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Panoramafotografie: Sphärische Panoramen mit PTGui

Blende, Brennweite und Fokus

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Abhängig von der Brennweite wird die Schärfentiefe ermittelt – ein wichtiger Parameter, denn das Panorama soll von möglichst nahen Bildteilen bis ins Unendliche scharf sein. Daraus ergibt sich auch die ideale Entfernungseinstellung.

Transkript

Bei der Auswahl des Objektivs, das wir für ein sphärisches Panorama verwenden wollen, spielt auch noch ein anderes Moment eine ziemlich wichtige Rolle. Das ist so ein bisschen ein Mischmasch von mehreren Parametern, die sich gegenseitig beeinflussen, und die auch gleichzeitig schon mit unseren wirklichen Einstellungen vor Ort und Location zu tun haben, und zwar ist das, das Parametertrio zwischen der Fokuseinstellung, der Blendeneinstellung und der sogenannten Schärfentiefe, die sich aus diesen ganzen Dingen ergibt. Und da gibt es einfach Grenzbereiche, wo das noch relativ gut funktioniert und Objektive, wo das zum Beispiel nicht mehr so gut funktioniert. Stellen wir uns Folgendes vor: Wir sind in einem geschlossenen Raum und wir haben eine Kamera auf einem Stativ und die steht etwa in Augenhöhe, das heißt, wir haben einmal eine Entfernung von der Kamera bis zum Boden von sagen wir mal etwa 1,60 m und der Boden soll aber schon scharf sein. Und auf der anderen Seite können wir zum Beispiel bei diesem Raum durch ein Fenster in die Landschaft schauen, das heißt, ich hätte gerne auch das, was ich aus dem Fenster sehe scharf dargestellt, das heißt, wir brauchen im Prinzip einen Bereich, der relativ groß ist und in dem unsere Abbildung scharf sein soll. Und das ist die sogenannte Schärfentiefe, die ist abhängig von der Blende. Bei den allermeisten Objektiven ist dieser Bereich, in dem die Schärfentiefe sozusagen optimal ist, von zwei Seiten eingegrenzt. Am Anfang bei Offenblende ist nur ein sehr kleiner Bereich scharf, auf den ich dann scharf stelle, alles davor und dahinter ist sehr schön unscharf, mehr oder weniger schön. Das ist für die Porträtfotografie wichtig, für uns ist das hinderlich. Und, wenn wir die Blende beliebig weit zuziehen, wenn die Blende unendlich klein ist, reicht die Tiefenschärfe von der Linse bis unendlich, das ist allerdings ein physikalischer Idealfall, den es nicht spielt, und deswegen müssen wir da weiter vorne Schluss machen, denn dann kommt ein Phänomen ins Spiel, es ist die Beugung. An den Blendenlamellen brechen sich die Lichtstrahlen, etwas unsauber gesprochen, ein wenig auf die Seite und dadurch entsteht eine Unschärfe wenn man die Blende immer weiter zuzieht, das ist die sogenannte Beugungsunschärfe. Und die zunehmende Schärfentiefe mit weiter zugedrehter Blende, von Offenblende weg, wird also irgendwann mal gut, und dann wird sie immer besser und irgendwann wird sie wegen der Beugung wieder schlechter. Und bei den allermeisten Objektiven ist der Bereich, in dem das relativ gut funktioniert etwa bei Blende 8 bis 11. Das ist eben mal so ein Fixpunkt, das heißt üblicherweise lassen dann auch viele Panoramafotografen ihre Objektive fix auf Blende 8 oder 11 eingestellt oder dazwischen Blende 9 haben ja manche auch. Aber in dem Bereich spielt sich das normalerweise ab, dort ist normalerweise für ein bestimmtes Objektiv die Schärfentiefe optimal. Jetzt geht es nur darum, wie weit reicht die, und das ist abhängig von der Brennweite. Und das kann man sich, da das ein bisschen was mit Rechnerei zu tun hat, kann man sich das abnehmen lassen. Es gibt einen relativ guten Schärferechner von einem meiner Kollegen, dem Erik Krause, und