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Grundlagen der Programmierung: Codemetriken

Codezeilen (LoC)

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Die einfachste Metrik um das Volumen von Quellcode einzuschätzen ist die Anzahl der Codezeilen.
03:40

Transkript

Eine der einfachsten Code-Metriken, mit denen man zu tun hat, ist die Anzahl der Codezeilen beziehungsweise "Lines of Code". Lines of Code ist eine grundsätzliche Aussage über das Volumen des Quellcodes, mit dem wir zu tun haben. Häufig werden Lines of Code als Ausgangspunkt für ganz andere Metriken genommen. Sie hat die dankbare Eigenschaft, dass sie sehr leicht zu erfassen ist und sie hat die andere dankbare Eigenschaft, dass sie leicht verständlich ist, denn man kann sich gut vorstellen, dass eine Code-Basis mit 200.000 Zeilen Code wesentlich größer ist als eine Code-Basis mit 100.000 Zeilen. Nichtsdestotrotz verbirgt sich dahinter eine ziemliche Unschärfe, nämlich dann, wenn man unterschiedliche Systeme miteinander vergleicht und nicht weiß, wie die Vergleiche stattgefunden haben. Was weiß ich denn, welcher Code von Windows NT 3.1 da verglichen wurde mit Windows Server 2003. Ist es Byte-Code? Ist es der Assembler-Code? Ist es C++-Code? Wenn wir die Basisinformation nicht kennen, auf denen die Codezeilen ermittelt wurden, wenn wir die Code-Basis selbst nicht kennen, dann vergleichen wir Äpfel mit Birnen. Es ist so, als würde man CPUs nur anhand ihrer Gigahertz-Anzahl und Kameras nur anhand ihrer Megapixel-Anzahl vergleichen und dabei die ganzen technischen Spielereien außen vor lassen, die eine deutliche Qualitätssteigerung hervorrufen können. Weil die Metrik so unscharf ist, können wir natürlich auch sehr schwer sagen, wie sie angewendet werden soll, um Qualitätsaspekte daraus abzuleiten. Wann ist denn eine Methode zu lang? Fragt man das einen Entwickler, dann wird der häufig sagen: "Naja, eine Methode ist zu lang, wenn sie nicht mehr auf einen Bildschirmausschnitt passt." Das ist insofern unschön, da man natürlich die Zoomstufe des Editors anpassen kann oder auch die Darstellung des Bildschirms. Nichtsdestotrotz kann man daraus aber schon ableiten: Was möchte der Entwickler denn eigentlich? Er möchte die Methode verstehen können. Wenn er sie nicht mit einem Blick erfassen kann, dann hat er das subjektive Gefühl, dass sie zu komplex ist, dass sie zu lang ist. Aus langen Methoden leitet sich aber noch mehr ab. Eine zu lange Methode sagt aus, dass sie zu viel tut, dass in ihr zu viel Logik zusammengefasst ist. Nehmen wir diese Methode. Sie ist so lang, dass ich sie auf mehrere Spalten aufteilen musste. Das sind insgesamt 187 Zeilen Code, die ich auch so in einem Projekt gefunden habe und ungeachtet dessen, dass man ein Muster erkennt, was auf "Copy und Paste" zurückzuführen ist, sieht man schon, diese Methode ist so lang, dass man Ewigkeiten nach Fehlern suchen würde. Um aber nun mehr oder weniger allgemeingültige Qualitätskriterien aufstellen zu können, brauchen wir dann doch einen Wert, an dem wir uns zumindest orientieren können. Die NASA hat beispielsweise für kritischen Code, sicherheitskritischen Code, eine Vorgabe von 60 Zeilen Code pro Methode gemacht. Dies darf nicht überschritten werden. Mein persönlicher Favorit, weil er sich schön einprägen lässt, sind 50 Zeilen für Methoden und 500 Zeilen für Klassen, obwohl ich weiß, dass einigen Leuten das zu viel ist und vielen Leuten ist das zu wenig. Worum es bei diesen Angaben geht, ist, dass sie ab einem Grenzwert von 500 Zeilen für Klassen und 50 für Methoden darüber nachdenken, ob nicht zu viel Logik hier zusammengefasst ist. Wir begegnen auf diese Art und Weise der Unschärfe der Metrik Lines of Code mit einer unscharfen Aktion, die daraus abzuleiten ist. Ich kann Ihnen nicht sagen, dass sie zwangsläufig hier die Klasse und jede Methode auseinandernehmen müssen, die diese Grenzwerte überschreitet, aber Sie sollten sich Gedanken darüber machen, ob es notwendig ist.

Grundlagen der Programmierung: Codemetriken

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1 Std. 43 min (20 Videos)
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Erscheinungsdatum:25.04.2017

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