Am 14. September 2017 haben wir eine überarbeitete Fassung unserer Datenschutzrichtlinie veröffentlicht. Wenn Sie video2brain.com weiterhin nutzen, erklären Sie sich mit diesem überarbeiteten Dokument einverstanden. Bitte lesen Sie es deshalb sorgfältig durch.

Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Praxisbeispiel Flaschenetikett

Das Lösungsbeispiel zum Arbeitsauftrag

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Frank Koschembar präsentiert Ihnen zum Abschluss dieses Video-Trainings hier die Erläuterung seiner Musterlösung für das Olivenöl-Flaschenetikett.

Transkript

Sind Sie mit Ihrem Ergebnis zufrieden? Hat Ihnen die Arbeit Spass gemacht? Das wäre das Wichtigste. Jetzt zeige ich Ihnen meine Lösung und erläutere Ihnen meine Ideen dazu. Zunächst denke ich über das Format der Gestaltungsfläche nach. Ich lege mir als erstes die eine Seite der Flasche um die es geht im Format 6x20 cm an. Ich färbe sie Dunkelgrün ein, damit ich im Gestaltungsprozess die Wirkung des Ergebnisses immer vor Augen habe. Das ist wichtig, weil ich am Schluss keine bösen Überraschungen erleben möchte. Das mein Etikett zum Beispiel gut gelungen ist, aber auf der Flasche, also dem dunkelgrünen Hintergrund einfach nicht zur Geltung kommt. ich probiere einige Formate aus, die gut passen, und funktionieren könnten. Und ich entscheide mich wieder für ein extremes, ungewohntes Hochformat, das für die nötige optische Spannung sorgen wird. Dieses mal für 4x16 cm. Jetzt nehme ich mir den Text vor und bilde meine Gruppen. Möglichst wenige, damit ich mich im späteren Zusammenspiel der Gestaltungselemente um nicht zu viele Einzelelemente kümmern muss. Das Wichtigste ist natürlich das, was sich in der Flasche befindet, nämlich Olio, also Öl. Die zweitwichtigste Information ist klarer Weise, um welches Öl es sich handelt. Um Olivenöl, also "extra vergine de Oliva". Den gesamten Rest fasse ich in einen dritte Gruppe zusammen. "agricoltura biologica" "prodotto da" "CASA CAVALLINI" ""Monte Antico (GR)" "Raccolta 2016". Die Information also, dass es sich um Öl aus biologischem Anbau des Hauses Casa Cavallini in Monte Antico, Provinz Grosetto handelt, und das es die Ernte 2016 ist. Diese drei Textgruppen verteile ich erst mal grob auf meiner Gestaltungsfläche und ordne ihnen Schriftgrößen zu, die ihrer Bedutung entsprechen. Das Wichtigste "Olio" groß. "extra vergine de Oliva" kleiner, damit es nicht mit "Olio" konkurriert. Und die dritte Textgruppe stelle ich als reinen Informationstext klein dar. Jetzt mache ich mir Gedanken darüber, welche Schriften gut passen könnten. Und ich denke spontan, an die typisch Italienische Schrift "Bodoni". Eine wunderbare, klassische Antiqua-Schrift, mit ganz feinen Serifen, die wirklich gut zum Produkt, zu Italien, und zur Toskana passt. Weil der Gestaltungsprozess natürlich etwas länger dauert als in diesem Film, würde ich jetzt eine Kaffeepause machen, oder mit einem Hund spazieren gehen. Aus einem einfachen Grund, Arbeitspausen sind wichtig, weil ich so Abstand gewinne und mir in meiner Pause immer neue Ideen und Gedanken kommen. Die merke, oder notiere ich mir und probiere sie im nächsten Schritt aus. Pausen sind auch dann besonders wichtig, wenn die Arbeit ins Stocken gerät und ich keine gute Teillösung finde. Die Pausenideen helfen mir fast immer, auch einen komplett neuen Ideenansatz zu finden. Als drittes Gestaltungselement nehme ich mir jetzt das Bild vor und platziere es auf meiner Gestaltungsfläche. Ich habe es vorher freigestellt, dass heißt mit einem transparenten Hintergrund versehen, sodass ich es auf verschiedenen Farbem auflegen kann. Ich vergrößere und verkleinere es, drehe es, bekomme langsam ein Gefühl dafür, welches Bildelement mir wichtig ist und platziere es. Hier verzerre ich es sogar noch etwas in sich, weil mir so die Proportionen noch besser gefallen. Als zunächst letztes Element kommt das Logo hinzu. Auch das schiebe ich an unterschiedliche Positionen, vergrößere und verkleinere es, bis mir seine Größe und Wichtigkeit im Bezug auf alle anderen Gestaltungselemente richtig erscheint. Und ich merke ,dass sich, je mehr Elemente meine Gestaltungsfläche bedecken, die Beziehungen untereinander verändern. Jetzt heißt es frei mit allen Elementen zu spielen und gegebenenfalls neue Größen und Positionen zu finden. Was ist besser? Bild oben, Logo