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Grundlagen der Videotechnik: Chromakeying

Das Vektorskop

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Fast ebenso häufig wie ein Waveform-Monitor wird in der Film-und Fernsehproduktion bei Aufnahme und Nachbearbeitung das Vektorskop eingesetzt. Wer einen perfekten Key anstrebt, kommt daran nicht vorbei.

Transkript

Ein Vectorscope zeigt uns genau das an, was man auf einem Waveform-Monitor nicht anzeigen kann. Die Bewertung der in einem Bildsignal enthaltenen Farben im Farbkreis und ihre Sättigung. Farblose Tonwerte zwischen Schwarz und Weiß erzeugen auf diese Anzeige lediglich einen Punkt in der Mitte und signalisieren uns damit die Abwesenheit von Farbinformationen. Je weiter sich das angezeigte Signal vom Zentrum entfernt, desto gesättigter ist eine gegebene Farbe. Wir nennen mal als Beispiel dieses Testbild aus der High Definition Welt. Es folgt der Recommendation 709 der International Telecommunications Union. Die Norm wird abgekürzt ITU-R BT. 7O9, aber im Branchenjargon gibt es natürlich eine Kurzform und sie wird einfach Rec.709 genannt. Die Rec.709 ist die Bibel für die Definition aller Signale in der High Definition-Welt, Sie stammt aus dem Jahren 1990 und ich halte jede Wette, dass sie uns noch mindestens zwei bis drei Dekaden maßgeblich begleiten wird. Für die immer noch im Gebrauch befindlichen Produktionsanlagen und die Speicherung von SD-Material, also Standart-Definition das Alte 423 Fernsehen, gibt es die Raccommodation 601. Dummerweise sind die beiden Standards, was die Farben angeht nicht deckungsgleich, was für unsere Betrachtungen bedeutet, dass wir unterschiedlich messen müssen. Einem Vectorscope muss man folglich irgendwie mitteilen können, in welchem Farbraum ist gerade arbeiten soll, damit die Farben richtig interpretiert werden. In diesem Fall steht das hier unter Colorspace auf Auto und ich kann es umschalten definitiv auf dieRec.709, da ist auch NTSC aufgeführt, weil die alte amerikanische Fernsehnorm nochmal eine andere Messmethode erforderte. Mit der Rec.709 ist man aber immer auf der sicheren Seite zumindesten unseren Breiten. Mach mal die Intesität etwas höher, damit wir besser die Signale sehen können. Die kleinen Quadrate hier in der Anzeige markieren uns die Orte der Primärfarben und der Sekundärfarben: Rot, blau und grün, yellow, magenta und cyan. Im Deutschen heißt das blaugrün und magenta ist purpur, aber oft werden halt die englischen Ausdrücke verwendet. Matt nicht glänzende Oberflächen reflektieren das einfallende Licht diffus. In unserer natürlichen Umwelt erreichen nicht glänzende Flächen niemals die maximale Sättigung hier auf diesem Farbkreis angezeigt ist. Auch gedruckte Farben werden niemals 100% Farbsättigung haben, deshalb sind die Farbfelder in diesem Test-Bildsignal nur zu 75% gesättigt, was hier auch angezeigt wird. Verbindet man auf einem Vectorscope die 6 Markierungen und für die 75 prozentige Sättigung der Primär- und Sekundärfarben durch gedachte Linien, erhält man damit auch die Grenzwerte für die in der Standardisierung von Videosignalen gültigen sogennanten legalen Farben. Sättigungswerte über diese Grenze hinaus, gelten als nicht sendefähig und werden von den Sendeanstalten in der Regel bei einer technischen Abnahme zurückgewiesen oder nachträglich auf einen gültigen Wert reduziert. Auch wenn man für das Internet produziert, sollte man diese Grenzwerte beachten, denn auch im Internet werden Broadcastspezifizierte Codecs benutzt. Für die Arbeit mit Chromakeys liegen die Farborte von normgerechten Standsintergründen im Idealfall auf der gedachte Linie zwischen dem Zentrum und den jeweiligen Farborten für blau und grün. In der Praxis wird das, aber nicht immer der Fall sein, eine mit einer Kamera aufgenommene Aufnahme wird Farborte auch zwischen diesen Bereichen generieren. Weicht ein angezeigter Farbort von diesen Linien ab, dann weist das darauf hin, dass entweder die Farbalance an der Kamera nicht richtig eingestellt ist, man nennt das landläufig den Weißabgleich, in Hinsicht auf die gerade benutzte Beleuchtung ist dieser dann nicht vorgenommen worden, oder zweitens das gewählte Hintergrundmaterial entspricht keiner normgerechten Chromakey-Farbe. Die Farbe ist da nicht rein, sondern mit Komponenten der beiden anderen Farbkanäle verunreinigt. Das gleicht ein guter Key zumeistens problemlos aus, kann aber an kritischen Stellen zu Verlusten von Bilddetails führen. Um den Farbort einer Chromakey-Farbe im wahrsten Sinne wieder auf Linie zu bringen, kann man so weit gehen die gesamte Farbphase der Kamera, das heißt des gesamten Farbkreises zu verdrehen. In den Tiefen der Menü der Kameras ist das möglich, dazu sollte man jedoch die Einstellung der Farbmatrix in einer Kamera genau kennen und diese Matrix vor der Umstellung wegsichern. Das Verdrehen der Farbphase geschieht auch ausschließlich mit dem Ziel die Qualität des Keys zu optimieren, die dabei zwangsläufig auftreten den Farbverschiebungen des Vordergrundes, kann man mit einer Farbkorrektur nach erfolgtem Keying durch erneutes Verschieben der Farbphase wieder zurück korrigieren, aber es ist immerhin ein aufwendiger Prozess. Wenn man alle Randbedingungen der Aufnahme und insbesondere auch die Art der Beleuchtung immer behält, sollte ein so extremer Eingriff, aber gar nicht von Nöten sein. Bei der Einrichtung eines Chromakeys ist das Vectorscope nach dem Waveform-Monitor das zweitwichtigste Messgerät. Es vermittelt uns Sicherheit in Bezug auf die Farbigkeit und man sollte es in jedem Fall in die Entscheidungsfindung miteinbeziehen.

Grundlagen der Videotechnik: Chromakeying

Lernen Sie, wie Sie Greenscreen-Aufzeichnungen optimieren, sodass die Nachbearbeitung rasch von der Hand geht.

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