CompTia Linux+ LX0-103 (Teil 3) GNU- und Unix-Befehle

Archivdateien erstellen mit tar

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Um Platz auf einem Datenträger zu sparen oder die Übertragung einer Datei über das Internet zu beschleunigen, können Sie mit tar eine platzsparende Archivdatei erstellen und so den Dateiinhalt komprimieren.
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Transkript

In diesem Video zeige ich Ihnen, wie Sie eine Archiv-Datei erstellen können. Das wohl bekannteste Werkzeug ist tar. tar steht für tape archive. Mit man, den man pages, auf tar kann ich mir sämtliche Informationen zu diesem Archivierungswerkzeug anzeigen lassen. Sehen Sie diese Seiten durch. Sie erhalten sehr viele Informationen. Mit der Taste Q verlasse ich die man pages wieder. Ich möchte ein Backup von meinem Home-Verzeichnis erstellen. Schauen wir uns den Inhalt meines Home-Verzeichnisses an. In der Tat, wir haben einige Dateien und Verzeichnisse, die darin enthalten sind. Ich möchte also ein Archiv mit dem Befehl tar anlegen, mit den Zusatzparametern cvf. In meinem Ordner möchte ich dieses tar-Archiv anlegen mit dem Namen backup.tar. Und ich navigiere zum Ordner /home/tom. Sie sehen: Das hat bereits bestens funktioniert. ls: In der Tat, ich habe nun eine Datei, die backup.tar heißt. Es ist ganz wichtig, dass Sie die Reihenfolge der Parameter einhalten. Wir haben das c gesetzt, das steht für create. Wir haben ein v, das steht für verbose. Damit wir eine Ausgabe erhalten, damit wir sehen, was in dieses backup.tar hineingelegt wird. Und wir haben den Buchstaben f. f steht für file. Das ist ganz wichtig, dass dieser Buchstabe f an dieser Position steht, denn dann muss anschließend der Name der Datei bestimmt werden. Darum ist diese Reihenfolge sehr wichtig. Ein anderes Werkzeug wäre cpio. Das Programm cpio wird verwendet, um Dateien in Archive hinein oder aus Archiven hinauszukopieren. Es ähnelt vom Verwendungszweck also im weitesten Sinne dem tar-Befehl. Eigentlich wird cpio heutzutage kaum noch verwendet. Aber Sie müssen die grundlegenden Optionen für die Prüfung kennen. Schauen Sie sich die man pages dazu an. Also: man cpio und hier können Sie nachlesen, wie cpio funktioniert. Ein weiterer Befehl, den Sie einsetzen können, ist dd. dd ist ein Befehl, um Dateien zu bearbeiten. dd ist nicht direkt ein Archivierungsbefehl. Es wird eingesetzt, um Dateien zu kopieren und zu konvertieren. Warum heißt es nun dd? Steht es für disc dump? Sie sehen: Kopieren und Umwandeln einer Datei. Nein, grundsätzlich ist der Befehl convert und copy: cc. Allerdings waren diese beiden Buchstaben belegt. Darum nahm man einfach die nächsten freien Buchstaben und das war dd. Ich zeige Ihnen, wie dd funktioniert. Ich melde mich als root an, bestimme das Passwort und verwende nun folgenden Befehl: Ich setze dd ein und verwende if, das steht für input file. Ich verwende da zum Beispiel das devise-Verzeichnis. Ich möchte sda1 kopieren. Also eine Sicherung erstellen. Dann verwende ich den nächsten Parameter, das ist of. Das steht für output file. Dann möchte ich ein File erstellen im Verzeichnis root oder im Verzeichnis dev. Wie auch immer. Das können Sie selber bestimmen. Ich verwende nun zum Beispiel das Verzeichnis /home/tom an und entsprechend der Name sda1.img. Ich möchte also die Partition sda1 kopieren in eine Image-Datei, die in meinem Home-Verzeichnis abgelegt ist. Ich werde diesen Befehl ausführen, allerdings gleich wieder mit CTRL-C unterbrechen. Ansonsten würde das viel zu lange gehen, bis diese Image-Datei erstellt wurde. Sie sehen, es wird nun ein Kopierjob im Hintergrund ausgeführt. Mit CTRL-C habe ich ihn bereits wieder unterbrochen. Aber ich habe eine Image-Datei erstellt: ls, und Sie sehen, es ist eine Datei darin enthalten, die sda1.img heißt. Das sehen Sie bereits hier sehr schön. Wir haben also die Möglichkeit, mit dd Dateien zu kopieren. Ich kann aber auch eine komplette Festplatte kopieren, um mir ein Image zu erstellen. Dazu könnte ich zum Beispiel folgendes einsetzen. Ich verwende wiederum dd. Dann input file = /dev Und dann sda. Ich möchte die gesamte Festplatte sda kopieren. Ich verwende dann output file = Und dann möchte ich zum Beispiel eine Kopie erstellen auf meine zusätzliche Festplatte sdb. Ich habe keine zusätzliche Festplatte eingebaut. Aber Sie erhalten die Idee. Sie können sich also eine komplette Sicherung erstellen und Ihre erste Festplatte auf eine zweite Festplatte (sichern). Oder aber auch, Sie haben die Möglichkeit, Ihre Festplatte zu löschen, indem Sie folgendes einsetzen. Sie verwenden hier das /dev/zero-Verzeichnis. Zero ist ein leeres Verzeichnis mit null Blöcken. Dann verwende ich of=, dann wiederum das Verzeichnis devise und sdb. Ich möchte meine Festplatte komplett löschen. Ich kopiere also das Zero, das leere Verzeichnis, auf das sdb-Verzeichnis und meine Festplatte wird somit komplett gelöscht. Passen Sie