auch scharf geworden. So ein bisschen näher ranzoomen. Ist Rauch natürlich so ein klein wenig, aber das macht bei so einem Bild überhaupt nichts. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass es nur mir der ISO was zu tun hat vielleicht noch mit diesem Streulicht, mit diesem Gegenlicht, weil es so flau wurde. Ich denke mal, da spielen mehrere Faktoren zusammen. Aber noch mal, bei so einem Bild, da summt kein Mensch dran und schaut, ob es rauscht Vielleicht füge ich sogar später noch ein Rauschen hinzu Ja, das ist bei dieser Art des Bildes, denke ich mal, auch gar nicht so verkehrt, wenn da ein bisschen ja, so Korn, oder Rauschen drüber liegt. Ok, was gibt es sonst noch dazu zu sagen, die Perspektive und die Gestaltung ist sehr wichtig. Ich habe jetzt Hochformat photographiert. Es lag daran, wenn ich Querformat photographiert hätte, hätte ich diese Lichter, die hier ja oben ihr seht, nicht mehr ins Bild mit reinbekommen Ich hätte also weiter zurück müssen, hinter mir waren aber die Gleisen. Ich lag direkt an der Grenze der Gleisen. Ja, es war Gott sei Dank ein Gleis, wo gerade nix passiert ist. Also, wo das Gleis endet quasi. Also das konnte ich jetzt auch nichts passieren, kein Zug durchfahren oder wie auch immer, aber ich war schon ziemlich nah an der Grenze, ich konnte auf keinen Fall mehr weiter zurück. Also daher habe ich mich auch für ein Hochformat entschlossen, da ich wollte unbedingt diese Lichter im Bild haben. Und was ihr auch beim Bildaufbau seht, ist, wir haben einen Vordergrund, einen, ich nenne es mal, Mittelgrund und einen Hintergrund. Und ihr seht auch, dass der Vordergrund sehr unscharf ist der Mittelgrund, oder das Motiv ist sehr Schaft, und der Hintergrund ist schon wieder unscharf. Ich hätte natürlich mit einer Blende 1,8 photographieren können, dann wäre der Koffer aber schon, na ja,noch unschärfer, also Blende 2,8 war für mich so etwas, wo meiner Tochter, auch die Händchen usw. noch relativ scharf sind. Und bei Blende 1,8 es ist manchmal bisschen zu arg mit der Unschärfe, also das war einfach so ein persönlicher Geschmack . Ich war auf dem Boden gelegen und es ist auch sehr wichtig, weil wenn ich höher gewesen wäre, dann wäre nicht viel von dem Boden zu sehen gewesen. Wenn man den Boden sieht, wenn man den Boden mit ins Bild nimmt, dann ist der Boden ja sehr nah bei einem, weil er auf dem Boden liegt, d.h. wir haben hier eine Unschärfe und dadurch haben wir einen Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund. Also wir haben eine schöne Blickführung durch Schärfe und Unschärfe. Und es geht eben, weil ich sehr-sehr tief auf dem Boden war. Also wirklich extrem tief. Also grade noch so knapp überm Boden, auch wenn es hier so ein bisschen in Kniehöhe aussieht, ich war sehr-sehr tief unten. Und es war dann so meine Gestaltung. Ich habe sie mittig angeordnet und ich habe mir einfach gedacht, ok, links und rechts ist das Bild hier stabil. Da ist so ne' Kante, da ist so ne' Stutze. Ich weiß gar net, wie ich jetzt das finale Bild hier noch am Ende noch mal beschnitten habe, aber ich denke, das Bild hat so einen natürlichen Rahmen und das passt. Also hier fand ich jetzt mittig nicht verkehrt, ich wollte sie jetzt in irgendwie rechts oder links anordnen, ich wollte ja, schon so ein bisschen Symmetrie bringen reinbringen Wir haben hier sehr viele gerade, waagrechte Linien. Ja, man hätte sogar, oder man kann hier sogar eine... ein quadratisches Format draus machen. Als ich jetzt, oder während ich dieses Video hier aufnehme, habe ich noch nicht das Bild mit euch auf diesem Video-Training bearbeitet, d.h. ich bin auch noch nicht ganz sicher, wie genau das Format später werden soll. Auf jeden Fall soll das Licht mit im Bild zu sehen sein und ja, also mittig. Aber ihr könnt auch gerne bisschen mehr rechts oder links gehen bei Querformatbildern bin ich eher der, der auf Dritteilregel achtet, aber bei Hochformatbildern da platziere ich gerne schon mal mittig. Also mir ging es hier wirklich wichtig, dass wir aller hier zur Bildmitte kommen Also der Betrachter von dieser Aufnahme. Dann noch etwas, was auch sehr wichtig ist, ist das Storytellig, beziehungsweise das Posing Ich hatte jetzt für diese Aufnahme jetzt nicht, ja ich hab vorhin gesagt, ich hatte Zeit, im manuellen Modus zu fotografieren aber ich hatte jetzt keine Stunde Zeit, das Bild zu erstellen. Der