Grundlagen der Videotechnik: Chromakeying

Blau gegen Grün

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Bluebox und Greenscreen sind Schlagworte in der Medienproduktion. Wo die Unterschiede liegen und welche Vor- und Nachteile die beiden Farben mit sich bringen, das erfahren Sie hier.

Transkript

Technisch betrachtet kommt für den Chromakey-Effekt jede beliebige Farbe als Farbe für den Key in Frage. Warum trefft man also immer wieder auf die Farben blau und grün. Im Farbenkreis liegen diese beiden Farben am weitesten entfernt von Rot, der Farbe, die hauptsächlich die menschliche Haut definiert. Blau ist dabei sogar noch ein wenig weiter von rot entfernt und so verwundert es nicht, dass in den frühen Hollywood-Produktionen die Chromakey-Einsetzten blau als Hintergrundfarbe gewählt wurde. Wenn wir einen Negativfilm im Querschnitt betrachten, können wir sehen, dass die blaue empfindliche Schicht dem einfallenden Licht am nächsten ist. Trotz eines relativ groben Korns, reproduziert sie deshalb die höchste Bildschärfe. Die darunterliegende grün empfindliche Schicht hat eine deutlich feinere Kornstruktur. Da das Licht aber zunächst durch die darüberliegende blau empfindliche Schicht wandern muss, ist die Abbildung in der grünen Emulsion nicht mehr ganz zu scharf. Wer auf negativ Film produziert, zieht daher weitere Kriterien in Betracht, bevor er sich für blau oder grün entscheidet. Ist zum Beispiel die Lichtcharakteristik des Vordergrundes von eher warmen Farben bestimmt, entscheidet man sich für blau als Hintergrundfarbe. Bei einer eher kühlen Lichtcharakteristik im Vordergrund ist grün die bessere Wahl. Bei elektronischen Kameras sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Für viele Jahre erzielte man mit den Kameras mit 3 Sensoren für die drei Farbauszüge rot, grün und blau, die besten Ergebnisse. Jeder der drei Kanäle hat in solchen Kameras die volle Auflösung, egal, ob in Standard Definition oder in High Definition. Allerdings war auch hier schon der Blaukanal, der mit dem höchsten Rauschanteil. Drei Chip-Kameras mit dem dafür erforderlichen Prismen Strahlenteiler waren wenig kompakt und sehr aufwendig in ihrer Herstellung und auch in der Wartung und werden daher immer seltener gebaut. Aktuelle Kameras aller Qualitätsstufen verfügen nur noch über einen Sensor. Es gibt verschiedene Technologien, wie aus einem ein Chip-Sensor, die Grundfarben rot, grün und blau abzuleiten sind. Die am weitesten verbreitete benutzt den sogenannten Bayer-Sensor, der hat doppelt zu viele grüne-empfindliche Fotozellen, als rote oder blaue. Mit einer elektronischen Kamera wird es uns also am leichtesten fallen, aus einem grünen Hintergrund einen optimalen Key zu extrahieren. Das gilt sowohl für die Studioaufnahmen, unter Kunst-Lichtbedingungen wie hier, wie auch Außenaufnahmen, die mit natürlichem Licht beleuchtet werden. Es gibt aber auch bedenkenswerte Nachteile von Grün als Hintergrundfarbe. Der hohe Luminanz-Anteil im Bildsignal führt dazu, dass das vom Chromakey-Hintergrund reflektierte Licht selbst, wie eine Lichtquelle wirkt, die zu über Strahlungen an den Kanten der Objekte im Vordergrund führen kann. Im englischen Sprachgebrauch wird das Wort Spill dafür benutzt, übersetzt als überlaufen oder Verunreinigung. Im ungünstigsten Fall werden nicht nur die Kanten, sondern der gesamte Vordergrund durch den Grünen Farbstich verunreinigt. Farbstriche und Kantenüberstrahlungen, wie sie bei grün als Hintergrundfarbe auftreten, kommen bei blau im Grunde ebenso vor. Der Unterschied ist lediglich, dass ich durch den geringeren Lominanz-Anteil von blau nicht zu viel auffallende Überstrahlungen ergeben. Da das natürliche Tageslicht einen hohen Blauanteil mit sich bringt, ist ein blaues Überstrahlen oder ein geringer blauer Farbstich auch wesentlich glaubhafter als ein grüner. In so gut wie allen Programme der Nachbearbeitung mit Keying-Funktionen wird ein wesentlicher Teil der Feineinstellungen darauf angesetzt, diese Überstrahlungen im Nachhinein in den Griff zu bekommen.

Grundlagen der Videotechnik: Chromakeying

Lernen Sie, wie Sie Greenscreen-Aufzeichnungen optimieren, sodass die Nachbearbeitung rasch von der Hand geht.

3 Std. 0 min (32 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!