Photoshop CC für Profis

Das Prinzip der Schwarzweißkonvertierung

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Bei der Schwarzweißkonvertierung ist alles nur eine Frage von Sättigung und Helligkeit. Sagt der Trainer. Hier erfahren Sie auch, weshalb das so ist.

Transkript

Rund um das Thema der Schwarz-Weiß-Umwandlung von Farbbildern gibt es eine ganze Reihe Mythen und Missverständnisse und ich möchte hier mal etwas Licht in diese Materie bringen. Und zwar ist man sich allerseits einig, dass das einfache Entsättigen eines Bildes zu keinem guten Schwarz-Weiß Ergebnis führt. Aber ist das wirklich so? Denn letztendlich geht es bei der Konvertierung von einem Farbbild zu einem Schwarz-Weiß-Bild, also genau genommen zu einem Bild, das aus Graustufen besteht, um nichts anderes, als darum, die Sättigung der Farben loszuwerden. Und ich möchte Ihnen mal zeigen an diesem Beispiel, dass wir einfach die Sättigung verringern können, und das Ganze trotzdem nicht so schlecht aussieht. Also das ist nicht der Kernpunkt. Aber ich zeige Ihnen zunächst mal das Ergebnis. Also ich nehme eine ganz einfache Einstellungsebene "Farbtonsättigung" und mache hier das Rabiateste und das Schlimmste, was man machen kann, ich ziehe einfach die Sättigung auf Anschlag nach links - so jetzt haben wir ein Schwarz-Weiß-Bild. OK, das wirkt jetzt nicht recht spannend, aber es sieht auch nicht schlecht aus, oder? Das Problem an der Sache ist, es ist nicht das Optimum. Aber man könnte das schon ein wenig knackiger gestalten, indem man einfach den Kontrast ordentlich anzieht. Dann nehme ich mal die ebenfalls recht rabiate Methode einfach Helligkeit und Kontrast und erhöhe den Kontrast ein bisschen, und schon haben wir ein Bild, das schon ein bisschen was her macht. Also da habe ich schon einige Fragen gelesen, wo ähnliche Bilder wie dieses jetzt, im Internet standen und wo dann Leute nachgefragt haben, wie macht man diesen Look, dieses knackige Schwarz-Weiß. Und Sie haben gesehen, ich habe das Schlimmste gemacht was man machen kann - ich habe die Sättigung raus gezogen und den Kontrast erhöht. Aber warum sollte man dennoch nicht einfach diese Entsättigung vornehmen? Das hat ganz einfach damit zu tun, dass Sie kreativ die Farben abstimmen möchten. Denn Sie sehen ja, wenn ich hier mal rausgehe aus diesen Schwarz-Weiß-Modus - ich lösche beiden Ebenen gleich mal wieder - dass wir die einzelnen Farben unterschiedlich hell wahrnehmen. Also dieses Grün und dieses Blau hier unten, die wirken nicht gleich hell sondern uns springt zuerst dieser grüne Baum hier oben an, weil wir gelbe Farbtöne als hell, als warm, als auffällig wahrnehmen und das Blau, das wird in der Regel von unseren Augen herauskorrigiert, also ist nicht ganz so auffällig und das fließt nur zu einem Teil in unsere Wahrnehmung ein. Denn dieses Blau hier unten ist eine Himmelsreflexion, denn die Menschheit ist seit Jahrmillionen beheimatet unter blauem Himmel - wenn er denn blau ist und nicht gerade bewölkt - und deshalb haben wir gelernt, solche Reflexionen des Himmels in den Schatten einfach zu ignorieren. Also, dass diese Tür blau ist, das würden die meisten Leute sofort sagen, wenn man aber in dieser Szene stehen würde und hier umhergucken und man würde fragen: "Welche Farbe hat der Boden?", dann würden die meisten Leute mit Sicherheit die Farbe sagen, die hier zu sehen ist, also mehr ein Ocker-Ton, etwas helles und nicht dieses Blau nennen, weil das einfach herauskorrigiert wird. Eine ähnliche Situation haben wir bei Schnee. Und was wir bei der Schwarz-Weiß-Konvertierung machen, ist es, entweder die natürlichen Helligkeitsverhältnisse dieser Farben beizubehalten oder sie kreativ zu verändern. Und indem man einfach die Sättigung herauszieht, verändert man gar nichts kreativ. Also, deshalb ist das ein schlechter Weg. Eine etwas andere Variante als die einfache Entsättigung, wäre der Weg über Bildmodus und Graustufen. Und ich dupliziere dazu mal dieses Bild und nenne das mal "Graustufen-Variante", sage "OK", lösche die Einstellungsebene, die ich da schon vorbereitet habe, und wandle das Bild mal über diesen Modus in Graustufen um. Ich möchte die Farbinformation verwerfen, "Ja", und ich möchte das nicht wieder anzeigen, denn zu diesem Thema mit der Schwarz-Weiß-Ebene da kommen wir noch. Also ich klicke hier auf "Löschen". Jetzt vergleichen wir mal: Es sieht ein bisschen anders aus als die einfache Entsättigung, ich werde hier nochmal eine Einstellungsebene "Sättigung und Farbton" anlegen und die beiden Fenster mal nebeneinander stellen. Und da sehen wir rechts jetzt die Graustufen-Variante und links die einfach entsättigte Variante. Was fällt uns als erstes auf? Dass hier der Baum oben, also diese grün-gelben Blätter, dass die hier deutlich heller ausfallen. Und das liegt daran, dass bei der Graustufen-Umwandlung nicht einfach die Farbe herausgezogen wird sondern eine Helligkeitsverteilung erreicht wird, die RGB ungefähr 30, 59 und 11 entspricht, weil wir eine erhöhte Empfindlichkeit für Grüntöne haben. Und entsprechend ist übrigens auch das Muster auf den Kameras verteilt - also das Pixelmuster, das Bayermuster, nachdem die Farben von der Kamera sozusagen wahrgenommen werden, also in dieser Verteilung rote Pixel 30, grüne Pixel 59 und blaue Pixel 11. Und genau das macht dieser Graustufen-Modus, wenn ich in den Graustufen-Modus umwandle, passiert genau das, dass anhand unserer Wahrnehmung das Bild umgewandelt wird. Es sieht also recht schick aus, Sie sehen wir haben hier auch einige knackigere dunkle Tonwerte und insofern ist der Graustufen-Modus auch nicht die schlechteste Variante, wenn wir hier das einfach entsättigen. Aber was auch der nicht kann ist Folgendes - und ich wechsle mal wieder in diese Datei und blende die Entsättigung aus - nämlich, dass wir das Bild kreativ verändern. So, das wäre jetzt eine kreative Interpretation und Sie sehen, was ich da gemacht habe, mit dieser Schwarz-Weiß-Ebene, ich habe die Blau-Töne hier vorne sehr dunkel gestaltet, ich habe auch den Baum sehr dunkel gestaltet; ich könnte das auch umkehren, ich könnte hier bspw. das Grün aufhellen und damit den Baum sehr hell gestalten und genau das macht eine Schwarz-Weiß-Konvertierung aus: Nicht einfach das Entfernen einer Sättigung, sondern dem, was wir mit unseren Graustufen vermitteln möchten. Und wird die Sättigung einfach herausgezogen, dann vermatschen die ähnlichen Helligkeiten und verlieren den ursprünglich bei der Farbe noch vorhandenen Farbkontrast. Schauen Sie mal, hier haben wir einen Farbkontrast zwischen diesem Grün und den unteren Bereichen und zwischen dem Blau und den oberen Bereichen, und in dem Moment wo ich die Sättigung herausziehe, fällt dieser Kontrast ziemlich unter den Tisch. Wenn ich das kreativ mache, mit einer Schwarz-Weiß-Ebene beispielsweise, kann man diesen Kontrast nochmal deutlich verstärken. Also hier ist quasi die Lichtsituation komplett umgekehrt, hier schwebt der dunkle Baum noch über dieser Person und in der Schwarz-Weiß-Interpretation mit dem hellen Baum und dem dunklen Untergrund, da sieht es eher aus, als ob hier mehr Luft um die Person ist. Also es geht darum, die Farben in schöne Helligkeitsstufen umzusetzen, also die Sättigung muss raus und die Helligkeit muss angepasst werden. Entweder so, dass es unserem natürlichen Helligkeitseindruck entspricht oder so, dass wir eine kreative Interpretation vornehmen. Und das ist im Prinzip alles, was Sie grundsätzlich wissen müssen zur Schwarz-Weiß-Konvertierung. Alles andere sind nur Werkzeuge und Strategien, um schnell zum Ziel zu kommen oder möglichst gezielt bestimmte Probleme zu lösen, wie bspw. ein Rauschen im Himmel und dergleichen. Also nochmal zusammengefasst: Wir entsättigen nicht einfach, sondern wir interpretieren und dabei stimmen wir die Helligkeiten der einzelnen Farben zueinander ab.

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7 Std. 40 min (73 Videos)
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