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Comic-Regen

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Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
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Transkript

Wenn Sie fotografieren während es regnet, sehen Sie selbst bei sehr starkem Regen im fertigen Foto oft nur wenig davon. Man erkennt meist nur an den indirekten Auswirkungen wie zum Beispiel an nassen Flächen, Pfützen mit aufgewühlten Oberflachen und laufenden Menschen, dass es regnet. Den Regen selbst sieht man dagegen meist nur bei hoher Brennweite oder wenn man in den Regen hineinblitzt. Ganz anders ist das in Comics. Da gibt es dicke, fette Regentropfen und wie Sie genau solche erzeugen können, erkläre ich Ihnen in diesem Video. In vielen Comics ist Regen sehr überdeutlich und auch in vielen Filmen wird das sehr oft benutzt und da müssen Sie sich immer vor Augen halten, wenn zum Beispiel in einem Film ein sehr starker Regen dargestellt wird, dann wird meistens mit hohen Brennweiten, also mit einem Teleobjektiv gearbeitet, das für eine entsprechende Vergrößerung sorgt und es werden wirklich Unmengen an Wasser über die Schauspieler ergossen, damit man diesen Regen später im Film auch wirklich sehen kann. Und ja in Comics ist es das Stilmittel schlechthin, gerade in Filmen wie zum Beispiel Sin City, wo ich hier mal versucht habe, so ein Bild nachzustellen. Da ist das wirklich eine wichtige Sache. Hier habe ich nur einen sehr feinen Regen hinzugefügt. Ich möchte Ihnen mal zeigen, wie Sie Regen erzeugen können, der wirklich ganz fette Tropfen enthält und eine Art Bewegungsspur erzeugt, also der unten dicker ist als am oberen Ende und dafür gibt es jetzt verschiedene Möglichkeiten. Sie können zum Beispiel den Windfilter benutzen, nachdem Sie Rauschen angewendet haben, oder Sie machen das so, wie ich es Ihnen jetzt zeige und zwar mit Hilfe der Pfadweichzeichnung. Die ist neu in Photoshop CC 2014 und ja, die macht eigentlich Spaß. Gerade jetzt auch für diese Anwendung. So und hier möchte ich jetzt gerne einen etwas fetteren Regen einfügen und dazu werde ich zunächst einmal das Bild duplizieren damit ich ein Ausgangsfoto habe, genau in der gleichen Größe wie dieses Bild. So und das mache ich über Bild Duplizieren und der Name ist eigetlich egal, weil die Datei ist nur temporär, die werden wir also später wieder löschen. Ich klicke auf Okay und fülle zunächst mal hier den Hintergrund mit schwarz. Dazu drücke ich die Taste D, damit auch wirklich schwarz als Vordergrundfarbe eingestellt ist und drücke dann Alt und Rückschritttaste, also Alt Backspace. So, jetzt kann ich diese Ebene einmal duplizieren mit Command, beziehungsweise Steuerung und J, dann habe ich hier eine zweite Ebene und auf der füge ich jetzt Rauschen hinzu, über Filter Rauschfilter Rauschen hinzufügen. Und da können Sie ruhig einen sehr hohen Wert nehmen. Ich zoome hier mal auf 100%. Ich habe jetzt hier einen Wert um die 280% bei Gaußscher Normalverteilung und monochromatisch. Das ist eigentlich mehr oder weniger egal, was Sie hier einstellen, auch kleinere Werte können hier funktionieren, denn wir machen gleich Folgendes, wir zeichnen diesen Rauscheneffekt jetzt nochmal weich und dazu gehe ich in Filter Weichzeichnungsfilter und dann nehme ich die Gaußsche Weichzeichnung. So und dann sorge ich einfach dafür, dass diese Bereiche verschwimmen. Das wäre zu viel, dann habe ich nur grau, also jetzt bin ich hier bei 33 Pixel. Ich fahre also so weit zurück, dass ich hier wirklich noch einzelne