der hat mal einfach verschiedene Sensorformate zusammengetragen, also hier APS C, machen wir das mal hier und tragen mal hier das APS-C-Format ein, das heißt, das würde jetzt hier der Alpha 6000 entsprechen, die jetzt hier steht, dann geben wir hier mal die 24 mm Brennweite ein, und zwar wirklich die nominelle Brennweite, nicht das Äquivalent auf Kleinbild berechnet, und dann sieht man hier schon, dass sich der Nahpunkt, der Fernpunkt, das heißt der Nahpunkt ist der vorderste Punkt zu mir hingerechnet, wo die Abbildung noch scharf ist, und der Fernpunkt das dahinter, und dazwischen das ist einfach die Distanz auf die man scharfstellen kann. Jetzt sieht man hier zum Beispiel bei Blende, bei Blende 11, nehmen wir das mal als Wert, dann haben wir hier eine sogenannte hyperfokale Distanz, das ist ein ganz wichtiger Ausdruck, das ist nämlich die Distanz, wenn ich auf -- ich die Kamera, beziehungsweise das Objektiv auf diese Entfernung einstelle, ich mache jetzt mal hier 220 cm, das ist also diese Entfernung, ein kleines bisschen mehr, und sage mal einfach aktualisieren, dann sieht man hier, dass wir von 1,08m bis unendlich scharf sind, wenn wir dieses Objektiv an einer Kamera dieser Größe verwenden. So, und jetzt können wir hier noch sagen, rechnen wir mal die Beugung mit ein, dann wird das etwas schlechter, und jetzt sieht man hier, dass der Nahpunkt etwas weiter weg reicht, das ist aber in diesem Bereich nicht besonders viel, das heißt, hier können wir sagen da machen wir, geben wir mal hier 2,50m ein, bisschen konservativ, und man kann das immer so ein bisschen über den Daumen peilen, das heißt, diese Distanz die man hier hat, etwa die Hälfte davon, zu mir hin ist es noch scharf, das heißt, in unserem Bereich wäre es etwa 1,25m, also man sieht jetzt hier, er gibt genau 1,17m an, das heißt, der Boden ist auf jeden Fall scharf, wenn ich vom Stativ aus fotografiere und auch was natürlich in der Horizontalen noch von mir entfernt ist, da wäre zum Beispiel jetzt einfach -- einen ganz kleinen Raum habe, zum Beispiel ein Badezimmer oder solche Geschichten, da kann es sein, dass auch manche Dinge schon etwas näher an mir dran sind, aber das würde jetzt hier zum Beispiel noch mit dieser Einstellung einigermaßen funktionieren. Wenn wir jetzt das hier wechseln aufs Vollformat dann ändern sich diese Sachen natürlich, jetzt gehe ich hier auf 35mm, das ist hier jetzt die Bezeichnung sozusagen für das Vollformat, jetzt aktualisiere ich das mal, dann ändern sich die Zahlen, doch um Einiges, und hier sieht man zum Beispiel, dass die hyperfokale Distanz kleiner ist, wenn ich einfach hier einen anderen Blickwinkel -- und da sage ich mal hier 1,85 zum Beispiel, und mal aktualisieren eben, sonst markiert er mir das hier dauernd, so, und dann sieht man hier, dass man dort diesen Nahpunkt sogar unter einen Meter bekommt. Also, dieser Schärferechner, das ist eine gute Hilfe, um abzuschätzen, kann ich mit dem Panorama mit einer einzigen Aufnahme, ohne jetzt noch irgendwelche zusätzlichen Aufnahmen für verschiedene Schärfeebenen zu machen, kann ich da eigentlich einen Raum vernünftig abbilden, dass von möglichst nah dran bis möglichst weit weg alles scharf ist während meiner Runde. Und das ist also mal ein ganz wichtiges Moment, und wie gesagt, Vorgabe ist eine feste Blende, natürlich auch feste ISO, und da ja alle Parameter gleich sein müssen während der Aufnahme eines Panoramas, sonst lassen sich die ja nicht vernünftig montieren. Und, das kann also hier zum Beispiel einfach eine Auswahl eines Objektivs in dieser Richtung noch erweitern, wo es eben nicht nur darum geht wie viel Bildwinkel habe ich, und