Cinema 4D Grundkurs

Das Phong-Tag

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Das Phong- bzw. Glätten-Tag simuliert eine weiche Oberflächenschattierung auch dann, wenn die Objektform noch relativ eckig ist.

Transkript

Wir haben schon ein bisschen darüber gesprochen, wie Sie über das Darstellung-Menü verschiedene Qualitätsstufen auswählen und auch kombinieren können mit einer Linien-Überlagerung, die dann die Struktur eines Objekts herausarbeitet und darstellt. Also zum Beispiel den Verlauf der sogenannten Kanten, also der Umrisse und Begrenzungen der Polygone, also der Drei- und Vierecke, die unsere Oberflächen bilden. Hier am Beispiel einer Kugel zu sehen. Wenn man sich das Konzept vor Augen führt, dass Objekte eigentlich aus einer relativ kleinen Anzahl in sich ebener Flächen zusammengesetzt werden, dann mag es vielleicht etwas verwundern, dass uns unter Lichteinfall eine relativ glatte Oberfläche vorgegaukelt wird. Wenn wir uns mal auf den mittleren Teil der Kugel konzentrieren, sieht das Ganze ja sehr schön glatt poliert aus. Es wird erst an der Silhouette deutlicher, dass wir es nur mit einer relativ geringen Anzahl an Polygonen zu tun haben. Der Effekt nennt sich Phong-Schattierung oder überhaupt Schattierung. Er wird über ein Tag gesteuert. Tags nennen sich in Cinema 4D diese kleinen Symbole, die Sie hier im Objekt-Manager ganz rechts finden können, also in der dritten Spalte von vorne neben den jeweiligen Objektnamen. Ein Tag ist in vielen Fällen immer schon vorhanden, ohne dass wir selber etwas tun müssen. Wir hatten ja im Grundobjekt-Menü einfach nur eine Kugel abgeholt. Die hat von Haus aus schon so ein Tag mit dabei. Dieses Tag nennt sich, wie wir hier im Attribute-Manager lesen können, Phong-Tag oder Glätten-Tag. Genau das ist der Effekt, den wir hier beobachten können. Die Oberfläche wird dadurch nämlich optisch geglättet, aber auch nur unter Lichteinfall. Das heißt, die Form des Objekts ist nach wie vor so eckig wie vorher, aber das Licht verhält sich so, als wäre es eine geglättete Oberfläche. Das hängt zusammen mit Optionen, die hier schon definiert wurden, nämlich der sogenannten Winkelbeschränkung in Zusammenhang mit einem Glätten-Bis-Winkel. Diese beiden Funktionen zusammen bedeuten, dass die Form des Objekts und die Neigung der Polygone zueinander, wenn ich die nochmal einblende, die haben ja dadurch, dass jede Fläche in sich gerade ist, einen eindeutigen Winkel zwischen sich, also immer benachbarte Flächen betrachtend. Der Winkel ist hier vielleicht 10°, oder vielleicht 5°, je nachdem, wie viele Flächen im Umlauf sind, Dieser Winkel kann mit dem Winkel ausgewertet und verglichen werden, den wir hier eingetragen haben. Das bedeutet hier, glätte doch bitte optisch die Oberfläche, solange der Winkel zwischen benachbarten Flächen kleiner ist als 80°. Das ist bei dieser Anzahl an Polygonen überhaupt kein Problem, zumal wir diesen Wert auch beliebig verändern können. Wenn ich hier etwa auf 5° heruntergehe, haben Sie vielleicht gesehen, was sich hier tut. Wenn ich die Liniendarstellung wegnehme, wird offensichtlich, dass die optische Glättung gestoppt wurde durch dieses Phong- oder Glätten-Tag. Dass wir jetzt jede Fläche einzeln wahrnehmen können, mit einem harten Bruch zur jeweils benachbarten Fläche. Das liegt genau an diesem Winkel. Wenn wir jetzt hier schrittweise nach oben gehen, Sie sehen's oben schon aus dem Augenwinkel. Hier sind Bereiche, wo die Flächen knapp unter 10° zwischen sich haben. Da fängt diese Glättung schon zu greifen an. Dann geht man noch ein paar Schritte weiter. Dann kommt der nächste Ring dazu, der nächste ... Plötzlich haben wir einen größeren zusammenhängenden Bereich bei 15°. Bei 