Cinema 4D Grundkurs

Das Bevel-Werkzeug und der Bevel-Deformator

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Polygon-Objekte wirken stets etwas mechanisch bzw. eckig. Das Brechen und Runden der Kanten erhöht daher in vielen Fällen die Darstellungsqualität.

Transkript

Die Problematik beim Modellieren mit Polygonen ist oft, dass etwas scharfkantige, mechanisch wirkende Formen entstehen, oder Strukturen entstehen, im Gegensatz zu den schönen weichen Formen, die wir oft bei Splines oder auch bei Grundobjekten beobachten können. Es gibt aber eben auch eine Funktion, mit der sich zum Beispiel Kanten nachträglich runden oder brechen lassen, der sogenannte Bevel-Befehl. Als Vorbereitung für dessen Nutzung haben wir hier bereits eine Loop-Selektion aller Kanten durchgeführt, die wir gern runden möchten. Und würden dann im Mesh-Menü aufrufen Auch das ist wieder ein Werkzeug, wenn ich jetzt hier mal die verschiedenen Kategorien gleichzeitig mit der Maus überstreife, wo man viel einstellen kann, aber nicht unbedingt muss. Das heißt, wir könnten jetzt hier auch einfach ein bisschen näher ran gehen, um uns das anzusehen, könnten die linke Maustaste halten und ein bisschen nach rechts ziehen. Und Sie sehen, was passiert, dass wir jetzt hier die zuvor selektierten Kanten praktisch verdoppeln. Es entstehen da jetzt zwei. Und dazwischen entsteht entsprechend eine Schräge. Das heißt, wir haben im Prinzip die vorher 90-Grad Kante abgefast und dadurch natürlich optisch ein bisschen interessanter, natürlicher gemacht. Damit ist aber die Hauptfunktion noch nicht abgeschlossen, denn Sie sehen, hier gibt es einen Wert für die Unterteilung. Wenn ich den etwas hochsetze, dann sehen Sie, dass das nicht nur eine Gerade sein kann, diese Abrundung, sondern dass da durch das Hinzufügen von Polygonen und Segmenten das Ganze richtig schön rund wird. Je mehr Unterteilungen, desto runder. Die Form, die dabei genutzt wird, also in der Regel ist es ja eine konvexe Form, kann hier aber noch definiert werden. Da gibt es durchaus dann die Möglichkeit, mit einer Kurve auch zu arbeiten. Dass wir hier sagen, wir haben jetzt hier irgendwas Individuelles, was wir umsetzen möchten. Sie sehen, wie sich entsprechend hier dann die Form verändert. Oder selbst wenn wir bei Rund sind, gibt es hier noch einen Spannungs-Wert, der verändert werden kann zum Beispiel, und das Ganze negativ ziehen, sodass die Rundung nach innen verläuft. Je nachdem wie groß jetzt diese Abrundung ist, kann es durchaus an einigen Stellen problematisch werden. Mal sehen, ob ich hier irgendwas finden kann, wo es einfach Durchdringungen gibt aufgrund des großen Radius. Na, so auf Anhieb fällt mir jetzt nichts ins Auge, aber vielleicht können wir es ein bisschen forcieren, wenn wir hier ein bisschen stärker noch runden. Sie sehen, dann gibt es hier zum Beispiel einfach Bereiche, wo die Rundung, die von unten kommt und die von oben kommt, einfach sich überlappt. Das lässt sich verhindern, wenn wir hier oben das Häkchen machen für Grenze. Sie sehen, dann werden solche Situationen abgefangen und Überlappungen werden in den meisten Fällen dann herausgefiltert. Ansonsten ist es natürlich auch sinnvoll, ein bisschen selber im Auge zu haben, wie stark denn hier wohl gerundet werden soll, dass man es nicht übertreibt. Aber Sie sehen, das ist im Prinzip eine sehr praktische Geschichte, um dem Polygon-Objekt ein bisschen diese Härte zu nehmen. Auch hier ist es so, Sie beenden im Prinzip das Werkzeug, in dem Moment, wo Sie auf eine andere Funktion klicken. Und wenn ich jetzt mal im Modell-bearbeiten-Modus bin, und deselektiere das Objekt, damit wir diese Umrandung nicht mehr sehen, dann sehen Sie, dass das einen sehr positiven Effekt hat auf die Wahrnehmung. Nämlich durch das Brechen dieser 90-Grad-Kanten gibt es jetzt hier Möglichkeiten, dass sich Glanz bildet. Wir haben hier überall solche Glanzpunkte, Glanzstreifen, die sich jetzt bilden können, natürlich in Abhängigkeit der Lichtquellen, die wir in der Szene haben. Momentan ist ja nur das Standardlicht da. Aber das wertet das gesamte Objekt natürlich sehr auf. Der Nachteil ist: Wenn wir diesen Befehl jetzt abgeschlossen haben, haben wir keine Möglichkeit, diesen Radius nochmal anzufassen oder zu verändern. Das ist einfach abgeschlossen jetzt. Es gibt aber eine zweite Option. Wenn ich jetzt mal diesen Schritt zurückgehe zu dem Zeitpunkt, wo wir nur die Selektion haben mit den 90-Grad-Kanten. Es gibt nämlich noch eine Option, über ein interaktives Objekt solche Rundungen durchzuführen. Das nennt sich nämlich auch Bevel. Und das finden Sie hier in dieser Gruppe mit den sogenannten Deformationsobjekten. Wenn Sie da einen gehaltenen linken Mausklick ausführen, dann sehen Sie hier unten den gleichen Begriff, nämlich Bevel. Dieses Bevel-Werkzeug hat genau die gleichen Einstellmöglichkeiten wie der Bevel-Befehl, den wir gerade