auf, wenn Sie mit diesen Befehlen arbeiten. Sie haben gemerkt, ich habe es nicht ausgeführt. Erstens habe ich keine zweite Festplatte und zweitens, wenn ich eine hätte, möchte ich diese ja nicht löschen. Mit gzip und bzip2 können wir unsere tar-Backups komprimieren. Beide Befehle funktionieren in etwa auf die gleiche Art und Weise. Sie heißen einfach ein wenig anders. Mit gzip und bzip2 kann ich also das tape archive, das ich erstellt habe, nun komprimieren. Denn backup.tar ist nur eine Zusammenstellung aller Dateien, es wurde aber nicht komprimiert. Ich verwende gzip und dann die Datei, die ich komprimieren möchte backup.tar Schauen wir uns das Resultat mit ls -l an auf die Datei backup.tar.gz. Und Sie sehen, das hat wunderbar funktioniert. Ich habe nun eine komprimierte Datei. Ich kann diese Datei selbstverständlich auch wieder auspacken. Also entzippen. Dazu verwende ich gunzip. Dann wiederum auf meine Datei backup.tar.gz. Wunderbar, hat funktioniert. Ich habe wieder meine Datei backup.tar. Mit einem weiteren Befehl, mit bzip2, kann ich ebenfalls meine backup.tar-Datei komprimieren. Es heißt, bzip2 ist stärker in der Komprimierung, weil das Programm neuer ist. Ob das tatsächlich so ist, das überlasse ich Ihnen. Das können Sie selber verifizieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manchmal gzip besser komprimiert und manchmal ist es bzip2. Schauen wir uns gleich an, ob es funktioniert hat. Wunderbar, es hat funktioniert. ls -l auf die Datei backup.tar Nun hat sich die Dateiendung geändert. Es heißt bzip2. Auch da sehen wir nun das Resultat. Es wurde ein wenig besser komprimiert. Das können wir sehen, das erste Resultat war hier und das zweite ist nun hier. Ich kann diese Datei auch wieder entpacken. Mit bunzip2 auf die Datei backup.tar.bz2: Nun wird meine Datei wieder entpackt. Sie haben vielleicht gesehen, da sind sehr viele Schritte notwendig, um ein gezipptes Archiv zu erstellen, zuerst mit tar, dann mit gzip oder mit bzip eine gezippte Datei oder ein gezipptes Verzeichnis zu erstellen. Das ist ein wenig unschön. Wir können dies in einem Durchlauf machen. Zunächst einmal möchte ich fdie Datei backup.tar löschen. Ich verwende also rm backup.tar und diese Datei ist gelöscht, wunderbar. Sie ist weg. Nun erstelle ich in einem Durchlauf ein tar-Archiv und komprimiere es direkt. Dazu verwende ich tar, dann die Optionen czvf, dann wiederum die Datei backup und ich möchte mein Home-Verzeichnis sichern. Schauen wir uns das gleich an. Wunderbar. Das hat funktioniert. ls -l Und Sie sehen, ich habe eine Datei namens backup. Was wurde nun eigentlich gemacht? Wir haben ein Backup ohne Dateiendung erstellt. Wir sehen hier nur backup. Wie können wir nun verifizieren, was das für eine Datei ist? Vielleicht erinnern Sie sich, ich verwende dazu file und nun backup. Wir sehen: Aha, es handelt sich hierbei um ein gzip compressed data. Was habe ich genau gemacht? Ich habe mit tar c für create und z für zip das Programm angewiesen, "Erstelle mir eine gzip-komprimierte Datei." Das gilt für den Parameter z. Schauen wir uns das gleiche nochmal an, wenn ich den Befehl mit einem anderen Parameter wiederhole. Zuerst einmal lösche ich das Verzeichnis backup. Ich möchte es nicht mehr. Ich wiederhole den Befehl tar. Anstelle des Buchstaben z verwende ich ein j. Mit dem Buchstaben j kann ich eine bzip2-gezippte Datei erstellen. Schauen wir uns das gleich an, ob es auch da tatsächlich funktioniert. Wunderbar. Auch das hat bestens funktioniert. Schauen wir uns das Resultat an. ls Wir haben hier auch wieder eine Datei backup. Was ist das nun für eine Datei? file backup In der Tat, wir haben eine bzip2-komprimierte Datei und wir sehen sogar noch die Block-Größe. Wir haben also gesehen, dass wir in einem Durchgang ein tape archive, eine tar-Datei, erstellen können, und mit der Zusatzoption j gleich die entsprechenden Informationen komprimieren. Kann ich nun diese Datei auch direkt extrahieren? Selbstverständlich. Dazu verwende ich zum Beispiel tar -z. Und dann xvf auf die Datei backup.tar. Das z steht für gzip-komprimierte Datei. Ich habe aber eine bzip2-komprimierte Datei, darum verwende ich hier das jxvf backup. Nun wird diese Datei entsprechend extrahiert. Ganz wichtig: Mit gzip und bzip2 können Sie nur Dateien komprimieren und keine Ordner. Wenn Sie Dateien und Ordner komprimieren wollen, müssen Sie zuerst ein tar-Archiv anlegen, so wie wir es in diesem Video ganz am Anfang gemacht haben, und anschließend können Sie mit gzip und bzip2 die entsprechenden Informationen komprimieren. In diesem Video habe ich Ihnen gezeigt, wie Sie mit Archiv-Dateien arbeiten können.

CompTia Linux+ LX0-103 (Teil 3) GNU- und Unix-Befehle

Lernen Sie den Umgang mit der Kommandozeile, Dateien und Prozessen kennen und bereiten Sie sich auf die Comptia Linux+-Zertifizierungsprüfung LX0-103 vor.

3 Std. 32 min (40 Videos)
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