wie viel Bildbedarf ergibt sich daraus, sondern eben auch wie viel kann ich von dem was um mich herum ist abbilden von der Nähe bis zur Ferne. Und sagen wir mal, ein Bereich unter 24mm ist dann meistens schon relativ gut auch für Indoor geeignet, man kann das natürlich wenn man weiß, dass Dinge nicht unendlich sind, sondern vielleicht nur 50m weg sind, dann kann man das ein bisschen heranrücken. Man darf allerdings nicht vergessen, dass diese Beugungsunschärfe, und da kommt noch ein Moment rein, was die Sache etwas verkompliziert, das sollte man im Auge behalten, das ist so ein bisschen ein Pi mal Daumen Ding, weil das geht davon aus, von einem Zerstreuungskreis, der relativ groß ist, und dieser Zerstreuungskreis, das ist genau die Unschärfe die die Beugung produziert, das heißt, ein scharfer Lichtstrahl, wird aufgespalten auf wie viele Pixel des Sensors, und wenn man das - wenn man sich das jetzt ein bisschen näher anguckt, dann sagt man hier zum Beispiel aktualisieren, und sage ich hier, das wäre jetzt zum Beispiel für eine Auflösung, die da rauskommt von nur fünf, von nur etwas knapp sechs Megapixeln, das heißt, das ist ein bisschen wenig. Und wenn man jetzt hier -- dann kann man hier einfach -- um das, ich erkläre das jetzt nicht genauer, wie das hier funktioniert, sondern man muss einfach nur eine größere Vergrößerung angeben, sagen wir mal ich gebe hier mal 50cm Bildgröße an, aktualisiere das und ich brauche dann in Leseentfernung hier schon 15 Megapixel, und ich gehe mal noch ein Schrittchen weiter und ich sage mal, ich mache mal hier zum Beispiel, mache mal zum Beispiel 70cm, das heißt, einfach etwas was in 36cm, das ist dieser Wert hier, der Betrachtungsabstand, was in 36cm Abstand 70cm groß ist, dann habe ich praktisch ein ziemlich großes Bild in Leseentfernung, und um das hinzukriegen brauche ich halt eine bestimmte Auflösung, und das wären jetzt hier zum Beispiel 30, das wären jetzt hier zum Beispiel 30 Megapixel. Und man sieht jetzt hier, dass der zulässige Zerstreuungskreis, größer wird und man sieht, das hat einen massiven Einfluss darauf, wie viel Schärfentiefe ich da noch rauskriege, und man sieht, dass diese Werte dann massiv kleiner werden. Und hier sieht man zum Beispiel, dass dann die hyperfokale Distanz schon bei über 6m liegt, wenn ich mit einer so hohen Auflösung funktioniere, das heißt, je höher die Kamera auflöst, desto kleiner wird auch der Schärfentiefebereich, wenn ich wirklich die Auflösung der Kamera noch ausnutzen will. Also diese Parameterlauf spielen ein bisschen gegeneinander. Und hier sollte man, also bevor man ein Objektiv auswählt, im Bezug auf die Raumsituation, wenn ich eine Landschaft habe ist das unkritisch, aber wenn ich einen kleinen Raum habe oder einen mit einer großen Tiefenerstreckung von nah dran bis weit weg, sagen wir mal eine Kirche wo da schon Figuren stehen und da hinten ist noch irgendeine Malerei, dass dieser Bereich dann schon wirklich auf die Kamera angepasst werden sollte, und dann eben, und hier muss man ziemlich viel rumprobieren, mit den entsprechenden Entfernungen die man dann einstellt, und der Blende, die da noch zulässig ist. Und das ist eine gute Hilfestellung dieser Rechner, man muss ein bisschen probieren, und dann kriegt man eigentlich relativ gut raus, mit welchem Objektiv man ungefähr was erreichen kann.

Panoramafotografie: Sphärische Panoramen mit PTGui

Lernen Sie, wie Sie von einem einfachen Panorama zu einer kompletten Rundumsicht von 360 x 180° kommen. Sehen Sie die Vorbereitung, Aufnahme und Nachbearbeitung in PTGui.

5 Std. 54 min (46 Videos)
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