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Fotografieren mit der Lochkamera

Belichten mit der Lochkamera

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Noch ein wenig auf Nummer sicher gehen, Kamera abkleben, Film sorgsam transportieren, dann geht's los! So belichten Sie mit einer analogen Lochkamera.
06:30

Transkript

Die Szene steht. Die Kamera steht im Prinzip auch. Ich muss sie noch ausrichten, aber jetzt gucken wir uns erstmal an, wie eine Belichtung dann grundsätzlich mit einer solchen Lochkamera stattfinden kann. Das ist natürlich nur eine, es gibt andere Lochkameras, da es ist wieder etwas anders, aber ich denke es gibt einige Gemeinsamkeiten, wenn Sie mit Lochkameras arbeiten. Erstensmal Sie sehen dieses unglaublich schicke schwarze Band, was ich hier oben geklebt habe. Das brauchen Sie nicht zwangsläufig. Es steht auch in keine Bedienungsanleitung, dass man das braucht, aber in dieser Bedienungsanleitung dieser Kamera steht drin, dass längere Sonneneinstrahlung dazu führen kann, dass wir halt doch ein bisschen Licht auf den Film bekommen, wo wir die nicht haben wollen. Eine diffuse Belichtung macht mein Motiv kaputt. Um das zu vermeiden habe ich genau hier, wo die Öffnung ist, wo man diesen Deckel abnehmen kann, ein schwarzes Band drumrum geklebt. Sieht immer schneidig aus deswegen habe ich das gemacht. Ich hatte bisher, toi toi toi, Klopf auf Holz, noch keinen Lichtanfall drin. Bevor wir nun aber anfangen zu belichten, also tatsächlich belichten, müssen wir eines ganz sicher machen, wir müssen schauen, dass den Film auch wirklich transportiere, wenn ich den gerne transportieren möchte. Der ist jetzt so angestellt, dass ich hier ein unbelichtetes Stück Film hinten an meiner Platte, an meiner Filmauflageplatte habe, aber wenn ich später weiter transportiere, will ich ihn wirklich transportieren. Was mache ich also? Ich zeige Ihnen das mal. Ich drehe hier an dieser Spule und beobachte dabei die andere. Die ist ein bisschen wackelig, aber kein Problem, es kommt kein Licht rein. Sie muss sich mitdrehen und Sie haben gesehen, dass es auch funktioniert. Das ist ein Test, der kostet Sie 1/4 Zentimeter Film. Aber nur das Beobachten dieser Spule, reicht, wenn man das einmal macht, garantiert Ihnen, dass Sie auch wissen, dass der Film tatsächlich transportiert und das ist relativ wichtig. So! Wenn wir nun tatsächlich anfangen wollen zu belichten, müssen wir erstmal schauen, wie geht es überhaupt, wie funktioniert das. Es funktioniert so, dass man hier vorne drehen kann an diesem Objektiv und jetzt muss einmal die gemessene Belichtungszeit mit dem abgleichen, was wir wirklich brauchen. Sie werden sich fragen, warum? Wir haben die Zeit gemessen, ein bisschen drüber, ein bisschen runter, es muss reichen. Aber wenn Sie mit einer Lochkamera arbeiten, haben Sie sehr häufig Zeiten von einer Sekunde mindestens, zwei, vier, acht Sekunden. Gemessen habe ich jetzt, ein bisschen schattig geworden, vier Sekunden und dann kommt ein Effekt im Spiel, den müssen Sie, wenn Sie mit Schwarzweißfilm, auch wenn Sie mit Farbfilm arbeiten, definitiv berücksichtigen, das ist der sogenannte Schwarzschildeffekt. Herr Schwarzschild hat sich vor vielen vielen Jahren mit Belichtungseffekten beschäftigt, und er hat rausgeunden, dass die gemessene Belichtungszeit und die, die man tatsächlich braucht um korrekt zu belichten, sich ab etwa eine Sekunde Belichtungszeit nach oben hin, also zu den längeren Zeiten hin, extrem verlängern. Wenn Sie mit einer halben Sekunde belichten, oder 1/4, 1/8, 1/16, 1/15, 1/30 und so weiter, kein Problem, da ist dieser Effekt nicht spürbar. Aber ab einer Sekunde je nach Film Typ, den Sie