Unsere Datenschutzrichtlinie wird in Kürze aktualisiert. Bitte sehen Sie sich die Vorschau an.

Fotorezepte: Das perfekte Arrangement

Auf Details achten

Testen Sie unsere 2013 Kurse

10 Tage kostenlos!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Die hohe Kunst der Still-Life-Fotografie zeigt sich in der Präzision der Gestaltung. Hier geht es um geplante Zufälligkeit und damit nicht mehr um grobes Hin und Her, sondern um millimeterweise, langwierige Filigran-Schieberei.
11:52

Transkript

So, wir haben die grobe Gestaltung festgelegt. Und was jetzt kommt, ist die wirkliche Fotografenarbeit. Ich sage mal, jetzt kommt der Stillifefotograf zum Tragen mit aller Ruhe, sehr selbstkritisch das Bild zu gestalten, zu schauen wo welche Tomate genau liegt. Und genau ist nicht circa genau, sondern wirklich genau. Also, im Studio mit Assistent kann man immer sagen: So, da wird ein etwas ein Tacken oder ein Tucken nach rechts oder links geschoben. Und ein Tucken dürfte etwas weniger wie ein Millimeter sein. Also, da wird nicht grob geschoben, sondern wirklich mit dem Stäbchen die Dinge versucht also wirklich auf den Millimeter genau zu schieben, weil das die geplante Zufälligkeit ist, wie ich immer sage. Also, man kann natürlich sagen: Ja, legen wir hin und wird schon sein und ist auch zufällig und ist alles gut. Aber irgendwie gibt es dann halt zu viele Störelemente, die wir jetzt ausmisten, jetzt genau ist der Punkt. Und diese Arbeit dauert, weiß ich nicht. Also, wenn ich schnell bin, habe ich es in 20-30 Minuten. Und wenn ich ein bisschen länger brauche, kann es auch eine Stunde oder anderthalb Stunden dauern, bis wirklich die Dinge so liegen, dass ich sage: Ja, so passt das Foto. Das ist wirklich bei uns immer ein Prozess, wo wir sehr kritisch sind, wo wir zwischendurch auch mal eine kleine Pause machen, dann wieder daraufgucken. Ja, und das werden wir jetzt etwas verkürzen. Also, keine Angst, das geht jetzt nicht eine Stunde millimeterweise schieben. Geht jetzt ein bisschen gerafft vonstatten. Aber wir werden uns in jedem Fall die Bilder danach mal anschauen im Schnelldurchgang und sehen wie der Weg ist, um meines Achtens nach zu einem wirklich perfekten, gut austarierten Arrangement zu kommen. Ja, gut, also, ich werde mich einfach mal an mein Set begeben und schauen Sie einfach zu, was ich tue. So, das war jetzt ja eine, ich weiß nicht, 20 Minuten in aller Ruhe sehr konzentriert. Also, da sollte man sich auch gar nicht dabei ablenken lassen. Telefonieren zwischendurch geht gar nicht. Wirklich sich an die Dinge heranarbeiten. Und ich verkürze es mal ab, ich bin jetzt hier ganz am Anfang. Ich gehe mal zurück dorthin, wo wir begonnen haben. Also, das war noch das, wie ich sage mal dazu, das Vorgeplänkel, wo es eigentlich darum geht die Flächen zu finden. Genau, die hatten wir hier gefunden. Und dann habe ich so langsam angefangen erstmal eine Tomate wieder wegzutun vorne. Dann kam sie wieder dazu. Also, das ist, man sieht eindeutig: ich habe jetzt vorne nur an den vorderen Vieren gearbeitet. Da hat irgendwas nicht geblitzt. So, und jetzt ist die Lauchfläche, dann muss die Tomate etwas wandern. Und ich muss jetzt nicht jedes Bild kommentieren. Man sieht einfach jetzt hinten. Also, hier habe ich jetzt hinten diese Randen da entsprechend hingelegt. Das war mir zu leer rechts oben, das ist so eigentlich gar nicht, sieht eher ein bisschen, na ja, nur vertrocknet aus. Wenn man es ein bisschen weiter reinholt, sodass man noch erkennt, was man da sieht, auch wenn es sehr unscharf ist, reicht das voll und ganz aus. Dann wieder ein bisschen mehr in den Raum geholt. Dann kommt das nächste dazu, dann darf die Tomate wieder nachrutschen. So, und dann schaut man im unteren Bereich. Also, jetzt habe ich hier unten daran mit dem Pfeffer gearbeitet. Dass so einige Pfefferkörner da angeschnitten sind, das ist wirklich auch Absicht. Gerade diese angeschnittenen Dinge sorgen auch dafür, dass wir eine, auch wenn das jetzt sehr klein ist, eine betontere Perspektive haben und dass das Bild aufgerissen wird, dass es also nicht so konstruiert in die Mitte des Bildes fotografiert