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Bilder für das Internet verkleinern, schärfen und speichern

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Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
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Transkript

Wenn Sie Ihre Bilder im Internet präsentieren, zählt neben dem Motiv vor allem die Schärfe der Darstellung. Deshalb möchte ich Ihnen hier einen einfachen Weg zeigen, wie Sie Ihre Bilder für das Internet optimal vorbereiten. Für's Internet sollten Sie Ihre Bilder natürlich verkleinern und eine Verkleinerung ist immer mit einem Schärfeverlust verbunden. Aus diesem Grund gibt es seit Photoshop CS6, eine neue Option in den Voreinstellungen, die möchte ich Ihnen mal zeigen und auch gleich sagen, warum ich Ihnen eigentlich nicht dazu rate, die zu benutzen. Und zwar finden Sie die unter Photoshop Voreinstellungen Allgemein. Es handelt sich hier um das Interpolationsverfahren. Das bestimmt, wie die Bilder neu berechnet werden. Es müssen ja bei jeder Größenänderung Pixel dazu erfunden werden, beziehungsweise Pixel entfernt werden. Hier können Sie festlegen, wie das erfolgen soll. Da gibt es die Pixelwiederholung, wenn Sie zum Beispiel harte Kanten beibehalten möchten, also gerade Linien werden dann wirklich scharf. Dann gibt es die bilineare Methode und dann gibt es die bikubische Methode. Das sind die Standardmethoden, die Sie von früher kennen. Neu sind die Optionen "Bikubisch glatter" für Vergrößerungen, beziehungsweise "Bikubisch schärfer" für Verkleinerungen. In Photoshop CS6 kam dazu "Bikubisch automatisch" und diese Option sorgt dafür, dass Photoshop sich automatisch zwischen diesen beiden hier entscheidet, also zwischen bikubisch glatter und bikubisch schärfer. Je nachdem, ob Sie ein Bild vergrößern oder verkleinern. Das heißt, wenn ich jetzt das Bild verkleinere, was ich hier im Hintergrund geöffnet habe, dann wird bikubisch schärfer angewendet. Wir können das mal ausprobieren. Ich verlasse den Dialog mal wieder und werde zunächst einmal über Bild Bildgröße, die Datei verkleinern. Sie sehen jetzt bin ich bei 2286 x 4028 Pixeln. Das ist natürlich viel zu groß für's Internet. Nehmen wir hier doch einmal 960 Pixel in der Höhe. Das ist selbst für iPads meistens ausreichend. Ich klicke auf "OK", und dann schauen wir uns das Ergebnis an. Ja...das ist vielleicht ganz gut, aber ich hab im Hintergrund das Rauschen unnötig verstärkt. Ich hab hier auch einige Elemente, die sind einfach überschärft. Also ich mag es nicht an dieser Methode, dass man hier keinen Einfluss hat darauf, wie stark ein Bild geschärft wird. Deshalb mach ich diesen Schritt einmal rückgängig, der wie gesagt immer dafür sorgt, dass die Bilder leicht überschärft wirken, und stelle in den Voreinstellungen die Interpolationsmethode um. Ich gehe also wieder hier in die Voreinstellungen und da "Allgemein", und wähle für das Interpolationsverfahren "bikubisch (optimal für einen glatten Verlauf)". Mit Bilinear können Sie unter Umständen auch ganz gute Ergebnisse erreichen. Das können Sie gerne mal ausprobieren. Wir nehmen hier mal "bikubisch" und dann klicke ich auf "OK". Wenn ich jetzt verkleinere, dann hab ich automatisch hier eingestellt, wenn ich jetzt Photoshop neu gestartet hätte, diese Interpolationsmethode. Die kann ich jetzt natürlich auch hier wählen. Nehme also hier ebenfalls "bikubisch (glatte Verläufe)", und würde jetzt ebenfalls auf 960 Pixel gehen, und klicke "OK". Auf 100 % gezoomt sieht das Bild jetzt ein wenig weich aus. Das Schöne ist aber, dass Sie jetzt selbst bestimmen können, wie stark Sie dieses Bild nachschärfen möchten. Das machen Sie am besten mit dem selektiven Scharfzeichner. Ich werd hier mal die Ebene duplizieren. Einfach nur um sicher zu sein, und um einen Vergleich später zu haben, wie mein Schärfungsergebnis ausfällt gegenüber dem Original. Dann wähle ich den Filter über Scharfzeichnungsfilter Selektiver Scharfzeichner. Der Trick fürs Internet ist einfach den Radius so klein wie möglich zu halten und zunächst einmal werde ich hier alles 0 stellen. Also "Rauschen reduzieren" auf 0. Dann werd ich hier den Radius mal verkleinern auf 0,2 Pixel. Bei 0,1 Pixel sehen Sie hier kaum einen Unterschied. Bei 0,2 wird das Bild schon geschärft und wirkt deutlich