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Basiswissen rund um Fotos von Personen: Der Einwilligungsgrundsatz und seine Ausnahmen

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Hier geht es um die Grundlagen rund um das Ablichten von Personen, wenn diese erkennbar im Bild dargestellt werden. Grundsätzlich muss jeder vorab gefragt werden, ob er fotografiert werden will. Natürlich existieren von diesem Grundsatz aber auch ein paar Ausnahmeregelungen.

Transkript

Immer dann, wenn ein Fotograf Menschen erkennbar abbildet, müssen bestimmte Regeln befolgt werden. Denn jeder Mensch hat das Recht am eigenen Bild, das beachtet werden muss. Jeder Mensch kann generell selbst entscheiden, ob ein Foto aufgenommen werden darf, und wenn ja, wofür? Die Abbildung im juristischen Sinne ist die Darstellung einer natürlichen Person in einer für Dritte erkennbaren Weise. Es kommt nicht darauf an, dass die abgelichtete Person tatsächlich von einem Dritten erkannt wird. Die theoretische Möglichkeit reicht insoweit aus. Eine erkennbare Abbildung besteht jedenfalls dann, wenn die Gesichtszüge auf dem Foto zu sehen sind. Auch nackte Menschen gelten als erkennbar abgebildet. Allerdings kann sich die Erkennbarkeit auch noch aus anderen Umständen ergeben, etwa durch andere Bildinhalte oder die Begleitumstände. Dazu zählen insbesondere der Ort, die Zeit, etwaige Begleitpersonen, eine Tätowierung oder auch die Bildunterschrift. Der aus manchen Zeitschriften berühmte schwarze Balken vor dem Gesicht oder auch Verpixelungen sollen eine Erkennbarkeit verhindern. Aber die gerade genannten Punkte machen deutlich, dass abgebildete Personen nicht selten trotz dieser technischen Maßnahmen zu erkennen sind. Die Einwilligung muss schon vor der Anfertigung des Fotos vorliegen und nicht erst bei der späteren Verwendung. Die Einwilligungserklärung kann prinzipiell ausdrücklich, aber auch konkludent erfolgen, das heißt durch schlüssiges Verhalten. Lächelt also beispielsweise eine Person direkt in die Kamera, und hat nichts gegen eine Aufnahme, so ist dies als Einwilligung zu verstehen. Es sei denn, die Aufnahme erfolgt mit versteckter Kamera. Aus Gründen der besseren Nachweisbarkeit sollte im Zweifelsfall aber lieber eine Zustimmung in schriftlicher Form eingeholt werden. Dazu muss im Vorfeld eine genaue Aufklärung darüber erfolgen, wozu das jeweilige Foto später genau verwendet werden soll. Dieser Grundsatz gilt übrigens für Fotos und Videos gleichermaßen. Außerdem besteht auch keine unterschiedliche Bewertung bei digitaler oder analoger Fotografie, ebenso wenig in Bezug auf private oder gewerbliche Nutzung. Eine wirksame Einwilligung wird grundsätzlich immer benötigt. Aber kein Grundsatz ohne Ausnahmen. In Bezug auf das Recht am eigenen Bild, zählen dazu unter anderem Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte, zum Beispiel ein öffentlicher Politikerauftritt, Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeiten erscheinen, wie zum Beispiel im Urlaubsfoto vom Kölner Dom. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben, zum Beispiel ein Konzert oder ein Fußballspiel. Oder auch Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient, zum Beispiel ein Foto zur Illustration eines wissenschaftlichen Textes. Aufnahmen von Besuchern eines Fußballspiels oder eines Konzertes dürfen also ebenso ohne eine ausdrückliche Einwilligung gefertigt werden, wie Fotos von Bauwerken, in deren Nähe sich Menschen aufhalten. Dies gilt jedenfalls, solange die Aufnahmen offen, das heißt, nicht mit versteckter Kamera gemacht werden.

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Erscheinungsdatum:31.01.2017

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