wird. Und da helfen wirklich so kleine angeschnittene Dinge, die ich dann natürlich genau lege. Dann kam da noch etwas dazu, dass es wirklich noch zufälliger aussieht. Dann kam jetzt zu dem Bild. Das war mir unten eigentlich schon ganz Ok in diesem Bereich. Aber hier oben, wir haben also jetzt hier so eine Dreierreihe. Die werde ich sicherlich noch auflösen. Und das finde ich ganz schön. Und hier macht es eigentlich keinen Sinn, dass dann da nichts passiert. Aus dem Grund sieht man in den nächsten Bildern, kommt da oben auch was zu. Dann werde ich rechts lästiger, weil da einfach mehr Bildelemente sind. Jetzt heißt, die Tomate oben darf auch ein bisschen nach rechts und sich da angleichen. Dann muss ich nicht alle Flächen zustreunen mit Pfeffer, sondern ich gleiche die aus. Jetzt war die Tomate nach rechts gekommen. Dann kommt der Lauch logischerweise hinterher, es werden Flächen gefüllt. Und ja, jetzt wird die vordere Tomate noch mal richtig gelegt. Man sieht, es ist wirklich alles Millimeterarbeit. Na, also wenn ich da mal... Dann liegt die Tomate deutlich besser, dann wird die Überschneidung gemacht. Denn nur alleine unten der Zwiebelring, der so ein bisschen traurig im Schatten liegt, kommt wieder nach vorne, dass er wieder Licht hat. Dann wird da ein bisschen von diesen Hülsen, von dem Pfeffer dazugestreut, dass es nicht so arrangiert aussieht. Und da war ich eigentlich ganz zufrieden. Zwischendurch hat man gesehen... jetzt habe ich jetzt ein bisschen Übergang, habe ich da Wasser drauf gesprüht. Hier ist noch ohne Wasser. Und dann wird es so ganz fein dieser Frischeeffekt. Also, wirklich, die sind ja gerade abgewaschen worden, die kommen gerade aus der Spüle, sind frisch gewaschen, werden angerichtet. Und da muss man schauen, dass hier hinten darf ruhig gleich noch ein bisschen Wasser dazukommen. Na, das darf hier in der Unschärfe schön sein, aber hier oben dürften ruhig eins, zwei markante Tröpfchen drauf sitzen. Und die sollte ich da eigentlich gleich noch hinsprühen. Da sind sie, da kommen sie. Und das ist das Bild, wenn ich die Hand vor das Objektiv halte, dann ist das für mich ein Zeichen: bis hierhin war ich zufrieden, jetzt kommt mein erstes gutes Bild, mit dem ich ganz zufrieden bin. Und das ist das hier. Und dann habe ich gesehen, dass ich doch tatsächlich beim Sprühen scheinbar die Tomate wieder bewegt hat. Das passiert. Also, wirklich das finale Bild, und da mache ich normalerweise gerne eine Pause, dass ich mir wirklich einen Kaffee hole und sage: Ok, ich glaube, so ist es gut. Und dann gewinne ich Abstand, dann schaue ich auch 5 Minuten nicht darauf. Und dann schaue ich wirklich aus einer Entfernung aufs Bild und würde sagen: Ok, die Tomate darf ein bisschen höher, die darf ein bisschen zur Kamera gekippt werden. Und dann war das etwas übertrieben. Und dann macht man das. Dann wird das eingestellt und schon ist auch das Licht wieder auf der Tomate. Die darf so fruchtig aussehen. Und das darf wirklich so sein. Gut, da bin ich zufrieden, meine Hand kommt wieder, weil ich ja ein zweites Mal zufrieden war. Und jetzt fällt mir eigentlich nur noch auf, dass der Teller hier unten etwas unschön diese Striche in diesen Tomaten reflektiert. Da kann ich nichts daran machen, das wird immer so bleiben. Das ist physikalisch bedingt. Aber ich kann hingehen, indem ich mit einem kleinen Auffäller von vorne rechts einfach noch für ein Licht sorge, für einen kleinen Lichtpunkt, als wenn da eine weiße Schale oder sonst irgendetwas stehen würde, die sich da einreflektiert. Und genau mit diesem Lichtpunkt nehme ich die Konzentration von diesen Strichen weg. Und da ist er. Einfach noch mal ein kleiner Reflex, der das aufhält, noch ein bisschen fruchtiger, freundlicher, lichtdurchfluteter macht. Also, sehr sehr sommerlich ist das alles. Und ja, damit ist soweit mein Arrangement durch.

Fotorezepte: Das perfekte Arrangement

Lernen Sie, wie man Food-Aufnahmen perfekt inszeniert und fotografiert. Die scheinbare Zufälligkeit und das exakt geplante Arrangement führen zur gelungenen Aufnahme.

1 Std. 15 min (13 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!