Zug kam, ich glaube in zehn oder fünfzehn Minuten d.h ein paar Minuten hatte ich schon Zeit. Das Tolle ich, meine Tochter konnte sich reinversetzen, sie hatte ein Bock drauf, sie hatte Lust drauf, solche Bilder zu erstellen und ich habe zu ihr gesagt, "Schau ganz traurig! Also du bist so ganz einsam am Bahnhof und ganz alleine und schau mal so Traurig und setz dich halt mal hin!" Und ich denke, das ist ihr ganz gut gelungen, dass sie sich sehr gut in die Situation reinversetzen konnte. Ich würde jetzt kein Bild machen, wo jemand einfach nur lacht, oder post. Ich finde, wenn man da als ein Model hinsteht, die sich irgendwie so einen Geradenfast oder irgendwie eine Fashinpose macht, es wirkt nicht. Wie gesagt im Bahnhof ist für mich was sehr Emotionales das ist ein Ort Freude oder Trauer, und ich denke, das kann man auch sehr mit Kindern rüberbringen, also vielleicht auch mit den älteren Menschen, aber wenn vielleicht so ein Durchschnittsbürger da einfach sitzt, ich meine es funktioniert auch aber Kinder... ist ja auch was Emotionales. Als mich man fragt, was ist emotionaler, ein Erwachsener oder ein Kind, ich glaube bei Kindern ist mal emotionaler, und da ich eine emotionale Aufnahme erstellen wollte, wird es dadurch auch unterstützt. Also dürft euch nicht wundern, wenn ihr das Bild jetzt mit einem Kumpel macht, so ein Zwanzigjähriger, Sunnyboy, der eigentlich voll fröhlich aussieht, bunt gekleidet ist, wenn er denn da hinsetzt und das Bild wirkt nicht so. Dann dürft ihr nicht enttäuscht sein, also ihr musst schon einen passenden Charakter finden. Es gibt ja auch so Menschen, die sehen von Natur aus so ein bisschen traurig aus. Das gehört zum photographischen Part dazu, dass ihr da einfach das passender Motiv findet. Ich weiß, dass was ich euch jetzt mitteile, kein Tipp oder Trick im Sinne von der Retusche, aber das ist eigentlich der wichtige Part, um diese Storytellig noch zu unterstützen. Und es sollte eigentlich hier kein übertriebenes Posing stattfinden. Also, eher eine Situation beschreiben, damit sich jemand reinversetzen kann. Ist mal meiner Tochter sehr gut gelungen. Ihr seht sie auch, das war die letzte Aufnahme, aber die erste Aufnahme hat sie eigentlich direkt so begonnen. Ja, hier hat mir es nicht gefallen, der Schal so im Gesicht war, ansonsten ist es eine Superpose. Ja, hier war er auch sehr stark im Gesicht der Schal, die Strähne geht so ein bisschen rein. Ja, da hat sie gerade geblinzelt, das sieht komisch aus. Da habe ich gesagt, sie soll ein bisschen zur Seite schauen, es sieht aber eher böse aus, als traurig und es ist sehr-sehr viel Augenweiß zu sehen Also das hat mir auch nicht so gut gefallen, auch die Hände, die Finger sind so ein bisschen anders und der Schal wieder. Aber das ist z.B. auch ganz gut und hier war halt richtig total entspannt: die Hände einfach auf dem Schoß gelegt, völlig in sich gekehrt und deswegen habe ich dann dieses Bild genommen. Und ihr seht, es waren nicht viele Auslösungen, 1-2-3-4-5-6-7 Auslösungen. Ja, ihr seht das ganze Shooting eine Schlange gedauert. Wenn man jetzt mal hier auf die Zeit schaut ich weiß gar nicht, ob man die hier irgendwo sieht. 10:19 Uhr. Ja, man muss man auch schauen mit dem Licht, ne, dass ihr die richtige Lichtsituation erwischt Und hier war dann 10:30 Uhr, also es ist 10:31 Uhr. Gute zehn Minuten hat das Ganze gedauert. Also, schaut halt auch, dass ihr die Gegenlichtsituation erwischt. Das war jetzt halt früh morgens. In der Mittagssonne ist vielleicht ein bisschen heftig, dann ist das Licht vielleicht zu stark. Sucht euch einfach eine schöne Gegenlichtsituation und wie gesagt, es muss nicht unbedingt ein Bahnhof sein, aber es sollte ein emotionaler Ort sein. Ok, ich denke das waren jetzt auch genug Informationen, zum photographischen Part, sodass wir uns jetzt dann der Retusche widmen können.

Calvin Hollywood – Alone

Lernen Sie Retuschetechniken für authentische, emotionale Porträts kennen. Dabei arbeiten Sie mit Color Lookup Tables, zaubern eine tolle Lichtstimmung und erzählen mit Ihrem Bild eine Geschichte.

1 Std. 36 min (13 Videos)
Super Training
Standbildtechniker
Wieder ein super Training von Calvin. Schön kurz gehalten mit den wichtigsten Einstellungen und Tipps!
 
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Erscheinungsdatum:05.02.2015

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