plastischer. Wenn Sie jetzt mal schauen. Ich klick hier rein. Das ist vorher und das ist nachher. Dann können Sie versuchen, die Stärke auf ein Maximum zu ziehen. Dann können Sie besser beurteilen, wie das an Kanten aussieht und ob es hier anfängt zu rauschen. Um dieses Rauschen zu vermeiden gibt es diesen Regler "Rauschen reduzieren". Den würde ich direkt jetzt an dieser Stelle bereits anwenden. Den ziehe ich so weit nach rechts, bis im Hintergrund das Rauschen verschwunden ist, und ich nur noch die Kanten geschärft habe. Dieser Wert solle so niedrig wie möglich sein, sodass Sie wirklich nur die eigentlich unscharfen Bereiche nicht mitschärfen. Die Methode, die ich gewählt habe ist "Objektivunschärfe", und die sorgt dafür, dass eventuell ent- stehende Säume so klein wie möglich sind. Wenn Sie jetzt Säume haben sollten, also sehr auffällige Treppchenbildung. Dazu gehe ich hier mal 200 %. Wenn wir uns das mal anschauen, dann wirkt das hier ziemlich pixelig. Wie gesagt, wir sind jetzt hier bei einer vergrößerten Ansicht. Aber diese Treppchenbildung ist hier schon sehr auffällig. Die können Sie zurückfahren, indem Sie die Schärfung für die Tiefen oder die Lichter verblassen. Am auffälligsten ist immer die Schärfung in den Lichtern. Das sehen Sie auch hier an dieser Kante, dass dort so Helligkeitssäume entstehen. Wenn ich jetzt einfach mal um 100 % verblasse, dann sind diese weg. Ich habe aber trotzdem den Schärfungseindruck. Sie können dann über die Tonbreite bestimmen, wie hell so eine Schärfung sein darf, damit sie hier verblasst wird. Also wenn ich hier das mal auf 0 setze, dann habe ich quasi nur eine Verblassung für die sehr hellen Bereiche, also für das reine Weiß. Und wenn ich es auf 100 % setze, dann würde ich eine Verblassung bis in die Mitteltöne hinein erzielen. Also das wäre jetzt eine sanfte Schärfung. Vorher, nachher. Die Tonbreite würde ich etwas zurückfahren, sodass wirklich hier nur die Lichter verblasst werden. So das wäre dann vorher und das wäre nachher. Bei 100 % sieht das schön knackig und scharf, und nicht überschärft aus. Das ist eigentlich schon der Trick an der Geschichte und wenn ich dann auf "OK" klicke habe ich hier meine Schärfung. Da können wir noch einmal vergleichen. Das ist vorher, also die bikubisch verkleinerte Variante, und das ist nachher. Sollte das Verblassen nicht ausreichen im selektiven Scharfzeichner, also so dass Sie immer noch einige Säume hier haben, dann können Sie das auch variieren, indem Sie diese Ebene in eine andere Füllmethode versetzen, zum Beispiel Abdunkeln. Dadurch würden jetzt alle Schärfungen wegfallen, die heller sind, also alle aufhellenden Schärfungen, und Sie hätten nur noch die dunklen Säume. Die können Sie dann natürlich auch wieder zurückholen, indem Sie diese Ebene duplizieren, und diese auf "Aufhellen" setzen. Das Schöne ist, jetzt können Sie einfach über die Deckkraft hier getrennt, den hellen, beziehungsweise dunklen Effekt der Schärfung regulieren, indem Sie hier die Deckkraft zum Beispiel auf 60 % setzen. Dann haben wir eine Schärfung, die sieht vorher so aus und hinterher so. Also das ist wunderbar geeignet für's Internet und der Hintergrund ist auch nicht mitgeschärft. Alles was Sie jetzt noch machen müssen ist dieses Bild in einem geeigneten Format zu speichern. In der Regel bietet es sich auf Grund der geringen Größe an JPEG zu verwenden, und das sollten Sie erzeugen, indem Sie Datei 'Für Web speichern' wählen. Dann haben Sie hier oben die verschiedenen Presets und dann nehmen Sie beispielsweise "JPEG hoch". Dann haben Sie verschiedene Voreinstellungen. Qualität 60 ist schon recht kräftig komprimiert. Sie können das dann auch vergleichen, indem Sie hier auf "zweifach" klicken. Dann sehen Sie links die geschärfte Variante ohne die JPEG-Kompression, und rechts daneben sehen Sie die komprimierte Variante. Da sehen Sie eigentlich keinen Unterschied in der Zoomstufe von 100 %, da müssten Sie schon weit reinzoomen. Ich würde Ihnen empfehlen hier auch das Farbprofil einzubetten. Dann können Sie hier direkt sehen, wie groß die Datei wird. In diesem Fall wären das nicht mal 100 KB. Dann klicken Sie auf "Speichern", und dann hätten Sie ihr Bild für das Internet optimiert, sowohl in der Schärfe, als auch in der Größe und in der Größe der Bilddatei.