verwenden, müssen Sie anders belichten. Das heißt konkret hier, mein Film ist der HP5 von Ilford. Jeder Film hat ein etwas anderes Schwarzschild-Verhalten. Meiner ist der HP5, bei vier Sekunden, die ich gemessen habe, muss ich ungefähr acht Sekunden belichten, also etwas schon das doppelte. Hätte ich acht Sekunden gemessen, müsste ich ungefähr zwanzig Sekunden belichten. Und hätte ich zwanzig Sekunden gemessen, dann wäre ich schon bei sechzig Sekunden. Man muss sich das genau anschauen, wie diese Schwarzschild-Kurve tatsächlich aussieht, wie sie tatsächlich verläuft. Dazu finden Sie Zahlen im Internet. Definitiv gilt aber, dass Sie ab einer Sekunde, länger belichten müssen als das, was Sie eigentlich gemessen haben. Wir belichten also hier vier Sekunden gemessen erstmal wirklich nur diese vier Sekunden. Ich möchte auch ein bisschen unter meiner Belichtungszeit bleiben. Berücksichtige also den Schwarzschild-Effekt nicht. Dann belichten wir einmal mit acht Sekunden und nochmal einmal mit zwanzig Sekunden. Dann müsste ich mein Motiv eigentlich haben. Die vier Sekunden sehen folgendermaßen aus: Im Moment ist mein Verschluss noch geschlossen und wenn ich den jetzt drehe um zu belichten, sollte ich möglichst so machen, dass meine Finger oder die Hand nicht drin sind, das sieht man ja nicht. Und Sie wissen, Lochkamera, Tiefenschärfe unendlich groß. Man würde sogar hier die Fingerabdrücke erkennen können, will man das? Nein, deswegen mache ich das lieber so. Ich mache mit einem Schlag die Drehung. Ich zähle meine vier Sekunden und müsste damit die Belichtung haben. Machen wir jetzt, drei, zwei, eins, los! Eins, zwei, drei, vier. Müssten relativ genau vier Sekunden sein. Wenn Sie sagen, machen wir gleich die nächste, bitte nicht vergessen hier oben zu transportieren. Sie müssen definitiv der Film weiter transportieren, kennt man heute gar nicht mehr aus digitalen Zeiten aber... Dieser Kamera-Hersteller empfiehlt neun Raster zu drehen. Ich mache es mal, eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun. Meine Spule dreht sich mit. Ich kann die zweite Belichtung machen, acht Sekunden bzw. wir haben gesagt zehn. Also ich mache die zweite und eins, zwei, drei, vorsichtig loslassen, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn. In einem Schlag am besten gleich wieder umdrehen, dass wenn Sie die Kamera berühren und dabei leicht wackelt, möglichst wenig von diesem Gewackelt auch Ihrem Film drauf kommt. Wieder weiter transportieren, dann folgt die dritte Belichtung. Wenn Sie irgendwann am Ende sind, Ende heißt, wenn kein Film mehr da ist, wenn der Film komplett auf dieser Spule hier aufgespult ist, müssen Sie natürlich erst komplett zurückspulen wieder in die Spule rein, also in diese Kassette rein, damit, wenn Sie die Kamera öffnen, kein Licht rein kommt. Wenn wir jetzt schon fertig wären, würde ich jetzt anfangen, mache ich natürlich nicht, den Film hier an dieser Stelle zurückzuspulen, bis er wieder ganz in der Patrone drin ist. So funktioniert das Belichten mit Analogkamera. Wenn Sie die Zeiten einigermaßen einhalten, vor allem aber diese mehrfach Belichtung machen bzw. mehrmals belichten pro Motiv, immer auf unterschiedliche Stellen also nicht mehrfach, sondern eine Belichtungsreihe machen, dann dürften Sie jedes Motiv relativ gut covern können.

Fotografieren mit der Lochkamera

Erfahren Sie, wie eine Lochkamera funktioniert. Von der Konstruktion über die Film-Entwicklung bis zur digitalen Nachbearbeitung erfahren Sie, wie Bilder "ohne Objektiv" entstehen.

2 Std. 17 min (26 Videos)
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Erscheinungsdatum:27.07.2016

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