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Canon EOS 70D Grundkurs

Automatischer und manueller Weißabgleich

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Mit dem Weißabgleich haben Sie ein wirkungsvolles Instrument an der Hand, um Farben entweder korrekt oder atmosphärisch gut darzustellen.
08:13

Transkript

Es gibt ganz unterschiedliche Qualitätskriterien für gute Aufnahmen. Schärfe, Belichtung sind zwei, und ein drittes Kriterium ist die Wiedergabe der Farben, also die Farbdarstellung. Und die Farbdarstellung hat nicht nur etwas zu tun mit dem was Sie fotografieren sondern auch unter welchen Bedingungen und zwar unter welchen Lichtbedingungen Sie Aufnahmen machen und wenn Sie sich jetzt erinnern, vielleicht an einen Abend an einem Kaminfeuer oder an einem Lagerfeuer und Sie überlegen, wie waren die Gesichter beleuchtet, die da um dieses Feuer herumgesessen haben. Und wenn Sie sich im Gegensatz dazu vorstellen ein kalter Wintertag, Sie wandern über knirschenden Schnee, Sie überlegen: "Wie war da die Farbe des Lichts"? Und da kommen Sie sehr schnell drauf. Dass in einem Fall, im ersten Fall, dem Fall des Lagerfeuers, der Farbton eher in Richtung gelblich- orange geht und im zweiten eher in Richtung neutral bis kalt bläulich. Da ist nicht nur der Schnee kalt, sondern auch die Farbtemperatur, so nennt man das, die Farbtemperatur des Lichtes geht in Richtung kalte Farben. Früher zu Analogzeiten musste man sich vor der Aufnahme entscheiden, nehme ich ein Tageslichtfilm oder ein Kunstlichtfilm und dann wurden mit dem Tageslichtfilm bei Tageslicht die Farben neutral, weitgehend neutral wiedergegeben und mit dem Kunstlichtfilm bei Kunstlicht. Wenn Sie den falschen Film eingelegt hatten, bekamen Sie die falschen Farben. Bei der Digitaltechnik nimmt Ihnen die Kamera da sehr viel von ab. Das Ganze nennt sich, das Lösungswort, nennt sich Weißabgleich. Und automatisch macht das die Kamera in den meisten Fällen wirklich, wirklich gut. Das heißt der automatische Weißabgleich ist aus meiner Erfahrung in 90 bis 93 Prozent der Fälle wirklich zuverlässig. Es gibt zum automatischen Weißabgleich ein paar Alternativen und die gucken wir uns jetzt an. Sie können die über das hintere Display, da in dem Standardmenü, was bei der Aufnahme eingeblendet wird, wählen. Ich zeige Ihnen das jetzt nochmal hier in den Registerkarten, in der dritten roten Registerkarte für das Aufnahmemenü, gehe da in den Weißabgleich hinein und Sie sehen, A wie B steht für die automatische Variante und dann bei den Symbolen sehen Sie in der Zeile darüber, jeweils die Anzahl der Kelvingrade, also die angezeigte Kelvinzahl, Tageslicht ungefähr 5200. Dann sehen Sie daneben Schatten, Wolkig, Kunstlicht einmal so eine Glühbirne, dann so eine Leuchtstoffröhre ist natürlich auch Kunstlicht. Eine Einstellung für Blitzlicht, wenn Sie ein Blitzgerät auf die Kamera schieben, dann wird das automatisch eingestellt. Oder aber, wenn Sie eine Studioblitzanlage verwenden, dann sollten Sie die Einstellung auch nutzen. Und je nachdem, welchen Weißabgleich Sie verwenden, fallen natürlich die Farbwiedergabe, die fällt dann unterschiedlich aus. Und wenn Sie bei der jeweiligen Farbtemperatur den korrekten Weißabgleich wählen, dann werden die Farben weitgehend neutral eingestellt. Möchten Sie mehr eine emotionale Darstellung haben, dann kann es auch sein, dass es sinnvoll ist, dass Sie durchaus einen ich sag mal falschen Weißabgleich einstellen, weil einfach dann die Bildwirkung auch ihrer Vorstellung entspricht. Wenn Sie den Weißabgleich nicht automatisch einstellen wollen, haben Sie zwei Möglichkeiten, entweder einen manuellen Weißabgleich zu erstellen, das zeige ich Ihnen gleich im Anschluss, oder aber die Farbtemperatur in Kelvin hier unmittelbar einzustellen. Das ist auch eine ganz praktische Möglichkeit, weil Sie da sehr fein, nämlich den Weißabgleich, Sie sehen es hier wenn ich mal durchscrolle, den können Sie hier in hunderter Schritten dann durchaus abstimmen und damit sind sehr feine Unterschiede möglich. Sie haben es gerade beim Durchblättern gesehen, in den Standardeinstellungen sind es sehr viel größere Schritte. Was ich Ihnen jetzt noch zeigen möchte ist der manuelle Weißabgleich. Zunächst mal müssen Sie der Kamera sagen, ich möchte einen manuellen Weißabgleich machen. Damit das funktioniert, müssen Sie den also nicht nur an dieser Stelle einstellen, sondern