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Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Bildauswahl

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Die Auswahl der Bilder, die das Brautpaar bekommt, ist Ausdruck der individuellen Persönlichkeit des Fotografen, aber auch dramaturgisches Handwerk. Ralf verrät hier, wie er diesen Spagat bewältigt.

Transkript

Es ist so weit. Die Bilder sind gemacht, die Karten sind ausgelesen. Wir haben die ganzen Bilder auf unseren Rechner geladen, und jetzt kommt das, was wir mit das Allerheiligste nennen: die Auswahl der Bilder. Warum empfinden wir das als so heilig? Ganz einfach, weil mit der Auswahl der Bilder, oder den Bildern, die ihr letztendlich dann präsentiert, zeigt ihr ganz, ganz viel. Also viel auch in Bezug auf: Wie ihr etwas gesehen habt, worauf ihr Wert gelegt habt, und letztendlich natürlich, von welchen Sachen ihr der Meinung seid, dass euer Kunde das dann auch als das besondere Bild erkennt. Generell bei allen Fotografen, die professionell Geld damit verdienen, stellt sich immer wieder die Frage: Wie ist das mit der Auswahl? Es ist so fundamental, dass eigentlich jeder Fotograf... Ich habe jetzt gerade jemanden kennengelernt, bei dem war das nicht so - er hat normalerweise die Bilder selbst ausgewählt. Es hängt einfach damit zusammen, dass man dann hinter den Bildern steht, und sagt: Das sind die Bilder, das sind meine Bilder, ich möchte, dass nur diese gesehen werden, und keine anderen. Bei uns allen die viel fotografieren, ist es natürlich auch so, dass viele, viele Bilder dabei sind, die weniger gut sind. Und die müssen wir auch nicht präsentieren. D. h., wir möchten eine Auswahl von den Bildern zeigen, von denen wir sagen: "Die sind toll geworden. Die finde ich ganz besonders. Und die zeigen einfach ganz, ganz viel auch von mir." Das ist ganz, ganz wichtig. Ich zeige euch, wie ich das normalerweise mache. Früher habe ich viel mit Photomechanics gearbeitet. Das liegt daran, dass ich die Bilder in Photomechanics synchronisiert habe. Das ist heute in Lightroom für mich leichter. D. h., ich kann es jetzt in Lightroom machen. Deswegen sind die Bilder jetzt hier auch in Adobe-Lightroom geladen. Man könnte genauso gut auch die Bridge nehmen. Aber es ist einfach vom Handling her - und dadurch, dass wir generell unsere Bilder synchronisieren müssen, da wir ja mit zwei Kameras arbeiten - vom Workflow her wesentlich einfacher, wenn ich jetzt weiter durchgehe, die Bilder sind ja hier schon geladen, und kein weiterer Schritt mehr notwendig ist. Dann zeige ich euch einfach mal, wie ich das mache. Hier vorne gehe ich unten in der Leiste auf das Bild und wenn ich auf die Cursortaste drücke wird das nächste Bild angezeigt. Ich nehme den Cursor hier mal ganz weg, da er sich sonst sozusagen auf dem ersten Bild stehen lässt. Ich kann über die Tasten weiterklicken. Was ihr hier seht sind Sterne. Die kann man für die Qualität vergeben. "1" ist meinetwegen okay, "2" ist dann besser und "3" ist ganz toll. Das machen wir generell nicht. Bei uns - oder bei mir - geht es wirklich nur darum zu entscheiden: Kommt das Bild mit rein oder kommt das Bild nicht mit rein. Wir haben so viele Bilder, dass es für mich jetzt nicht die Frage ist, ob das Bild ein bisschen besser ist, als ein anderes und vielleicht für eine zweite Auswahl notwendig wäre. In der Fülle der Bilder geht es eigentlich nur darum, ob dieses Bild so gut ist, wie ich es haben möchte, oder, wenn es mich nicht anspricht, dann wird es auch nicht gewählt. D. h., ich vergebe keine fünf Sternchen oder drei Sternchen - ich differenziere da also nicht - sondern für mich gibt es wirklich nur:  Bild ist drinnen oder Bild ist draußen. Ich zeige das am besten mal. Wie gesagt: Man kann es mit den Sternen machen. Mit Taste 1 auf der Tastatur vergebe ich ein Sternchen - das geht bis 5 - dann habe ich fünf Sternchen und bei "0" resette ich das. Ich habe die Finger auf der Tastatur liegen, die eine Hand sitzt auf den Cursor-Tasten, die andere Hand sitzt momentan einfach nur bei "1" für ein Sternchen. Dann markiere und bewerte ich das: Bei 1 Sternchen gefällt mir das Bild. Ich gehe einfach mal durch, bewerte noch ein paar Bilder und erkläre dann, wie und weshalb ich das gemacht habe. Jetzt stoppe ich mal. Ich weiß von einigen Vorträgen und Workshops, dass die Leute immer mal gesagt haben: "Du rast da immer so schnell durch, da kann man ja gar nicht festlegen, was an dem Bild jetzt besonders toll oder nicht besonders toll war. Wie sind da deine Prioritäten?" Ich klicke hier mal durch und ihr seht: Einige Bilder sind gewählt, und andere sind nicht gewählt. Ich bleibe mal hier stehen - bei irgendeinem Bild - und scrolle an den Seiten auf den Metadaten und möchte eigentlich nur auf eins hinweisen, und zwar hier auf die Belichtungszeit. Und wie ihr seht, ist dieses Bild entstanden bei einer 125stel Sekunde bei Blende 4. D. h. also, damals, als ich dieses Bild gemacht habe, als ich mich auch entschieden habe, dies könnte ein gutes Bild sein, hatte ich einen