Mitarbeiter motivieren

Bedürfnisse im Blickpunkt: Maslow, Herzberg und McClelland

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Die drei Theorien beruhen auf der Frage, welche Bedürfnisse Menschen haben.

Transkript

Wenn wir uns fragen, wie sich Menschen motivieren lassen, dann hilft ein Blick in die Theorie als Grundlage und als Ausgangspunkt weiter. Keine Sorge. Ich halte das kurz. Aber ganz ohne diesen Hintergrund möchte ich sie nicht durch dieses Video-Training gehen lassen. Fangen wir also an. Das erste Modell, dass wir uns anschauen wollen, ist die Bedürfnispyramide nach Maslow. Der 1970 verstorbene amerikanische Psychologe Abraham Harold Maslow untersuchte glückliche, erfolgreiche Menschen. Dabei fand er heraus, dass sich menschliche Bedürfnisse hierarchisch anordnen lassen. Vereinfacht gesagt, wenn ein Bedürfnis befriedigt ist, tritt das Bedürfnis auf der nächst höheren Stufe der Pyramide in den Vordergrund. Den Boden, der aus fünf Ebenen bestehenden Pyramide, bilden die Grundbedürfnisse. Essen, Trinken und Schlafen gehören zu den Bedürfnissen, die unser Überleben sichern. Auf der nächsten Stufe stehen Sicherheitsbedürfnisse. Dazu zählen materielle und berufliche Sicherheit, das heißt, ein Dach über dem Kopf und Arbeit. Gehen wir eine Stufe weiter. So finden wir dort soziale Bedürfnisse. Dazu zählen die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen, Freundschaft und Liebe, also insgesamt der Austausch mit anderen Menschen. Noch eine Stufe höher stehen die Ich-Bedürfnisse. In diese Kategorie gehören Anerkennung, Macht, Einfluss und Geltung, aber auch die Selbstachtung. Auf der fünften und obersten Stufe der Pyramide steht schließlich die Selbstverwirklichung. Wie diese erreicht wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Individualität, Selbstlosigkeit, das Bedürfnis, sich sozial für andere zu engagieren oder zu spenden, all das sind Elemente der Selbstverwirklichung. Diese Aufzählung bei Maslow besteht aus grundlegenden Dingen Doch bereits diese grundlegende Kategorisierung gibt wichtige Hinweise für unsere Frage, wie motiviere ich meine Mitarbeiter? Stellen wir uns einen Mitarbeiter vor, der ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und Einfluss hat und für den Status sehr wichtig ist. Er steht auf der Stufe der Ich-Bedürfnisse. Wenn dieser Mitarbeiter beispielsweise im Zuge einer Umstrukturierung in der Firma Einfluss und Status verliert, wird sich dies mit Sicherheit negativ auf seine Motivation im Job auswirken. Gehen wir über zur nächsten Theorie. Der Amerikaner Frederick Herzberg baute mit seiner Pittsburgh-Studie auf den Erkenntnissen von Maslow auf. Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie geht davon aus, dass die Motivation von Mitarbeitern von zwei verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Im Unterschied zur Theorie von Maslow baut diejenige von Herzberg auf empirischen Untersuchungen auf. Herzberg ist zwei Fragen nachgegangen. Erstens: Welche Faktoren bauen Unzufriedenheit ab oder vermeiden sie? Und zweitens: Welche Faktoren schaffen Zufriedenheit? Die erstgenannten Faktoren bezeichnet Herzberg als Hygienefaktoren, die zweitgenannten als Motivatoren. Herzberg zählt eine Vielzahl von Hygienefaktoren auf. Die für ihn wichtigsten sind die folgenden: Gehalt, Beziehungen zu Untergebenen, Vorgesetzten und Gleichgestellten, Status, technische Aspekte der Führung, Unternehmenspolitik und -organisation, physische Arbeitsbedingungen, persönliche, berufsbezogene Lebensbedingungen, Arbeitsplatzsicherheit. Als wichtigste Motivatoren sieht Herzberg die folgenden: Leistungserfolg, Anerkennung der eigenen Leistung, Arbeit selbst, Verantwortung, Aufstieg, Entfaltungsmöglichkeiten. Herzbergs Theorie wird mittlerweile inhaltlich und methodisch stark kritisiert. Dennoch finde ich, dass es sich lohnt ab und zu einen Blick auf die Faktoren zu werfen, wenn es um die Motivation der eigenen Mitarbeiter und deren Bedürfnisse geht. Eine weitere Theorie möchte ich Ihnen zum Abschluss noch vorstellen, weil auch sie wichtige Impulse für die Erforschung der menschlichen Motive gesetzt hat. Der amerikanische Verhaltenspsychologe David Clarence McClelland gilt als der Vater der modernen Motivforschung. McClelland geht davon aus, dass die Motivation von drei grundlegenden Bedürfnissen gesteuert wird. Dem Leistungsmotiv, dem Machtmotiv und dem Anschlussmotiv. Je nach Literatur werden die Motive teilweise unterschiedlich bezeichnet. Ihr Inhalt bleibt aber im Prinzip gleich. Beim Leistungsmotiv steht unser Streben nach Erfolg und Effizienz nach dem Erledigen von Aufgaben im Vordergrund. Das Machtmotiv steht für das Streben nach Einfluss und das Anschlussmotiv entspricht unserem Wunsch nach sozialer Zugehörigkeit. Auch wenn diese drei Motive von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt sind, so konnte doch in verschiedenen Studien nachgewiesen werden, dass sie in der Tat wichtige Antriebskräfte für unser Handeln sind. Was können wir nun aus den Theorien von Maslow, Herzberg und McClelland für unsere Aufgabe folgern, unsere Mitarbeiter zu motivieren? Auf jeden Fall eines. Auch wenn jeder Mensch letztendlich eine einzigartige Persönlichkeit ist und auch wenn Einzelmotive mehr oder weniger stark zum Tragen kommen, es gibt grundlegende Bedürfnisse in unserem Leben, die berücksichtigt werden müssen, damit wir bereit sind, unsere volle Leistung zu bringen. Nutzen Sie das Arbeitsblatt Herzberg in Ihrem Unternehmen, um die Hygiene und Motivationsfaktoren von Herzberg auf Ihr Unternehmen anzuwenden.

Mitarbeiter motivieren

Lernen Sie Motivationstheorien kennen und deren Anwendung auf unterschiedliche Typen – garniert mit vielen Tipps aus der beruflichen Praxis.

1 Std. 33 min (20 Videos)
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Erscheinungsdatum:25.04.2016

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