Flecken erkennen kann. Dann klicke ich auf Okay und jetzt will ich den Kontrast dieser Rauschenebene so verstärken, dass ich nur noch einzelne weiße Pünktchen erhalte, also die Regentropfen quasi, beziehungsweise wenn Sie das möchten, den Schnee. Das machen Sie mit der Tonwertkorrektur. Das machen wir direkt mal auf dieser Ebene, da brauchen wir keine Einstellungsebene. Also drücke ich einfach Command und L und fahr zunächst mal den Weißregler auf Anschlag nach links, also auf Anschlag dieses Tonwertberges und ziehe dann den Schwarzregler nach rechts und zwar so weit, dass ich hier einzelne Flecken habe. Die sollten nicht so dicht aneinander liegen wie es jetzt der Fall ist, das heißt ich kann hier noch mit dem Grauregler ein bisschen das Ganze beeinflussen und ich denke so passt das sehr gut, also das ist so eine Verteilung, die passt. Und dann klicke ich auf Okay und falls Ihnen jetzt diese Tröpfchen hier zu klein sind, dann können Sie die auch noch vergrößern und zwar mit dem Filter, unter sonstige Filter finden Sie den, helle Bereiche vergrößern. So und hier haben Sie verschiedene Möglichkeiten. In älteren Versionen haben Sie nur die Option Rechtwinkligkeit, das sieht dann schnell so aus, dass Sie hier quasi so kleine Quadrate haben. Das ist also nicht so schön, also wenn Sie Photoshop CC haben, dann sollten Sie hier auf jeden Fall auf Rundheit umstellen. Dann erhalten Sie wirklich schöne Kreise. Also da kann man natürlich auch so eine Art Bouquet erzeugen, wenn man es möchte. Wenn man nicht übertreibt, dann haben Sie so kleine Zerstreungskreise. Ich möchte hier einfach nur die Pünktchen im Bild ein bisschen vergrößern. Schauen wir mal, das war vorher, das ist nachher. Ich denke damit kann man schon ein bisschen mehr anfangen. So, dann klicke auf Okay und fasse die beiden Ebenen zusammen mit Command und E. So und jetzt könnte ich im Prinzip den Weichzeichnungsfilter für diese Bewegungsspuren schon mal anwenden, aber, und das ist auch ein kleiner Trick, wir werden das Ganze zunächst einmal in 32 Bit umwandeln. Das hat einen ganz einfachen Hintergrund und zwar das eine Weichzeichnung in 32 Bit deutlich besser funktioniert. 32 Bit ist in Photoshop gleichzeitig ein linearer Farbraum und das bedeutet nichts anderes, als dass die Helligkeiten im Bild bewahrt werden. Ich kann also zum Beispiel diese Lichtpunkte heller machen als reines Weiß, also als Tonwert 255 und dadurch quasi echte Lichtspuren erzeugen. Und das geht wie gesagt am besten, beziehungsweise ausschließlich in 32 Bit. Also wählen Sie hier mal Bild Modus 32 Bit. So, da sollte sich nichts ändern zunächst und was wir jetzt machen müssen, ist es noch hier dem Filter mitzuteilen, dass diese Pünktchen heller sein sollen als Weiß, also die sollen wirklich leuchten. Und das machen Sie hier mit einer Einstellungsebene Belichtung und über die Belichtung stellen Sie ein, wie hell diese Punkte sein dürfen. Und über den Versatz können Sie die ebenfalls aufgehellten grauen Pünktchen wieder etwas dunkler gestalten. Und Sie können das Ganze jetzt abstimmen auch mit der Gammakorrektur. Sie sehen, das betrifft auch hauptsächlich diese grauen Punkte und hier schauen Sie einfach, was sich besser auswirkt. Sie sehen, wenn ich den Versatz nach rechts ziehe wird das Ganze grau. Das ist nicht in unserem Sinne. Der Hintergrund soll schwarz bleiben. Und mit dem Versatz bestimmen Sie, wieviele von diesen kleinen Pünktchen noch zu sehen sein sollen. Okay, dann kann ich diese beiden Ebenen auch zusammenfassen mit Command + E und jetzt geht