Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Deko und Saal

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Die beste Gelegenheit, den aufwändig geschmückten Festsaal abzulichten, ist im "unverwüsteten" Zustand, noch lange, bevor die Hochzeitsgäste einströmen. Ganz wichtig: Achten Sie darauf, nicht dieselben Fotos zu machen, die auch die Gäste schießen werden. Hat man keine Chance, den noch leeren Saal zu fotografieren, verhelfen ein paar Tricks zu guten Bildern.

Transkript

Wir sind in der Location. Wie Ihr seht, ein wunderschön eingedeckter Saal. Ich habe gerade den glücklichen Umstand, dass Nicole noch draußen bei den Gästen ist und dort fotografiert. D. h. also, ich habe Zeit, hier ein bisschen im Saal herumzugehen und mir meine Details einzufangen. Wie Ihr seht: 14-24mm drauf, das große Weitwinkel. D. h. also, ich habe die Bilder beim Reingehen schon gemacht, das große überschlägige Bild, das man immer gerne sehen möchte, das Panorama, wie sah der Saal im Ganzen aus. Das habe ich gerade eben mit dem Objektiv schon geschossen. Bei dem ist es einfach so: Achtet bitte immer ein bisschen darauf, dass ihr nicht das gleiche Bild schießt, wie all die Gäste, die nachher genau durch diese Tür, durch die ich auch gekommen bin, reinkommen werden. Das Ding ist halt, dass dieses Bild, wenn die Leute hereinkommen, hereinströmen - aus der Augenhöhe fotografiert, ich mime es einmal so - das wird nachher x-fach da sein. Das ist also nichts Besonderes. Wenn Ihr etwas macht, dann achtet bitte darauf, dass ihr etwas Besonderes macht. Ihr wollt ja etwas anderes zeigen. Deswegen ist es immer ganz wichtig, vielleicht mal die Perspektive zu ändern: über die Tischkante rüber, vielleicht einfach mal die Kamera halten. Ihr seht: Auf den Stühlen sind Hussen, d. h. also, es empfiehlt sich natürlich nicht, auf die Stühle zu steigen. Wenn dem nicht so ist, ist es auch nicht weiter schlimm, wenn man mal auf einen Stuhl steigt, um einfach mal das gesamte Panorama zu zeigen. Wie gesagt, immer daran denken: Ihr möchtet andere Bilder haben als die anderen. Und das ist nachher auch das, was eure Handschrift ist, was das Ganze auszeichnet, was euch abhebt von den anderen, die hier auch mitfotografieren. Es ist nicht weiter schlimm, dass die anderen fotografieren, aber eure Bilder werden anders aussehen. Fotografiert habe ich eben gerade schon, wie gesagt, das Weitwinkel. Ich wechsele jetzt für die Details und auch für Einzelaufnahmen auf ein anderes Objektiv. Und da wähle ich jetzt mein 70-200mm. Das wird den einen oder anderen irritieren, weil im Grunde genommen ist es so, dass man natürlich mit so einem Makro-Objektiv - gerade, wenn man Details fotografiert - wesentlich besser klar kommt. Makro-Objektiv - nur ganz am Rande: Ich finde die Dinger auch toll. Aber: Wenn man so eine Tasche den ganzen Tag herumträgt - und da ist schon eine ganze Menge  drin in so einer Tasche - dann wird die einfach schwer. Und je mehr Gewicht ich reinlege, desto schwieriger ist es für mich. Und da bin ich für jedes Gramm, wirklich jedes Gramm, dankbar, was ich nicht mitnehmen muss. Jetzt könnte der eine oder andere sagen: Da gibt es ja auch Nahlinsen. Das ist auch richtig, wobei ich von deren Qualität nicht so richtig überzeugt bin. Also insofern nehme ich mir lieber mein 70-200 und zoome mir meinen Ausschnitt ran. Der Effekt den ich erreiche möchte, dass ich sage: Ich fokussiere etwas vorne und habe nach hinten etwas unscharf - den erreiche ich mit dem 70-200er nämlich superleicht. Und immer noch dran denken: Ich habe die Möglichkeit, an der D3 den Crop einzuschalten - oder an der D3S jetzt hier. Das ist das Gleiche. Ich kann den Crop einschalten, d. h. also, ich kann noch einmal um einen Faktor verlängern und habe dann diese Tiefen-Unschärfen noch viel, viel stärker. Ich zeige einfach mal, wie das bei uns im Normalfall dann aussieht. Für mich ist das gerade ein Idealzustand, dass ich hier einfach die Zeit habe. Und hier vorne entdecke ich gleich etwas, das mir sehr gut gefällt. Das sind Schokodrops im Glas, würde ich annehmen. Ja, wird auf jeden Fall so sein.  Das gefällt mir sehr gut. Oder auch hier: Details von der Taube, ich nehme sie mal gerade. Sehr schön. Wie ihr gerade seht: Bei einer Hochzeit ist nichts dem Zufall überlassen. D. h., wir haben hier Farbstimmungen, hier jetzt gerade in dem Violett eingetaucht, die sind natürlich gesamt. Der Raum selber hat noch andere Sachen, noch andere Farbmuster. Wenn ich fotografiere, versuche ich möglichst, diese Stimmung aufzunehmen, weil es genau das ist, was letztendlich die Braut oder die Brautleute sich ausgesucht haben - und in diesem Fall sehr schön zu sehen. Da ist nichts dem Zufall überlassen, man will diese Farbe einfach haben. D. h., also, ich konzentriere mich sehr stark darauf, wenn ich Sachen fotografiere, auch genau diese Stimmung komplett im Bild zu haben. Etwas, das mir vorhin schon aufgefallen ist, dass gerade auch hier der Brauttisch als lange Linie aufgenommen ist. Das ist ein klassisches Gestaltungselement: Linien. Und deswegen finde ich das auch ganz schön. Man kann also hier das Auge lenken.  