Photoshop: Füllmethoden für natürliche Porträts

Den Blick führen

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Bildbearbeitung ist kein Selbstzweck, sondern dient dazu, den Blick des Betrachters innerhalb des Bildes zu führen. Neben dem Bildaufbau geht es bei der Bearbeitung immer auch um die Dosierung von Helligkeit, Kontrast, Farbe, Sättigung und Schärfe, um die Bildidee zu unterstützen.
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Transkript

Wenn Sie eine Aufnahme machen, dann möchten Sie dem Betrachter, der diese Aufnahme sieht, etwas zeigen, und damit er versteht, was Sie ihm zeigen möchten, führen Sie durch verschiedene Techniken, die die Fotografie Ihnen bietet, den Blick des Betrachters durch das Bild. Generell ist es natürlich der Bildaufbau, die von Ihnen gewählte Perspektive, die Brennweite, aber auch der Bildausschnitt. Der Bildaufbau wird bei der Aufnahme schon festgelegt, der Bildausschnitt lässt sich in gewissen Grenzen natürlich auch nach der Aufnahme noch variieren. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, durch Helligkeit, Schärfe und Unschärfe, Sättigung, Farben und Kontrast bestimmte Dinge in Ihrem Bild zu akzentuieren und andere in den Hintergrund treten zu lassen. Schauen wir uns in diesem Beispiel an, wie sich die Veränderung von Helligkeit, Schärfe und Unschärfe, Sättigung und Kontrast auf das Betrachten eines Bildes auswirkt. Der Bildausschnitt ist schon festgelegt, und in diesem ersten Beispiel habe ich die Helligkeit verändert. Wenn Sie sich das Bild so anschauen, fällt der Blick auf das Auge wahrscheinlich und vielleicht in den Bereich, wohin die junge Dame schaut. Scharf im Bild ist vor allen Dingen die Pupille, und die Augenwimpern, und auch ein wenig die Haare. Das heißt also, Sie gehen davon aus, dass das dasjenige ist, was ich Ihnen zeigen will. Alles andere, was unscharf ist, hat geringere Bedeutung. Wenn ich jetzt die Helligkeit verändere, dann verändert sich Ihre Blickrichtung ganz deutlich. Sie schauen weniger auf die Haare, Sie schauen weniger auf den abgedunkelten Bereich hier vorne, sondern Sie schauen hier in die Bildmitte. Wenn Sie den Weichzeichner einsetzen oder Unschärfe, das machen Sie natürlich auch schon beim Fotografieren durch die Steuerung der Aufnahme mit der Blende. Das können Sie aber auch im nachhinein machen, indem Sie den Weichzeichner einsetzen. Und den habe ich jetzt hier einfach mal auf das Auge gesetzt. Und dadurch, dass das Auge jetzt in den Hintergrund tritt, fällt der Blick des Betrachters mehr auf auf Lippen und Kette. Schärfe ist ein gutes Instrument, den Blick des Betrachters zu führen, und wenn ich jetzt die Wimpern schärfe, dann fällt Ihr Blick auf die Wimpern, die für das Bild zwar gar nicht so relevant sind, aber insgesamt bekommt jetzt dieser Bereich erhöhte Aufmerksamkeit, und der Rest tritt in den Hintergrund. Die Sättigung ist ein gutes Instrument. Ich hab sie hier zugegebenermaßen auch übertrieben eingesetzt, aber jetzt ist das Auge von minderer Bedeutung, und Sie schauen in erster Linie auf die roten Lippen. Werden die Lippen entsättigt, treten sie deutlich in den Hintergrund, und interessanterweise stellt der Betrachter jetzt eine Beziehung zwischen Auge und Kette her, weil die beiden in diesem Bild ähnliche Farbe besitzen. Ein weiteres Instrument, den Blick zu führen, ist natürlich starker Kontrast. Das ist aber nur dann sinnvoll und wirksam, wenn dieses Element, jetzt nochmal die Lippen, umgeben sind von schwächerem Kontrast. Denn Kontraste machen Unterschiede deutlich, und das ist eben nur dann sinnvoll, wenn der Kontrast jetzt hier stärker ist, als bei der Haut beispielsweise. Noch ein zweites Beispiel für veränderten Kontrast. Ich habe jetzt hier die Haare im Kontrast angehoben. Und jetzt wandert Ihr Blick sicherlich mehr auf die Haare, als vorher. Vielleicht dann ein bisschen auf den Mund und ein bisschen auf die Auge, aber deutlich mehr in diesem Bereich, als im unkorrigierten Bild. Da ist der Blick des Betrachters in erster Linie in dieser Richtung. Das, was ich jetzt hier in groben Zügen formuliert habe, und skizziert habe, das können Sie natürlich nicht nur für große Bildteile, sondern auch für relativ kleine Bildteile anwenden, um den Blick des Betrachters dahin zu führen, wo Sie ihn haben möchten. Und natürlich können Sie das auch nutzen, um so ein paar Spuren zu verwischen, wenn Sie irgendwo möchten, das ein Betrachter nicht hinschaut, dann setzen Sie in der Nähe, diese Stelle halt einen sehr starken Akzent, und dann fällt der Blick mehr auf diese Stelle. Mit den Füllmethoden können Sie in erster Linie Kontrast und Helligkeit verändern. Und wenn Sie sich jetzt an das 5x5 Raster erinnern, dann fallen Ihnen sicherlich viele Möglichkeiten ein, wonach Sie schauen können, welche Füllmethode Ihnen die Möglichkeit gibt, die Helligkeit oder den Kontrast Ihren Wünschen entsprechend anzuwenden.

Photoshop: Füllmethoden für natürliche Porträts

Lernen Sie, wie Sie mit den Füllmethoden in Photoshop eine dezente, natürliche Porträtretusche durchführen und Lippen, Augen und Haare optimieren.

1 Std. 22 min (13 Videos)
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