es an die Weichzeichnung. Und dazu wähle ich jetzt Filter Weißzeichnergallerie Pfadweichzeichnung und da sehen Sie schon die wunderschönen Bewegungsspuren. Das veruchen Sie mal in 8 Bit oder 16 Bit hinzukriegen. Das geht so nicht. So und die sind jetzt natürlich hier, das sehen Sie an diesem Häckchen, zentriert weichgezeichnet. Das heißt gleichmäßig in beide Richtungen. So, wie das auch bei dem Foto wäre, wenn Sie von einem vorbeifahrenden Auto ein Foto machen, dann ist das vorne und hinten verwischt. Also anders als Sie das beispielsweise auch aus Comics oder aus bestimmten Bildeffekten kennen. Also das wäre eigentlich realistisch, Aber es sieht schicker aus, wenn wir das genau anders machen und zwar so, dass die Tröpfchen am unteren Ende dicker sind. Und dazu stellen Sie hier einfach die Vorgabe von Standardweichzeichner auf Blitz auf zweiten Verschlussvorhang um. So und da haben wir schon unseren Comicregen. Über die Geschwindichkeit können Sie jetzt hier die Länge dieser Bewegungsspuren, also dieser Regenspuren bestimmen und über die Verjüngung, wie spitz diese zulaufen sollen. Ja und ich würde sagen, das sieht schon ganz gut aus. Wir können hier nochmal mit der Endgeschwindigkeit spielen. Sie sehen, dann zieht sich das wirklich durch das gesamte Bild. Wenn ich das hier mal geringer nehme, dann haben wir so spitz zulaufende Tropfen und ich muss sagen, die gefallen mir jetzt eigentlich so ganz gut. Und wenn Sie hier zu lange herumspielen, dann werden Sie auch feststellen, dass sich das bis zu einem gewissen Maße hier in die Länge ziehen lässt, aber irgendwann ist auch mal Schluss und dann kriegen Sie die Bewegungspur nicht länger hin und das ist aber kein Beinbruch, denn wir können ja diese Ebene nachträglich transformieren. So, das gefällt mir, also klicke ich auf Okay, hab dann hier im Bild meine Bewegungsspuren. Sie sehen, wenn ich mal rauszoome, das sind alles sehr kurze Bewegungsspuren. Jetzt können Sie sich überlegen, ob das jetzt hier in 32 Bit transformieren möchten oder ob Sie es später machen, wenn Sie die Datei hier beim Comicregen, also beim Ausgangsbild eingefügt haben. Ich würde sagen, ich lasse das mal jetzt hier so wie es ist und füge das nachher unter der Sichtkontrolle hier im anderen Bild ein und transformiere das dort. Aber wir benötigen ein 8 Bit Bild wieder, beziehungsweise ein 16 Bit Bild, da das Originalbild aber auch nur 8 Bit hat, wandeln wir das hier mal in 8 Bit um. Und da kommt es bei vielen Leuten zunächst mal zu einer Überraschung. Und zwar, oh, das war ja gar nicht das, was ich wollte. Also das sieht ja ganz anders aus. Mit diesem Regenbild können Sie ja zunächst einmal gar nichts anfangen. Aber das ist nicht so, sondern Sie müssen hier einfach nur die Methode umstellen und zwar von lokaler Anpassung gehen Sie auf Belichtung und Gamma. Natürlich hier können Sie auch rumspielen, also Sie können hier zum Beispiel sagen, dass Sie die Tiefen abdunkeln möchten und das Gamma so weit verändern, dass Sie hier irgendwann wieder so eine Art Regenform hinbekommen, aber das ist wirklich sehr fummelig, also das kostet viel Arbeit und das macht auch gar keinen Sinn. Im Prinzip einfach nur auf Belichtung und Gamma stellen, hier nichts verändern und Sie haben das originale Bild. Okay, also, dann wählen Sie das Verschiebenwerkzeug, klicken ins Bild, ziehen auf den anderen Reiter hoch, ziehen in das Bild, halten die Shifttaste gedrückt, damit das zentral landet und da haben wir unseren Regen. So und damit der jetzt ein bisschen schicker wird und das Schwarz