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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Bilder gezielt inszenieren

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Das Bild sollte gestalterisch bereits im Kopf entstehen. Auf was Sie dabei bereits im Vorfeld achten sollten verdeutlichen Beispielbilder, die zeigen, worauf schon während der Fotografie gestalterisch geachtet wird.

Transkript

Bilder gezielt inszenieren bedeutet Bildideen im Kopf zu haben. Das Bild entsteht im Kopf. Dafür müssen wir uns folgende Fragen stellen. Warum wollen wir dieses Bild machen? Was gefällt uns an dem Motiv, Linien, Licht und Farbe? Gerade bei Bildern, die Ihnen gefallen, sollten Sie sich das fragen. Bilder, die Ihnen gefallen, sollten Sie auf ihre gestalterischen Mittel analysieren. Daraus können Sie viel lernen. Wenn Sie eine Bildidee haben, machen Sie sich Gedanken, womit Sie diese unterstützen können. Was wird dem Betrachter die Geschichte nahebringen? Welche Farben, Lichtsetzung, Symbole unterstützen das Bild? Alles, was Sie über das Thema Bildgestaltung wissen, kann hier zum Tragen kommmen. Können Sie durch Verändern der Perspektive, des Aufnahmestandorts, des Bildausschnitts, der Tiefenschärfe, der Verschlusszeit, der Brennweite des Objektivs die Wirkung noch verstärken oder perfektionieren? Gibt es Linien, mit denen Sie das Auge des Betrachters führen können? Wie wirkt das Bild mit einer anderen Aufteilung: Drittel-Regel, Goldener Schnitt, tiefer Horizont? Symbolik. Können Sie Symbolik einbauen, um die Aussage zu untermauern? Beispielsweise eine Kerze, die für Vergänglichkeit steht. Welchen Bildschnitt wähle ich? Hochformat, Querformat, oder doch ein Quadrat? Das alles sollten Sie sich im Vorfeld fragen. Da schauen wir uns hier auch einige Beispiele an, wo eben viel Vorarbeit geleistet werden musste, damit das Bild so entsteht, wie es entstanden ist. Hier haben wir ein Bild von mir, das Bild trägt den Titel "Die Zeit". Wir sehen, hier ist im Vorfeld schon viel passiert. Ich habe mir auf jeden Fall Gedanken gemacht über die Location. Wir mussten abklären, dass wir auf einem Friedhof fotografieren durften, denn das ist natürlich nicht üblich. Wir mussten sehr viele Uhren organisieren. Wir mussten einen Designer organisieren. Genauso aber auch einen Makeup-Artist, damit wirklich alles im Vorfeld stimmt und ich mich nicht auf Photoshop verlassen muss. Photoshop ist der Feinschliff. Ich möchte aber, dass das Bild im Vorfeld so weit stimmt, das heißt, ich habe auch vorher wie viele Uhren organisiert, hier sind bestimmt 10 Uhren im Bild, das alles im Vorfeld gemacht. Bei diesem Bild war es etwas schwieriger, denn ich wusste nicht, dass das Model dieses weiße Kleid mitbringt. Wir hatten ursprünglich ein herbstliches Kostüm in einer herbstlichen Location. Das heißt, hier habe ich am Ende entschieden, ein Composing zu machen, denn ich wollte dieses Kleid wirklich unbedingt fotografieren. War nicht darauf vorbereitet, weil ich nichts vom Kleid wusste. Demnach musst ich mich hier ein bisschen auf meine Fähigkeiten in Photoshop verlassen und habe den Hintergrund hinterher ausgetauscht. Auch hier musste im Vorfeld schon viel stimmen, bei der Mutter der Drachen. Denn es war eine Cosplayerin, die normal braune Haare hat. Das heißt, wir mussten im Vorfeld dafür sorgen, dass sie der Darstellerin Daenerys möglichst ähnlich sieht, das heißt mit Perücke, Styling, Kostüm. Und dann wirklich auch überlegen: Was machen wir aus dem Bild, dass es nicht langweilig wird? Was machen wir, um die Geschichte von Game of Thrones zu untermauern? Deswegen habe ich die Flammen ins Spiel gebracht und auch den Drachen im Hintergrund. So wurde eindeutig klar, um welche Figur es sich handelt. Aber wir sehen auch hier, bereits bei der fotografischen Gestaltung im Vorfeld wurde auf alles geachtet. Beim "Mädchen, das in Flammen steht" war auch vorher klar, wo, was es geben wird. Wir hatten das orangene Kleid. Ich bin ein großer Fan von Tribute von Panem und wusste, dass dieses Bild "Das Mädchen, das in Flammen steht" zeigen wird. Das heißt, wir wussten auch, dass hinterher die Flammen digital eingearbeitet werden, denn das wäre wirklich in der Realität ziemlich schwierig zu bewerkstelligen gewesen. Das heißt, wir haben schon für eine dynamische Pose gesorgt, haben nach oben hin Raum gelassen, normalerweise lasse ich nach oben hin nicht so viel Raum, um eben dann die Flammen in einer schönen Linie auslaufen zu lassen. Dieses Bild von Jamari