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Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Den Farbkorrektur-Workflow verstehen

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Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie Ihren Workflow in drei grundlegende Schritte unterteilen. Wie Sie dabei vorgehen sollten, verrät dieses Video.

Transkript

Schauen wir uns nun den genauen Ablauf der Farbkorrektur an, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Grundsätzlich kann man den Workflow in drei Schritte unterteilen. In Schritt eins werden die unterschiedlichen Licht- und Farbverhältnisse zwischen den einzelnen Einstellungen korrigiert. In Schritt zwei versucht man alle Einstellungen so aneinander anzupassen, dass sie eine einheitliche Szene ergeben. Im Schritt drei wird dann eine spezielle Stimmung oder ein Look hinzugefügt, was übrigens optional und nicht zwingend notwendig ist. In Schritt eins und zwei werden dabei hauptsächlich technische Korrekturen durchgeführt, bei Schritt drei ausschließlich nur noch kreative Korrekturen. Alle Schritte unterliegen einer visuellen Bewertung des Bildes durch die Augen des Lichtbestimmers und einer technischen Bewertung mithilfe von verschiedenen Videomessgeräten. Schauen wir uns die einzelnen Schritte etwas genauer an. Wir verschaffen uns zuerst nur einen oberflächlichen Überblick über die Konzepte und lernen erst später, wie wir richtig messen und wie wir die Korrekturen in der entsprechenden Software vornehmen. Wie bereits erwähnt, korrigieren wir im ersten Schritt die einzelnen Einstellungen. Dabei passen wir die Helligkeitswerte, das sogenannte Luma an, was im Bild unseren dunklen und hellen Stellen, den Schatten, beziehungsweise den Lichtern entspricht, und das Chroma, das die Farbwerte darstellt. Als erstes passen wir die Luma-Werte an, indem wir die Schwarz- und Weißwerte korrekt einstellen. Hier haben wir ein ziemlich flaches, beziehungsweise kontrastarmes, ausgewaschenes Bild von unserer Lena. Sobald wir die Schwarz- und Weißwerte richtig eingestellt haben, verbessert sich der Kontrast deutlich. Das liegt daran, dass wir das Bild so verändern, dass die dunklen Stellen im Bild auch wirklich schwarz und die hellen Bereiche auch wirklich weiß sind. Alle Werte in der Mitte schauen ebenfalls gut aus. Da die meiste Information in jedem Bild hauptsächlich aus verschiedenen Graustufen zusammengesetzt ist, muss diese Anpassung unbedingt als erstes erfolgen, bevor weitere Korrekturen gemacht werden. Der größere Kontrastumfang ist nun nicht nur korrekt eingestellt, sondern auch grundsätzlich angenehm für die Augen. Hier sehen wir das Bild, vor und nach der Korrektur, in reinen Graustufen. Wie Sie sehen, sieht es deutlich besser aus. Als nächstes entfernen wir unerwünschte Farbstiche aus dem Bild. Das heißt, Sie müssen nun die Bereiche im Bild messen, die in der Realität neutrale Farben wie schwarz, weiß oder grau enthalten, und sicherstellen, dass diese Bereiche keinen ungewünschten Überschuss einer speziellen Farbe enthalten. Dadurch verbessert sich die Farbbalance im ganzen Bild enorm. Beachten Sie dabei aber, dass in Einzelfällen bewusst mit einem speziellen Farbstich gedreht wurde, zum Beispiel mit Farbfiltern vor der Kamera, um eine ganz bestimmte künstlerische Vision zu realisieren. Sprechen Sie bitte unbedingt mit dem Regisseur und dem Kameramann über deren Intentionen beim Drehen. Am Ende passen wir noch den Farbton und die Sättigung des Bildes an. Besonders sollten Sie dabei auf die richtige Darstellung der Hauttöne achten. Meistens müssen diese etwas wärmer korrigiert werden, falls sie zu blass sind oder sie müssen kühler eingestellt werden, falls sie insgesamt viel zu rot sind. Des weiteren haben wir auch noch die Möglichkeit, die Sättigung zu erhöhen und zu verringern. So, hier sehen wir Lena, nachdem wir die Farbtöne angepasst haben, und hier die unkorrigierte Version und das finale Ergebnis. Ein ganz schöner Unterschied, nicht wahr? Aber wir wissen jetzt, dass das nicht mit einem einzigen Schritt zu erreichen ist, sondern dass wir dafür alle einzelnen Schritte gehen müssen, um das finale Ergebnis zu erreichen. So, das war Schritt eins: Korrektur von einzelnen Einstellungen. Als nächstes müssen wir die einzelnen Einstellungen aneinander angleichen und aufeinander abstimmen. Das bedeutet, dass wir die Farbkorrektur benutzen, um sicherzustellen, dass jede Einstellung mit den benachbarten Einstellungen zusammenpasst, und das Gefühl von Zusammengehörigkeit der einzelnen Einstellungen entsteht. Wenn wir uns die drei Einstellungen hier anschauen, sehen wir, dass deren Belichtung und Farbtemperatur nicht so zueinander passen, wie gewünscht, aber durch ein paar feine Änderungen können wir sie durchaus besser aufeinander abstimmen. Schauen wir uns Vorher und Nachher an. Achten Sie auf die Hauttöne genauso wie auf die allgemeine Belichtung und Farbe des Bildes. Vorher, und nachher. Das sieht schon viel besser aus. Meistens muss man nur ein paar kleine Anpassungen vornehmen, um alles aufeinander abzustimmen. Einige Coloristen wählen einzelne Heroshots oder sogenannte Referenzbilder aus, die sie perfekt korrigieren können und passen dann alle anderen Einstellungen auf diese Bilder an. Oft werden dabei Großaufnahmen und Halbtotalen auf die Mastereinstellungen und Totalen angepasst. Nachdem wir nun dafür gesorgt haben, dass alles gut aufeinander abgestimmt ist und zusammen funktioniert, können wir jetzt einen stilisierten Look oder eine spezielle Stimmung ganz leicht auf die komplette Szene anwenden. Nur dieser letzte Schritt wird, wie gesagt, als kreative Farbkorrektur bezeichnet. In diesen Beispielen, aus dem Film "The House on Pine Street", wird diesen Bildern damit ein verstörendes und beunruhigendes Gefühl hinzugefügt. Und in dem Film "Adira" erzeugt die Korrektur nicht nur eine raue Umgebung, sondern auch das Gefühl einer bestimmten Zeit in der Vergangenheit. Es gibt unendlich viele verschiedenen Stimmungen, die man entweder auf den ganzen Film oder nur auf einzelne Szenen legen kann. Aber nehmen Sie das bloß nicht auf die leichte Schulter, denn sobald wir das Bild verändern, manipulieren wir die Stimmung der Szene auf eine sehr wirkungsvolle Weise und damit auch die Wahrnehmung der Zuschauer. Wie Sie sehen, es gibt also einen klar definierten Arbeitsablauf, den Sie befolgen sollten, wenn Sie Ihre Einstellungen farblich korrigieren wollen. Je geübter Sie damit werden und je mehr Erfahrung Sie dabei sammeln, um so schneller und flüssiger wird Ihnen das alles von der Hand gehen. Aber um mit Farbkorrekturen anzufangen, ist das ein sehr, sehr gutes Rezept.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Sehen Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Farbe im Film korrigieren oder stimmungsvolle Looks gestalten.

2 Std. 21 min (18 Videos)
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