nicht mehr zu sehen ist, stellen Sie hier die Füllmethode einfach um auf negativ multiplizieren. Dadurch wird das Schwarz ausgeblendet und im Prinzip haben wir jetzt unseren Regen, der jetzt hier ziemlich vertikal fällt. Den könnten Sie jetzt hier auch anschrägen mit transformieren, aber wir schauen mal, wie die Originalperspektive ist und die etwas von unten aufgenommen und nach oben hin laufen diese Fluchtlinien zu. Und wir sollten das Bild, also den Regen ungefähr gleich transformieren. Also gehe ich hier mal rein und ich wechsle hier jetzt mal zu Vollbildmodus, damit ich ein bisschen mehr Platz habe und dann drücken Sie einfach Command und T. Und wenn Sie dann Shift, Alt und Command halten, können Sie hier unten diese beiden Punkte auseinanader ziehen und zwar so. Und da orientiere ich mich jetzt einfach hier an den Fluchtlinien und das sieht ganz cool aus. Das sollte so passen, also drücke ich Enter und habe jetzt hier meinen Comicregen. Wenn mir der jetzt wirklich noch hier zu kurz ist, dann können Sie den auch wie gesagt hochtransformieren. Also hier das Ganze in die Länge transformieren und dann hier wieder unten an der Ecke so auseinander, dann haben Sie längere Bewegungsspuren. Na, das sehen Sie jetzt und wenn Ihnen das besser gefällt, dann machen Sie es so. Ich fand es jetzt so eigentlich gar nicht so verkehrt muss ich sagen. Okay, dann geh ich wieder in den Standardmodus. Und natürlich passt dieser Regen jezt hier nicht überall. Was brauchen Sie? Na klar, eine Maske. So, also Maske dran und vielleicht hier vorne diese Tropfen schon mal mit dem Verlaufswerkzeug etwas abmildern. Also, einfach mal hier in die richtige Richtung ziehen mit einem schwarz-weiß Verlauf. Und dann nehme ich mir einen Pinsel mit schwarzer Farbe, also Taste D drücken. In der Maske dann ja malen und dann nehme ich mir 30% Deckkraft und male hier einfach die Stellen weg, wo dieser Regen nicht so richtig passt. Also der kann hier vorne ruhig schon wieder einschlagen. Der kann auch am Kopf vorbei hier ruhig auf den Vordergrund einschlagen. Das ist Okay, aber hier unten sollte nicht so viel passiern. Also der Kopf deckt das ja mehr oder weniger ab. Und Sie sehen, ich habe hier schon einige kleine Spritzer. Die sollten bei so einem heftigen Regen natürlich deutlich kräftiger ausfallen. Und den können Sie auch einfach einmalen mit verschiedenen Pinselspitzen, wenn Sie sich da nicht abmühen wollen, und zum Beispiel mit dem Graspinsel hier einzelne Spritzer von Hand einmalen und so weiter. Dann suchen Sie einfach im Internet nach Photoshop Brushes beziehungsweise Photoshoppinselspitzen mit dem Zusatz Regen, und da finden Sie eine ganze Menge. Und dann können Sie solche Spritzer, wie hier unten beispielsweise, hier oben an den Kanten auch entsprechend einfach reintupfen. Das sieht dann so aus wie hier. Also an der Stelle, auf der Schulter, da habe ich etwas stärkeren Regen hinzugefügt und dann sieht das Ganze auch schon cool aus. Ja und so geht zum Beispiel so eine Art Sin City Regen ganz einfach, indem Sie einen Rauscheffekt so im Kontrast verstärken, dass Sie einzelne Pünktchen haben und diese Pünktchen ziehen Sie dann in die Länge mit dem Weichzeichnungsfilter Farbweichzeichnung. Und da wählen Sie dann die Vorgabe "zweiter Verschlussvorhang" und dann haben Sie wunderschönen Comicregen, der spitz zuläuft in Richtung des Himmels. Ich finde das ist eine spannende Geschichte und ich mag das wirklich sehr, diesen Look. Viel Spaß beim Erzeugen Ihrer eigenen Comics, in denen es dann wie aus Gießkannen regnet.