Lior muss im Vorfeld auch ziemlich viel Planung gehabt haben, denn allein die Pose ist sehr aufwendig. Zudem musste sie dafür sorgen, dass sie Schädel vorhanden hat, die hier auf dem Model platziert werden, und eine Raufaserwand mit einem passenden Boden. Das heißt, sie musst im Vorfeld klarmachen: "Was für eine Location nutze ich? Wie kann ich die Schädel am Model anbringen, ohne dass sie wahrscheinlich andauernd runterfallen? Und welche Pose wirkt ästhetisch?" Diese Pose ist alles andere als klassisch, sehr schwer umzusetzen. Das heißt, hier wurde sich im Vorfeld auch sehr viel Gedanken zum Thema Ästhetik gemacht. Bei diesem Bild von lassedesignen haben wir eine Bibliothek. Es handelt sich um ein Composing. Hier musste er sich natürlich im Vorfeld viele Gedanken machen zum Thema Perspektive, welche Bilder kann er verwenden und wie kann er sie zusammenfügen. Das heißt, beim Thema Composing, selbst wenn nicht alles bereits in der Fotografie entsteht, muss ich auch im Vorfeld wissen, wie müssen die Ausgangsbilder aussehen, damit ich sie am Ende zusammenführen kann? Hier haben wir mein Rapunzel. Das Bild hat viel Geschichte. Wir sehen, Rapunzel hält eine Schere an ihr Haar, das heißt spielt mit dem Gedanken, sich das Haar abzuschneiden und sich so im Märchen quasi von ihrer bösen Stiefmutter oder der Hexe zu befreien. Auch hier war im Vorfeld viel Arbeit nötig. Die Schere wurde zum Beispiel im Vorfeld angefertigt. Das Kostüm musste besorgt werden. Von der Location sieht man jetzt nicht viel, aber wir sind auch extra auf eine Location gefahren, da es noch andere Bilder zu dem Thema gibt. Das heißt wirklich, die Idee entsteht im Kopf. Und hier habe ich zum Beispiel ein Konzeptbuch, was ich führe. Das ist ein Buch, da sind alle meine Ideen drin mit Skizzen, mit Dingen. Was brauche ich? Habe ich eine Location vor Ort? Muss ich an eine Location reisen? Brauche ich einen Designer oder bastle ich selbst? Das steht dann alles im Skizzenbuch und erleichtert mir wirklich sehr die Arbeit. Hier haben wir die Gaia, Mutter Erde. Auch hier musste das Kostüm im Vorfeld stehen. Die Location war eher schlicht. Das war einfach ein Acker, da Lehmboden sehr gut in die Thematik passte. Aber auch das muss man ja erst überlegen: Warum lege ich mein Model auf einen Lehmboden und warum passt das gegebenenfalls in die Thematik der Mutter Erde? Bei diesem Bild, wieder angelehnt yan meine Lieblingsserie, musste natürlich im Vorfeld das Licht stimmen. Wir haben mit Blitz gearbeitet. Das Wetter an dem Tag war alles andere als prachtvoll. Es hat eigentlich ziemlich stark geregnet. Auch hier war es wichtig, dass das Kostüm stimmt, dass man der Figur möglichst nah kommt, dass die Location stimmt, ich bin extra auf eine Burg nach Gießen gefahren, und dass man hinterher weiß, mit welchen Texturen man arbeitet. Also dass man auch im Vorfeld schon weiß, diese Texturen brauche im am Ende, um zum gewünschten Ziel zu gelangen. Hier haben wir das Thema Schneeweißchen und Rosenrot, welches ich Anfang des Jahres umgesetzt habe. Auch hier war vorläufige Planung sehr wichtig, denn zum Beispiel die ganzen Rosen waren echt, die haben wir wirklich im Vorfeld besorgt. Das ganze Shooting wurde bei Jamari Lior umgesetzt, da ich weiß, dass sie über viele Requisiten verfügt. Es wurden Designer organisiert, Makeup-Artists organisiert, Models organisiert. Und so ein Projekt ist wirklich nur dann gut umzusetzen, wenn im Vorfeld alles stimmt, sodass man sich dann am Tag der Fotografie wirklich nur noch auf den fotografischen Part und den künstlerischen Part konzentrieren kann. Das letzte Bild ist vom Künstler wayofart. Wir sehen auch hier schon, es ist ein Composing. Gerade bei so einem Composing ist die Arbeit im Vorfeld wichtig. Ich weiß zum Beispiel, dass dieser Skorpion hier unten eine 3D-Animation ist, die er selbst gebaut hat. Er hat vorher die einzelnen Menschen als Porträt fotografiert und hier unten auch die einzelnen Menschen als Person. Das heißt, er hat vorher festgestellt: Was brauche ich, um quasi dieses illustrative Kinoplakat zu erstellen, welche Kostüme? Und am Ende kann wirklich so ein Wahnsinns-Composing rauskommen, was wirklich erste Klasse ist. Das heißt, wenn die Arbeit im Vorfeld stimmt, wenn ich mir im Vorfeld Gedanken mache, wenn das Bild im Kopf entsteht, dann habe ich beste Möglichkeiten, wirklich auch zu einem tollen Ergebnis zu kommen.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016

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