unten? Logo oben, Bild unten? Wo stehen die Schriften am Besten? Empfinde ich die Größen zueinander noch als passend? Sollte das Etikett vielleicht noch einen farbigen Hintergrund haben? Beim probieren fällt mir auf, dass der Olivenzweig sich noch etwas besser vom Hintergrund abheben könnte, und ich bringe einen Schatten an. Das funktioniert gut. Und als Hintergrundton wähle ich ein zartes Creme. So sieht die Gestaltung für mich jetzt am Besten aus. Das Etikett könnte fertig sein. Könnte. Denn es ist sehr wichtig, einen letzten kritischen Blick auf seine Arbeit zu werfen, auch wenn man der Meinung ist, dass das Ergebnis gut und die Arbeit geschafft ist. Das kann kann nach ein- zwei Stunden, oder auch am nächsten Tag sein. Denn es ist fast immer so, dass wieder mit dem nötigen Abstand ein paar neue Dinge auffallen und durch wenige Korrekturen das Ergebnis nochmals verbessert werden kann. Mir ist zum Beispiel die Beziehung zwischen den beiden Oliven im Bild und den beiden "O" im Wort "Olio" später erst aufgefallen. Das hat mich veranlasst, nochmals an die Arbeit zu gehen, um diese Beziehung auszugestalten. Mir ist dabei, wie selbstverständlich ein noch schönerer Umgang mit derr Schrift gelungen. Ich habe nämlich überlegt, welche Schriften wirklich kreisrunde "O"s haben. Da gibt es einige. Entschieden habe ich mich für die Futura light. Eine serifenlose Groteskschrift, eigentlich das Gegenteil der zuvor von mir gewählten, klassischen "Bodoni". Aber so soll es jetzt sein, weil es gut aussieht, und ich habe kurzer Hand den Schriftschnitt für alle Texte gewechselt. Ausserdem setze ich "Olio" komplett in Kleinbuchstaben, so ergeben sich zwei exakt große kreisrunde "O"s, und es entsteht eine subtile beziehung zu den Oliven im Bild. Während dieses Prozesses probiere ich aus, wie meine Texte im Mittelsatz wirken, und auch das ist besser als vorher. Der Mittelsatz beruhigt die gesamte Gestaltungsfläche, die ja ansich schon aufgrund des aussergewöhnlichen Formats spannungsgeladen ist. Und den kleinen Informationstext unten stelle ich Grau statt Schwarz, damit das Logo noch besser auffällt. Die jetzt feine, leichte Schrift bringt mich noch auf die Idee, ob der Huntergrund etwas lebendiger sein könnte, und ich probiere einen Strukturierten Papierhintergrund aus, an den ich mich erinnere, weil ich ihn schon einmal für einen anderen Auftrag verwendet hatte. Auch das passt gut zu Oliven, zur Toskana und zu handwerklichen Produktionen. Und so bin ich jetzt mit meiner Arbeit noch zufriedener. Was habe ich gemacht? Ich bin zunächst wieder systematisch vorgegangen und habe zuerst das Format ermittelt. Hierbei habe ich darauf geachtet, dass es ungewöhnlich, und dadurch aufmerksamkeitsstark ist. Ich habe möglichst wenige Textgruppen gebildet, damit ich mich später nicht um zu viele einzelne Gestaltungselemente kümmern muss. Ich habe Bild und Logo hinzugefügt und fing an, mit allen Elementen zu spielen, alles mögliche auszuprobieren, imemr im Gedanken, dass noch nichts festgelegt werden muss. Ich sage ganz bewusst "Spielen", weil ich der Meinung bin, dass man sich seine Layouts zunächst "erspielen" muss, um sie danach erst gestalterisch und formal gekonnt und technisch präzise auszuformulieren. Das macht einfach mehr Spass und das spiegelt das Ergebnis wieder. Und natürlich sollte das Ganze auf möglichst großzügigem Leerraum geschehen, damit jedes Gestaltungselement seine Wirkung entfalten kann. Dieses Etikett ist auf der einen Seite ganz anders, als das Apfelessig-Etikett aufgebaut, ich verwende dunkle Schrift auf hellem Hintergrund, eine serifenlose, statt einer serifen Schrift, das Bild ist dieses Mal oben platziert, das Logo unten. Alles ist aber genauso schnell und klar erfassbar, weil es an exponierten Stellen untergebracht ist. Durch die Auswahl der einzelnen Elemente, Schrift, Bild, Farbe und Hintergrundstruktur, kann das Etikett trotz, oder vielleicht gerade wegen der klaren Struktur die Schönheit Italiens, die warmen toskanischen Abende und die besonders schonende handwerkliche Herstellung eines guten Olivenöls wiederspiegeln.

Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Praxisbeispiel Flaschenetikett

Lernen Sie das Zusammenspiel von Schriften, Farben und Bildern zu einer tollen grafischen Gesamtgestaltung schätzen!

41 min (8 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!