kurzen Moment, der mir sagte: Das ist ein supertolles Bild, das könnte was sein, das fotografiere ich. Also habe ich eine 125stel Sekunde benötigt, um dieses Bild dann zu fotografieren. Jetzt, in der Nachbearbeitung, also in der Post-Production, ist es so, dass ich natürlich jedes Bild einzeln aufmache und mich im Grunde genommen auch daran setzen und lange überlegen könnte: "Ist das ein tolles Bild, oder ist das kein tolles Bild?" Aber genau darum geht es jetzt. Ich möchte diesen Moment wieder haben, in dem ich mich entschieden habe: "Ist das Bild toll, oder ist das Bild nicht toll?" D. h., keine dezidierte Auswertung von wegen... Ich wähle mal ein Bild. Das ist im Grunde genommen gar nicht so schlecht. Gut, hier unten ist der Fuß von mir drin. Da könnte man überlegen: "Naja, das Ding kann ich ja rausretuschieren, wenn ich das ganze Bild von den Kontrasten her ein bisschen anziehe und es vielleicht in Schwarz-Weiß nehme. Dann ist das auch noch ein tolles Bild, das ich auch präsentieren könnte." All diese Möglichkeiten habe ich - selbstverständlich. Aber diese Möglichkeiten habe ich eben in der Nachbearbeitung. Aber im Grunde genommen geht es mir genau darum nicht. Ich möchte nicht jedes einzelne Bild verbessern, damit es ein tolles Bild wird, sondern ich möchte die guten Bilder per se einfach haben. D. h., ich entscheide hier beim Auswählen einfach nur: Welches ist ein gutes Bild, und welches ist kein gutes Bild? Ich ergehe mich erst gar nicht in diesen Spielchen von wegen: "Wenn ich hier nur ein bisschen besser oder da etwas mehr..." Das ist nicht die Intention. Das ist kein dezidiertes Auswerten des Bildes, sondern einfach ein Bauchgefühl. Und der ganz große Vorteil, den wir in dieser Art und Form, wie wir es letztendlich machen, sehen, ist die Tatsache, dass wir viele Fotografen haben oder kennen lernen, die uns häufig berichten, dass die Bilder, die sie machen und die, die wir jetzt auch zu sehen bekommen, gar nicht die sind, die sie besonders toll finden, sondern dass das Sachen sind, die sie für ihre Kunden gemacht haben und die ihre Kunden besonders toll finden. Das ist natürlich ein bisschen ein Kreis: Die Sachen, die ich präsentiere, sind auch gleichzeitig die, die die Kunden sehen und das, was die Kunden haben wollen und letztendlich auch mit mir verbinden. Wenn ich aber nicht mag, was ich da mache und trotzdem diese Sachen zeige, weil ich glaube, dass es meinem Kunden besonders gut gefällt... Ihr hört schon, da ist ein Fehler in der ganzen Sache. D. h., wir machen das nicht. Und wenn ich jetzt so schnell durch unsere Bilder durchgehe - unabhängig davon, dass wir Tausende von Bildern haben und ich auch schnell durchgehen will, möchte, muss - dann ist es einfach der Part, wo ich sage: "Hier entscheidet mein Bauch." Und wenn mein Bauch entscheidet, ist viel, viel mehr von mir in den Bildern drin, als wenn mein Kopf sich dazu einschaltet und sagt: "Wir könnten aber doch und überhaupt..." D. h. also,  wenn ihr das sehr schnell macht, dann habt ihr sehr, sehr viel von euch mit dabei. Und darum geht es letztendlich. Weil die Bilder, die euch besonders ansprechen, die Bilder, hinter denen ihr steht, von denen ihr sagt: "Das sind Bilder, die mir besonders gut gefallen", das sind auch die Bilder, in denen letztendlich ein Werdegang enthalten ist, wo ihr euch selber verbessern könnt, wo ihr euch sicher seid, dass diese Form euch vielleicht mehr entspricht oder mehr sein wird. Von daher tendiere ich immer dazu zu sagen: "Leute, beim Sortieren den Kopf ausschalten, schnell durchgehen und einfach nur Bilder wählen, die euch in dem Moment, in dem ihr sie seht, ansprechen." Das hat nichts damit zu tun, dass man sehr unkonzentriert ist oder dergleichen. Ganz im Gegenteil. Das ist so ein bisschen wie wenn man ganz, ganz schnell Auto fährt. Auch da ist man wesentlich konzentrierter, als wenn man durch die Landschaft bummelt und ganze Streckenabschnitte nicht mehr im Kopf hat, weil man sozusagen die Zeit hat vergehen lassen und die Zeit genossen hat, eben vor sich hin geduselt hat. Was ich euch also zeigen wollte und wie ihr auch gesehen habt: Es geht sehr, sehr schnell die Bilder auszusortieren. Macht das auch wirklich schnell. Am Anfang wird euch das nicht leicht fallen, das ist mir durchaus bewusst. Aber wenn ihr euch von Mal zu Mal immer stärker darauf konzentriert einfach nur den Eindruck - den allerersten Eindruck des Bildes, der auf euch einwirkt - aufzunehmen und dann in Bruchteilen von Sekunden entscheidet, ob dieses Bild toll ist oder nicht, dann bekommt ihr sehr, sehr schnell eine ganz hervorragende Auswahl von Bildern, die euch entsprechen, die euch widerspiegeln und die letztendlich dann auch das sind, was ihr eigentlich zeigen möchtet.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Machen Sie sich mit dem emotionalen, erlebnisorientierten Stil der Hochzeitsreportage vertraut und profitieren Sie von den Erfahrungen und Ideen zweier professionellen Fotografen.

5 Std. 51 min (52 Videos)
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