Einfach fotografieren lernen

Den richtigen ISO-Wert verwenden

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Der ISO-Wert bestimmt, wie empfindlich der Aufnahmechip Ihrer Kamera sein soll. Je empfindlicher, desto kürzer kann die Belichtung gewählt werden. Allerdings nimmt damit auch das Bildrauschen zu.
08:23

Transkript

Wenn wir uns über Belichtung unterhalten, dann spielt nicht nur die Blende eine Rolle, nicht nur die Belichtungszeit, sondern natürlich auch noch eine dritte Größe, dass ist die so genannte Empfindlichkeit. Die Empfindlichkeit wird in "ISO" angegeben und dazu möchte ich mal ein paar Sachen sagen. Wer vieleicht schon länger fotografiert, wer schon zu analogen Zeiten mal eine Kamera in der Hand hatte, der findet da auf den Filmrollen beziehungsweise Filmpatronen noch andere Angaben, nämlich beispielsweise den Wert "ASA" und den Wert "DIN". ASA bedeutet "American Standart Association", DIN ,die bekannte deutsche Industrienorm, und wenn man diese Werte umrechnen will, tut man sich gar nicht so schwer, 21 DIN sind 100 ASA, und 100 ASA sind 100 ISO. Also, zwischen ASA und ISO gibt es keinen unterschied, jedenfalls nicht in der Umrechnung, dass wird eins zu eins übertragen. Wir messen das Ganze heute nur noch in ISO, dass reicht für uns auch aus und gegenüber früher, wo die Empfindlichkeit noch durch den Film vorgegeben wurde haben wir heute einen riesen Vorteil. Der Isowert wird nämlich an der Kamera eingestellt und das wiederum bedeutet, dass man jederzeit die Möglichkeit hat, den Isowert hier zu verändern. Das ist natürlich toll, ich muss also nicht mehr meinen ganzen Film durch schießen mit einem Isowert von 100 und dann feststellen, ich hätte doch den empfindlicheren gebraucht, sondern ich kann jeder Zeit sagen, hey dass schöne Licht ist weg, ich brauch eine höhere Isobewertung, ich gehe also einfach hier ran, aktiviere meine Kamera, gucke mir das mal an, da ist sie und mit, normalerweise, zwei Klicks, es gibt andere Kameras als das hier oben drauf, da ist es nur ein Klick, mit zwei Klicks, zack bin ich in meinem Isomenü drinnen und kann jetzt hier vorne einfach meinen Isowert verändern. 100 bis zum Wert von, Achtung, 25800, dass ist eine ganze Menge. Jetzt kann man natürlich sagen, na gut, wenn das so einfach ist, dann könnte man doch eigentlich immer mit hohen Isowerten fotografieren, hat immer die maximale Empfindlichkeit und alles wäre schön, aber dann fängt man sich zwei Probleme ein. Erstens mal, ich muss meine Blende, wenn es so hell ist wie hier, normalerweise extrem weit zu machen, habe keinerlei Unschärfen mehr im Bild, schade und zweitens mal haben wir das Problem, dass eine Aufnahme mit zunehmend hohem Isowert natürlich auch anfängt zu rauschen, also quasi Störungen zeigt. Das was man früher beim Film als grobes Korn bezeichnet hat, ist hier elektronisch genau die gleiche Geschichte. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wo nimmt man eigentlich welchen Isowert? Und ich wird mal folgendes sagen, wenn wir hier draußen sind, so wie hier, dann können wir problemlos mit dem Isowert von 50 bis 100 fotografieren, würde jetzt die Sonne weg gehen, und langsam dunkler werden, würde ich auf 200 gehen, in der Dämmerung auf 400 bis 800, dann fängt es aber so langsam, ganz langsam auch schon ein wenig an zu rauschen. Wenn wir in Innenräumen fotografieren, auch wenn sie gut beleuchtet sind, oder auf Konzerten zum Beispiel, dann kommen Sie mit 400, 800,1600 normalerweise deutlich besser klar, weil so hell wie es erstmal aussieht ist es dann meistens doch nicht und nur da, wenn wir wirklich sehr, sehr schlechte Lichtbedingungen haben, also beispielsweise in der Dämmerung, bewegte Objekte fotografieren wollen, dann eignet sich alles was über 3200 ist, also 6400, 12800 oder 25000. Sie merken auch das sich diese Werte jeweils halbieren, beziehungsweise verdoppeln und es entspricht jedesmal einer Blenden-, oder einer Zeitstufe. So, also dass sind die Isowerte, jetzt wissen Sie so ungefähr, wann man welchen Isowert verwendet, versuchen Sie möglichst geringe Isowerte zu verwenden, die höheren Isowerte nur dann wenn wir schlechteres Licht haben und wie das ganz genau aussieht, was mit dem Bild passiert wenn der Isowert immer höher wird, dass schauen wir uns jetzt mal an. Anhand dieser Szene können wir uns nochmal ganz genau anschauen, wie denn nun der Zusammenhang zwischen Belichtungszeit und Isowert aussieht. Die Szene hat folgendermaßen statt gefunden, ich bin in der Dämmerung zum Fotografieren gegeangen, habe meine Kamera auf ein Stativ gestellt, mich auf eine Brücke gepackt und habe