gesehen haben, lässt sich aber eben interaktiv bedienen. Das heißt, es kann jederzeit nochmal angefasst werden oder auch wieder gelöscht werden, um wieder zu dem Urzustand des Objekts zurückzukehren. Was wir jetzt hier gemacht haben, diese Selektion der Kanten, ist insofern ganz hilfreich für das Bevel-Objekt, weil wir dann natürlich direkt vorgeben, welche Kanten uns interessieren. Das heißt, wir müssen das nicht dem Bevel-Objekt selbst überlassen, wo gerundet wird. Jetzt müssen wir aber diese Selektion irgendwie fixieren, um das dem Bevel-Werkzeug mitzuteilen, dass wir diese Kanten hier meinen. Und dafür gibt es hier im Selektieren-Menü eine Möglichkeit, nämlich hier unten. Wir können Selektionen einfrieren. Und dieses Einfrieren kann man einfach übersetzen mit Speichern. Das heißt, wir speichern diese Selektion jetzt mal ab. Und das Speichern sieht derart aus, dass wir hinten ein neues Tag-Symbol bekommen. Und Sie sehen, das nennt sich ein Kanten-Auswahl-Tag. Genauso könnten wir, wenn wir jetzt hier mal diese Polygone speichern wollen, aber auch sagen, speichere mit das als Selektion, dann erhalten wir entsprechend ein Polygon-Auswahl-Tag. Und mit Punkten ganz genauso. Sie müssen beim Aufruf dieses Einfrieren-Befehls nur darauf achten, dass nicht schon ein Tag vom gleichen Typ hier selektiert ist, weil ansonsten wird dessen Inhalt überschrieben. Sie können nämlich mehrere auch von dem gleichen Typ hier haben, einfach um an verschiedenen Stellen zum Beispiel Selektionen abzuspeichern. Nun gut, jetzt haben wir hier eine Kantenauswahl gespeichert. Sie sehen, das hat hier auch ein Namensfeld. Ich könnte hier zum Beispiel Meine Kanten eintragen. Und wir können jederzeit entweder durch einen Doppelklick auf dieses Symbol wieder zurückkehren zu dieser gespeicherten Selektion, oder über diese Tasten zum Beispiel sagen, Selektion wiederherstellen, und das somit wieder abrufen. Das heißt, egal was ich jetzt hier auswähle, einen Doppelklick hier drauf, dann habe ich wieder meine gespeicherte Selektion. Nun gut, wenn wir jetzt hier mal unser Bevel-Deformationsobjekt abholen, dann ist generell zu beachten, dass alle Objekte, die Sie hier in dieser Rubrik sehen, alle Deformationsobjekte, mit denen ich zum Beispiel Objekte verbiegen oder verdrehen kann, oder auch explodieren lassen kann und ähnliche Effekte, dass die immer untergeordnet werden müssen. Das heißt, wenn ich das hier aufrufe, muss ich das unter dem Objekt einsortieren, was ich meine. In dem Fall würde jetzt das Bevel-Objekt die Kanten des Polygon.Objekts automatisch brechen. Und wenn ich hier mal ein bisschen ranfahre, sehen Sie schon, dass hier schon was passiert ist. Nämlich es werden jetzt alle Kanten erstmal gebrochen. Ich zeige Ihnen noch kurz eine zweite Variante, weil das war jetzt ein bisschen sehr manuell. Das heißt, wir mussten das von Hand unterordnen. Sie können aber auch das Objekt auswählen, die Shift-Taste halten, dann das Bevel-Objekt. Sie sehen, dann ordnet sich das automatisch unter, also durch das Halten der Shift-Taste sparen wir uns einen Mausklick. Sie sehen, wir haben ansonsten, wenn wir hier unten mal hingucken die gleichen Einstellmöglichkeiten. Also wir können hier den Radius einstellen, wir können hier Unterteilung einstellen, also die Güte der Rundung. Könnten hier das Ganze so regeln, dass die Krümmung der Abrundung nach innen geht, und so weiter. Hier haben wir es praktisch nach außen oder innen. Haben auch hier wieder den Grenze-Wert, damit es da keine Probleme gibt mit Überlappungen. Aber es ist jetzt halt überall momentan noch, also auch an den Kanten, die wir eigentlich so lassen wollten. Und deswegen kann man das Ganze jetzt steuern, einerseits über die Selektion, die wir angelegt haben, oder aber über einen Winkel. Sie sehen schon, allein das Anhaken jetzt von Winkel verwenden hat schon einen sehr positiven Effekt, weil wir jetzt sagen, mich interessieren nur Kanten, die benachbarte Flächen begrenzen, die mindestens 40 Grad zwischen sich haben. Und dann fallen natürlich sofort alle Kanten weg, die hier an der Front oder hinten an der Rückseite liegen, weil die sind ja alle mit 0 Grad versehen. Da sind die Flächen ja alle auf der gleichen Höhe. Das wäre die eine Möglichkeit. Die zweite Möglichkeit ist eben: Wir ziehen einfach die abgespeicherte Kantenselektion hier in das Feld für Selektion, und sehen, das hat den gleichen Effekt. Jetzt können wir natürlich durch die Selektion sehr schön steuern, wo wir etwas abgerundet haben wollen, und hier lässt sich dann der Betrag einstellen. Das ist also insofern die zweite Option, Objekte abzurunden, mit dem Vorteil, dass wir jederzeit wieder dieses Objekt anklicken und editieren können, was zum Beispiel die Intensität der Abrundung betrifft.

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10 Std. 2 min (70 Videos)
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