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Grundlagen der Fotografie: Filter

Belichtungszeiten für den ND-Filter berechnen

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In diesem Video erläutert der Trainer die Methode zum Ermitteln der richtigen Kameraeinstellungen anhand der Tabelle für die Belichtungszeit.
05:52

Transkript

Die Tabelle mit den verschiedenen ND-Filterstärken kennen Sie ja bereits. Diese Zahlen sind sehr wichtig, doch warum eigentlich? Schauen wir uns die Tabelle noch einmal an. Sieht ja sehr mathematisch aus und nicht gerade fotogen. Ja, stimmt. Wenn man einen stärkeren Neutraldichte-Filter, in etwa der Stärke 1.5, vor das Objektiv montiert, kann die Kamera durch die immense Verdunklung zum einen nicht mehr fokussieren, und zum anderen die Belichtung nicht mehr korrekt messen. Das heißt, dass man die Belichtung immer zur jeweiligen Situation pasend errechnen muss. Und dafür kommen die Zahlen ins Spiel. Dabei ist es auch wichtig zu wissen, dass jeder Schritt in den einzelnen Filterstufen - das ist immer angegeben mit 0,3 - der Schritt bedeutet eine Änderung der Dichte des Filters um eine Halbierung oder Verdoppelung der durchscheinenden Lichtmenge, also eine Blende. Wie kann man jetzt also die richtige Belichtungszeit ermitteln, wenn die Kamera nicht mehr korrekt messen kann? Rechnen wir das einfach jetzt mal durch. Zuerst stelle ich meine Kamera auf Zeitautomatik, also Blendenvorwahl, und ermittle so die Belichtungszeit für die Normalbelichtung ohne Filter. Mal angenommen, ich würde eine Belichtungszeit von 1/125 angezeigt bekommen, so muss ich nun diese Zeit mit dem Verlängerungsfaktor des Filters multiplizieren. Wenn ich einen Filter mit der Stärke von 1.8, der einen Verlängerungsfaktor von 64 hat, einsetze, ergibt sich folgende Belichtungszeitberechnung: 1 geteilt durch 125, das ergibt schon mal 0,008. Und jetzt kommt der Verlängerungsfaktor ins Spiel: Dieses 0,008 nehme ich mal 64 und erreiche dadurch eine halbe Sekunde. Wenn ich jetzt einen Filter einsetze, der viel stärker ist, 3.0 zum Beispiel, ergibt sich wieder am Anfang dieselbe Rechnung, 1 : 125 = 0,008. Das nehme ich jetzt mal 1.000, weil die Stärke 3.0 einen Verlängerungsfaktor von 1.000 hat. So ergibt sich eine Belichtungszeit von 8 Sekunden. Wenn ich zwei Filter kombiniere - was ich sehr oft mache -, 3.0 und 0.9, das gibt zusammen 3.9, habe ich einen Verlängerungsfaktor von 8.000. Dann ergibt sich folgende Rechnung: wieder am Anfang gleich, 1 : 125 = 0,008 mal dem Verlängerungsfaktor, in dem Fall 8.000. Und jetzt habe ich auf einmal eine Belichtungszeit von 64 Sekunden. In dieser Minute Belichtungszeit konnte ich jetzt bei diesem Bild, das wir jetzt sehen, die Idee umsetzen, das Meer, obwohl es gerade so gewogt hat mit Wellen und die Gischt gespritzt ist, ganz ruhig und glatt darzustellen. Es soll jetzt ja wirklich Menschen geben, die das alles im Kopf ausrechnen können. Also, ich gehöre jetzt nicht zu diesem Schlag von Mensch, auch die Nutzung eines Taschenrechners oder einer Handy-App hat mich irgendwann mal gestört, weil, das Handy ist immer in den Schlafmodus gefallen und immer wieder Wischen, Wischen, Wischen. Das war mir alles viel zu kompliziert, deshalb habe ich mich mal hingesetzt und habe mir eine Liste geschrieben Da habe ich alle verschiedenen, mir logisch erscheinenden Kombinationen und Zeiten draufgeschrieben. Diese Liste, das ist die hier, die ist wirklich mein ein und alles. Wenn ich draußen unterwegs bin, kann ich mir diese um den Hals hängen, da ist sie immer griffbereit, oder habe sie auf jeden Fall immer in Sichtweite. Das ist meine bevorzugte Arbeitsmethode. Die ist vielleicht analog, aber wie ich finde, auch sehr smart. Ich zeige Ihnen die Liste nochmal genauer. Die können wir jetzt einfach mal durchgehen. Die erste Spalte dieser Tabelle enthält die von der Kamera, also ohne Filter, bestimmte Belichtungszeit. In dieser Spalte suche ich dann die ermittelte Zeit, also die, die wir jetzt gerade haben, das war 1/125. Damit habe ich jetzt die korrekte Zeile gefunden, die ich jetzt bloß noch herüberwandern muss. In dieser Zeile blicke ich jetzt so lange nach rechts, bis ich in der Spalte des verwendeten Graufilters angekommen bin, z. B. bei dieser Zahl 3.9, die wir gerade hatten. Jetzt kann ich die neue Belichtungszeit, 64 Sekunden, einfach nur ablesen und an der Kamera einstellen. Sehr smart!

Grundlagen der Fotografie: Filter

Lernen Sie, dynamische und statische Motive mit Filtern abzubilden. ND- und Polfilter kommen zum Einsatz, um satte Farben, fließendes Wasser und ziehende Wolken festzuhalten.

3 Std. 43 min (39 Videos)
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