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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Aussagen verstärken und Geschichten erzählen

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Einige Beispiele verdeutlichen, wie man Symbole einsetzt, um Geschichten zu erzählen bzw. Aussagen zu untermauern.

Transkript

Durch Symbole ist es uns möglich, Geschichten in unsere Bilder einzuflechten oder zu verstärken. Dafür müssen wir uns von Beginn an im Klaren sein, was wir erzählen möchten. Am besten geht dies mit einem Konzept, das alle Parameter beachtet. Ich selbst habe mir ein schönes Konzeptbuch angelegt, in dem ich all meine Ideen festhalte und ausarbeite. Wenn wir eine Idee haben, können wir schauen, inwiefern diese mit Symbolen verstärkt werden kann, um die gewünschte Aussage zu untermauern. Dann müssen wir nur noch schauen, wo wir die Elemente herbekommen. Ob wir sie real einflechten oder lieber digital. Hier habe ich ein paar Symboliken, die man meiner Meinung nach gut einfließen lassen könnte. Beginnen wir mit dem Apfel oder dem Pfirsich. Diese stehen für den Sündenfall aber auch für den Geschmack im Zusammenhang mit den fünf Sinnen. Hier auf dem Beispielbild sehen wir Adam und Eva. Und damit ist klar, woher die Symbolik Sündenfall kommt Als Nächstes der Schmetterling, den sehen wir hier unten im Bild, der als Zeichen für die Seele und die Auferstehung steht. Er ist ein typisches Vanitas-Symbol, warum er hier auch mit Blumen in Komposition steht. Als Nächstes gucken wir uns umgestülpte Gegenstände oder Instrumente an. Hier haben wir ein umgestülptes Glas. Diese stehen oft für den Tod oder entleertes Leben, sind damit auch ein Vanitas-Symbol. Wir sehen, die Vanitas-Thematik ist immer sehr gegenwärtig in der Kunst gewesen. Sanduhren und Stundengläser stehen für die Flüchtigkeit alles Zeitlichen. Auch Muscheln, oder besser deren tote Schale, stehen für das einstige Leben, aber auch als Sammelobjekt menschlicher Eitelkeit, aber auch für die Venus. Hier sehen wir zum Beispiel eine Muschel, die ein bisschen mehr zum Thema neues Leben ins Bild eingefügt wurde. Bücher haben eine mehrdeutige Anspielung auf nutzlosen Zeitvertreib, eitle Wissenschaft, oder aber durch rechten Gebrauch können Sie auch zu Belehrung führen. Da haben wir hier auch ein passendes Gemälde, wo Letzteres gezeigt wird, wie man durch Bücher gelehrt werden kann. Reichtümer wie Gold und Silber und Perlen gelten als eitler Tand, überflüssiger Luxus, und Anspielung auf die Eitelkeit im doppelten Sinn. Sie sind ebenfalls ein Vanitas-Symbol, weshalb sie auch hier im Bild kombiniert sind mit einem Totenschädel, mit einem Globus, der für das Weltliche steht, und eben solchen Dingen. Wir wollen das Ganze jetzt aber auch nochmal in drei meiner Fotografien anschauen. Hier haben wir nochmal das Trugbild. Und hier habe ich auch gerade mit den Reichtümern gespielt, wie hier zum Beispiel Perlen, die für Vergänglichkeit zum einen stehen, aber auch für den Wunsch nach Ruhm und Reichtum, und eben Eitelkeit. Wir haben das Buch, das für Wissen steht, im mehrfachen Sinn, entweder für unnützes Wissen oder aber wirklich etwas Gutes, was man sich aneignet, um sich zu bilden. Dann haben wir die Krone, die für das Weltliche und den König steht. Und wir haben das Model, das hier unten am Gemälde anlehnt. Es könnte schlafen und eben von so einer Zukunft träumen Man kann wahnsinnig viel durch die Symbole in dieses Bild reininterpretieren. Bei der "Zeit" haben wir typische Vanitas-Symbole, wie zum Beispiel die Uhr, die 5 vor 12 schlägt, oder den Totenschädel, sogar noch mit der verwelkten Blume, der auch ein Vanitas-Symbol ist. Zudem haben wir in der Realität aber auch schon Uhren eingeflochten, um das ganze Thema nochmal zu verschärfen. Wir haben das Model in Weiß gekleidet, damit es recht unschuldig wirkt. Zu guter Letzt die schwarze Witwe, diese haben wir gezielt in Schwarz gekleidet, was auch ein Symbol für Tod und Trauer sein kann. Und wir haben das Vanitas-Symbol des Totenschädels, das das Image der schwarzen Witwe nochmal ziemlich hart untermauert. Das heißt, mit Symbolen kann man Bildern eine Bedeutung geben. Manche Bilder brauchen keine Bedeutung, die können einfach nur schön und harmonisch sein und durch andere bildgestalterische Mittel hervortreten. Aber wenn man mal Geschichten erzählen will, was dann wirklich auch eine Herausforderung ist, sollte man sich mit dem Thema Symbolik sehr gut auseinandersetzen.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

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1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016

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