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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Bedeutung und Emotion

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Dieses Video geht vorrangig auf die Bedeutungen verschiedener Lichtrichtungen und Emotionen ein, aber auch auf kulturelle Hintergründe. Die Analyse des Lichts in den Bildern der Trainerin einschließlich der Erklärung, weshalb es so gewählt wurde, vertieft das Thema.

Transkript

Neben der Wirkung auf die Blickführung generiert der Einsatz von Licht auch Emotionen. In zahlreichen Kulturen hat das Licht eine wichtige Bedeutung, wie zum Beispiel Sonne, Mond, und Sterne. Schöpfungsmythen verwenden oft Licht zur Verkörperung von Göttern. Auch in der Gegenwart sind derartige Elemente präsenter, als uns manchmal bewusst ist. Nehmen wir zum Beispiel unsere Sprache. Das Denken in Metaphern wird auch hier durch Licht beherrscht. Wie wird zum Beispiel eine unheilvolle Situation in einem Buch durch Worte aufgebaut? Wenn dort geschrieben steht: "Die Kerze erlosch in einer zunehmende Brise. Es herrschte völlige Dunkelheit." Ich als Leser bekomme gleich das Gefühl, hier stimmt was nicht, etwas Schlimmes wird passieren. Das alles durch den wörtlichen Einsatz von Licht. Licht und Schatten gleich Gut und Böse. Beispiele hierfür zum Beispiel: Bilder verschiedener Kunstepochen, göttliche Darstellungen, Engel. Diese waren immer ähnlich und standen im Zusammenhang mit Licht. Grob gesehen kann Licht genutzt werden, um Gut und Böse sowie verschiedene Emotionen zu unterscheiden und herauszuarbeiten. Das Licht kann ganz klar entscheidend für eine Bildaussage sein oder diese unterstützen. Ein weiteres Beispiel bietet mein eigener Bildstil, der Laura-Helena-Style. Er ist romantisch, fantasievoll, hell, elfengleich, zart, und vieles mehr. Zu 90 Prozent arbeite ich mit weichem Licht, egal ob indoor oder outdoor. Zumeist helle Bilder, außer es soll eine andere Aussage unterstützt oder vermittelt werden. Denn auch Fabelwesen wie Feen oder Engel werden oft erhaben und hell verkörpert und in den Mythen und Epochen vergangener Zeiten so dargestellt. Hartes Licht gleich starke Schatten, grob, kalt, klar, offen, direkt. Auch dieses Licht habe ich schonmal genutzt. Darauf kommen wir später. Weiches Licht wirkt oft träumerisch, romantisch, kaschierend oder heilig. Licht von oben wirkt ebenfalls oft heilig und von unten oft diabolisch. Dann wäre da noch die Lichttemperatur. Habe ich kaltes oder warmes Licht? Auch dies wirkt sich aus. Dadurch kann das Bild distanzierter oder näher wirken. Habe ich viel Schatten oder wenig Schatten? Daraus entstehen verschiedene Emotionen wie Freude, Wohlfühlen, Geborgenheit, Trauer, oder Einsamkeit. Hier habe ich passende Bilder, um das gerade Besprochene zu festigen. So, wir haben hier erstmal ein Bild der alten Meister. Hier sehen wir das Chaos. Und hier unten, das Chaos der gefallenen Engel, welches gezeigt wird, befindet sich in der Dunkelheit, wobei der Himmel hier oben, wo es halt um Engel, Lichtgestalten geht, sich im Licht befindet. Also das Chaos wurde schon immer eher mit Schatten und Dunkelheit dargestellt und suggeriert, schon in weit entfernten Epochen wie zum Beispiel der Renaissance. Hier haben wir mein eigenes Bild, das ich "Die schwarze Witwe genannt" habe. Dieses Bild ist auch sehr unheilvoll. Wer die Geschichte der schwarzen Witwe kennt, der weiß, dass das nichts Gutes zu bedeuten hat. Aber wir haben auch einen Lichtschein, Hoffnung. Und dieser Lichtschein liegt direkt an unserem Model, wodurch nicht nur Emotionen suggeriert werden, sondern auch wieder der Blick geführt wird. Das heißt, hier gehen wieder viele verschiedene Parameter Hand in Hand, um zu einer tollen Bild- und Blickführung zu führen. Hier haben wir meine Interpretation der Mutter der Drachen. Das Bild ist sehr dunkel, aber der Fokus des Bildes liegt auf ihr, wodurch sie gleich viel stärker, viel erhabener wirkt. Sie wirkt mächtig und kraftvoll, was ja auch dann wirklich Sinn der Sache ist. Wenn man der Serie folgt, passt es ganz gut. Hier haben wir wieder ein Bild von den alten Meistern. Es ist ein Engel dargestellt. Man sieht, dass die Engel früher sehr oft mit Heiligenschein dargestellt wurden, mit einem Schein aus Licht. Genauso ist es hier. Hier haben wir zum Beispiel die Darstellung des Himmels. Wir sehen, die Gestalten, die dort umherfliegen, vermutlich auch Engel, sprühen vor Licht. Das ist ein heiliger Ort, deswegen ist hier sehr viel Licht im Spiel. Das heißt, gerade auch in religiösen Mythen und so wird mit dem Thema Licht und Emotionen sehr stark gespielt. Hier haben wir zum Beispiel eine Abbildung von Jesus, auch er hat einen Heiligenschein. Wenn man heutzutage in die Kirchen geht, sieht man sowas auch sehr oft, dass die Götter, die Göttlichen immer irgendwie einen Heiligenschein haben oder mit Licht in Verbindung gebracht werden, und die bösen Geschöpfe wirklich oft mit Dunkelheit. Mein Bild "Die Zeit". Dieses Thema spielt mit der Vergänglichkeit von allem Lebendigen. Aber auch hier haben wir wieder einen Lichtschimmer, mit dem man oft Hoffnung suggerieren kann, nicht alles ist in der Dunkelheit verloren. Da kann man unheimlich viel reininterpretieren, wenn man fit ist, was Interpretation angeht. Hier haben wir noch ein Bild der Künstlerin Jamari Lior. Sie spielt ganz klar mit dem Thema Licht und Heiligenschein. Sie hat ihrem Model einen Kopfschmuck aufgesetzt, der fast wie eine Sonne wirkt oder eben wie diese malerischen Heiligenscheine aussehen auf Bildern der alten Meister, und diesen extra noch anreflektiert oder in Photoshop aufgehellt. Das sind auch schon die passenden Beispiele. Man sieht also, Licht ist nicht nur da, um den Blick zu lenken, wenn auch wegweisend dafür. Es kann auch wirklich Emotionen hervorrufen. Es kann ein Bild unheilvoll, düster, böse wirken lassen, oder aber sehr zart, weich, warm. Zum Beispiel wenn wir jetzt eine schwangere Frau in einem Kornfeld darstellen, dann würde ich dieses Bild eher in schöne, warme Goldtöne tauchen, ein warmes Licht, und das würde das Ganze unterstützen.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016

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