einfach, hier ins Wasser runter fotografiert, und ich glaube man sieht schon, bei diesem allerersten Bild, dass wir erstens mal, ein stark bewegtes Wasser haben und zweitens mal, ich ein kleines Problem bekommen habe. Denn nicht nur das Wasser ist durch seine Bewegungsunschärfe hier verschleiert, das darf ja durchaus gewünscht sein, sondern wir haben auch ein kleines Problem hier, was unsere gesammt Schärfe betrifft. Und jetzt schauen wir uns einmal an, bei welcher Belichtungszeit, und mit welchem Isowert das ganze zu Stande kam. Hier oben steht es, es waren sechs Sekunden bei Iso 100, also ein relativ geringer Isowert und das sorgt natürlich dafür, dass wir keinerlei Artefakte haben. Kein bischen rauschen im Bild, es sorgt aber auch speziel auf Brücken dafür, dass Sie selbst dann nicht vor Verwacklung geschützt sind, wenn Sie mit einem Stativ fotografieren, sechs Sekunden ist schon eine arg lange Zeit, da muss man schon ganz schön vorsichtig sein, wie man hier sieht, und offenbar haben diese sechs Sekunden ausgereicht das Bild trotz Allem zu verwackeln. Also, verwenden Sie Stative die stabil sind, bei Brücken achten Sie darauf, wenn da LKWs, Strassenbahnen drüber fahren, sebst PKWs manchmal, das wackelt und das sieht man genau hier, bei diesem Bild. Wenn wir da mal dichter ran gehen dann sehen Sie, wir nehmen das Zoomwerkzeug, dann sehen Sie das wir hier eine böse Verwacklung drin haben, trotzdem, wir wollen mal weiter machen. Ich gehe mal zum nächsten, dass ist der vierfache Isowert, ich habe also jedesmal den Isowert, hier, vervierfacht bei dieser Reihe, dafür natürlich die Zeit hier geviertelt, also wir sind hier bei 1,6 Sekunden nur noch, und wenn wir uns das mal anschauen, dann landen wir bei diesem Ergebnis. Die Verwacklung ist minimiert beziehungsweise gar nicht mehr vorhanden.0 Wir sehen, dass wir hier eine scharfe Abbildung bekommen haben, obwohl natürlich die Bewegung des Wassers nach wie vor nicht ganz scharf ist, eigentlich überhaupt nicht scharf ist, sondern man sieht natürlich immer noch diese Bewegung, die durch die Steine, die im Flußbett liegen hervorgerufen wird, und trotzdem wird die Bewegung schon ein klein wenig weniger, wir sind also bei 1,6 Sekunden bei Iso 400. Jetzt gehen wir mal zu 0,4 Sekunden, beim vierfachen Isowert, dass sieht man schon, dass ist schon mal ein Unterschied, dass Wasser wird so langsam ein wenig schärfer beziehungsweise die Bewegung lässt so ein bischen nach, aber wie siehts aus mit dem Rauschen, dass könnte man ja bei 1600 vieleicht schon mal untersuchen, dann gehen wir schön dicht ran und man sieht, ja, so langsam fängt es an zu rauschen. Speziell wenn wir uns mal die etwas ruhigeren Flächen anschauen, hier, diese Flächen, dann sieht man das wir hier schon ein gewisses Bildrauschen bekommen haben, was bei einem Wert von 1600 schon so langsam mal anfängt, also ganz normal. Gehen wir weiter, 0,1 Sekunde, sprich ein zehntel bei Iso sind 64oo, jetzt haben wir schon ein fast scharf abgebildetes Wasser, das Rauschen, wir schauen noch mal in diese Ecke da oben nach, hat natürlich stark zugenommen, ist also noch stärker. Aber immer noch vernünftig, man kann damit immer noch sehr gut arbeiten, wenn wir jetztmal 0,05 sprich einer vierzigstel Sekunde gehen dann haben wir im Prinzip ein scharf Abgebildetes Wasser, da können wir ruhig mal dichter ranzoomen, dann sieht man, dass man diese einzelnen Wellenkämme und Schlieren und so weiter, dass man die gut sieht, aber selbst hier, in diesen unruhigen Flächen, sieht man bereits, dass wir ganz schöne Körnung haben und wenn wir mal ein bischen weiter nach oben gehen, dass mal hier anschauen. Da sieht man schon, die Körnung hat natürlich sehr stark zugenommen. Wenn Sie allerdings nun vor der Wahl stehen, ein Bild überhaupt nicht zu machen oder es mit einer relativ starken Körnung zu machen, stellen Sie sich vor, Sie hätten in dieser Szene hier, kein Stativ dabei gehabt, dann würde ich Ihnen jeder Zeit empfehlen, gehen Sie auf Iso 25600, also in diesem Fall die höchste Isostufe die Sie haben können, fotografieren Sie einfach trotzdem, und entscheiden Sie später ob das Rauschen Sie stört oder nicht. Sollte das Bild nur für ein Posting, auf Facebock oder Internet gedacht sein, und gar nicht mal zum Druck oder zur Aussenbelichtung kommen, ich glaube dann ist auch das Rauschen, was wir hier jetzt gerade sehen, überhaupt nicht mal dramatisch.

Einfach fotografieren lernen

Lernen Sie die Kameratechnik kennen und setzen Sie sie richtig ein, um selbst tolle Bilder zu machen.

2 Std. 32 min (29 Videos)
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