eben auch erstellen und dazu gehen Sie in die nächste Option und dafür brauchen Sie ein Referenzbild. Die Kamera muss ja wissen, was ist denn neutral und dazu ist es sinnvoll ein neutrales Objekt zu wählen, dass Sie dann fotografieren. Ich habe das hier schon mal mit Hilfe dieser Graukarte vorbereitet. Die ist jetzt, dass wissen wir, die ist grau, die ist neutral. Das heißt, Sie hat gleiche Anteile von rot, grün und blau in sich. Das heißt das ist ein neutraler Farbton. Sie könnten theoretisch auch was schwarzes oder weißes wählen, nur weil das so weit außen im Histogramm ist, im Spektrum, ist das nicht wirklich optimal. Funktionieren würde es theoretisch auch, aber dann wissen Sie nicht genau, bin ich schon im Bereich der Unterbelichtung oder der Überbelichtung. Das würde zu nicht so guten Ergebnissen führen, wie mit etwas, was sich da im Mitteltonbereich bewegt. Sie machen da ganz einfach eine Aufnahme davon und dann gehen Sie in das Menü und sagen ich möchte hier diese Aufnahme für meinen manuellen Weißabgleich verwenden. Dann bestätigen Sie das mit der Set-Taste und dann fragt die Kamera Sie nochmal: "Möchten Sie tatsächlich dieses Bild für den manuellen Weißabgleich verwenden"? Und das bestätigen Sie mit O.K. Und wenn Sie dann vorher, den manuellen Weißabgleich schon eingestellt hatten, dann können Sie alle folgenden Aufnahmen mit diesem manuellen Weißabgleich dann machen. Dieser manuelle Weißabgleich, der ist in der Kamera gespeichert, solange bis Sie einen neuen manuellen Weißabgleich erstellen. Wenn Sie also regelmäßig, einmal die Woche vielleicht eines ihrer Kinder in der Sporthalle fotografieren, wo permanentes Kunstlicht ist, dann reicht es, wenn Sie das einmal machen. Dann können Sie beim nächsten Mal wieder auf diesen Weißabgleich zurückgreifen. Und abschließend noch ein Trick. Wenn Sie sagen: "Ich habe jetzt die Graukarte, die ist mir zu unhandlich, um die permanent mitzunehmen, ist zwar gut, aber ich muss Sie ja immer vor die Kamera stellen dann gibt es auch einen kleinen Trick. Nämlich der mit diesem Papiertaschentuch. Sie nehmen das Papiertaschentuch, stellen den Autofokus ab, und halten das Papiertaschentuch so vor das Objektiv und machen dann Ihre Aufnahme als Referenzaufnahme für den Weißabgleich. Und erstaunlicherweise als mir das das erste mal gesagt hat, da hab ich gedacht das kann ja gar nicht sein. So eine Graukarte wird als hochwertiges Produkt angepriesen und ist kompliziert in der Herstellung. Kostet irgendwie, irgendwo zwischen 15 und 20 Euro. Und so ein Papiertaschentuch das kostet ja praktisch nichts. Und ich dachte das muss ja ein riesen, riesen Unterschied sein zwischen dieser hochwertigen Graukarte und dem Papiertaschentuch. Der Unterschied ist nicht wirklich groß. Der ist sichtbar, gerade wenn man jetzt so Farbfelder fotografieren würde und das minuziös vergleichen. Aber wenn Sie normale bildmäßige Motive fotografieren und halt in irgendeiner Situation sind wo Sie sagen das ist ja ganz komisch hier. Da haben wir so komische Leuchtstoffröhren auf der einen Seite und da, das weiß ich nicht, das kenne ich gar nicht, was das ist. Und es wirkt irgendwie komisch. Und Sie haben so ein Papiertaschentuch dabei, dann sind Sie oft mit diesem manuellen Weißabgleich mit dem Papiertaschentuch wesentlich besser bedient, als mit dem automatischen Weißabgleich. Gerade in solchen Mischlicht-Situationen, wo ganz unterschiedliche Lichter zusammen kommen. Es ist jedoch ganz egal welchen Weißabgleich Sie verwenden. Ihren Bildern sieht man nicht an welche Einstellung Sie genommen haben. Sie können sich zur ersten Orientierung natürlich auch an der Darstellung auf dem Monitor orientieren. Abschließend ist zu sagen, diese Aussagen für den Weißabgleich, die sind zwingend notwendig wenn Sie nur JPEGs machen, denn dann können Sie das nur noch mit Datenverlusten korrigieren. Wenn Sie RAW fotografieren, dann haben Sie hinterher auch in der RAW-Bildbearbeitung noch alle Möglichkeiten auf die RAW-Daten zu zugreifen und Ihren Vorstellungen entsprechend den Weißabgleich zu ändern.

Canon EOS 70D Grundkurs

Machen Sie sich mit Ihrer Canon EOS 70D vertraut und erfahren Sie, welche Funktionen sich hinter den verschiedenen Knöpfen und Menüs der Kamera verstecken.

3 Std. 46 min (40 Videos)
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Erscheinungsdatum:26.03.2014

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