Machen wir mal ein Bild. Sehr schön, und auch gerade bei den Hussen. Das sind tolle Bilder, Sachen die ich ganz persönlich super, super, super, super gerne mag. Noch etwas, was der Vorteil beim Fotografieren mit meinem Teleobjektiv ist: Der Riesenvorteil ist, wenn ich hier vorne z.B. eine Tischgruppe aufnehme, dann mag ich ja ganz gerne auch das Dahinter fotografieren. Und ich glaube, ich finde das Dahinter sogar noch spannender und ich nehme, glaube ich, den Ausschnitt hier hinten. Ja, das Bild gefällt mir auf jeden Fall besser. Und Ihr seht: Das ist ein Riesenvorteil, wenn ich mit dem Teleobjektiv fotografiere; dass ich nämlich im Grunde genommen jetzt meine Position - ihr habt es gesehen - kaum verändert habe. Aber ich habe ganz andere Blickwinkel geschaffen. Blickwinkel, die ich sogar anders kaum kriegen würde. Ich habe nämlich jetzt mittlerweile den Tisch in der Mitte fotografiert; im Verlauf die Tische dahinter, aber im Vorfeld stand ich auch noch irgendwo mittendrin. So ein Effekt ist mit einem anderen Objektiv relativ schwer zu erzielen. Deswegen: 70-200 funktioniert da wirklich sehr gut. Ich höre da draußen noch Stimmen. Das Ganze noch so als kleiner Tipp am Rande. Wenn wir sagen: "Was mache ich, wenn die Zeit eng wird?" Das ist etwas, was wir normalerweise sehr, sehr häufig haben. Es ist so, dass die Brautleute den Saal eröffnen und wir häufig nicht frühzeitig in den Saal hineinkommen. In solchen Fällen ist es so: Man will einmal die Emotionen haben, wenn die Braut reinkommt oder die Brautleute reinkommen, vielleicht auch noch die Emotionen der Brauteltern, die hinterher gehen. D. h., man ist dann die ganze Zeit immer am Wechseln. Man fotografiert einmal die Emotionen, dreht sich wieder um und versucht, das Ganze ins Bild reinzubekommen. Diese Dekorationen, die Bilder, die ihr ja gesehen habt, das ist halt einfach so, dass die natürlich charmanter aussehen, wenn kein Gast dabei ist. Deswegen: Wenn die Zeit knapp ist, fotografiert von groß zu klein. Das machen wir dann generell. D. h., wir  starten. Gehen zuerst mit den Brautleuten rein, fotografieren einmal den gesamten Saal. Dabei auch dran denken: Nicht aus der Position wie der nächste Gast, der kommt, sondern am Besten irgendwie die Kamera verändern, eine neue Bildposition finden. Danach Bild auf die Braut, Bild auf die Brautleute. Dann kleiner werden und zwar: Wir fotografieren jetzt einmal den gesamten Tisch. Dann noch weiter kleiner werden. Wenn die ersten Leute an den Tischen ankommen, wieder auf die Details und immer kleiner werden. Wir sagen: von groß nach klein, einfach damit wir wenig Gäste rein bekommen. Dadurch haben wir den Effekt, dass es nach wie vor sehr, sehr gut aussieht. Es sieht so aus, als hätten wir vorher wirklich die Zeit gehabt, auch dann, wenn wir die Zeit nicht hatten. Es bedarf vielleicht eines gewissen Trainings oder einfach, dass man das auch im Kopf behält, dann funktioniert das relativ gut - einfach ein bisschen darauf achten. Eine zweite Sache: Ihr seht es ja in diesem Saal - hier wurde für x-Leute eingedeckt. Versucht nicht, an irgendeinem Tisch irgendetwas umzuarrangieren nur, weil es euch für euer Bild besser gefällt. Geht lieber zu einem anderen Gedeck und fotografiert das. Das ist wesentlich leichter. Gerade auch was das Licht angeht: Ich habe natürlich die Möglichkeit an diesem Tisch zu fotografieren, der weiter vom Fenster weg ist, oder eben hier vorne. Die eingedeckte Situation ist aber im Grunde genommen genau die gleiche. D. h. also, ich kann mir persönlich aussuchen - wo ist es besser? Ich muss nichts arrangieren, ich muss mich nicht umgucken und dergleichen, sondern ich nehme mir das raus, was mir am besten gefällt. Ich fotografiere von hier, wenn ich ein Gegenlicht haben will, oder von der anderen Seite, wenn ich das Licht im Rücken haben möchte. Also: Es geht relativ gut, es geht relativ schnell, wenn man ein paar Sachen beherzigt. Ich glaube, ich höre schon die ersten Gäste kommen. Insofern rate ich euch: Versucht ein bisschen, diese Tipps zu beherzigen. Die Brautleute dekorieren ihre ganzen Tische und richten ihr ganzes Dekor im Aufbau auf diese hochglanz-brillianten Bilder in Magazinen aus, und ich denke mir, das möchten Sie später auch wieder sehen und eure Bilder werden mit Sicherheit dann genauso gut.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Machen Sie sich mit dem emotionalen, erlebnisorientierten Stil der Hochzeitsreportage vertraut und profitieren Sie von den Erfahrungen und Ideen zweier professionellen Fotografen.

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Erscheinungsdatum:27.09.2012

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