16° haben wir dann auch die letzten Flächen erwischt, die hier bei diesser Polygon-Anzahl noch einen Winkel zwischen sich hatten, der kleiner war als hier eingestellt. Das heißt, über diese Einstellung im Phong- oder Glätten-Tag erreichen wir eine qualitativ höherwertige Schattierung, also Helligkeitsverläufe auf der Oberfläche, als es eigentlich durch die Anzahl der Polygone gegeben sein sollte. Das ist natürlich für uns ein sehr hilfreiches Mittel, die Anzahl der Polygone ein bisschen im Zaum zu halten. Denn je mehr Flächen die Objekte benutzen, desto mehr Speicher belegen sie natürlich auch und desto komplexer könnens später die Bildberechnungen sein, entsprechend kann die Rechenzeit damit auch ansteigen. Der Hauptgrund ist natürlich, dass wir viel mehr Arbeitsspeicher brauchen, wenn viel mehr Polygone da sind. Daher ist das ein schönes Hilfsmittel, zumal wir das auch im anderen Sinne benutzen können, zum Beispiel, wenn wir etwas modellieren wollen, was scharfkantig wirken soll. Dann macht es natürlich Sinn, den Wert abzusenken und zum Beispiel eine scharfe Kante oder einen Schliff an einem Edelstein noch schöner herausarbeiten zu können. Dann eben wirklich harte Brüche zwischen den Polygonen zu sehen. Das ist die Wirkung des sogenannten Phong- oder Glätten-Tags. Sollte ein Objekt dieses Tag nicht haben, zum Beispiel, wenn Sie ein Objekt aus einer anderen Software importieren ... Das Importieren funktioniert in Cinema einfach über das Dateimenü. Es gibt keinen Import-Befehl, sondern es gibt entweder Öffnen oder Hinzuladen. Hinzuladen bedeutet, dass die gerade offene Szene ergänzt wird durch das neu hinzugeladene Objekt. Bei Öffnen würde sich eine neue Szene, ein neues Projekt öffnen und dort würde dann die Datei hineingeladen. Cinema kann nämlich, nur um das Thema abzurunden, mehrere Szenen gleichzeitig offen haben. Daher finden wir im Fenstermenü immer eine Auflistung der Szenen, die gerade gleichzeitig geöffnet sind. Hier könnten Sie dann auch, wenn mehrere Einträge zu finden sind, zwischen den Szenen wechseln, ohne eine Szene schließen und eine andere öffnen zu müssen. Es können also mehrere Projekte geöffnet sein. Die finden Sie dann immer unten im Fenstermenü. Das ermöglicht natürlich auch das Kopieren von einer Szene in die andere. Aber wie gesagt. Interessant ist dieses Phong-Tag. Sollte es, so sind wir ja drauf gekommen, einmal nicht vorhanden sein, ich hab's einfach durch Anklicken und Betätigen der Entfernen-Taste gelöscht, dann finden Sie derartige Tags in Cinema selbst leicht wieder. Nämlich, wenn Sie das entsprechende Objekt selektieren, also anklicken. Dann finden wir hier oben ein Menü für diese Tags. Wenn wir da drauf klicken, sehen Sie, da gibt es jede Menge Tags, je nachdem, für welchen Bereich sie sind. Aber die grundlegensten finden Sie gleich obenan in den Cinema 4D-Tags und dort eben auch wieder unser Phong-Tag. Sollten Sie also so ein Tag mal aus Versehen gelöscht haben, können Sie die Tags in der Regel alle über diese Tag-Menüs aufrufen und im Nachhinein wieder hinzufügen. Man müsste dann nur hier wieder Winkelbeschränkungen einstellen und mit den Werten arbeiten, die man für die Glättung verwenden möchte.

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10 Std. 2 min (70 Videos)
Ansehen rentiert sich
Anonym
Ich habe bisher immer mit dem „try and error" gearbeitet. Nach Ansicht dieser Videos wurde mir vieles endlich klar. Ich hätte mir viel Arbeit, viel Zeit und viele Fehler sparen können, hätte ich diese Videos damals schon zur Verfügung gehabt.
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Erscheinungsdatum:17.10.2014
Laufzeit:10 Std. 2 min (70 Videos)

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